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Smart Meter richtig auslesen

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

04.10.2020

Letztes Update

28.03.2022

Securando - Smart Home Onlineshop

 

Inhalt des Blogartikel

Smart Meter: Daten abfragen und auslesen

Seit Februar 2020 hat der Smart Meter Rollout begonnen. Was vielleicht etwas bedrohlich klingt, bedeutet lediglich, dass der Einbau der intelligenten Stromzähler Fahrt aufnimmt. Mit dem Einbau von Smart Metern sollen die CO₂-Emissionen gesenkt und dadurch ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Es leitet die digitale Energiewende ein. Denn jetzt wird es möglich, erneuerbare Energien wirksamer ins Netz zu integrieren, um dieses besser auszulasten und dynamisch zu stabilisieren.

 

Was ist ein Smart Meter

Hierbei handelt es sich um einen digitalen und internetfähigen Stromzähler mit Gateway (Kommunikationseinheit), der Daten erfasst, speichert und verschlüsselt weiterleitet. Die Firmen (Messstellenbetreiber), die das Smart Meter einbauen, betreiben und auch für dessen Wartung zuständig sind, geben diese Daten an Stromversorger und Netzbetreiber weiter. Der Vorteil für Verbraucher: aktuelle Verbrauchsdaten können kommuniziert und nahezu zeitgleich über das Internet abgefragt werden. Auf diese Weise kannst du deinen Stromverbrauch rund um die Uhr kontrollieren und falls nötig Sparmaßnahmen einleiten.

Vorteile Smart Meter

  • Verbrauch direkt am PC, Tablet oder Smartphone kontrollieren
  • niedrigere Stromkosten, beispielsweise durch Abschalten von Stromfressern
  • voraussichtlich Monatsrechnung, keine Pauschalbeträge oder Nachzahlung
  • Stromeinsparungen von 5 Prozent bis 10 Prozent durch Eigeninitiative möglich

Nachteile Smart Meter

  • Vorbehalte gegenüber der Erfassung des Verbraucherverhaltens aus datenschutzrechtlichen Gründen
  • Installation muss der Verbraucher bezahlen
  • sehr hohe Kosten, falls der Zählerschrank erneuert werden muss

Wenngleich viele Hausbesitzer, aber auch Mieter, aktuell noch nicht betroffen sind, schadet es nichts, rechtzeitig informiert zu sein. Denn die Installation eines intelligenten Zählers ist laut dem „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ Pflicht. Es gibt jedoch einen Zeitplan:

  • Kunden mit einem jährlichen Verbrauch über 6.000 Kilowattstunden (kWh) müssen ab sofort umrüsten. Das können Privathaushalte sein, die mit einer Elektro-Wärmepumpe und einem Sonderstromtarif –  im Schnitt 20 Prozent günstiger als Haushaltsstrom –  beheizt werden oder ein Elektroauto über ihre Wallbox aufladen. Betreiber einer Photovoltaikanlage mit mehr als 7 Kilowatt Leistung können ebenfalls betroffen sein, falls der Messstellenbetreiber entscheidet, dass ein intelligentes Messgerät eingebaut werden muss.
  • Für Haushalte mit einem Verbrauch unter 6.000 Kilowattstunden ist der Einbau vorerst optional; allerdings muss zumindest ein digitaler Zähler eingebaut werden.
  • Ab 2032 gilt dann für alle Stromkunden eine Smart-Meter-Pflicht.

Beispiel: Im Schnitt verbraucht ein 4-Personen-Haushalt im Jahr um die 3.500 Kilowattstunden Strom. Im Einfamilienhaus beträgt der Verbrauch etwa 4.000 Kilowattstunden. Optional bedeutet hier nicht etwa, dass du dann die Wahl hast. Der Messstellenbetreiber entscheidet, ob ein Smart Meter eingebaut wird oder nicht.

