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Nachhaltige Landwirtschaft

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

18.04.2021

Letztes Update

16.03.2022

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Nachhaltige Landwirtschaft: Zum Schutz von Tier und Umwelt

Aufgrund des Rückgangs der Artenvielfalt und schwindender Ressourcen, gewinnt die nachhaltige Landwirtschaft immer mehr an Relevanz und Zuspruch.

Inhalt des Blogartikels

Was ist nachhaltige Landwirtschaft?

Die Umwelt mit Respekt zu behandeln und die natürlichen Ressourcen unserer Erde maßvoll zu nutzen, ist der Grundgedanke vieler Menschen, die sich auch in der Landwirtschaft mehr Nachhaltigkeit wünschen. Vielerorts ist jedoch das Gegenteil der Fall. Aufgrund der stetig steigenden Weltbevölkerung werden die Böden und Flächen von Landwirten häufiger konventionell als nachhaltig genutzt, um so viele Menschen wie möglich mit Lebensmitteln zu versorgen und Erträge kontinuierlich steigern zu können.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Landbau und der konventionellen Tierhaltung hat die nachhaltige Landwirtschaft das Ziel, sowohl umweltschonend als auch tiergerecht zu wirtschaften. Die landwirtschaftlichen Betriebe legen hierbei viel Wert auf eine nachhaltige Produktion. Indem sie vorrangig auf ökologische Maßnahmen setzen, wollen sie die knappen Ressourcen schützen und die Artenvielfalt erhalten.

 

Warum wird Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft immer wichtiger?

Die Intensivierung der Landwirtschaft und der zumeist einseitige Landbau haben in den letzten Jahren zunehmend zu einer Auswaschung der Böden beigetragen. Dies macht sich nicht nur durch eine Nährstoffarmut bemerkbar. Damit die Pflanzen auf den bewirtschafteten Flächen wachsen können, wird häufig mit Düngern und Pestiziden gearbeitet. Der Einsatz von synthetischen Düngern kann wiederum zur Umweltverschmutzung beitragen. Wenn beispielsweise Schadstoffe in das Abwasser und die Gewässer gelangen, kann das auch negative Auswirkungen auf deine Gesundheit haben.

Viele Experten sehen zwischen dem Klimawandel und der konventionellen Landwirtschaft einen engen Zusammenhang – vor allem, wenn die Tierhaltung ebenso konventionell ist und den Einsatz von Antibiotika und künstlich hergestellten Futtermitteln erlaubt. Massentier- und Käfighaltungen sind noch immer verbreitet und sorgen für umweltbelastende CO2-Emissionen.

Außerdem machen längere Dürreperioden der Landwirtschaft schwer zu schaffen, was wiederum eine verstärkte Bewässerung notwendig macht. In einigen Regionen regnet es hingegen so stark, dass Teile der Ernte zerstört werden, da die Böden das Wasser nicht so schnell aufnehmen können. Im Gegensatz zur herkömmlichen Landwirtschaft schützt die ökologische Landwirtschaft nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Gewässer, weil sie natürliche Dünger einsetzen und umwelt- und ressourcenschonend arbeiten. Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft ist deshalb besonders wichtig und die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten steigt.

 

Nachhaltige Landwirtschaft in der Praxis

Vorbild einer nachhaltigen Landwirtschaft ist ein biologischer Kreislauf aus Tierhaltung und Landbau, der die Ressourcen des jeweiligen ökologischen Betriebes perfekt ausnutzt. Sie findet beispielsweise in den folgenden Bereichen Anwendung:

Gerechte Tierhaltung

Anstelle einer Massentierhaltung sollte bei einer nachhaltigen Landwirtschaft die Tierhaltung nur aus wenigen Tieren bestehen. Durch den Anbau von eigenen Futtermitteln können die Tiere genügend Nahrung finden. Die Gülle, die die Tiere produzieren, kann wiederum als organischer Dünger für die Felder genutzt werden.

Natürliche Düngung und Pestizide

Statt Pestizide und synthetische Dünger zu verwenden, setzen Landwirte in der nachhaltigen Landwirtschaft auf die Wirkung von bestimmten Pflanzen oder Gemüsesorten, die Schädlinge auf natürliche Weise fernhalten. Auch die zuvor erwähnte Gülle kann als natürliches Düngemittel verwendet werden.

Schutz von Böden

Auch ist die Fruchtfolge in der nachhaltigen Landwirtschaft deutlich abwechslungsreicher als im konventionellen Landbau, um die Böden nicht unnötig auszulaugen und deren Fruchtbarkeit zu erhalten. Der Boden profitiert somit von einer verringerten Erosion.

