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Ist eine steuerliche Abschreibung trotz KfW-Förderung möglich?

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

26.12.2020

Letztes Update

06.09.2022

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Ist eine steuerliche Abschreibung trotz KfW-Förderung möglich?

Durch effizientes Bauen und Sanieren sparst du wertvolle Energie. Zudem kannst du von einer steuerlichen Abschreibung oder KfW-Förderung profitieren. Erfahre hier, ob beides geht.

Inhalt des Blogartikel

Steuerliche Abschreibung trotz KfW-Förderung?

Beim Bau und der Sanierung von Häusern sind verschiedene steuerliche Abschreibungen möglich. Hier stellt sich die Frage, ob du noch immer von einer Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) profitieren kannst, wenn du gleichzeitig Abschreibungen vornimmst. Antworten findest du in diesem Beitrag.

 

Wer ist die KfW und welche Förderung vergibt sie?

Die KfW ist die staatliche Förderbank. Sie verschafft dir beim Bauen und Kaufen von Immobilien sowie beim Umbau Zugang zu günstigen Krediten oder Zuschüssen. Wenn du ein Haus bauen oder sanieren oder dir eine Eigentumswohnung anschaffen möchtest, kannst du mit den besonderen Konditionen des KFW-Kredits häufig die Zinskosten senken.

Muss ich die KfW-Förderung in der Steuererklärung angeben?

Hast du von der KfW eine Förderung erhalten, beispielsweise für neue Fenster, musst du diese in der Steuererklärung angeben. Die erhaltenen Zuschüsse sind von den Gesamtkosten für die Sanierung abzusetzen. Denn eine steuerliche Berücksichtigung findet immer nur der tatsächliche Geldabfluss.

 

Kann ich Kosten für den Bau und Handwerksleistungen trotz KfW-Förderung steuerlich abschreiben?

Viele Handwerkerleistungen sind steuerlich begünstigt. Die entsprechenden Handwerkerrechnungen kannst du von der Steuer absetzen. Dazu gehören unter anderem folgende handwerkliche Tätigkeiten:

  • Reparatur, Wartung oder Austausch von Heizungsanlagen
  • Dachsanierung
  • Austausch oder Reparatur von Türen und Fenstern
  • Modernisierung des Badezimmers
  • Modernisierung der Einbauküche

Entscheidend ist, dass du den steuerlichen Bonus nicht mehr geltend machen kannst, wenn du eine öffentliche Förderung für die Sanierung oder die Baumaßnahmen erhältst. Zu diesen öffentlichen Förderungen gehören auch die Programme der KfW und des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Gibt es Ausnahmen?

Eine Ausnahme besteht dann, wenn du mehrere Maßnahmen für die Renovierung, Erhaltung und Modernisierung gleichzeitig vornehmen lässt. Sind nur einzelne davon öffentlich gefördert, kannst du den Steuerbonus für die nicht geförderten Maßnahmen trotzdem in Anspruch nehmen.

 

Steuerermäßigung oder KfW-Förderung: Was lohnt sich mehr?

Da die Inanspruchnahme der KfW-Förderung und Steuerermäßigung in der Regel nicht gleichzeitig möglich ist, stellt sich die Frage, was lohnenswerter ist. Das hängt beispielsweise davon ab, wie umfangreich die energetischen Sanierungsmaßnahmen sind. Grundsätzlich gilt: Je teurer und umfangreicher die Maßnahmen sind, desto eher ist der Steuerbonus für dich interessant. 

Ein Rechenbeispiel

Für die energetische Sanierung von Wohngebäuden sieht die KfW mit ihrem Programm 430 einen Zuschuss von bis zu 10.000 Euro für Einzelmaßnahmen vor. Das kann zum Beispiel die KfW-Förderung für die Sanierung des Dachs sein:

  • Kosten für die Einzelmaßnahme (Dachsanierung): 15.000 Euro
  • Investitionszuschuss durch die KfW (20 Prozent der förderfähigen Kosten): 15.000 Euro * 20 Prozent = 3.000 Euro

Das entspricht einem Steuerbonus in Höhe von 20 Prozent, der alternativ vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2029 gilt.

Anders sieht es aus, wenn die Sanierungskosten bei 100.000 Euro liegen. Die KfW beschränkt die Förderung auf 10.000 Euro und damit in diesem Beispiel effektiv auf 10 Prozent. In diesem Fall wäre der Steuerbonus lohnenswerter. Denn bei dem Steuerbonus sind Kosten von bis zu 200.000 Euro pro Haus förderfähig.

 

So setzt du die Kosten von der Steuer ab

Du kannst bis zu einer bestimmten Summe verschiedene Kosten von der Steuer absetzen. Welche das sind erfährst du im Folgenden.

Welche Kosten kann ich absetzen?

Anders als beim Steuerbonus auf Handwerksleistungen sind bei energetischen Sanierungen die Gesamtkosten anrechenbar. Dazu gehören alle finanziellen Aufwendungen für Material und Lohn. Die Kosten sind inklusive der Umsatzsteuer absetzbar. Weiterhin kannst du Geldausgaben für die energetische Baubegleitung und Fachplanung absetzen.

Bis zu welcher Höhe?

Der Staat gewährt für die energetischen Sanierungen einen Steuerbonus von bis zu 40.000 Euro. Förderfähig sind 20 Prozent der Kosten. Die Summe kann daher maximal 200.000 Euro betragen.

Worauf muss ich achten?

Das Finanzamt gewährt den Steuerbonus nur unter bestimmten Voraussetzungen. Achte auf folgende Punkte:

  • Du lässt die energetische Sanierung an einem Haus oder einer Wohnung durchführen, das oder die älter als 10 Jahre alt ist.
  • Ein Fachunternehmen führt die Sanierungsmaßnahmen für dich durch.
  • Das ausführende Unternehmen muss dir eine entsprechende Bescheinigung ausstellen.

Ist der Steuerbonus zeitlich gestaffelt?

Den Steuerbonus für energetische Sanierungen kannst du in der Steuererklärung über 3 Jahre hinweg geltend machen.

 

Gilt der Steuerbonus auch bei Barzahlungen?

Nein, der Steuerbonus gilt nicht bei Barzahlungen. Du musst den Rechnungsbetrag auf das Konto des Handwerksbetriebs überweisen.

 

Alternativen zum Steuerbonus und der KfW-Förderung

Folgende Alternativen existieren zum Steuerbonus und der KfW-Förderung.

BAFA-Förderung

Das BAFA fördert ebenfalls Maßnahmen, die Energie sparen. Programme existieren zum Beispiel für die Modernisierung der Heizung. Die maximale Förderhöhe hängt von den konkreten Maßnahmen ab.

Baukindergeld

Das Baukindergeld ist eine Eigenheimzulage für Familien. Sie ersetzt die frühere Eigenheimzulage. Dadurch sollen sich Alleinerziehende und Familien mit Kindern leichter ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten können. Für jedes Kind gibt es 12.000 Euro. Diese erhältst du in 10 jährlichen Raten (je 1.200 Euro). Du musst den staatlichen Zuschuss nicht zurückzahlen.

Regionale Fördermittel

Die Länder und Kommunen können ebenfalls Fördermittel vergeben. Dabei handelt es sich zumeist um zinsgünstige Darlehen.

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