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Nachhaltiges Bauen: So geht‘s

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

28.02.2021

Letztes Update

16.03.2022

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Nachhaltiges Bauen: So geht‘s

Durch nachhaltiges Bauen schonst du mit ökologischen Gebäuden die Umwelt und die natürlichen Ressourcen. So kann es gehen.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet eigentlich nachhaltiges Bauen?

Nachhaltiges Bauen bedeutet in erster Linie, die Planung und den Bau von Gebäuden so ökologisch wie möglich zu gestalten, um langfristig Energie zu sparen und alle Aspekte des Natur- und Umweltschutzes abzudecken. Der Einsatz von ökologischen Baustoffen und Bauprodukten spielt beim Bauen von effizienten Gebäuden und nachhaltiger Architektur eine große Rolle. Aufgrund des Klimawandels rückt das Thema Nachhaltigkeit immer mehr in den Mittelpunkt. Das Ziel ist es, die natürlichen Ressourcen unserer Umwelt zu schonen und den ökologischen Fußabdruck in Zukunft zu verkleinern.

Nachhaltiges Bauen sollte sich jedoch nicht nur auf die Planung und Nutzung von öffentlichen Gebäuden beziehen. Es ist auch für Privathaushalte relevant, sodass die Gesellschaft die vorhandenen Ressourcen unseres Planeten auch in Zukunft nutzen und den Energieverbrauch senken kann.

 

Welche Vorteile hat nachhaltiges Bauen?

Wenn du nachhaltig baust, hat das einige Vorteile – vor allem für unsere Umwelt, da du mit der Nutzung ökologischer Baustoffe viel Energie sparen kannst. Das schont wiederum Ressourcen. Nachhaltiges Bauen bedeutet nicht nur, auf ökologische Bauprodukte zurückzugreifen – es bedeutet vor allem, die 3 Aspekte des Nachhaltigkeitsdreiecks in die Planung und zukünftige Architektur einzubeziehen. Hierzu gehören ökologische, ökonomische und soziale Aspekte.

Das umfasst nicht nur die Auswahl von ökologischen Baumaterialien, sondern auch die Planung von Heizsystemen zur Einsparung von Energie. Der soziale Aspekt lässt sich beim nachhaltigen Bauen berücksichtigen, indem die an dem Bau beteiligten Personen gerecht bezahlt werden und unter optimalen Bedingungen arbeiten können. Gleichzeitig muss der Wohnraum bezahlbar sein.

Durch den Bau von nachhaltigen Gebäuden können private Bauherren, Investoren und Architekten gleichermaßen von diversen Vorteilen profitieren. Hierzu gehören:

  • bessere Bauqualität
  • höhere Planungssicherheit
  • mehr Lebensqualität und Komfort
  • geringerer Verbrauch von Energie, dadurch Senkung der Betriebs- und Stromkosten
  • Wertsteigerung von Gebäuden, dadurch weniger Leerstand, höhere Mieterträge und höherer Wiederverkaufswert
  • geringer Aufwand bei der Planung und Architektur
  • gezielte Entwicklung von Bauprodukten für nachhaltiges Bauen
  • Qualitätssicherung von ökologischen Baumaterialien unter Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes
  • Imagegewinn für Bauherren, Investoren und Architekten
  • Verkleinerung des ökologischen Fußabdrucks
  • mögliche Förderungen

Einige Menschen stehen der nachhaltigen Architektur, trotz der vielen Vorteile, noch etwas skeptisch gegenüber. Schließlich bringt das nachhaltige Bauen auch einen höheren Kostenaufwand mit sich. Das betrifft vor allem private Bauherren, die langfristig Energie im Haushalt sparen wollen. Doch es gibt Förderungen, die den finanziellen Aufwand reduzieren. Es kann sich lohnen, nachhaltig zu bauen. Seit Anfang 2021 gilt die sogenannte Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Damit fördert der Staat den Bau von nachhaltigen Gebäuden und die Nutzung von erneuerbaren Energien.

 

Bewertungssystem zur Optimierung von Gebäuden

Um den Bau von nachhaltigen Gebäuden mit ökologischen Baumaterialien besser klassifizieren zu können, hat die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. das sogenannte Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) ins Leben gerufen. Mit diesem Bewertungssystem soll der Bau von nachhaltigen Gebäuden „messbar“ gemacht werden, wobei es sich hier vorrangig um öffentliche Gebäude handelt, wie zum Beispiel:

  • Schulen,
  • Laborgebäude,
  • Außenanlagen und
  • Bürogebäude.

Bei der Bewertung bezieht die DGNB immer den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes ein, unter Berücksichtigung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte. Dadurch kann die Qualität von Objekten und Außenanlagen langfristig optimiert werden, was wiederum Ressourcen schont und der Umwelt zugutekommt.

 

Tipps für nachhaltiges Bauen

Nachhaltiges Bauen bezieht sich nicht nur auf den Neubau von Gebäuden, sondern auch auf die Gebäudesanierung. Nachhaltigkeit bedeutet, die Planung eines Hauses unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte durchzuführen. Nachfolgend stellen wir dir ein paar Tipps für das nachhaltige Bauen vor.

