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Nachhaltigkeitsmodelle im Vergleich

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

21.11.2021

Letztes Update

17.03.2022

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Nachhaltigkeitsmodelle im Vergleich

Im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit wird immer wieder von verschiedenen Nachhaltigkeitsmodellen gesprochen. Nachhaltigkeit basiert generell auf drei Hauptsäulen: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Wie genau die verschiedenen Nachhaltigkeitsmodelle aussehen, richtet sich nach den aktuellen Zielen. Wir stellen hier die wichtigsten Nachhaltigkeitsmodelle vor.

Inhalt des Blogartikels

Nachhaltigkeitsmodelle – wofür steht dieser Begriff?

Nachhaltiges Handeln vereint Naturschutz, eine gesunde Wirtschaft und eine funktionierende Gesellschaft miteinander. Neben der Ökologie spielen ökonomische und soziale Aspekte eine große Rolle. Ein Nachhaltigkeitsmodell stellt diese Konzepte auf übersichtliche Weise dar. Es gibt verschiedene Modelle, die sich mit den drei Hauptbereichen und Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales.

Welches Ziel haben die Modelle?

Die Modelle dienen dazu, die Nachhaltigkeit möglichst umfassend darzustellen. Welches Konzept die nachhaltigen Aspekte am besten kombiniert, lässt sich nicht pauschal sagen. Im Vordergrund geht es darum, die ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen zusammenzubringen. Im Kleinen heißt das: Du beachtest bei deinen Entscheidungen mehrere Faktoren wie den ökologischen Fußabdruck, die wirtschaftliche Situation und die soziale Umgebung.

 

Nachhaltigkeitsdreieck

Als Entwickler des Nachhaltigkeitsdreiecks wird häufig Professor Bernd Heins aus Oldenburg genannt, der dieses Modell 1994 vorstellte.

Das Nachhaltigkeitsdreieck führt die unterschiedlichen Aspekte aus den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales auf. Es hat einen ähnlichen Ansatz wie das ältere Drei-Säulen-Modell und zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht nur dem Umwelt- und Klimaschutz dient. Das Dreieck steht für die gleich starke Betonung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen. Die deutsche Regierung bestärkte dieses Konzept der Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2002. Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialpolitik haben damit die gleiche Gewichtung.

Bei den Vereinten Nationen setzt die Kommission für nachhaltige Entwicklung auf eine Erweiterung dieses Konzepts mit einer politischen Komponente. Durch Institutionen bzw. Partizipation sollen Entscheidungen und Strukturen die zukünftige Nachhaltigkeit verbessern.

 

Zauberscheiben der Nachhaltigkeit

Die Zauberscheiben der Nachhaltigkeit basieren auf einem Förderprojekt, das 1997 an der baden-württembergischen Landesanstalt für Umweltschutz durchgeführt wurde. Leiter des Projekts „Angewandte Ökologie“ war Professor Hans Diefenbacher.

Die Zauberscheiben stehen für die drei Komponenten Ökonomie, Ökologie und Soziales. Die drei Scheiben überschneiden sich und zeigen dadurch die gegenseitige Abhängigkeit der drei miteinander verbundenen Elemente. Teilweise entstehen Schnittmengen, denn nicht immer lässt sich eine klare Grenze ziehen. Bei den Teilzielen der Scheiben erkennst du einzelne Bereiche.

Die Scheibe „Umwelt“ beinhaltet beispielsweise diese Elemente:

  • Luft
  • Energie
  • Ressourcen
  • Abfall
  • Umweltschutz
  • Biodiversität.

Das Ziel des Zauberscheiben-Modells besteht darin, eine langfristig verträgliche Wirtschaft unter Berücksichtigung der ökologischen und sozialen Faktoren zu gewährleisten. Es gibt mehrere Ansätze, dieses Modell weiterzuentwickeln und einzelne Komponenten anzupassen. Dabei geht es unter anderem um Variationen bei der Gewichtung der Punkte.

 

Drei-Säulen-Modell

Das klassische Drei-Säulen-Modell hat seinen Ursprung im Jahr 1992. Es basiert auf einem Aktionsprogramm, das auf der ersten UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung ins Leben gerufen wurde. Vor allem im Wirtschaftsbereich ist es sehr verbreitet.

Die drei Säulen Wirtschaft, Soziales und Ökologie sind hier gleichrangig aufgeteilt. Dieses Prinzip beinhaltet die Erkenntnis, dass nur unter Beachtung der ökonomischen und sozialen Aspekte ein globaler Umweltschutz zu realisierbar ist. Dieses Konzept gilt sowohl auf globaler Ebene, als auch für ein politisches und unternehmerisches Umfeld.

Wirtschaftliche Erfolge, soziale Leistungen und Umweltschutz haben also die gleiche Gewichtung. Diese Ausgewogenheit zeigt sich auch in dem Triple Bottom Line-Modell. Andere Modelle, die mit Dreiecken arbeiten, stellen das Element der Nachhaltigkeit in die Mitte.