Kosten

Der Smart Meter wird in der Regel nicht selbst eingebaut, sondern durch den Messstellenbetreiber. Du hast daher grundsätzlich keinen Einfluss auf das Modell oder den Kaufpreis. Dir wird eine Jahresmiete in Rechnung gestellt. Damit die Mietpreise nicht ausufern, sind gesetzliche Obergrenzen vorgegeben. Lässt du dir hingegen aus freien Stücken einen Smart Meter einbauen oder möchtest unbedingt das Messgerät eines bestimmten Herstellers, das der Messstellenbetreiber nicht verbaut, dann darf er die Obergrenze überschreiten.

Smart Meter Mietpreisobergrenzen

Stromverbrauch

(kWh/Jahr)

Mietpreisobergrenze (brutto)

Bis 2.000

23 Euro/Jahr

Über 2.000

30 Euro//Jahr

Über 3.000

40 Euro//Jahr

Über 4.000

60 Euro//Jahr

Über 6.000

100 Euro//Jahr

Zusätzliche Kosten können anfallen, wenn der Zählerschrank zur Unterbringung des Smart Meters umgebaut werden muss. Laut Verbraucherzentrale kann das teuer werden. So soll dies circa ein Viertel der privaten Haushalte betreffen, vor allem Häuser, die vor 1965 errichtet wurden. Da können dann schon mal schnell 1.000 Euro bis 2.000 Euro zusammenkommen. Bei Altbauten genügt die Erneuerung des Zählerschrankes allerdings meist nicht. Dann muss die komplette elektrische Anlage inklusive Leitungen erneuert werden, um einen zulässigen Sicherheitsstandard herzustellen. Kosten von 80 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche aufwärts sind durchaus realistisch. 

Tipp: Durch spezielle Eigenleistungen, wie das Stemmen der Wandschlitze, das Anbringen von Unterputzdosen und das Kabelverlegen, lassen sich die sonst dafür anfallenden Fremdkosten einsparen.

Hinweis: Der Messstellenbetreiber muss dich mindestens 3 Monate vor Einbau in Kenntnis setzen, dass ein intelligentes Messsystem eingebaut werden soll. Der genaue Einbautermin ist dir 2 Wochen vorher schriftlich mitzuteilen. Zudem muss er dir ein Ausweichtermin vorschlagen. Ferner ist er verpflichtet, dich darauf hinzuweisen, dass du die Möglichkeit hast, den Messstellenbetreiber zu wechseln.

 

Wo finde ich Messstellenbetreiber?

Aktuell (Stand August 2020) gibt es nicht einmal eine Handvoll Anbieter, die privaten Haushalten als unabhängige Messstellenbetreiber zur Verfügung stehen. Auf der Website der Bundesnetzagentur sucht man leider vergeblich. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) hat 2018 den Branchenkompass herausgegeben. In diesem Flyer sind insgesamt 9 Firmen gelistet.

 

Smart Meter auslesen: So geht’s!

Smart Meter verfügen über eine IR-Schnittstelle. Mittels IR-Lesekopf lassen sich aktuelle Daten auslesen. Leseköpfe für die Schnittstelle kannst du dir im Internet für etwa 45 Euro aufwärts besorgen. Der IR-Lesekopf wird über die Infrarotdiode des Smart Meters gesetzt. Ein Magnet sorgt dafür, dass dieser auch hält. Über ein USB-Kabel kannst du die Verbindung zum Laptop herstellen. Die erforderliche Software zum Aufbereiten der verschlüsselten Daten liefert der Hersteller mit. In der Regel funktioniert dies mit allen gängigen Betriebssystemen. Allerdings geht ohne PIN nichts. Diese musst du beim für dich zuständigen Netzbetreiber anfordern. Das Auslesen ist jedoch nur möglich, wenn du autorisierten Zugang zum Zählerschrank hast, beispielsweise als Hauseigentümer. Mieter, vor allem in Mehrfamilienhäusern, haben es dann schon etwas schwerer.

Die Einbindung von Smart Meter in Smart Home-Installationen ist auch möglich. Wirklich interessant ist dies aber erst dann, wenn es flexible und günstige Stromtarife gibt, damit beispielsweise nachts der Geschirrspüler automatisch eingeschaltet werden kann. Für gängige Smart-Meter-Einbindungen ist der Datenabruf über ein Online-Portal geplant.

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