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Variable Stromtarife: Lohnen sie sich?

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

24.06.2022

Letztes Update

24.06.2022

Intelligente Stromnetze und variable Stromtarife treffen immer häufiger auf intelligente Stromzähler und Geräte, die das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage optimieren sollen.

Inhalt des Blogartikels

Was ist ein variabler Stromtarif und was unterscheidet ihn von anderen Modellen?

Ein zeitvariabler Stromtarif hat keinen fixen Strompreis. Vielmehr ändert sich der Tarif mindestens einmal am Tag. Variable Stromtarife tragen der Tatsache Rechnung, dass die Erzeugung und der Bedarf von Strom oftmals nicht deckungsgleich verlaufen.

Wird beispielsweise an einem sonnigen Tag zur Mittagszeit besonders viel Solarstrom erzeugt, ist der Verbrauch von Strom in vielen Haushalten eher gering, weil die Bewohner auf Arbeit oder in der Schule sind. Am Abend, wenn kein Solarstrom mehr erzeugt wird, nutzt du hingegen verstärkt Licht, Ventilatoren, Haushaltsgeräte, Computer und Fernseher. Die Strompreise schwanken entsprechend.

Durch intelligente Stromnetze und den Einsatz von Stromspeichern soll insbesondere die Nutzung erneuerbarer Energien flexibler und günstiger werden. Um die Änderungen der Strompreise tagesaktuell nutzen zu können, benötigst du aber einen Energieversorger, der zeitvariable Stromtarife anbietet.

Die Idee variabler Stromtarife ist nicht neu. Schon früher haben Betreiber von elektrischen Nachtspeicheröfen flexible Tarife für Tag- und Nachtstrom nutzen können, wenn ein zweiter Stromzähler installiert war. Heute lassen sich die Kosten über einen dynamischen Stromtarif noch präziser kontrollieren, denn dieser unterteilt den Strom nicht nur in pauschale Tag- und Nachtpreise, sondern passt die Kosten in Echtzeit an die Preisentwicklung am Strommarkt an.

Aus welchen variablen Stromtarifen kannst du wählen?

Welche Stromtarife sich variabel gestalten und wie sie sich im Detail voneinander unterscheiden, hängt von deinem jeweiligen Stromanbieter ab. Die meisten Energieversorger bieten inzwischen variable Stromtarife an. Wie auch bei anderen Tarifen empfiehlt sich ein Vergleich – allerdings ist dies im Falle der dynamischen Stromtarife nicht ohne Weiteres möglich. Da sich dort die Strompreise ständig ändern können, verzichten die meisten Vergleichsrechner noch auf die Einbeziehung dieser Ergebnisse.

Variable Stromtarife im Überblick:

  • Zeitvariable Tarife mit fixem Zeitschema: Diese auch als NT- und HT-Tarif bezeichneten variablen Stromtarife beinhalten zu festgelegten Tageszeiten unterschiedliche Strompreise, etwa für Tag- und Nachtstrom. Die Installation eines Zweitarifzählers ist hierfür notwendig.
  • Zeitvariable Tarife ohne Zeitschema: Diese für private Haushalte optimierten Stromtarife kommen ohne festes Zeitschema aus. Der Preis für Strom je Kilowattstunde kann innerhalb bestimmter Zeitfenster steigen oder sinken; bei der Abrechnung wird meist ein Mittelwert gebildet. Viele Stromanbieter setzen für die Nutzung einen intelligenten Stromzähler voraus, allerdings gibt es auch Varianten für alte Stromzähler.
  • Dynamische Tarife: Diese speziellen zeitvariablen Tarife setzen ein intelligentes Messsystem voraus, sind dafür aber sehr flexibel. Der Strompreis kann bei einem dynamischen Tarif viel öfter steigen und fallen (im Prinzip sogar in Echtzeit).
  • Lastabhängige Stromtarife: Bei diesen variablen Stromtarifen hat der Netzbetreiber Zugriff auf die Stromversorgung bestimmter lastintensiver Geräte. Dazu zählen etwa Elektroautos, Nachtspeicheröfen oder Wärmepumpen. Durch die Reduzierung der Netzlast zu bestimmten Zeiten sinkt das Entgelt. Für die Nutzung solcher Tarife benötigt das Gerät einen eigenen Stromzähler.

