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Modernisierung des Hauses: Tipps und Kosten

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

08.03.2022

Letztes Update

17.03.2022

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Die Modernisierung von Häusern bzw. energetische Sanierung von Altbauten ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Erfahre hier, wie du dein Haus modernisierst kannst.

Inhalt des Blogartikels

Wann sollte ich mein Haus modernisieren?

Das ist eine individuelle Entscheidung, zumal eine Modernisierung immer mit Kosten und Arbeit verbunden ist. Es gibt aber Anzeichen, die dir zeigen, dass du die Modernisierung deines Hauses nicht länger aufschieben solltest.

Dazu zählen brüchige, kaputte oder fehlende Dachziegel, Außenwände und Decken mit unzureichender Dämmung, überhitzte Dachräume im Sommer, alte Fenster und Türen (über 25 Jahre) oder Heizungen (über 15 Jahre) und undichte Fenster oder Zugluft im Zimmer. Eine Modernisierung des Gebäudes solltest du auch in Betracht ziehen, wenn einzelne oder mehrere Räume nicht richtig warm werden, Kälte vom Erdgeschoss in die oberen Etagen zieht oder dein Energieverbrauch hoch ist.

Wenn du dein Haus modernisierst, steigerst du nicht nur deinen Wohnkomfort und den Wert deiner Immobilie, sondern sparst zusätzlich viel Energie und somit auch Schadstoffe ein. Angesichts der hohen Energiekosten ist die Modernisierung des Hauses also eine gute Möglichkeit, die Haushaltskasse langfristig zu entlasten.

Renovierung, Sanierung, Modernisierung: Was sind die Unterschiede?

Geht es um Arbeiten am oder im Haus, fallen häufig die Begriffe Renovierung und Modernisierung. Nicht selten sind jedoch Sanierungsarbeiten gemeint.

Wenn du dein Haus durch einen neuen Außenanstrich optisch verschönerst, neue Böden verlegst oder Wände tapezierst, handelt es sich beispielsweise um Renovierungsarbeiten – also Maßnahmen, die nicht unbedingt erforderlich sind.

Bereitest du hingegen deine alten, rissigen Fensterrahmen durch Abschleifen und neues Lasieren auf, um die Schäden zu beseitigen, dann modernisierst du dein Haus.

Das gilt auch, wenn du dein Eigenheim auf den aktuellen baulichen oder technischen Stand bringst. So hast du zum Beispiel die Möglichkeit, den alten Gaskessel durch eine moderne Gasheizung oder den Kohle- oder Öleinzelofen durch eine Zentralheizung auszutauschen, eine Lüftungsanlage zu installieren oder die Fassade dämmen zu lassen.

Die Modernisierung kann durchaus auch Teil einer Sanierung sein. Die Übergänge sind hier fließend.

Ziel einer Sanierung ist es, sämtliche Mängel zu beseitigen und das Gebäude wieder instand zu setzen. Dazu zählen Maßnahmen wie Reparaturen an Dach und Fassade, Schimmelbeseitigung oder das Trockenlegen feuchter Wände und Kellerräume. Bei der energetischen Sanierung an deinem Gebäude führst du vorrangig bauliche Maßnahmen durch, um den Energieverbrauch zu senken.

 

Welche Sanierungspflichten habe ich?

Das Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden (Gebäudeenergiegesetz – GEG) bildet seit dem 1. November 2020 die rechtliche Grundlage für das energetische Bauen.

Das GEG regelt die Einsparung von Energie in Gebäuden und gibt dazu energetische Standards vor. Bist du Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses und bewohnst es seit Februar 2002 selbst, besteht für dich keine Pflicht, oberste Geschossdecken und Heizungsrohre zu dämmen oder die alte Heizung auszutauschen. Hast du hingegen einen Altbau gekauft, geerbt oder durch Schenkung erhalten, ist es deine Pflicht, ihn energetisch zu sanieren. Dann musst du die genannten Maßnahmen spätestens nach 2 Jahren umsetzen.

Übrigens, der im GEG geforderte Einbau von selbsttätigen Einzelraumregelungen für Heizungen mit Wasser als Wärmeträger betrifft alle Hauseigentümer, also auch selbst bewohnte Altbauten.

 

Typische Modernisierungsmaßnahmen und ihre Vorteile

Egal, ob du dein Gebäude als Altersvorsorge betrachtest oder dein restliches Leben im Eigenheim wohnen möchtest, regelmäßige Pflege und Modernisierung sind ein Muss. Folgende typische Modernisierungsmaßnahmen verbessern die Gebäudequalität und erhöhen den Immobilienwert:

  • Dämmung der Außenwände
  • Austausch der noch funktionstüchtigen Heizung durch ein modernes, effizienteres Gerät
  • Austausch der Fenster durch neue Wärmeschutzfenster
  • Anbringen von optisch ansprechenden Fensterläden oder eines Vordaches zum Schutz vor Regen
  • Einbau einer modernen Eingangstür
  • Verbesserung des Schall- und Brandschutzes
  • Bad- und Küchenerneuerung
  • Instandsetzung der Elektro-Hausinstallation oder der Wasser- und Abwasserleitungen
  • Erneuerung von Treppen und Geländern
  • Anbau von Balkonen oder eines Wintergartens
  • Ausbau des Dachgeschosses
  • bauliche Erweiterungen
  • Einbau einer Aufzugsanlage in einem Mehrfamilienhaus
  • altersgerechte und barrierefreie Umbauten

Mit einfachen Maßnahmen wie dem Einbau einer neuen Eingangstür oder dem Anbringen von originellen Fensterläden wertest du dein Haus optisch auf. Vorteile hinsichtlich Energie- und Schadstoffersparnis ergeben sich durch aufwendigere Arbeiten wie die Dämmung von Fassade, Wänden oder Decken, den Heizungsaustausch und die Integration erneuerbarer Energien – beispielsweise einer Photovoltaikanlage oder Solarthermie.

