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Individueller Sanierungsfahrplan für mehr Effizienz

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

11.04.2022

Letztes Update

11.04.2022

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Für die Umsetzung von Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) zu empfehlen, um die besten Ergebnisse zu erhalten.

Inhaltsverzeichnis

Was genau ist der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP)?

Bei Sanierungsvorhaben ist es generell sinnvoll, nach einem sorgfältig ausgearbeiteten, individuellen Konzept vorzugehen. Dies gilt sowohl für Teilsanierungen als auch für Gesamtsanierungen. Denn die Reihenfolge der Arbeiten kann sich ebenso auf die Kosten und Effizienz der Sanierungsmaßnahmen auswirken, wie die Frage, ob eine bestimmte Maßnahme im jeweiligen Gebäude überhaupt sinnvoll ist.

Der oft als iSFP abgekürzte Sanierungsfahrplan ist eine auf deine Möglichkeiten und Anforderungen zugeschnittene Strategie für die Wohngebäudesanierung. Der Ansprechpartner für die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans ist ein qualifizierter Energieberater. Dieser arbeitet den iSFP im Rahmen einer Energieberatung aus. Der Experte stellt sicher, dass sämtliche Arbeiten sowohl wirtschaftlich als auch energetisch sinnvoll sind.

 

Darum lohnt sich der iSFP

Viele Eigentümer wissen bei einer Sanierung nicht, wo sie überhaupt beginnen sollen. Ist zuerst die Dämmung des Dachs anzugehen oder doch lieber der Austausch der Heizung? Wie sieht es mit der Kombination von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz aus? Schließlich haben alle Arbeiten Auswirkungen auf andere Bereiche des Hauses.

Statt in Eigenregie einzelne Maßnahmen in Angriff zu nehmen, die ihre Wirkung unter Umständen nicht voll entfalten können oder sich sogar als kontraproduktiv für die Energieeffizienz des Gebäudes erweisen, folgst du mit dem iSFP einem ausgefeilten Konzept. Es berücksichtigt neben deinem individuellen Nutzungsverhalten auch deine wirtschaftlichen Möglichkeiten.

Im fertigen Plan stehen dann die sinnvollsten Sanierungsmaßnahmen zuerst an und sind bereits langfristig auf die eventuell folgenden Schritte abgestimmt, sodass ein möglichst optimales Verhältnis von Nutzen und Kosten entsteht.

Ohne ein solches Konzept kommt es schnell zu Planungsfehlern wie beispielsweise einer Überdimensionierung der Heizung, die zum Zeitpunkt des Austauschs noch auf eine andere Gebäudedämmung ausgelegt war.

 

Was steht im Sanierungsfahrplan?

Zunächst erfolgt im Rahmen der Energieberatung eine Bestandsaufnahme des aktuellen Zustands des Gebäudes. Diese dient im iSFP als Grundlage für alle Empfehlungen. Die verschiedenen Bereiche der energetischen Sanierung wie Gebäudedämmung oder Heizungsanlage werden einzeln aufgeführt, um im folgenden Schritt zu beschreiben, wie sich die geplanten Sanierungsmaßnahmen auswirken.

Dabei wird außerdem zwischen einer Schritt-für-Schritt-Sanierung und einer Gesamtsanierung unterschieden. Welche Art der Sanierung für dich ideal ist, hängt maßgeblich von deinen finanziellen Möglichkeiten ab. Wenn du die empfohlenen Maßnahmen nicht auf einmal realisieren kannst, ist die Reihenfolge der einzelnen Schritte umso wichtiger.

Der individuelle Sanierungsfahrplan enthält alle Maßnahmen für die Gebäudesanierung und ihr jeweiliges Einsparpotenzial. Außerdem findest du Hinweise dazu, wie du Maßnahmen bestmöglich kombinieren kannst, um Energie zu sparen. Hinzu kommt eine Einschätzung des finanziellen Aufwands für die Investitionen sowie die möglichen Fördermittel, mit denen zu rechnen ist.

Unter dem Strich steht dann die jährliche Kostenbelastung. Auch die CO2-Einsparung durch jeden umgesetzten Schritt führt der Sanierungsfahrplan auf, wobei die effektivsten Maßnahmen an oberster Stelle stehen.

Es gibt darüber hinaus weitere Empfehlungen für Sanierungsschritte, deren positive Auswirkungen nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind, die sich aber auf andere Faktoren auswirken können. Dazu zählen beispielsweise die Barrierefreiheit, die Sicherheit, der Schall- und Hitzeschutz, das Innenraumklima oder auch der Wert des Gebäudes.

