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Passivhaus als Doppelhaus

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

11.10.2021

Letztes Update

06.05.2022

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Wie sinnvoll ist ein Passivhaus als Doppelhaus?

Ein Doppelhaus spart Kosten bei der Planung, Grundstücksgröße und beim Bau. Doch lassen sich diese Vorteile auch auf ein Passivhaus übertragen? Das erfährst du in diesem Beitrag.

Inhalt des Blogartikels

Passivhaus als Doppelhaus bauen: Darauf solltest du achten

Die Kriterien für die Einstufung als Passivhaus sind immer gleich – egal, ob das Gebäude als einzelnes freistehendes Haus oder als Doppelhaus ausgeführt wird. Eine wichtige Kennziffer ist der Heizenergiebedarf. Dieser darf bei einem Passivhaus 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr nicht überschreiten.

Luftdichte Bauweise

Das erreichst du durch eine luftdichte Bauweise mit Baustoffen und Bauelementen, die einen niedrigen Wärmedurchgangskoeffizienten besitzen. Sie lassen nur sehr wenig Wärme nach draußen verschwinden.

Ausreichende Dämmung

Hinzu kommt eine starke Passivhaus-Dämmung auf allen Außenwänden, der Bodenplatte bzw. Kellerdecke und im Dachraum. Den sehr geringen Heizwärmebedarf kannst du zum großen Teil durch die im Haus entstehende Wärme decken. Dazu zählt zum Beispiel Abwärme aus Geräten wie Spülmaschine, Waschmaschine, Trockner, PC und Fernseher. Außerdem produziert auch jede im Haus befindliche Person Wärme. Dabei handelt es sich zwar um geringe Wärmemengen, aber durch die Bauweise bleiben sie im Gebäude. Das spart Energie und trägt zu einer behaglichen Temperatur bei.

Nach Süden ausgerichtete Fenster

Eine weitere Wärmequelle ist die Sonne. Passivhäuser werden so gebaut, dass eine Wand mit großen Fenstern nach Süden ausgerichtet ist. Die Spezialfenster lassen die Sonnenwärme ins Haus, aber nicht wieder hinaus.

Umweltfreundliches Heizen mit Wärmepumpe und Co.

Für den Bedarfsfall an sehr kalten Tagen und eventuell zur Erzeugung von Warmwasser wird in der Regel eine Heizung vorgehalten. Das muss kein klassischer Heizkessel sein. Die Aufgabe kann auch ein Heizsystem auf Basis regenerativer Energieträger übernehmen. Infrage kommen zum Beispiel Holzkessel, Solarthermie, Wärmepumpen und eine Photovoltaikanlage oder eine Kombination mehrerer Systeme.

Effiziente Lüftungsanlage

Ganz wichtig für ein Passivhaus ist eine effiziente Lüftungsanlage. Die luftdichte Bauweise verhindert nicht nur ein Entweichen der Wärme aus dem Haus, sondern auch einen natürlichen Luftaustausch zwischen dem Innenbereich und der Umgebung. Die Lüftungsanlage versorgt die Hausbewohner mit frischer sauberer Luft und transportiert die verbrauchte Luft aus den Innenräumen nach draußen. Das sorgt für ein gesundes Raumklima und verhindert eine Schimmelbildung an den Wänden.

Der Wärmetauscher der Lüftungsanlage sorgt dafür, dass mit der Abluft keine Wärme aus dem Haus ins Freie gelangt. Zudem temperiert er mit der warmen Abluft die kühle Frischluft. Es gibt sogar Systeme, die auch die Feuchte aus der Abluft auf zu trockene Frischluft übertragen.

 

Gibt es diese Variante auch als Fertighaus?

Fertigungstechnisch ist das kein Problem. Fertighäuser bestehen zu einem hohen Anteil aus Holz und Holzwerkstoffen. Holz ist ein guter Wärmeisolator. Daher weisen Fertighäuser ohnehin gute Wärmedämmwerte auf. Mit ein wenig mehr Aufwand lässt sich die Wärmedämmung verstärken und ein noch geringerer Heizwärmebedarf erzielen. Diverse Hersteller bieten daher ihre Häuser in verschiedenen Standards bis hin zum Passivhausstandard an.

