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Permakultur Selbstversorger Garten anlegen

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

16.10.2021

Letztes Update

14.03.2022

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Permakultur für Beginner: So legst du deinen Selbstversorger Garten an!

Einen Selbstversorger Garten nach der Idee der Permakultur anzulegen bedeutet gleichzeitig von der Natur zu lernen. Doch was genau steckt hinter der Permakultur und wie legst du einen Selbstversorger Garten an? Erfahre hier, was eine Permakultur ist und du erfolgreich, ressourcenschonend und nachhaltig deinen Selbstversorgergarten bewirtschaftest.

Inhalt des Blogartikels

Was ist eine Permakultur?

Das Wort Permakultur entspringt aus der englischen Bedeutung "permanent", was “dauerhaft” und "agriculture”, welches “Landwirtschaft” bedeutet. Sie ist also ein dauerhaftes und vor allem nachhaltiges Konzept, dass für den Gartenbau angewandt wird. Es basiert darauf die natürlichen Kreisläufe und Ökosysteme genauestens zu beobachten und daraufhin im eigenen Selbstversorger Garten Permakultur anzuwenden.

Die Idee der Permakultur nach Bruce Charles Mollison

Bruce Charles Mollison (auch bekannt als Bill Mollison) wurde 1928 auf der australischen Insel Tasmanien geboren. Er wuchs in einer Zeit der immer stärkeren Industrialisierung der Landwirtschaft sowie der immense Leistungssteigerungen agrarwissenschaftlicher Innovationen auf - diese Zeit prägte ihn und sein späteres Handeln.

Die Begeisterung für Nachhaltigkeitsthemen packte Mollison im Jahr 1968. Zu dieser Zeit war er Dozent an der Universität in Tasmanien. Hier erforschte er die Abstammung heimischer Aborigines und war fasziniert, wie diese ihre vorhandenen Ressourcen immer wieder verwendeten.

Mit Blick auf die damals herrschende industrielle Landwirtschaft war er sich sicher, dass er ein System schaffen konnte, das besser funktionieren würde. Seiner Meinung nach waren die verwendeten Monokulturen der Grund für den Einsatz von Pestiziden und chemischen Düngemitteln. Unter dessen Einsatz bekam der Boden keine Chance sich aus eigener Kraft zu regenerieren. Vielmehr wurde dem Boden so Schaden zugefügt.

Um zu beweisen, dass sich geschlossene Ökosysteme in der richtigen Zusammenstellung anhand verschiedener Wechselwirkungen positiv beeinflussen, kaufte er sich 1972 ein Stück Land und legte seinen eigenen Garten an. Bei der Anlage orientierte er sich an in der Natur vorkommenden Kreisläufen und diversen Kulturtechniken der Einheimischen. So betrieb Bill Morrison erstmals Permakultur.

 

Ziele der Permakultur

Das Ziel der Permakultur ist es, dass ein stabiles und nachhaltigen Ökosystem zu erschaffen, welches der Natur nachempfunden ist. Dabei sollen die vorhandenen Ressourcen effektiv und ressourcenschonend genutzt werden. Zudem ist es ein Ziel der Permakultur, dass der Energieverbrauch und der Konsum von Gütern reduziert wird.

Drei ethische Prinzipien und die 5 R's der Permakultur

Im Mittelpunkt der Permakultur steht die Ethik. Nach Bill Mollison stehen drei Grundsätze stets im Zentrum des Handeln:

  1. Earth Care - verantwortlicher und pfleglicher Umgang mit der Erde sowie den Lebewesen
  2. People Care - die Sorge für und um die Menschen. Wie können alle Menschen ihren Beitrag dazu leisten, dass wir in einem nachhaltigen Miteinander leben?
  3. Fair Share - die gerechte Verteilung von Überschüssen sowie Begrenzung der Konsumgüter. Jeder Mensch sollte nur so viel nehmen und konsumieren, wie er verbraucht.

Zudem hat Bill Mollisonen die bekannten 5 R’s definiert, an denen du dich beim Umgang mit den Ressourcen und Produkten in einer Permakultur orientieren solltest:

  1. Refuse (Ablehnen): Kaufe nur das, was du wirklich benötigst.
  2. Reduce (Reduzieren): Der Ver- bzw. Gebrauch bestimmter Produkte und Ressourcen sollte reduziert werden.
  3. Reuse (Wiederverwenden): Verwende deine Utensilien möglichst wieder.
  4. Repair (Reparieren): Bei Beschädigungen solltest du zunächst versuchen die Sache zu reparieren, statt direkt wegzuwerfen und neu zu besorgen.
  5. Recycle (Wiederverwerten): Erfüllt die Sache ihren eigentlichen Zweck nicht mehr, schaue, wie du sie (oder Teile davon) in den Kreislauf zurückführen kannst.