Farbskala und Kennwerte eines individuellen Sanierungsfahrplans

Der Sanierungsfahrplan enthält eine einfach zu verstehende Farbskala, die die Kennwerte für den Energiebedarf visuell ergänzt. Die Kennwerte drücken den spezifischen Primärenergiebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a) aus:

Teilsanierte oder unsanierte Gebäude

  • Dunkelrot: mehr als 230 kWh/m²a
  • Rot: 181-229 kWh/m²a
  • Orange: 131-180 kWh/m²a

Teilsanierte Gebäude

  • Gelb: 91-130 kWh/m²a

Gesetzliche Anforderungen an Neubauten und sanierte Gebäudeteile aus 2002/2009

  • Gelbgrün: bis 90 kWh/m²a

Gesetzliche Anforderungen an Neubauten

  • Grün: bis 60 kWh/m²a

Fortschrittlicher Standard

  • Dunkelgrün: weniger als 30 kWh/m²a

 

Welche Förderungen gibt es?

Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kannst du eine Förderung in Form eines Zuschusses für den individuellen Sanierungsfahrplan bzw. die Energieberatung erhalten. Der BAFA-Zuschuss wird direkt an den jeweiligen Energieberater gezahlt. So kannst du bis zu 80 Prozent der Kosten für die Energieberatung und den Sanierungsfahrplan sparen.

Maximal gibt es jedoch 1.300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser und 1.700 Euro für Wohngebäude wie Mehrfamilienhäuser. Auch die im iSFP aufgeführten Maßnahmen zur energetischen Sanierung sind förderfähig. Bei stufenweiser Umsetzung erhältst du zusätzlich einen Förderbonus von 5 Prozentpunkten.

Hinweis: Auch ältere Beratungsgespräche, die zwischen dem 1. Juli 2017 und dem 31. Dezember 2020 vor Ort geführt und im Rahmen der BAFA-Bundesförderung berücksichtigt wurden, sind in diesem Sinne förderfähig.

 

Kosten für einen individuellen Sanierungsfahrplan

Bei Ausarbeitung eines individuellen Sanierungsfahrplans entstehen in der Regel höhere Kosten als bei einer regulären Energieberatung. Wenn du die obige Förderung für die Beratung voll ausschöpfst, musst du noch etwa 20 Prozent des Rechnungsbetrags aus eigener Tasche zahlen. Durchschnittlich liegt dieser Betrag bei etwa 200 bis 300 Euro.

Da der Nutzen eines iSFP die Kosten fast immer deutlich übersteigt, kommt dieses Geld durch die Einsparungen nach Umsetzung der Maßnahmen in der Regel wieder herein. Ziel des individuellen Sanierungsfahrplans ist nicht nur die bestmögliche energetische Sanierung, sondern auch eine optimale wirtschaftliche Lösung für dich zu finden.

 

In 6 Schritten zum Sanierungsfahrplan

Von der Planung bis zur Umsetzung: Mit folgenden 6 Schritten realisierst du deinen individuellen Sanierungsfahrplan und sparst wertvolle Energie:

1. Erste Beratung in Anspruch nehmen

Dieses Vor-Ort-Gespräch findet mit deinem Energieberater bei dir zuhause statt. Dieser berücksichtigt deine Erwartungen und Bedürfnisse für die Sanierung und auch weitere Aspekte wie etwa altersgerechte Umbauten bzw. Verbesserungen der Barrierefreiheit.

2. Energetischen Ist-Zustand erfassen

Durch die Analyse des energetischen Zustands erfährst du, wie es um die Energieeffizienz deines Gebäudes bestellt ist und wo es Verbesserungsbedarf gibt. Bei der Auswertung hilft die obige Farbskala.

3. Sanierungsvorschläge ermitteln

Nach Abschluss der Bestandsaufnahme erarbeitet dein Energieberater individuelle Vorschläge für Sanierungsmaßnahmen. Dabei können die Maßnahmen in bis zu 5 Schritte aufgeteilt werden, die jeweils maximal 5 Sanierungskomponenten enthalten. Auch die ideale zeitliche Abfolge und die zu erwartenden Kosten werden aufgeführt. Für die Umsetzung hast du bis zu 15 Jahre Zeit, um die Extra-Förderung (siehe Schritt 6) zu erhalten.

4. Maßnahmen abstimmen und festlegen

Du legst selbst fest, ob und welche Empfehlungen du in deinen iSFP aufnehmen lassen willst. Sobald du dich entschieden hast, erstellt der Energieberater deinen individuellen Sanierungsfahrplan.

5. Abschlussgespräch führen

Im Abschlussgespräch besprichst du mit dem Energieberater noch einmal die Ergebnisse des iSFP. Außerdem erhältst du die Dokumente „Mein Sanierungsfahrplan“ und „Umsetzungshilfe für meine Maßnahmen“.

6. Sanierung umsetzen

Jetzt kann es losgehen. Vor der Umsetzung von Maßnahmen aus dem iSFP ist der jeweilige Zuschussantrag bzw. Kreditantrag bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bzw. dem BAFA zu stellen. Nach korrekter Umsetzung der Maßnahme (was vom Energieberater bestätigt wird) bekommst du dann zusätzlich einen Extra-Zuschuss von 5 Prozentpunkten. Maßnahmen, die nicht im iSFP aufgeführt sind, werden hierbei allerdings nicht berücksichtigt. Welche Maßnahmen du letztlich umsetzt, bleibt dir überlassen.

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