Schutz der Artenvielfalt

Um die Artenvielfalt zu steigern, setzt die ökologische Landwirtschaft verstärkt auf Wildpflanzen. Sie wachsen am Ackerrand, um nützliche Tiere, wie zum Beispiel Bienen, anzulocken. Bislang werden nur etwa 10 Prozent aller Anbauflächen für die nachhaltige Landwirtschaft genutzt – bis 2030 sollen es laut Bundesregierung etwa 20 Prozent sein.

Die Umstellung von der konventionellen zur ökologischen Landwirtschaft wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über das Bundesprogramm „Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)“ gefördert – mit dem Ziel, Landwirten den Einstieg in die biologische Landwirtschaft zu erleichtern.

 

Vorteile von nachhaltiger Landwirtschaft

Eine nachhaltige Landwirtschaft kann viele Vorteile haben – nicht nur für die Umwelt und das Klima, sondern auch für dich als Verbraucher. Der Verzicht auf künstliche Düngemittel oder Gentechnik trägt beispielsweise zum Schutz unserer Gewässer aber auch deiner Gesundheit bei. Einige der größten Vorteile der ökologischen Landwirtschaft sind:

  • Erzeugung von humusreichen Böden durch Zwischensaaten im Herbst und Winter,
  • Verringerung von Bodenerosion und verbesserte Speicherkapazität,
  • gesteigerte Fruchtbarkeit der Böden,
  • mehrere Kulturarten und Zwischenfrüchte,
  • natürliche Dünger (Kuhdung, Senfsaaten),
  • Schonung der natürlichen Ressourcen (zum Beispiel Wasser),
  • Anbau von Mischkulturen und älteren Pflanzenarten,
  • regionaler Anbau und regionaler Verkauf der Produkte,
  • Schaffung von langfristigen Arbeitsplätzen und faire Bezahlung sowie
  • Verzicht oder stark eingeschränkte Nutzung von fossilen Brennstoffen.

Indem die Böden nachhaltig bewirtschaftet werden, bleiben sie auch für zukünftige Generationen bewahrt werden. Natürliche Lebensräume können erhalten bleiben und die Artenvielfalt wird fördert.

 

Kann nachhaltige Landwirtschaft die Ernährung sichern?

Die Umwelt profitiert in vielerlei Hinsicht von nachhaltiger Landwirtschaft. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Ernährung in Zukunft allein durch den ökologischen Landbau gesichert werden kann. Forscher rechnen damit, dass die Bevölkerung bis 2050 auf etwa 10 Milliarden Menschen  anwächst, weshalb wir zukünftig noch mehr Lebensmittel anbauen müssen, um den steigenden Bedarf an Nahrung decken zu können.

Forschern zufolge soll dies durchaus möglich sein – vorausgesetzt, dass wir unseren täglichen Konsum überdenken. Dies bedeutet nicht nur, dass du weniger Lebensmittel in den Müll werfen solltest, sondern bestenfalls auch deinen Fleischkonsum reduzieren solltest. Denn: durch den steigenden Fleischkonsum werden weltweit riesige Anbauflächen benötigt, die allein für den Anbau von Futtermitteln verwendet werden. Große Regenwaldflächen werden gerodet, um die Flächen für den Anbau von Soja für die Tierfutter-Herstellung zu nutzen.

 

Nachhaltig erzeugte Produkte erkennen

Dank verschiedener Öko-Siegel kannst du beim Einkaufen relativ leicht erkennen, welche Produkte tatsächlich durch nachhaltige Landwirtschaft erzeugt wurden. Für deinen nachhaltigen Konsum kannst du dich zum Beispiel an diesen Siegeln orientieren:

  • Bio-Siegel
  • Demeter
  • Bioland
  • Naturland

Solltest du den Wunsch haben, tatsächlich nachhaltig einzukaufen, dann solltest du zusätzlich möglichst auf regionale und saisonale Produkte zurückgreifen sowie auf nachhaltige Verpackungen achten.

 

Nachhaltige Landwirtschaft kann zum Umweltschutz beitragen

Wenn es um Umweltschutz und Nachhaltigkeit geht, hat die ökologische Landwirtschaft im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft viele Vorteile. Sie verzichtet nicht nur auf den Einsatz von Pestiziden und Gentechnik, sondern schont auch die natürlichen Ressourcen. Sie nutzt den natürlichen Kreislauf eines Betriebes, indem die Tiere mit selbst angebautem Futter versorgt werden, während die Gülle als Dünger dient. Bei der nachhaltigen Landwirtschaft kann von natürlicher Schädlingsbekämpfung profitiert werden und die bedrohte Artenvielfalt kann sich erholen. Durch die Unterstützung nachhaltiger Landwirtschaftsbetriebe kannst du einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

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