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Der Stromverbrauch einer Infrarotheizung

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

09.09.2021

Letztes Update

24.04.2022

Wärme erzeugen mit einer Infrarotheizung: So hoch ist der Stromverbrauch

Das Heizen mit Strom ist nach wie vor eine beliebte Alternative. Zählt die Infrarotheizung auch dazu? Oder sind die Stromkosten zu hoch? Hier erfährst du mehr darüber.

Inhalt des Blogartikels

So funktioniert eine Infrarotheizung

Eines gleich vorab: Heizen mit Strom zählt zu den teuersten Arten der Raumerwärmung. Lediglich die Elektro-Wärmepumpe bildet eine Ausnahme. Die Infrarotheizung ist wie mobile Heizgeräte beziehungsweise Elektro-Konvektoren eine elektrische Heizung, allerdings arbeitet sie mit Strahlungswärme. Sie erwärmt also nicht die Raumluft, sondern wie einfallende Sonnenstrahlen die Wände, den Boden und die Gegenstände im Raum und wird von diesen wieder kontinuierlich abgegeben. Diese Art von Wärme wird von vielen als besonders behaglich empfunden. Wärmewellen- und Strahlungsheizung sind weitere Namensbezeichnungen. Montiert werden Infrarotheizungen in der Regel an der Wand oder an der Zimmerdecke. Es gibt auch mobile Geräte auf Rollen oder mit Standfüßen für den zeitlich begrenzten Einsatz.

Wie alle modernen Elektroheizungen arbeitet die Infrarotheizung mit einem Wirkungsgrad von fast 100 Prozent sehr effizient. Der Verbrauch ist dennoch sehr hoch. Aus energetischer Sicht ist Strom zum Heizen sogar teurer als Öl oder Gas. Wohnst du etwa in einem Altbau mit hohem Heizwärmebedarf, ist die Infrarotheizung als einziges Heizsystem nicht empfehlenswert. Hinzu kommt, dass eine Infrarotheizung nur mit grünem Strom betrieben Umwelt und Klima wirklich schont.

 

Einsatzbereiche von Infrarotheizungen

Für selten genutzte Zimmer wie beispielsweise Gästezimmer und das Badezimmer ist eine Elektroheizung durchaus eine Alternative. Dies gilt ebenfalls für Ferienhäuser oder Gartenhäuschen sowie Wohnwagen und Wohnmobile, die nicht regelmäßig beheizt werden müssen.

 

Stromverbrauch von Infrarotheizungen

Wie bei anderen Heizungen auch, hängt der Energie- bzw. Stromverbrauch bei einer Infrarotheizung von verschiedenen Faktoren ab. Der Wärmedämmung des Gebäudes, der Verglasung der Fenster und dem Standort kommen dabei die meiste Bedeutung zu. Gut gedämmte Häuser haben nicht nur einen geringen Wärmebedarf, sondern halten die Wärme auch relativ lange im Gebäude. Daher kannst du davon ausgehen, dass der Verbrauch der Infrarotheizung in Niedrigenergie- oder Passivhäusern relativ gering ist. In schlecht gedämmten Altbauten hingegen ist genau das Gegenteil der Fall: Die Kosten sind extrem hoch. Nur einige wenige Energieversorger bieten für Direktheizungen wie Heizstrahler niedrigere Wärmestromtarife an. Meist musst du mit teurem Haushaltsstrom heizen. Bei den Strompreisen darf auch nicht vergessen werden, dass sie seit Jahren eigentlich nur einen Trend kennen, nach oben. Hinzu kommt noch die von der Bundesregierung 2021 eingeführte CO2-Bepreisung für die Bereiche Wärme und Verkehr, die den Strom Jahr für Jahr zusätzlich verteuert.

 

Leistungsklassen von Infrarotheizungen

Üblich sind Leistungsklassen von 300 bis 900 Watt. Für besonders große Räume gibt es aber auch Geräte mit über 1.000 Watt. Für kleine Zimmer mit rund 3 bis 7 Quadratmetern Fläche ist eine Infrarotheizung mit 300-Watt-Leistung voll ausreichend. Für Räume mit 15 bis 22 Quadratmetern sollten rund 900 Watt genügen.

