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Nachhaltige Ernährung: So klappt es

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

21.02.2021

Letztes Update

15.03.2022

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Nachhaltige Ernährung zum Schutz des Klimas?

Die Ernährung hat nicht nur einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden, sondern auch auf die Umwelt. Ist eine nachhaltige Ernährung besser? Wir klären auf.

Inhalt des Blogartikel

Wie ist deine Ernährung: Nachhaltig oder nicht?

Jeder muss Lebensmittel kaufen. Allerdings machen sich die wenigsten Menschen Gedanken darüber, ob ihre Auswahl an Obst, Gemüse, Fleisch etc. einen Einfluss auf das Klima haben könnte. Das Angebot in den Supermärkten ist riesig: Wir können das ganze Jahr über Obst und Gemüse, das in fernen Ländern angebaut und mit Schiffen und Flugzeugen importiert wird, kaufen. Das Angebot an Bananen, Kiwis, Erdbeeren und Paprika ist somit auch im Winter vorhanden, sodass du auf deine geliebten Lebensmittel nicht verzichten musst und deinen Ernährungsstil beibehalten kannst.

Oft ist beim Thema Nachhaltigkeit und Klimawandel vom CO2-Ausstoß (CO2: Kohlenstoffdioxid) durch Flugzeuge, Autos und Kreuzfahrtschiffe die Rede – über die Lebensmittelindustrie spricht allerdings kaum jemand. Dabei fängt der Schutz des Klimas auf unseren Tellern an, indem wir genau abwägen sollten, welche Lebensmittel wir (wann) kaufen und welche nicht. Wir verbrauchen beispielsweise 10-mal mehr CO2, wenn wir im Winter Erdbeeren kaufen, anstatt sie im Sommer aus regionaler Ernte zu essen.

Fakt ist: Viele Lebensmittel reisen um die halbe Welt, ehe sie auf unseren Tellern landen. Das ist schädlich für das Klima. Besonders deutlich wird die CO2-Bilanz beim Thema Fleisch: Rindfleisch soll zum Beispiel eine der schlechtesten CO2-Bilanzen haben, da 1 Kilogramm Fleisch mit der 6-fachen Menge an pflanzlichem Eiweiß gleichgesetzt werden kann, das verfüttert werden muss. So soll 1 Kilogramm Rindfleisch etwa 13 Kilogramm CO2 freisetzen.

Das Eiweiß, das an die Tiere verfüttert wird, stammt meist von Sojabohnen aus Südamerika, die auf den gerodeten Flächen riesiger Regenwälder angebaut werden. Um den steigenden Bedarf an Fleisch überhaupt decken zu können, werden die Rodungen unentwegt fortgesetzt. Dies hat jedoch einen höheren CO2-Ausstoß zur Folge, da die Regenwälder eine riesige Menge des schädlichen Treibhausgases binden können (ungefähr 6-mal mehr CO2 als unsere heimischen Wälder).

Treibhausgase setzen aber auch direkt die Rinder frei, die aufgrund der steigenden Nachfrage von Fleisch oft in Massentierhaltung gehalten werden. Laut einer Statistik sollen knapp 64 Prozent der Treibhausgasemissionen, die zum Beispiel durch den Verdauungsprozess der Kühe und die Düngung entstehen, aus der Landwirtschaft stammen.

Umso wichtiger ist es, das Angebot an Lebensmitteln etwas nachhaltiger zu gestalten und die eigene Ernährungsweise zu überdenken, um den CO2-Ausstoß zu senken.

 

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Wenn es um die Reduzierung von Treibhausgasen geht, taucht oft das Thema Nachhaltigkeit auf. Doch: Was bedeutet es eigentlich, nachhaltig zu essen und das Leben etwas nachhaltiger zu gestalten? 

Nachhaltigkeit bedeutet, die Ressourcen unserer Erde zu schonen, damit sie auch für die nachfolgenden Generationen zur Verfügung stehen. Wenn du zum Beispiel ökologisch, regional und saisonal einkaufst, kannst du bereits einen großen Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten. Lange Transportwege und der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln sollten ebenso vermieden werden wie eine Überdüngung der Böden, was sich wiederum positiv auf die Klimabilanz auswirken kann.

So könnte der Ausstoß von Treibhausgasen bei einer vegetarischen Ernährung um etwa 26 Prozent sinken – bei einer veganen Ernährung sollen es sogar 37 Prozent sein. Eine auf Pflanzen basierte Ernährung hätte weitere Vorteile. Mit dem Getreide, das zum Beispiel zur Tierfütterung dient, könnten viele Menschen ernährt werden. Daneben würde der Anbau von pflanzlichen Lebensmitteln viel weniger Energie und Wasser kosten. Im Vergleich: Für den Anbau von 1 Kilogramm Kartoffeln werden ungefähr 100 Liter Wasser benötigt. Für 1 Kilogramm Rindfleisch sollen es hingegen 15.000 Liter sein.

 

Wie kann eine nachhaltige Ernährung aussehen?

Es gibt viele Möglichkeiten, um sich nachhaltig zu ernähren, das Thema Nachhaltigkeit etwas mehr in seinen Alltag zu integrieren und damit auch etwas für seine Gesundheit zu tun. Nachfolgend zeigen wir dir einige Möglichkeiten, wie du deine Ernährungsweise nachhaltiger gestalten und somit die CO2-Bilanz verbessern kannst.