 

Pyramiden-Modell

Das Pyramiden-Modell, auch als Ein-Säulen-Modell oder Vorrang-Modell bezeichnet, hat sich im Jahr 2013 aus früheren Darstellungen des Nachhaltigkeitsdreiecks entwickelt. Diese Weiterentwicklung an der Hochschule Darmstadt sollte die natürlichen Obergrenzen besser darstellen. Gleichzeitig orientiert sich dieses Modell an der Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow. In diesem Sinne stellt das Pyramiden-Modell den Wunsch nach Wachstum differenziert dar.

Mit dem Fokus auf der Ökologie weist das Pyramiden-Modell darauf hin, dass die Natur als Grundlage für das Leben und damit auch für die Wirtschaft die Basis bildet. Damit hat der Umweltschutz bei der Pyramide die höchste Priorität. Hier zeigt sich der Unterschied zum Drei-Säulen-Modell, und darum ist die Pyramide auch als Ein-Säulen-Modell bekannt. Die menschlichen Bedürfnisse, die gesellschaftlichen und sozialen Aspekte findest du erst auf der nächsten Stufe der Pyramide. Die Ökonomie gilt als Bestandteil der Gesellschaft. Welche Elemente an der Spitze des Modells stehen, richtet sich nach dem jeweiligen Ziel und der Perspektive.

 

Integratives Nachhaltigkeitsmodell

Das integrative Modell steht im Widerspruch zu den klassischen Nachhaltigkeitsmodellen. Es steht für die Kritik an den früheren Konzepten der Nachhaltigkeit, die die Möglichkeiten nur unzureichend abbilden. Bei einem zukunftsfähigen Modell spielen auch die Wechselwirkungen der ökologischen, ökonomischen und sozialen Entwicklungen eine Rolle.

Die Integration der Nachhaltigkeit stellt dieses moderne Konzept durch Überschneidungen der drei Kreise dar. So entsteht eine Schnittmenge, die gleichzeitig auf die Abhängigkeit und enge Verbindung der drei Hauptsäulen hinweist. Diese Schnittmenge in der Mitte der drei Felder steht gleichzeitig für die Nachhaltigkeit selbst.

Das Konzept des integrativen Nachhaltigkeitsmodells stammt aus einer gemeinsamen Studie des Bundesumweltministeriums, des Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana-Universität in Lüneburg und Econsense und des Forums nachhaltige Entwicklung vom BDI.

Wirtschaftliche Aktivitäten wie der Bau von Wohnraum führen dazu, dass es weniger Grünflächen gibt. Einerseits kommen durch die Arbeitsplätze auf den Baustellen mehr Steuereinnahmen in die Stadtkasse, andererseits schaden die Neubauten der Umwelt. Vor solchen Entscheidungen sind die ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Folgen zu beachten. Ebenso wie bei den anderen Nachhaltigkeitsmodellen findet auch bei dem integrativen Modell eine Priorisierung statt. Die Entscheidung ist nicht immer einfach, doch mit einem Blick auf die wichtigen Dimensionen lässt sie sich gut nachvollziehen.

 

Welches Ziel verfolgen alle Nachhaltigkeitsmodelle und wieso sind sie für die Gesellschaft so relevant?

Die verschiedenen Modelle der Nachhaltigkeit dienen als Maßstab, an dem sich Unternehmen und Staaten orientieren. Auf ihrer Basis werden zukunftsfähige Leitlinien aufgestellt, die das nachhaltige Handeln fördern. Wenn du dich mit den Nachhaltigkeitsmodellen befasst, kannst du auch deine eigenen Entscheidungen daran ausrichten. So reduzierst du deinen ökologischen Fußabdruck und stärkst dein Bewusstsein für sozialverträgliches und wirtschaftliches Handeln.

Mit der nachhaltigen Entwicklung sollen Umwelt, soziale Gesellschaft und Wirtschaft in eine bessere Balance kommen. Ob diese drei Säulen gleich stark oder unterschiedlich gewichtet sind, richtet sich nach der aktuellen Lage und den grundlegenden Zielen. Hier gibt es gewisse Unterschiede bei den Modellen. Vor allem bei einem Zielkonflikt ist es nötig, Prioritäten anzupassen.

Die verschiedenen Facetten der Nachhaltigkeit und die Probleme bei der Umsetzung zeigen, wie schwierig es ist, ein ausgewogenes Modell zu erstellen und konsequent durchzusetzen. Im Laufe der Entwicklung wird immer wieder deutlich, dass grundlegende Veränderungen in der Gesellschaft sowie in der Wirtschaft nötig sind. Wie gut die Chancen für eine verbesserte Nachhaltigkeit sind, hängt von den Menschen ab – also auch von deinen Entscheidungen. Der Einsatz von erneuerbaren Energien, umweltbewusstes Handeln, ein freundlicher Umgang mit den Mitmenschen – die Nachhaltigkeitsmodelle für Unternehmer und Politiker lassen sich auch im Kleinen umsetzen.

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