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Selbstversorger und Aussteiger: Gründe und Ziele

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

16.12.2021

Letztes Update

14.03.2022

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Selbstversorger und Aussteiger: Warum kehren viele der Gesellschaft den Rücken?

Immer mehr Menschen wollen ihr Leben bewusster und nachhaltiger gestalten. Wir klären, was Selbstversorger und Aussteiger sind und gehen auf ihre Beweggründe ein.

Inhalt des Blogartikels

Was sind Selbstversorger und Aussteiger?

Aussteiger und Selbstversorger werden oft in einem Atemzug genannt, obwohl es sich eigentlich um unterschiedliche Begriffe handelt. Was Selbstversorger und Aussteiger gemeinsam haben, ist, dass sie selbstbestimmter leben möchten – abseits von Stress, Hektik und Konsum. Konsum bedeutet, alles zur Verfügung zu haben, was wir gerade brauchen. Für die meisten von uns ist es vollkommen normal, das ganze Jahr alles essen zu können – ganz gleich, ob wir im Sommer Lust auf Orangen haben oder im Winter frische Erdbeeren essen wollen.

Es gibt jedoch Menschen, die diesem Leben bewusst den Rücken kehren und aus der Gesellschaft aussteigen – ganz ohne Arbeit, Geld und regelmäßiges Einkommen. Sie leben nach der Devise, dass es nichts gibt, was sie nicht auch selbst anbauen oder herstellen können. Viele verzichten dabei bewusst auf Strom oder Internet, um komplett autark zu sein und das Leben ohne fremde Hilfe in einem Haus im Wald oder auf dem Land bestreiten zu können. Andere wiederum ziehen die Gesellschaft einer Kommune vor, um gemeinschaftlich mit anderen Menschen auf einem Hof zu leben.

Eine der größten Gemeinsamkeiten von Selbstversorgern und Aussteigern ist, dass sie ihren Konsum reduzieren, sich auf das Wesentliche besinnen und nur so viel konsumieren, wie sie brauchen. Um so wenig wie möglich aus dem Supermarkt kaufen zu müssen, bauen Selbstversorger und Aussteiger so viel wie möglich selbst an. Was sich nicht anbauen lässt, wird oft als „Tauschgeschäft“ über andere Selbstversorger oder Aussteiger bezogen.

Was unterscheidet Selbstversorger von Aussteigern?

Im Gegensatz zu Aussteigern sind Selbstversorger Menschen, die in der Gesellschaft leben, ihr Konsumverhalten jedoch massiv herunterfahren. Selbstversorgung fängt schon mit dem eigenen Garten an, um im kleinen Rahmen sein eigenes Obst und Gemüse anzubauen und dafür weniger Dinge im Supermarkt kaufen zu müssen. Das spart nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt, da die Nahrungsmittel keine langen Wege zurücklegen müssen.

Was sie nicht im Garten oder auf dem Hof anbauen oder halten können, müssen sie im Supermarkt kaufen oder von Freunden oder Nachbarn erhalten. Viele Selbstversorger, die zum größten Teil autark leben, kennen Personen, die ebenfalls als Selbstversorger in einem Haus auf dem Land leben und Landwirtschaft im größeren Stil betreiben – indem sie zum Beispiel Kühe, Schafe oder einen Hektar Wald als ihr Eigen nennen.

Im Gegensatz zu Aussteigern sind Selbstversorger jedoch immer noch beruflich tätig – entweder als Arbeitnehmer oder im Rahmen einer Selbstständigkeit.

 

Warum wollen Menschen Selbstversorger oder Aussteiger sein?

Menschen entscheiden sich aus den unterschiedlichsten Gründen dazu, fortan als Selbstversorger oder Aussteiger zu leben. Nachfolgend stellen wir dir die häufigsten Gründe für ein Leben als Selbstversorger oder Aussteiger vor.

Stressfrei und im Einklang mit der Natur leben

Viele Selbstversorger oder Aussteiger möchten dem hektischen Alltag entfliehen und im Einklang mit der Natur leben. Oft reicht der Urlaub oder der kurze Ausflug ins Grüne nicht mehr aus, weshalb sie sich für ein Leben in der Natur entscheiden.