1. Nachhaltiges Bauen mit ökologischen Materialien

Die Auswahl der Materialien spielt beim nachhaltigen Bauen eine große Rolle. Hier sollten möglichst natürliche Bauprodukte zum Einsatz kommen, die nachhaltig hergestellt wurden und aus dem regionalen Anbau (beziehungsweise regionaler Produktion) sowie nachwachsenden Rohstoffen stammen.

Die Baumaterialien sollten zudem frei von Schadstoffen und möglichst recycelbar sein. Bei der Auswahl der Materialien lohnt sich auch ein Blick auf den Primär-Energie-Gehalt (PEG) von Bauprodukten. Er gibt an, wie viel Energie für die Produktion verbraucht wurde und zeigt, ob die Baustoffe wirklich nachhaltig sind oder nicht. Zu den besten ökologischen Baustoffen gehören zum Beispiel:

  • Holz
  • Bambus
  • Kalkstein
  • Granit
  • Schiefer
  • Reet
  • Lehm

Übrigens: Wenn du ein nachhaltiges Gebäude bauen möchtest, solltest du auch darauf achten, die umliegenden Flächen nicht unnötig zu versiegeln, sodass das Regenwasser ablaufen kann. Hier ist es besser, auf lockere und durchlässige Baustoffe, wie Natur- oder Rasengittersteine, zu setzen und natürliche Beete (mit Rindenmulch) anzulegen, anstatt sich einen Steingarten anzuschaffen.

2. Umweltfreundliche Heizung wählen

Nicht nur die Baustoffe sind beim nachhaltigen Bauen von großer Bedeutung – du solltest auch das Thema Heizung in deine Planung einbeziehen. Das spart Energie und schont zudem wertvolle Ressourcen. Besonders effizient sind:

3. Auf eine ökologische Dämmung setzen

Nachhaltiges Bauen bedeutet auch, die Gebäude mit einer ökologischen Dämmung auszustatten, um einerseits die Umwelt zu schonen und andererseits Energie zu sparen. Ökologische Baustoffe haben den großen Vorteil, dass sie für ein gesundes Raumklima sorgen und gleichzeitig Schimmel vorbeugen können. Ähnlich wie die ökologischen Baustoffe sollten auch die Dämmstoffe energiesparend hergestellt sein, sodass sie natürliche Ressourcen schonen und den ökologischen Fußabdruck minimieren können. Zu umweltfreundlichen Dämmstoffen gehören:

  • Schilf
  • Jute
  • Hanf
  • Holz
  • Zellulose

4. Nachhaltiges Bauen durch nachhaltige Architektur

Nachhaltiges Bauen fängt bereits bei der Planung an. Dabei sollten Bauherren und Architekten über verschiedene Aspekte nachdenken:

  • den Standort,
  • die Größe,
  • die Umgebung
  • die Inneneinrichtung
  • und die Gestaltung der Räume.

Ein nachhaltiges Gebäude solltest du grundsätzlich so gestalten, dass du den vorhandenen Platz auch tatsächlich nutzt. Das Gebäude sollte sich dabei ganz natürlich in die Umgebung einfügen. So kann das vorhandene Ökosystem, zu dem zum Beispiel Wälder, Parks, Wiesen und Felder gehören, vollständig erhalten bleiben. Viele Architekten setzen bei der Architektur von nachhaltigen Gebäuden Solarenergie, Sole-Wasser-Wärmepumpen und regionale Windkraftanlagen ein.

Doch es muss kein Neubau sein. Du kannst auch einzelne Bauelemente und Baustoffe durch nachhaltiges Baumaterial austauschen, um ein Bestandsgebäude nachhaltiger und umweltfreundlicher zu gestalten. Singapur gilt diesbezüglich als Vorbild einer modernen und nachhaltigen Architektur und gibt die Richtung vor, in die es in Zukunft gehen könnte (und sollte). Hier prägen begrünte Fassaden, Balkons und Dächer das Stadtbild, um:

  • das Abwassersystem bei starkem Regen zu entlasten,
  • den Feinstaub aus der Luft zu filtern,
  • zu einer besseren Dämmung beizutragen und
  • für eine optimale Raumtemperatur zu sorgen (Temperaturausgleich).

Fazit: Nachhaltiges Bauen liegt voll im Trend

Nachhaltiges Bauen wird immer bedeutsamer für unsere Zukunft, um den Energieverbrauch zu senken, Ressourcen zu schonen und den ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Die Verwendung von ökologischen Materialien und Dämmstoffen, wie zum Beispiel Lehm, Bambus, Holz, Schiefer, Jute, Hanf, Kalkstein, Schilf oder Zellulose, spielt bei dem Bau eine ebenso große Rolle wie der Einsatz von nachhaltigen Energien durch Pelletheizungen, Wärmepumpen oder Photovoltaik. Nachhaltiges Bauen schließt dabei auch von Bestandsbauten ein, wobei umliegende Grün- und Parkanlagen möglichst unangetastet bleiben sollten.

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