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So sparst du virtuelles Wasser ein

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

24.08.2020

Letztes Update

20.04.2022

Inhalt des Blogartikel

Virtuelles Wasser sparen: Mach mit!

Wasser sparen ist im Hinblick auf die Schonung unserer natürlichen Ressourcen längst in unseren Alltag eingeflossen. Fast niemand lässt einfach so den Wasserhahn laufen. Deshalb sinkt der Pro-Kopf-Wasserverbrauch in Deutschland seit Jahren kontinuierlich. Durchschnittlich liegt dieser bei rund 120 Liter am Tag.

Und dennoch verbraucht jeder von uns viel mehr Wasser. Und zwar solches, das wir nicht trinken, mit dem wir weder kochen noch duschen, das wir noch nicht einmal sehen. Mit 4.000 Liter indirektem Wasserverbrauch pro Tag hinterlassen wir alle einen „Wasserfußabdruck“ auf der Erde, der sich sprichwörtlich gewaschen hat. Wenn wir es mit der Nachhaltigkeit und dem Ressourcenschutz also wirklich ernst meinen, sollten wir uns auch überlegen, wie wir virtuelles Wasser sparen können.

 

Was ist überhaupt virtuelles Wasser?

Das indirekte Wasser wird da gebraucht (und verbraucht), wo wir es nicht sehen. Kaum jemand macht sich Gedanken darüber, dass für den knackigen Apfel, in den wir genießerisch beißen, zum Gießen des Baumes, zum Waschen der Frucht und sogar zum Transport zum Lebensmittelhändler Wasser notwendig ist. Auch dass für unsere Lieblingsjeans literweise Wasser verbraucht wird, ist wohl den wenigsten bewusst. Aber schließlich müssen die Baumwollpflanzen gegossen werden, zur Herstellung des Stoffes werden die Maschinen mit Wasser gekühlt und bevor das Produkt in den Laden kommt, wird es bereits vorgewaschen.

Diesen gesamten indirekten Wasserbrauch zur Herstellung von Lebensmitteln und Alltagsgegenständen bezeichnet man als virtuelles Wasser. Das Fatale daran: Meist wird dieses Wasser genau da verbraucht, wo ohnehin schon eine Wasserknappheit herrscht. Also in Regionen, in denen es alles andere als selbstverständlich ist, dass Menschen jederzeit an sauberes Trinkwasser kommen.

 

Hättest du das gedacht? Überall hier ließe sich virtuelles Wasser einsparen

Ein Vollbad braucht ungefähr 140 Liter Wasser, einmal ausgiebig duschen nur etwa 120 Liter. Das ist gar nichts im Vergleich zum Verbrauch an virtuellem Wasser, mit dem jeder von uns seinen Wasserfußabdruck hinterlässt.

Ein paar Beispiele:

  • 1 Kilogramm Kaffee verbraucht in der Herstellung rund 20.000 Liter Wasser.
  • 1 Kilogramm Rindfleisch schlägt mit etwa 15.500 Liter zu Buche.
  • 1 Kilogramm Reis benötigt ungefähr 3.500 Liter Wasser.
  • 1 Kilogramm Eier hat einen Bedarf an circa 3.300 Liter Wasser.

Aber nicht nur im Bereich der Lebensmittelproduktion ließe sich jede Menge virtuelles Wasser sparen. Auch bei Produkten des alltäglichen Gebrauchs besteht ein enormes Potenzial beim Wassersparen. Zum Beispiel:

  • Autos, die pro Fahrzeug rund 400.000 Liter Produktionswasser verschlingen
  • Computer, deren Herstellung 20.000 Liter benötigt
  • Jeans, bei denen für jede Hose 11.000 Liter draufgehen
  • Fahrräder, die 5.000 Liter pro Bike verbrauchen

Fakt: Von allem verfügbaren Trinkwasser auf der Welt verbraucht die Landwirtschaft 75 Prozent.

 

7 Tipps, mit denen du virtuelles Wasser sparen kannst

Vielleicht fragst du dich jetzt, wie du denn überhaupt dieses virtuelle Wasser sparen kannst. Schließlich hast du keinen direkten Einfluss darauf, wie viele Liter der Hersteller deines Autos oder deiner Lebensmittel verbraucht. Stimmt schon. Aber dennoch kannst du beispielsweise überall da, wo etwa der Transport eine Rolle beim Wasserfußabdruck spielt, aktiv dazu beitragen, dass weniger Wasser benötigt wird.

  1. Regionale Produkte: 1 Kilogramm Kartoffeln, das importiert wird, verbraucht ungefähr 400 Liter Wasser. Kaufst du von einem Erzeuger in der Nähe, reduziert sich dieser Verbrauch auf 120 Liter.
  2. Saisonales Obst und Gemüse: Im Winter sind Gemüsesorten, die praktisch vor der Haustür wachsen, besser als importierte Ware, weil dann der Wasserverbrauch für den Transport wegfällt. Gleiches gilt für Obst. Zitrusfrüchte beispielsweise legen im Winter von den Herstellerländern bis zu uns kürzere Transportwege zurück. 
  3. Nudeln, Obst, Gemüse, Brot: Vegetarische Produkte verbrauchen viel weniger Wasser als die Erzeugung von Fleisch.
  4. Second-Hand-Kleidung: Zur Herstellung eines neuen T-Shirts aus Baumwolle werden 2.400 Liter Wasser benötigt. Eines aus zweiter Hand braucht kein zusätzliches Wasser.
  5. Leinen und Hanf: Kleidung aus Leinen und Hanf ist derzeit trendy. Gut so, denn die Herstellung dieser Stoffe verbraucht nur etwa ein Viertel so viel wie Produkte aus Baumwolle.
  6. Reparaturen: Für die Herstellung eines Smartphones werden 910 Liter Wasser benötigt. Das alte also reparieren lassen oder den Akku austauschen, hilft beim virtuellen Wassersparen ungemein.
  7. Recyclingpapier: Papier besteht aus Holzfasern. Um daraus ein einziges DIN-A4-Blatt herzustellen, sind 10 Liter Wasser nötig. Bei recyceltem Papier fällt nur ein Hundertstel der Menge an.

Virtuelles Wassersparen hört nicht bei der eigenen Dusche auf

Umweltschutz und nachhaltiges Leben bedeuten heute mehr denn je. Auch bei den „unsichtbaren“ Ressourcen und Potenzialen ist ein Umdenken nötig – zum Beispiel mit veränderten Konsum- und Essgewohnheiten, die virtuelles Wasser sparen können. Und unter dem Strich schont das letztendlich schließlich auch dein Portemonnaie.

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