1. Pflanzliche Ernährung statt Fleisch

Es lohnt sich, seinen Ernährungsstil auf pflanzliche Kost umzustellen, um den ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Es gibt mittlerweile viele Anbieter, die sojabasierte Produkte verkaufen, die ähnlich wie Fleisch schmecken. Die Sojabohnen werden dabei nicht in Südamerika, sondern zum Beispiel in Österreich angebaut – das bedeutet kürzere Transportwege und eine bessere CO2-Bilanz.

2. Regionale und saisonale Produkte einkaufen

Um den Ausstoß von Treibhausgasen infolge von langen Transportwegen zu verringern, solltest du regionale Produkte kaufen, die quasi vor der eigenen Haustür angebaut werden. Somit tust du nicht nur etwas für die Umwelt, sondern stärkst auch den heimischen Bauern den Rücken. Nachhaltige Ernährung bedeutet zudem, saisonale Produkte zu kaufen und nicht die Lieblingsprodukte das ganze Jahr über zu beziehen.

Achte bei deiner Ernährungsweise darauf, dass du dein Essen am besten mit frischen Lebensmitteln zubereitest, anstatt auf Fertigprodukte zurückzugreifen. Das macht nicht nur Spaß, sondern schont auch die Umwelt, da die Herstellung von Fertigprodukten große Mengen an Energie verschlingt. Ein weiterer positiver Effekt: Deine Gesundheit wird es dir ebenfalls danken.

Übrigens: Indem du die Lebensmittelabfälle reduzierst oder ganz vermeidest, kannst du außerdem Ressourcen schonen.

3. Beim Einkauf auf Bioqualität achten

Anstatt Lebensmittel aus konventionellem Anbau zu kaufen, solltest du lieber auf biologische Produkte setzen. Sie werden mit biologischen Siegeln gekennzeichnet, um die Auswahl zu erleichtern. Der Kauf von biologisch erzeugten Produkten hat den Vorteil, dass man auf Pestizide und konventionelle Düngemittel verzichtet. Werden sie nämlich zum falschen Zeitpunkt oder in einer hohen Konzentration eingesetzt, können sie in das Grundwasser gelangen. Ein Teil des Düngers kann wiederum in Form von Lachgas freigesetzt werden, was zu einem stärkeren Ausstoß von Treibhausgasen beitragen kann.

Bei den meisten Bio-Siegeln, wie zum Beispiel das EU-Bio-Siegel, Demeter, Naturland und Bioland, handelt es sich um geschützte Begriffe. Im Gegensatz zu Demeter, Naturland und Bioland betrachten viele Menschen das EU-Bio-Siegel etwas kritisch, weil es hier sehr viele Unstimmigkeiten gibt.

Das Siegel Demeter hat diesbezüglich die strengsten Auflagen, da es sich hier um eine biodynamische Landwirtschaft handelt, deren Nachhaltigkeitsaspekte weit über das herkömmliche EU-Bio-Siegel hinausgehen.

4. Auf Verpackungen verzichten und auf Mehrweg setzen

Wer sich nachhaltig ernähren möchte, sollte (wenn möglich) auf unverpackte Produkte zurückgreifen. In den Supermärkten gibt es bereits viele Produkte, die du ohne Verpackung kaufen kannst. Alternativ kannst du die Produkte direkt beim Bauern, auf Wochenmärkten oder in „Unverpackt-Läden“ kaufen. Verpackungen aus Plastik verbrauchen in der Herstellung viel Energie und erzeugen außerdem sehr viel Abfall.

Dasselbe gilt übrigens für Getränkeverpackungen. Mehrwegflaschen aus Glas haben gegenüber Einwegflaschen aus Plastik eindeutig die Nase vorn. So werden für die Herstellung von Plastikflaschen 438.000 Tonnen Rohöl sowie Erdgaskondensate (jährlich) verbraucht. Diese Menge würde allerdings ausreichen, um 356.000 Einfamilienhäuser 365 Tage im Jahr zu beheizen.

5. Fischverzicht oder Aquakultur?

Aufgrund der Überfischung der Weltmeere und der Tatsache, dass die Fische mit Quecksilber und Mikroplastik belastet sind, kaufen viele Menschen ihren Fisch aus Aquakultur. Allerdings stehen Aquakulturen zunehmend in der Kritik, weil die Farmen natürliche Lebensräume (Mangrovenwälder) zerstören, viel Energie verbrauchen und das Abwasser verschmutzen. Für die Fütterung der Tiere verwendet man beispielsweise Fischmehl, Soja und Raps, was zu einer Überfischung und den bevorzugten Anbau von Monokulturen beitragen kann.

 

Nachhaltige Ernährung: Mammutaufgabe oder ganz leicht?

Auf dem Papier erscheint eine nachhaltige Ernährungsweise ganz leicht, jedoch tun sich Industrie und Konsumenten gleichermaßen schwer. In erster Linie sind die Hersteller in der Verantwortung, zum Wohl der Umwelt ihre Lebensmittel nachhaltiger zu produzieren, weniger Verpackungsmüll einzusetzen und Energie zu sparen. Aber auch jeder einzelne Bürger kann zu mehr Nachhaltigkeit beitragen, zum Beispiel durch den bewussten Kauf von unverpackten, regionalen und saisonalen Lebensmitteln und eine pflanzliche Ernährung.

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