Die 5 R's bauen aufeinander auf und stellen eine Kaskade dar. Dies bedeutet, dass das zweite R nur zur Anwendung kommt, wenn das erste R nicht mehr in Frage kommt.

 

Selbstversorger Garten als Permakultur anlegen

Nachdem du nun weißt, was eine Permakultur ist, fragst du dich sicherlich, wie du nun deinen Selbstversorger Garten optimal anlegen kannst, welche Pflanzen du anbauen und ernten kannst und wie du die Kreisläufe der Natur am besten nutzt.

 

1. Die Ausgangslage

Am Anfang des Projekts Selbstversorger Garten musst du dir ansehen, wie die Begebenheiten der Fläche ist auf der du deine Permakultur anlegen möchtet. Betrachte dabei diese Punkte

  1. Beschaffenheit und Qualität des Bodens
  2. Größe der Anbauflächen
  3. Schatten und Licht
  4. Verfügbarkeit von Wasser
  5. Klimatische Bedingungen
  6. Zeit für die Bewirtschaftung des Selbstversorger Gartens

2. Planung der Anbauflächen

Die meisten Besitzer eines Selbstversorger Gartens nutzen die 5-Zonen-Bepflanzung, wenn sie mit der Planung starten. Hier wird die Fläche in Zonen von 0 bis 5 aufgeteilt, meist kreis- oder wellenförmig.

Im Zentrum steht hierbei der Mensch.

  1. In der Zone 0 steht das Haus, die Wohnung, die Laube oder auch die Siedlung.
  2. In der Zone 1 werden oftmals Küchenpflanzen und Kräuter angebaut, die eine intensive Pflege benötigen.
  3. In der Zone 2 wachsen weniger pflege- und zeitintensive Pflanzen. Hierzu zählt z.B. ein Gemüsegarten. Das anlegen von Beeten mit verschiedenen Gemüsesorten sind optimal.
  4. In der Zone 3 gedeihen Nuss- und Obstbäume oder Sträucher. Möchtest du Tiere. wie z.B. Hühner halten, ist die Zone 3 dafür ideal.
  5. Auch die Zone 4 ist für den Anbau von Nuss- und Obstbäumen sehr gut geeignet. Zudem kann hier Feuerholz gelagert werden.
  6. Die Zone 5 sollte unberührt bleiben und sowohl für Natur, Mensch und Tier ein Ort des Rückzuges bilden.

3. Planung der Anbaupflanzen

Möchtest du dich mit deinem Garten selbst versorgen, ist es wichtig, dass du passendes Obst und Gemüse anbaust, was du ernten kannst. Auch hierbei solltest du auf einige wichtige Faktoren achten, damit du ressourcenschonend, nachhaltig und effizient Pflanzen anbaust.

Es ist sehr wichtig, dass du auf eine ausgeglichene Artenvielfalt achtest; oft bietet es sich auch an, auf regionale oder sehr alte Pflanzenarten zu achten. Dies spiegelt die Vielfalt der Pflanzenwelt wieder.

Zudem ist es sinnvoll, dass du Pflanzen anbaust, die an verschiedenen Zeitpunkten im Jahr geerntet werden und im Optimalfall auch lagerbar sind, dazu zählen Äpfel oder auch Kartoffeln.

 

4. Reusing der Ressourcen

Wie bereits beschrieben, ist eines der zentralen Elemente in der Permakultur das Reusing. Für deinen Selbstversorger Garten bedeutet dies, dass du die dir zur Verfügung gestellten Ressourcen wiederverwenden solltest. Hierzu zählen:

  1. Das Sammeln von Regenwasser in Regentonnen zum Bewässern der Pflanzen
  2. Das Kompostieren von organischen Stoffen
  3. Das Sammeln von Laub; hiermit kannst du im Winter die Beete abdecken und so deine Pflanze vor Schnee schützen.
  4. Hältst du Tiere, kannst du aus den Ausscheidungen die Flächen düngen.

Generell ist es wichtig, dass du in den Kreislauf wirtschaftest. Dies bedeutet, dass mit jeder Pflanze, jedem Tier, jedem Baum ein eigenes Ökosystem erschaffst. Dieses Ökosystem sollte sich nach den Prinzipien der Permakultur ergänzen und eine Symbiose bilden.

 

Fazit

Eine Permakultur anzulegen, die dich gleichzeitig mit regionalen, gesunden und frischen Nahrungsmittel versorgt, benötigt eine ausführliche Planung und Verständnis für die Natur. Nur so kannst du erfolgreich ernten. Jedoch wirst du merken, dass du dir auch parallel zum Selbstversorgergarten einen Ort der Ruhe und des Einklangs schaffst. Du leistest zudem einen wichtigen und nachhaltigen Beitrag, da das von dir gegessene Obst und Gemüse keine weiten Transportwege zurücklegen muss.

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