smart-meter-kosten-smart-home-header-net4energy

Kosten für ein Smart Meter

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

01.11.2020

Letztes Update

28.03.2022

Securando - Smart Home Onlineshop

 

Kosten für ein Smart Meter

Smart Meter sind intelligente Stromzähler, die Energie sparen. Wie hoch sind die Kosten für Smart Meter? Lohnt sich die Anschaffung insgesamt?

Inhalt des Blogartikel

Smart Meter: Kosten & Einsparmöglichkeiten

Smart Meter sollen Energiekosten sparen und ab 2032 für uns alle Pflicht sein. Doch noch fehlt es an flexiblen Stromtarifen, damit sich das Ganze für den Verbraucher auch lohnt. Ist es daher sinnvoll, jetzt schon selbst Smart Meter zu kaufen? Die Antworten bekommst du hier.

 

Was ist ein Smart Meter?

Ein Smart Meter ist ein digitaler, internetfähiger und intelligenter Stromzähler, der Daten erfasst, speichert, verschlüsselt und an Messtellenbetreiber weiterleitet. Für die Messeinrichtung ist zusätzlich zum digitalen Zähler ein Kommunikationsmodul erforderlich.

Warum sind Smart Meter relevant?

Smart Meter sind für die Energiewende von Bedeutung, weil Strom durch sie in Zukunft genau dann angefordert werden kann, wenn reichlich davon vorhanden ist. Aufgrund dessen können die Energieversorger für diese Zeiträume Sondertarife anbieten. Das entlastet nicht nur das Netz, sondern bietet auch dir die Chance, günstigen Strom zu beziehen und Kosten zu sparen. Weiterhin hast du die Möglichkeit – quasi in Echtzeit – über das Internet via Smartphone, Tablet oder Laptop deinen Stromverbrauch ständig zu kontrollieren, Energiefresser zu entlarven und entsprechende Sparmaßnahmen einzuleiten.

Sind digitale Stromzähler Pflicht?

Zuständig für den Betrieb und die Weiterleitung der Daten an den Energieversorger und Netzbetreiber sind die Messstellenbetreiber. Sie bauen die intelligenten Zähler ein, sind für ihre Wartung und die Rechnungsstellung zuständig. Laut dem „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ ist der Einbau eines Smart Meters für bestimmte Haushalte Pflicht. Begonnen hat der Austausch der alten Zähler im Februar 2020.

Vorgeschrieben ist der Einbau eines Smart Meters für:

  • Vielverbraucher ab einem Jahresverbrauch von 6.000 Kilowattstunden pro Jahr
  • Solaranlagen bis 100 Kilowatt
  • Verbraucher, die ein verringertes Netzentgelt für eine Wärmepumpe oder eine Nachtspeicherheizung zahlen
  • Betreiber einer eigenen Wallbox für ein Elektroauto

Haushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch unter 6.000 Kilowattstunden fallen nicht unter die Einbaupflicht. Hier müssen bis zum Jahr 2032 alle Haushalte mit digitalen Stromzählern ausgestattet sein. Erst danach sind für alle Stromkunden Smart Meter Pflicht.

 

Kosten und Preisobergrenzen: Lohnt sich ein Smart Meter?

Messstellenbetreiber bieten zwar den Kauf eines Smart Meters an, verlangen aber letztendlich eine Monatsgebühr. Diese beträgt im Schnitt 10 Euro. Das heißt, du solltest mit 100 bis 120 Euro Gebühren im Jahr rechnen. 

Meist entstehen zusätzlich einmalige Kosten in Höhe von 130 Euro für die Installation des intelligenten Messsystems. Hinzu kommen dann die bereits erwähnten 120 Euro Servicegebühr für die Nutzung des Smart Meters, den Zugang zum Portal und eine App. Mit der App kannst du dir deinen aktuellen Stromverbrauch sowie Statistiken und Analysen am Smartphone, Tablet oder Laptop anschauen. Die beschriebenen Kosten führen dazu, dass sich ein Smart Meter momentan für die meisten Haushalte nicht wirklich rechnet.

Laut dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) darf der Einbau der modernen Messeinrichtung nicht zulasten der Verbraucher gehen. Diese können nur dann an den finanziellen Vorteilen der Energiewende teilhaben, ohne mehr zu bezahlen als bisher, wenn die Netz- und Messstellenbetreiber variable Tarife im Angebot haben.

Hinzu kommt, dass Smart Meter der ersten Generation technisch noch nicht fähig sind, eine Photovoltaikanlage oder eine Ladestation der Netzauslastung entsprechend selbsttätig zu steuern. Auch ein Großteil der noch wenigen, flexiblen Tarife kannst du aus diesem Grund derzeit nicht in Anspruch nehmen. Dies ist nur mit einer zusätzlichen Steuerbox möglich, die du extra kaufen musst.

Weitere Kosten können entstehen, wenn der Zählerschrank umgebaut werden muss. Laut Verbraucherzentrale kann das durchaus mehrere 1.000 Euro kosten. Betroffen sind circa ein Viertel der privaten Haushalte. In manchen Fällen kann es sogar erforderlich sein, dass du die komplette elektrische Anlage inklusive Leitungen erneuern lassen musst. Das dürfte aber eher die Ausnahme sein.

Gesetzliche Obergrenzen für die jährlichen Kosten

Für die jährlichen Kosten, die für den Betrieb eines intelligenten Messsystems entstehen dürfen, hat der Gesetzgeber Obergrenzen festgelegt, dazu zählen:

 

Verbrauch in Kilowattstunden pro Jahr

Preisobergrenze in Euro pro Jahr

bis 2.000

23

2.000 bis 3.000

30

3.000 bis 4.000

40

4.000 bis 6.000

60

6.000 bis 10.000

100

10.000 bis 20.000

130

 

Wenn du allerdings freiwillig ein Smart Meter installieren lässt, darf der Messstellenbetreiber mehr verlangen. Wie viel jährlich für das intelligente Messsystem zu bezahlen ist, hängt vom Stromverbrauch oder der Leistung der Strom erzeugende Anlage ab. Ein durchschnittlicher 4-Personen-Haushalt verbraucht im Jahr 3.500 Kilowattstunden. Hier musst du dann jährlich 40 Euro bezahlen. Für konventionelle Messgeräte waren es bislang etwa 13 Euro. Die Preise variieren allerdings je nach Bundesland und Stromanbieter.

 

Können Privathaushalte mit Smart Meter Kosten sparen?

Laut Experten sind Stromeinsparungen von 5 bis 10 Prozent möglich. Verbraucherzentralen sehen das kritischer. Sie gehen davon aus, dass Verbraucher aktuell nicht erwarten können, dass die zusätzlichen jährlichen Kosten durch etwaige Einsparungen zumindest ausgeglichen werden. Dazu sind günstige variable Tarife – beispielsweise Nachtstrom – erforderlich, die es bislang nicht mehr oder kaum gibt. Um aber den Geschirrspüler oder die Waschmaschine nachts automatischen starten zu können, muss das intelligente Messgerät in ein Smart Home eingebunden sein.

Eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums, die das global agierende Unternehmen Ernst & Young durchgeführt hat, kommt ebenfalls zum Schluss, dass ein Kostenbeitrag von 109 Euro für Haushalte mit geringem Stromverbrauch – kleine Häuser und Wohnungen – nicht durch Stromeinsparungen und Stromverlagerungen finanzierbar ist.

smart-meter-kosten-smart-home-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über das Smart Home erfahren? Lade dir jetzt unseren Essential Guide herunter!
jetzt downloaden