Selbstbestimmt leben

Andere wiederum kommen mit der Politik ihres Landes und den dazugehörigen Zwängen und Pflichten nicht zurecht. Sie wollen ein selbstbestimmtes Dasein abseits von geregelten Einnahmen und Ausgaben. Ihr Selbstversorgerhaus und das dazugehörige Land sollen der Mittelpunkt ihres Lebens sein. Die meisten Selbstversorger oder Aussteiger verbinden mit ihrem Leben Freiheit, die sie im normalen Alltag nicht spüren können.

Nachhaltig leben

Zu den Beweggründen zählt auch die Nachhaltigkeit. Indem sie so viel wie möglich anbauen, leisten Selbstversorger und Aussteiger einen Beitrag für die Umwelt. Da sie ihr Obst und Gemüse saisonal und regional beziehen, müssen sie es nicht importieren lassen. Lkw, Schiffe und Flugzeuge müssen also keine weiten Wege zurücklegen, um Lebensmittel aus weit entfernten Ländern nach Deutschland zu bringen. Für den Import von Lebensmitteln wird zum Beispiel etwa 11-mal mehr CO2 verbraucht als für den Anbau im eigenen Land.

Gesund leben

Ein weiterer Grund, der immer mehr Menschen zum Aussteigen oder zur Selbstversorgung bewegt, ist, dass sie wissen, was sie essen. In vielen Lebensmitteln sind heute nicht nur unerwünschte Nebenprodukte, wie zum Beispiel künstliche Aromen und Geschmacksverstärker, enthalten – viele Nahrungsmittel sind auch mit Pestiziden belastet. Das kannst du mit einer autarken Ernährung vermeiden.

 

Wie gelingt der Start?

Selbstversorger kann jeder sein. Selbstversorgung heißt nicht nur, ein eigenes Stück Land oder Wald zu besitzen. Es kann schon auf dem Balkon oder im kleinen Gemüsegarten beginnen, indem du einige Dinge selbst anbaust, die du dann nicht im Supermarkt kaufen musst. Viele Menschen verwandeln ihren Balkon in eine grüne Oase oder pachten in der Großstadt einen Garten, um Obst und Gemüse anzubauen oder bestimmte Dinge, wie Seife oder Shampoo, selbst herzustellen.

Auf dem Selbstversorger-Balkon fällt der Ertrag zwar sehr gering aus, jedoch können Einsteiger hier einen guten Eindruck für die Selbstversorgung gewinnen. Es ist grundsätzlich ratsam, Schritt für Schritt vorzugehen. Vielen Menschen reicht ein kleiner Selbstversorger-Garten für den Anfang vollkommen aus, ehe sie sich für ein größeres Stück Land außerhalb der Stadt entscheiden, um ihre Lebensmittel im größeren Stil anzubauen. Selbstversorger sollten sich dabei stets darüber im Klaren sein, wie viel Platz ihnen zur Verfügung steht, was sie eigentlich anbauen und wie viel Zeit sie für ihren Garten aufbringen können.

Ein Grundstück für 1 oder 2 Personen sollte jeweils 25 oder 170 Quadratmeter groß sein, um sich wenigstens teilweise selbst versorgen zu können. Für komplette Selbstversorger empfehlen sich für 1 oder 2 Personen 170 oder 340 Quadratmeter. Wie viel du als Selbstversorger anbauen oder selbst herstellen willst, bleibt natürlich dir überlassen, jedoch kann selbst der kleinste Garten viel bewirken.

Wenn du komplett aus dem herkömmlichen Leben und der Gesellschaft aussteigen möchtest, solltest du es langsam angehen und den Alltag als Selbstversorger Jahr für Jahr ausbauen. Hier kann es immer sinnvoll sein, sich mit Gleichgesinnten auf einem Hof zusammenzuschließen und das Leben gemeinschaftlich zu bestreiten.

 

Verbunden mit der Natur als Selbstversorger

Wer mehr im Einklang mit der Natur leben möchte, muss dem bisherigen Leben nicht gleich als Aussteiger den Rücken kehren. Du kannst der Natur auch als Selbstversorger ein großes Stück näherkommen. Es muss dabei nicht gleich der große Ackerbau sein – ein kleiner Garten oder das Gärtnern auf dem Balkon tragen wesentlich zum eigenen Ertrag bei und sind darüber hinaus ein wichtiger Beitrag für die Umwelt. Ziel ist es, weniger aus dem Supermarkt zu konsumieren und sein eigenes Obst und Gemüse zu gewinnen, das regional sowie frei von Zusätzen und Pestiziden ist.

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