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Anforderungen für ein Niedrigenergiehaus

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

06.02.2022

Letztes Update

06.02.2022

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Niedrigenergiehaus-Anforderungen: Diese Kriterien muss das Effizienzhaus erfüllen

Der Wunsch nach einem Niedrigenergiehaus wird aufgrund von steigenden Energiekosten immer größer. Wir verraten, welche Anforderungen dein Haus erfüllen muss.

Inhalt des Blogartikels

Was ist ein Niedrigenergiehaus?

Wie der Begriff schon verrät, ist ein Niedrigenergiehaus ein Gebäude, dessen Verbrauch an Energie sehr niedrig ist. Die Nachfrage ist groß – vor allem, weil die Kosten für Strom und Gas zunehmend steigen. Obwohl die Bezeichnung „Energiehaus“ für sich spricht, ist der Begriff eigentlich nicht klar definiert. Fakt ist jedoch: Der Energieverbrauch muss extrem niedrig sein, andernfalls ist es kein Niedrigenergiehaus.

Erreicht wird dies durch eine spezielle Dämmung des Daches und der Fassade und den Einsatz energieeffizienter Fenster und Türen, um den jährlichen Energieverbrauch so niedrig wie möglich zu halten. Kennzeichnend für ein Niedrigenergiehaus ist die effiziente Wärmedämmung der Außenwände, um keine Energie zu verschwenden. Von einem Niedrigenergiehaus ist vor allem dann die Rede, wenn der jährliche Energiebedarf für Heizung und Wärme deutlich unter 70 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter liegt.1

Niedrigenergiehäuser sind Häuser, die nach dem Vorbild des sogenannten Effizienzhauses der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) errichtet werden und sich durch den Energiestandard 55 auszeichnen. Laut KfW-Effizienzhaus 55 verbrauchen Niedrigenergiehäuser etwa 45 Prozent weniger Energie als gewöhnliche Häuser. Da sich die Anforderungen an die energetischen Standards regelmäßig verändern, können für künftige Effizienzhäuser ganz andere Richtlinien gelten. Festgehalten werden die Anforderungen in der sogenannten Energieeinsparverordnung (EnEV), die am 1.11.2020 durch das Gebäudeenergiegesetz ersetzt wurde.

Die jeweiligen Anforderungen an ein Niedrigenergiehaus fallen in jedem Bundesland unterschiedlich aus. So muss der Energiebedarf eines Niedrigenergiehauses in Schleswig-Holstein unter 20 Prozent liegen, während der Energieverlust weniger als 30 Prozent betragen muss.

Das Niedrigenergiehaus darfst du dabei jedoch nicht mit anderen nachhaltigen Häusern, wie zum Beispiel einem

verwechseln. Ähnlich wie ein Niedrigenergiehaus sind Energiesparhäuser und Passivhäuser prädestiniert, einen deutlich geringeren Energieverbrauch und den Einsatz mit alternativen Energien aufzuweisen. Im Gegensatz dazu ist die Energieerzeugung eines Plusenergiehauses sogar deutlich höher als der Energieverbrauch.

 

Welche Vor- und Nachteile hat ein Niedrigenergiehaus?

Ein Niedrigenergiehaus ist zwar deutlich teurer als ein herkömmliches Gebäude, da es nicht nur eine wesentlich bessere Wärmedämmung und effiziente Fenster und Türen aufweist – dafür ist es jedoch auch mit einer modernen Heizung (Wärmepumpe, Solarthermie) ausgestattet, um die Energiekosten möglichst niedrig zu halten. Beim Kauf des Hauses musst du einen zusätzlichen Kostenaufwand von bis zu 8 Prozent einplanen.

Zugegeben: Ein Niedrigenergiehaus ist zwar etwas teurer als ein Gebäude mit herkömmlicher Bauweise, jedoch bietet es aufgrund der dämmenden Eigenschaften und alternativen Energiegewinnung auch viele Vorteile. Einer der größten Pluspunkte ist sicherlich, dass sich die Wärmedämmung langfristig rechnet, indem Besitzer deutlich mehr Energie einsparen. Im Winter bleibt die Wärme im Haus, anstatt über undichte Fenster und Türen oder eine ungenügende Dämmung nach draußen zu gelangen. Im Sommer sind die Räume des Niedrigenergiehauses hingegen angenehm kühl.