 

Darum solltest du den möglichen Stromverbrauch der Infrarotheizung vom Fachmann prüfen lassen

Wenn du dir eine Infrarotheizung anschaffst, solltest du idealerweise von einem Fachmann vorab prüfen lassen, ob das wirtschaftlich betrachtet wirkliche eine gute Idee ist. Egal, ob Wohnung oder Haus: lass die baulichen Gegebenheiten prüfen und den Wärmebedarf berechnen. Wichtig ist außerdem, wie oft das jeweilige Zimmer beheizt wird. So lässt sich kalkulieren, wie hoch der Stromverbrauch und somit die Stromkosten bei deiner geplanten Infrarotheizung ausfallen könnten. Für die Kalkulation des Verbrauchs ist es ebenfalls wichtig zu wissen, wie viele Geräte du insgesamt benötigst. Denn in größeren Räumen wie beispielsweise dem Wohnzimmer ist es oftmals wirtschaftlicher, statt nur einem Gerät mit 1.400 Watt Leistung direkt 3 mit geringerer Leistung zu montieren, weil sich dadurch die Abstrahlfläche vergrößert.

 

Wie lassen sich Stromverbrauch und Kosten einer Infrarotheizung berechnen?

Dazu musst du den aktuellen Strompreis in Cent pro Kilowattstunde (kWh) und die Heizleistung in Watt bzw. Kilowattstunden des Heizkörpers kennen. Außerdem ist es wichtig, wie viele Stunden die jeweilige Infrarotheizung betrieben wird. Wenn du also mehrere solcher Heizkörper für die Wärmeversorgung deines Hauses oder deiner Wohnung nutzen möchtest, kommst du nicht umhin, die Berechnung für jeden einzelnen Raum durchzuführen.

Eine Infrarotheizung sollte je nach Gebäudedämmung zwischen 60 und 100 Watt Leistung pro Quadratmeter Wohnfläche haben. Um ein Wohnzimmer mit 20 Quadratmetern zu beheizen, solltest du zum Beispiel 2 Heizungen mit Infrarot mit je 600-Watt Leistung einkalkulieren.

Beispielrechnung für ein neues Einfamilienhaus mit einer zu beheizenden Fläche von 150 Quadratmetern

Angenommen, du hast eine 60-Watt-Heizleistung pro Quadratmeter und eine jährliche Heizdauer von 1.440 Stunden – 180 Tage, 8 Stunden lang. Dann sieht die Rechnung wie folgt aus:

150 m² x 60 Watt x 1.440 Stunden = 12.906.000 Watt : 1.000 = 12.960 Kilowattstunden

Bei einem Strompreis von 0,31 Euro pro kWh ergeben sich jährliche Stromkosten von 12.960 kWh x 0,31 Euro = 4.018 Euro.

Gaskosten im Vergleich: Setzt du einen relativ hohen durchschnittlichen Gasverbrauch von 22.000 kWh für ein neues Einfamilienhaus an, so ergeben sich bei einem aktuellen Gaspreis von 0,0611 Euro jährliche Energiekosten von 1.344 Euro inklusive Warmwasserbereitung.

Wichtig: Wenn du mit Infrarot heizt, musst du dich zusätzlich um die Warmwasserbereitung kümmern, denn diese können die Geräte nicht übernehmen. Lebst du in einer Wohnung, benötigst du daher für Küche und Bad Elektroboiler oder Durchlauferhitzer, die zusätzlich Strom verbrauchen. Eine vierköpfige Familie, von der jeder täglich 10 Minuten duscht, verbraucht mit einem Durchlauferhitzer pro Jahr rund 4.400 Kilowattstunden Strom. Bei 0,31 Cent pro Kilowattstunde sind das zusätzlich 1.364 Euro. Mit 3.500 kWh sind entsprechende Elektroboiler rund 300 Euro im Jahr günstiger. In einem Haus kannst du zumindest alternativ eine Brauchwarmwasser-Wärmepumpe mit geringerem Verbrauch einsetzen.

 

Wann ist eine Infrarotheizung sinnvoll?

Eigentlich nur dann, wenn du sie kurzzeitig als Ergänzung zu einem anderen Heizsystem oder in Räumen, die nur gelegentlich beheizt werden, einsetzt. Hier kann die Infrarotheizung die Vorteile der kostengünstigen Anschaffung und einfachen Montage ausspielen. Wenn du die Heizkosten reduzieren möchtest, greifen die gleichen Mechanismen wie bei anderen Heizungen: Raumtemperatur senken und über den Thermostat Heizzeiten für Nachtabsenkung und Abwesenheit eingeben.

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