Zusätzlichen Raum gewinnst du, wenn du zum Beispiel das Treppenhaus auslagerst, Zimmer durch den Abriss nichttragender Wände zusammenlegst und das Dach oder den Keller zum Wohn- oder Hobbyraum ausbaust. Auch ein Anbau wie ein sonnendurchfluteter Wintergarten ist möglich.

Den Wohnkomfort erhöhst du beispielsweise durch einen neuen Balkon und eine modernisierte Sanitärausstattung im Bad mit altersgerechten bzw. barrierefreien Elementen (wie eine begehbare Dusche, höhenverstellbares Waschbecken etc.). Du kannst auch schmale Innentüren verbreitern, Heizkörper mit intelligenten Heizungssteuerungen ausstatten oder dein Haus in ein Smart Home umwandeln.

 

Spezialfall: Fachwerk energetisch sanieren oder modernisieren

Falls du in einem alten Fachwerkhaus wohnst, dessen Fachwerk überputzt wurde, musst du für die energetische Sanierung oder Modernisierung das Fachwerk der Fassade von Experten freilegen und prüfen lassen. Sie setzen das Fachwerk instand, indem sie eventuell morsche Holzteile, Mörtelfüllungen sowie Reste von Holzkitt entfernen. Ausbesserungen sollten ebenfalls Profis ausführen.

Soll die Fachwerkfassade sichtbar bleiben, ist als energetische Maßnahme nur die Innendämmung möglich. Dadurch werden allerdings die sowieso schon kleinen Räume noch etwas kleiner.

Steht dein Fachwerkhaus unter Denkmalschutz, kommen wahrscheinlich weitere Anforderungen wie beispielsweise der Erhalt der alten Fenster auf dich zu. Möchtest du ein Haus mit Denkmalschutz sanieren, musst du auch die Modernisierung des Innenbereichs mit dem Amt für Denkmalschutz absprechen.

 

Was kostet die Modernisierung eines Hauses?

Die Kosten für Modernisierungen lassen sich ebenso wenig vorhersehen wie die Kosten für das energetische Sanieren. Der finanzielle Aufwand hängt von vielen Faktoren ab wie dem Alter des Gebäudes und Zustand der Bausubstanz, der Größe des Hauses und natürlich von der jeweiligen Maßnahme, die du umsetzen möchtest.

Die Kosten für Renovierungsmaßnahmen wie einen neuen Anstrich der Fassade mit durchschnittlich 100 Quadratmetern Fläche kannst du mit rund 3.500 bis 5.000 Euro ansetzen. Wobei hier die Materialkosten bei etwa 1.300 Euro liegen. Den Rest machen die Handwerkerkosten sowie der Auf- und Abbau des Gerüstes aus.

Falls du gleich auch die Dämmung der Fassade in Angriff nehmen möchtest, kommen bei einem Haus mit einer Fassade von 100 Quadratmetern etwa 5.000 bis 25.000 Euro hinzu. Der Quadratmeterpreis für die Fassadendämmung beläuft sich auf etwa 60 bis 250 Euro.

Für neue Wärmeschutzfenster in Standardgröße kannst du 500 bis 1.000 Euro pro Stück veranschlagen. Die Erneuerung der Heizung im Altbau kostet zwischen 6.000 bis 32.000 Euro.

Lass dich in jedem Fall von Experten beraten. Sie können auch sämtliche Kosten durchrechnen.

 

Tipps zur Sanierung und Modernisierung deines Hauses

Beachte für einen reibungslosen Ablauf der Sanierung oder Modernisierung deines Hauses folgende Tipps:

  • Rechne durch, ob die jeweilige Maßnahme tatsächlich zur Wertsteigerung, reduzierten Energiekosten oder mehr Wohnkomfort führt und sich der finanzielle Aufwand lohnt.
  • Hole dir fachkundige Beratung aus den Bereichen Energieberatung, Architektur oder Fachhandwerk ein, um eine professionelle Ausführung und eine nachhaltige Modernisierung zu gewährleisten.
  • Erstelle einen Modernisierungsplan, um mit den wirklich notwendigen Maßnahmen zu beginnen – das belastet deine Haushaltkasse weniger und lässt die gewünschten Effekte schneller eintreten.
  • Vergleiche verschiedene Angebote und spare so Geld bei den Material- und Handwerkerkosten.
  • Erstelle einen Finanzierungsplan, damit du dich nicht finanziell übernimmst.
  • Berücksichtige bei der Finanzierung staatliche Förderungen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie von Ländern, Kommunen und Städten.
  • Erkundige dich, ob für deine Modernisierung eine Baugenehmigung erforderlich ist. Das erspart dir mögliche Strafen und Unannehmlichkeiten.
  • Beachte stets alle technischen Regeln und Vorschriften zur Haus- und Gebäudetechnik, zum Schall- und Brandschutz und natürlich die Vorgaben vom GEG.
  • Falls du noch keinen hast, lass dir einen Energieverbrauchsausweis ausstellen. Einen neuen Energieausweis brauchst du immer dann, wenn die Verbrauchs- und Bedarfswerte deines Eigenheims aufgrund einer umfangreichen Modernisierung gemäß GEG neu zu berechnen sind. Wenn du vorhast, dein Haus zu verkaufen oder zu vermieten, bist du gesetzlich dazu verpflichtet, einen Energieausweis vorzulegen.
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