Ist das Dach zum Beispiel mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, minderst du als Hausbesitzer sogar die Stromkosten. Nicht zu vergessen das angenehme Raumklima, das durch den Einsatz von speziellen Lüftungsanlagen entsteht.

 

Welche Anforderungen werden an ein Niedrigenergiehaus gestellt?

Damit sich ein Niedrigenergiehaus durch einen äußerst niedrigen Energieverbrauch auszeichnen kann, werden in der EnEV verschiedene Anforderungen gestellt, die es bei der Fertigstellung zu erfüllen gilt. Hier spielen neben der Wärmedämmung übrigens auch der Standort sowie die Form des Hauses eine große Rolle. So wird für den Bau eines Niedrigenergiehauses ein kleineres Grundstück benötigt, weil es die Räume in der Regel optimal ausnutzt, ohne dabei Energie zu verschwenden.

Auf die Einbeziehung von Erkern und Anbauten wird beim Bau eines Niedrigenergiehauses in der Regel verzichtet. Dies gilt übrigens auch für große Fenster, die nach Norden ausgerichtet sind. Die Nordseite gilt nämlich allgemein als Wetterseite, die vor allem im Winter recht kalt ist. Deshalb könnten große Fenster hier einen Wärmeverlust bedeuten. Nach Süden ausgerichtete Fenster fangen hingegen das Sonnenlicht ein und stellen eine natürliche Wärmequelle dar.

Ein weiterer Punkt, den die EnEV bei einem Niedrigenergiehaus voraussetzt, ist die bereits mehrfach erwähnte Dämmung, um die Heizenergie effektiv zu nutzen und zu vermeiden, dass die Wärme ungehindert nach außen entweicht. Die Wärmedämmung umfasst dabei nicht nur die Wände und das Dach, sondern auch die Türen und Fenster des Hauses. Wie bereits vorgenannt, sollte der jährliche Energieverbrauch pro Quadratmeter (und Jahr) dank Wärmedämmung zwischen 35 und 70 Kilowattstunden liegen. Für die Energieerzeugung kommen bei einem Niedrigenergiehaus eine Solaranlage, Wärmepumpe oder ein Blockheizkraftwerk infrage.

Des Weiteren zeichnet sich ein Niedrigenergiehaus durch ein spezielles Lüftungssystem mit einer sogenannten Wärmerückgewinnung aus. Wärmerückgewinnung heißt, dass überschüssige Feuchtigkeit, wie sie zum Beispiel verstärkt im Badezimmer oder in der Küche entsteht, abgeleitet wird, ohne dabei die Fenster zu öffnen. Gleichzeitig wird Frischluft zugeführt.

 

Altbau nutzen oder neues Niedrigenergiehaus bauen?

Die Planung eines neuen Niedrigenergiehauses hat den großen Vorteil, dass das Haus gemäß den Anforderungen der Energieeinsparverordnung gebaut wird. Nichtsdestotrotz lässt sich selbst ein Altbau zu einem Niedrigenergiehaus umrüsten. Hier kann sich zum Beispiel die Einbeziehung einer Energieberatung lohnen, um die Schwachstellen des Hauses aufzudecken und die Sanierung möglichst effizient und (vergleichsweise) kostengünstig zu gestalten.

Schwachstellen sind hier oft die Außenwände sowie alte Heizkessel, die in der Regel erneuert werden müssen. Die bereits angesprochenen Erker sowie nördlich ausgerichtete Fenster stellen bei Altbauten überdies ein Problem dar. Dennoch lässt sich mit der Sanierung eines Altbaus meist eine ebenso gute Wärmedämmung und eine Senkung des Energieverbrauchs erzielen.

 

Das Niedrigenergiehaus bringt langfristig viele Vorteile

Der Bau eines Niedrigenergiehauses ist zwar teurer als die Errichtung eines herkömmlichen Hauses, jedoch lässt sich mit dem Effizienzhaus langfristig deutlich mehr Energie sparen. Ausgestattet mit einer guten Wärmedämmung, effizienten Fenstern und Türen und einem gut isolierten Dach, lässt sich die Energie eines Niedrigenergiehauses wesentlich effektiver nutzen – vor allem durch die Einbeziehung einer modernen Lüftungsanlage. Selbst Altbauten lassen sich gemäß den Anforderungen eines Niedrigenergiehauses umrüsten, obgleich sie aufgrund von Erkern und/oder nördlich ausgerichteten Fenstern meist eine etwas schlechtere Energiebilanz haben.

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