Die Schwierigkeit besteht eher darin, dass es sich beim Passivhausstandard um keine staatliche Norm handelt. Der Standard wurde von dem privaten Passivhaus Institut entwickelt. Die Zertifizierung eines Gebäudes als Passivhaus kostet Geld. Außerdem dürfen nur vom Passivhaus Institut vorgeschriebene Baustoffe und Bauelemente verwendet werden. Das treibt die Kosten, die der Hersteller auf seine Kunden umlegen muss. Deshalb bietet nicht jeder Hersteller Passivhäuser als Fertighäuser an. Doppelhäuser finden sich dagegen bei vielen Herstellern als Variante der Einzelhäuser im Sortiment.

 

Kosten für ein Doppelhaus in Passivhausbauweise

Wie immer beim Bau eines Hauses sind pauschale Aussagen über Kosten nicht möglich. Der konkrete Finanzierungsbedarf hängt immer auch von der gewünschten Ausstattung des zukünftigen Gebäudes ab. Außerdem gibt es gerade bei den Fertighausanbietern verschiedene Modelle, bei denen die zukünftigen Hausbesitzer mehr oder weniger umfangreiche Teile des Innenausbaus selbst erledigen.

Da Passivhäuser schon seit einigen Jahrzehnten gebaut werden, gibt es jedoch Erfahrungswerte. Demnach kannst du davon ausgehen, dass ein Passivhaus ca. 15 bis 30 Prozent teurer in der Errichtung ist als ein vergleichbares KfW-Effizienzhaus 70. Diese Relation gilt auch für vergleichbare Doppelhäuser.

 

Erhalte ich für ein Doppelhaus auch die doppelte Förderung?

Seit 2021 bündelt die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) die staatlichen Fördermaßnahmen für Immobilien. Die Fördermaßnahmen beziehen sich immer auf die Wohneinheit. Ein Einfamilienhaus zählt als eine einzelne Wohneinheit. Wenn das Einfamilienhaus eine getrennte Einliegerwohnung hat, handelt es sich um 2 Wohneinheiten, für die du jeweils eine eigene Förderung beantragen kannst. Das gilt das auch für ein Doppelhaus.

 

Können die beiden Passivhaushälften voneinander profitieren?

Da die beiden Haushälften eine gemeinsame Wand haben, müssen jeweils nur 3 Außenwände wärmegedämmt werden. Das spart Baukosten. Bei gleichen Grundrissen fallen auch die Planungskosten geringer aus.

Außerdem ist es eine Überlegung wert, bei den großen haustechnischen Einrichtungen nicht 2 getrennte, sondern jeweils eine gemeinsame Anlage zu installieren. Das betrifft Heizung, Lüftung und eventuell Solarthermie und/oder Photovoltaik. Oft ist eine größere Anlage in der Erstellung kostengünstiger als 2 kleine. Die Betriebskosten können ebenfalls günstiger ausfallen. Du solltest dir in der Planungsphase von Experten ausrechnen lassen, welche Variante günstiger ist.

 

Vor- und Nachteile einer Doppelhaushälfte in Passivhausbauweise

Doppelhaushälften haben gegenüber freistehenden Einfamilienhäusern sowohl Vor- als auch Nachteile:

Vorteile

Nachteile

  • geringere Baukosten durch gemeinsame Trennwand
  • kleineres Grundstück ist ausreichend
  • geringere Planungskosten durch gleichen Grundriss in den Doppelhaushälften
  • Grunderwerbs-, Planungs- und Notarkosten lassen sich teilen
  • insgesamt bis zu 25 Prozent geringere Baukosten
  • bei gemeinsamer Haustechnik (z. B. Lüftung) lassen sich die Wartungskosten teilen
  • gemeinsame Wand muss lärmgedämmt sein
  • sehr große Nähe zum Nachbarn
  • gemeinsame Angelegenheiten müssen vertraglich geregelt werden

 

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