Sind Stromtarife ohne Grundpreis auch variabel?

Verträge, die keinen Grundpreis für den Strombezug berechnen, zählen im engeren Sinne nicht zu den variablen Stromtarifen, da der Strompreis an sich nicht notwendigerweise flexibel gestaltet ist.

Bei einem Stromtarif ohne Grundpreis wird lediglich der Arbeitspreis pro Kilowattstunde berechnet. Das bedeutet, du musst nur den tatsächlich verbrauchten Strom zahlen. Grundgebühren für Stromzähler oder Stromanschluss fallen hier nicht mehr an. Allerdings legen die Anbieter die Fixkosten häufig auf den Strompreis um.

 

Ist ein variabler Stromtarif überall verfügbar?

Prinzipiell wirst du an vielen Wohnorten einen Stromanbieter finden, der einen variablen oder dynamischen Stromtarif anbietet. Noch ist die Zahl der Anbieter allerdings überschaubar. Ob du diese Tarife auch nutzen kannst, hängt zudem von bestimmten Voraussetzungen ab:

  • Meist wird die Nutzung bestimmter Stromzähler vorausgesetzt. Dies können einfache digitale Stromzähler sein, aber (zum Beispiel für dynamische Tarife) auch sogenannte Smart Meter.
  • Einige variable Stromtarife setzen nicht nur intelligente Zähler voraus, sondern auch ein intelligentes Messsystem. Die Stromanbieter bieten häufig entsprechende Leistungen für den Austausch beziehungsweise den Einbau der Zähler an. Du kannst aber auch andere Messstellenbetreiber mit der Installation dieser Geräte beauftragen.
  • Für intelligente Messstellen und Stromzähler fallen in der Regel höhere Gebühren an als für analoge Stromzähler. Auch der Einbau kann je nach Anbieter mit Zusatzkosten verbunden sein.

Tipp: Haushalte, die über 6.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbrauchen, müssen bis zum Jahr 2032 mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet sein. Die Mehrkosten für das Messstellenentgelt betragen bei einem Smart-Meter-Pflichteinbau maximal 130 Euro im Jahr. Diese Zusatzkosten lassen sich durch intelligente Nutzung aber relativieren, denn durch die in Echtzeit erfassten Daten kannst du den Stromverbrauch einzelner Geräte sehr genau zuordnen und versteckte Stromfresser eliminieren.

 

Vorteile und Nachteile variabler Stromtarife

In Zukunft werden variable Stromtarife gemeinsam mit der Verbreitung intelligenter Messsysteme und entsprechenden Endgeräten die Regel sein. Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder das Elektroauto kannst du zu Zeiten günstiger Strompreise betreiben, während sich der Verbrauch sehr genau auf alle Endgeräte aufschlüsseln lässt.

Allerdings bedeutet die Abbildung der Strompreise in Echtzeit nicht zwangsläufig eine finanzielle Entlastung, da zu Zeiten hoher Strompreise diese ebenfalls ohne Verzögerung direkt steigen.

Vorteile

  • Du kannst niedrige Strompreise flexibel nutzen.
  • Eine bessere Kostenkontrolle und Optimierung des Stromverbrauchs durch eine genaue Verbrauchserfassung der Geräte sind möglich.
  • Kunden profitieren bei dynamischen Stromtarifen von sinkenden Strompreisen in Echtzeit.

Nachteile

  • Bislang sind erst wenige Angebote am Markt vorhanden.
  • Vergleichsseiten zeigen dynamische Stromtarife bisher nur selten an.
  • Bei Preisschwankungen nach oben gibt es keine Preisgarantie, die die Kosten begrenzt.
  • Die Nachrüstung intelligenter Messsysteme und Stromzähler ist oft Voraussetzung.
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