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Nachhaltig sanieren: So geht’s

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

02.09.2022

Letztes Update

02.09.2022

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Ein altes Haus nachhaltig zu sanieren, ist im Vergleich zum Neubau meist ressourcenschonender. Es kann auch deutlich günstiger sein, ökologisch und nachhaltig zu sanieren.

Inhalt des Blogartikels

Was genau bedeutet nachhaltig sanieren?

Der Begriff der Nachhaltigkeit findet sich mittlerweile überall – schon beim Einkaufen begegnet er uns. Beim nachhaltigen Sanieren geht es darum, weniger Ressourcen zu verbrauchen und Vorhandenes besser zu nutzen, statt es vorschnell zu entsorgen.

Im Vergleich zum Neubau ist eine Altbausanierung fast immer nachhaltiger, sofern sich der Aufwand in vertretbaren Grenzen hält. Für Hauskäufer ist es außerdem meist günstiger, ein vorhandenes Haus zu sanieren, statt ein unbebautes Grundstück mit einem teuren Neubau auszustatten.

Per Definition gilt eine Sanierung als nachhaltig, wenn die Summe der Sanierungsmaßnahmen insgesamt zu einer Verringerung des Ressourcenverbrauchs eines Gebäudes führt. Dabei geht es nicht nur um den Ressourcenverbrauch bei der Nutzung des Gebäudes (bei Privathäusern also vor allem Heizbedarf, Strom- und Wasserverbrauch), sondern auch um die Materialien, die du zur Herstellung bzw. Sanierung benötigst.

Wo liegt der Unterschied zur energetischen Sanierung?

Bei der energetischen Sanierung geht es vor allem darum, den Energieverbrauch eines Gebäudes zu senken. Dies ist beispielsweise durch die Verbesserung der Gebäudedämmung an der Fassade, am Dach sowie an Fenstern und Türen möglich. Auch die Modernisierung der Heizung oder der Einbau einer Solaranlage zählen dazu.

Eine energetische Sanierung ist aber nicht automatisch ökologisch und nachhaltig, da es auch hier auf den Ressourcenverbrauch sowie die Art der verwendeten Dämmstoffe, Energiequellen etc. ankommt. Installierst du beispielsweise eine Photovoltaikanlage, obwohl sich die Dachfläche eigentlich nicht dafür eignet, rechtfertigt der Ertrag den Aufwand nicht.

Außerdem spielt die Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Gerade hier kann es zu Zielkonflikten zwischen ökologischer, nachhaltiger Sanierung und den ökonomischen Zwängen kommen. Allerdings gibt es auch viele Maßnahmen, mit denen du nachhaltig sanieren kannst, ohne dabei viel Geld auszugeben. So ist es beispielsweise oft möglich, alte Fenster zu recyceln, statt neue einzusetzen. Dies kann auch im Hinblick auf Anforderungen des Denkmalschutzes bei der Sanierung sinnvoll sein. Wenn dein Altbau unter diese Vorschriften fällt, kostet die gesamte Sanierung mehr Zeit und Geld.

 

Die Vorteile der nachhaltigen Sanierung

Wenn du nachhaltig sanierst und vorhandene Ressourcen nutzt, reduzierst du den Energieverbrauch deines Gebäudes und sparst langfristig Geld. Bereits kleine Maßnahmen bewirken häufig viel. Zudem kannst du so das ursprüngliche Ambiente und den Charme des Altbaus erhalten. Gleichzeitig ist die ökologische Sanierung gut für Umwelt sowie Klimaschutz und führt zu einer Wertsteigerung der Immobilie.

 

Tipps für die Planung und Durchführung

Wie sieht nachhaltiges Sanieren im Altbau konkret aus? Natürlich hängt es davon ab, in welchem Zustand sich das Gebäude insgesamt befindet. Es gibt die reine Renovierung, bei der es vor allem um die Verbesserung der Optik geht, die Modernisierung, bei der die Verbesserung des Wohnkomforts und der Energieeffizienz im Fokus steht, sowie die Sanierung, bei der ein ursprünglicher Zustand des Gebäudes in Funktion und/oder Aussehen wiederhergestellt werden soll. Damit das alles nachhaltig abläuft, sind im Altbau folgende Regeln zu beachten:

  • Altbaugerecht arbeiten: Die vorhandene Konstruktion sollte möglichst wenig verändert werden. Außerdem dürfen durch die Maßnahmen keine zusätzlichen Schäden an der ursprünglichen Bausubstanz entstehen.
  • Wiederverwendung vorhandener Bauteile prüfen: Alles, was am Ende erhalten werden soll, solltest du während der Baumaßnahmen vor Beschädigungen schützen. Das senkt etwaige Kosten für die Restaurierung. Teile, die sich wiederverwenden lassen, können nachhaltig aufbereitet werden. Dieser Punkt ist insbesondere zur Erhaltung historischer Bausubstanz wichtig.
  • Nachhaltige Baustoffe nutzen: Bei neuen Bauteilen solltest du darauf achten, möglichst nachhaltige, endbehandelte und ökologische Baustoffe zu verwenden. So ist die Verwendung von Lehm bei älteren Gebäuden oft sinnvoll, um das Gebäudeklima auf natürliche Weise zu regulieren. Berücksichtige die Ökobilanz der genutzten Materialien und Maßnahmen.
  • Elektrik und Leitungen gut planen: Bei der Planung solltest du alle elektrischen Leitungen und Rohrsysteme berücksichtigen. Neue Installationen sind sinnvoll an die vorhandene Konstruktion anzupassen.
  • Ökonomie nicht vergessen: Plane auch die Finanzierung gut, denn am Ende muss alles auch bezahlbar sein.

Maßnahmen, mit denen du dein Haus nachhaltig sanieren kannst

Zu den Maßnahmen, mit denen sich ein Altbau nachhaltig sanieren lässt, gehört die Verbesserung der Gebäudedämmung. Schon die Erneuerung von Dichtungen an Türen und Fenstern senkt bereits den Verbrauch an Energie, ohne dass du gleich alles komplett neu machen musst.

Obwohl die Verlegung von Holzböden in der Regel teurer ist als die bequeme Lösung mit Laminat, zahlt auch sie sich langfristig aus und ist nachhaltig. Echtes Holz lässt sich häufig über Jahrzehnte hinweg nutzen und bei Bedarf mehrmals aufbereiten.

In den meisten alten Gebäuden sind Heizungssystem, Rohrleitungen und die elektrische Installation nicht mehr auf dem neuesten Stand. Durch den Austausch der Heizung kannst du nicht nur Energie sparen, sondern eventuell auch erneuerbare Energien nutzen (zum Beispiel durch den Einbau einer Wärmepumpe). Eventuell lohnt sich zudem die Installation einer Fußbodenheizung, um das Gebäude effizienter zu heizen.

Sind die alten Rohre noch verwendbar, sollten sie auf jeden Fall mit einer geeigneten Dämmung ummantelt werden. Gerade im Altbau geht viel Energie über ungedämmte Leitungssysteme verloren.

Im Sinne einer nachhaltigen und ökologischen Lebensweise solltest du auch dein Grundstück möglichst grün gestalten, um etwas für das Mikroklima zu tun und der Versiegelung von Flächen entgegenzuwirken. Einige setzen ihren Traum vom „Haus im Grünen“ am Ende mit einer betonierten Auffahrt und Steingärten um, die kaum noch Raum für natürliches Grün lassen.

Auch im Inneren des Hauses ist eine nachhaltige Sanierung wichtig. Gibt es Probleme mit feuchten Wänden, droht Schimmelbildung. Du solltest solche Probleme möglichst frühzeitig identifizieren und im Zuge der Sanierung gleich beheben, da nachträgliche Arbeiten sehr aufwändig sein können.

Um Komplikationen zu vermeiden, kannst du beispielsweise neu anzulegende Zwischenwände in Trockenbauweise errichten. Das ist insgesamt günstiger und nachhaltiger, zumal sich auch später wieder Änderungen umsetzen lassen, ohne die Bausubstanz zu beeinträchtigen.

 

Fazit: Nachhaltig sanieren ist beim Altbau eine Selbstverständlichkeit

Wer einen Altbau saniert, denkt im Prinzip ohnehin schon nachhaltig. Wichtig ist eine gute Planung, bevor du Maßnahmen zur ökologischen und nachhaltigen Sanierung umsetzt. Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit dürfen weder bei den Baumaßnahmen noch bei der späteren Nutzung vernachlässigt werden. Viele Verbesserungen lassen sich bereits mit wenig Aufwand realisieren und bieten optisch wie technisch sogar Vorteile im Vergleich zur Verwendung neuer Bauteile.

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