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Diese Klimaschutzziele gibt es in Deutschland

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

21.12.2021

Letztes Update

13.09.2022

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Klimaschutzziele Deutschland: Das sieht das Klimaschutzgesetz vor

Die Bundesregierung hat sich dem Klimaschutz verpflichtet: Bis 2030 sollen die Treibhausgase enorm gesenkt werden – bis 2045 will unser Land klimaneutral sein.

Inhalt des Blogartikels

Klimaschutzziele international: Was sagt das Pariser Abkommen?

Sicher hast du schonmal etwas vom Pariser Abkommen gehört. Wenn es um Klimaschutz und Klimaschutzziele geht, kommt dieses schnell ins Gespräch. Das Pariser Abkommen ist tatsächlich noch recht jung: Es wurde erstmals am 12. Dezember 2015 unter der Bezeichnung „COP 21“ beschlossen. Dadurch wurde ein globaler Grundstein für einen aktiven Klimaschutz und eine ökologische und klimafreundliche Wirtschaft gelegt. Neben der deutschen Bundesregierung waren bei der ersten Klimakonferenz 197 Staaten vertreten, die zusammen einen verbindlichen Klimaschutzplan ausgearbeitet haben.

Ziel der damals vereinbarten Klimaziele war es, die globalen CO2 Emissionen um 55 Prozent zu reduzieren. Mit der Zeit sind die Klimaschutzziele des Pariser Abkommens noch etwas deutlicher geworden. So soll die Senkung der Emissionen forciert und die Maßnahmen zur Realisierung der Klimaschutzziele verstärkt werden. Insgesamt verfolgt das Klimaschutzgesetz des Pariser Abkommens drei wesentliche Ziele:

1. Die Erderwärmung infolge des verstärkten Ausstoßes von Treibhausgasen soll deutlich unter einer Grenze von 2 Grad Celsius liegen und außerdem möglichst auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden.

2. Die Länder sollen in ihrem Bestreben bestärkt werden, sich besser an den Klimawandel anzupassen. Außerdem sind sie angehalten, ihre jährlichen Emissionen an Treibhausgasen zu reduzieren.

3. Bei der Ausschüttung von finanziellen Mitteln sollen die Länder die Klimaschutzziele immer im Blick haben.

 

Wie sehen die Klimaschutzziele in Deutschland aus?

Mit dem Pariser Abkommen werden zwar verpflichtende Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen vereinbart, allerdings hat die Bundesregierung mit ihrem Klimaschutzgesetz eigene Klimaziele zum Klimaschutz auf den Weg gebracht. Bislang hat sich in puncto Klimaschutz zwar schon einiges in Deutschland getan. Trotzdem hat die Bundesregierung ihre Maßnahmen noch einmal verstärkt, um die Emissionen an Treibhausgasen zu senken und so wesentlich zum Klimaschutz beizutragen.

So hat die Bundesregierung den Ausstoß an Treibhausgasen seit 1990 um über 40 Prozent gesenkt. Auch hat sich in Bezug auf die erneuerbaren Energien schon einiges geändert: Allein im Jahr 2020 hat der Strom aus erneuerbaren Energien etwa 45 Prozent des gesamten Stromverbrauches ausgemacht. Um den Klimaschutz auch in Zukunft weiter zu verbessern und die Treibhausgase fortwährend zu reduzieren, hat Deutschland den Klimaschutzprogramm 2030 und den Klimaschutzplan 2050 ins Leben gerufen.

Was besagt das Klimaschutzprogramm 2030?

Am 9. Oktober 2019 hat Deutschland das sogenannte Klimaschutzprogramm 2030 beschlossen. In diesem Klimaschutzprogramm legt die Bundesregierung fest, die Emission an Treibhausgasen bis zum Jahr 2030 um 55 Prozent (verglichen mit 1990) zu senken und aus der Kohle auszusteigen.

Eine Maßnahme des neuen Klimaschutzprogramms ist die Kostenerhebung für CO2 für Autos und Wärme ab 2021. Die Einnahmen sollen wiederum für bestimmte Förderungen ausgegeben werden, beispielsweise als Austauschprämie (40 Prozent Förderung) für den Austausch von Ölheizungen gegen eine klimafreundliche Alternative (Solar) oder den Kauf eines Elektroautos. Außerdem sieht die Bundesregierung in ihrem Klimaschutzprogramm vor, die Strompreise zu senken. Diese sollen beispielsweise stärker sinken, je mehr Gelder aus der CO2-Bepreisung in die Staatskasse fließen.

Auch wenn du Pendler bist, wirst du von der Bundesregierung belohnt: Wer lange Strecken zurücklegt, soll für seine Bahnfahrkarte nur 7 Prozent (statt 19 Prozent) Mehrwertsteuer zahlen. Als Autofahrer erhältst du ab dem 21. gefahrenen Kilometer eine höhere Kilometerpauschale von 35 Cent pro Kilometer. Des Weiteren sieht das Klimaschutzprogramm 2030 eine Sanierung von Gebäuden vor, da 120 Millionen Tonnen CO2 allein durch unsanierte Gebäude ausgestoßen werden. Um zu einem besseren Klimaschutz beizutragen, soll die CO2-Emission bis 2030 auf 72 Millionen Tonnen begrenzt werden. Um das zu erreichen, will die Bundesregierung die Sanierung von Gebäuden fördern, indem die KfW ihre Förderprogramme um 10 Prozent erhöht.

Außerdem soll das Ladenetz bis 2030 weiter ausgebaut werden, um die Elektromobilität zu fördern. Der Bundesregierung zufolge soll es bis zu diesem Zeitpunkt rund 1 Million Ladesäulen in Deutschland geben. So kannst du auch als Besitzer eines Elektroautos von den Klimazielen profitieren.

Was besagt der Klimaschutzplan 2050?

Der Klimaschutzplan 2050 beinhaltet wichtige Maßnahmen zum Klimaschutz, die im November des Jahres 2016 von der deutschen Regierung erstellt wurden. Eines der wichtigsten Klimaschutzziele des Klimaschutzplans ist, bis 2050 klimaneutral zu sein. Als mittelfristiges Ziel gibt die Bundesregierung (wie in dem Klimaschutzprogramm) an, bis 2030 zumindest 55 Prozent der Treibhausgasemissionen (verglichen mit 1990) einzusparen. Bis 2050 sollen die Emissionen sogar bis auf 80 bis 95 Prozent (gegenüber 1990) gesenkt werden.

Im Hinblick auf die globale Erwärmung des Pariser Abkommens hält Deutschland in dem Klimaschutzplan fest, das Klimaziel von 2 Grad Celsius deutlich zu unterschreiten und rückt die Marke von 1,5 Grad Celsius in den Mittelpunkt. Der Klimaschutzplan 2050 greift die Themen des Klimaschutzprogramms 2030 noch einmal auf und drängt auf eine Modernisierung von Verkehr, Industrie und Gebäuden zur Senkung der CO2-Emissionen und plädiert zudem auf einen fortwährenden Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel und Ladestationen für die E-Mobilität. Darüber hinaus soll ein Großteils des Stromes in Deutschland aus erneuerbaren Energien stammen.

Gerade im Gebäudesektor soll in puncto Energiegewinnung eine Kehrtwende stattfinden, um die Emissionen an Treibhausgasen bis 2050 weiter zu begrenzen und die Klimaschutzziele effektiv umzusetzen.

 

Wie trägt der Bund zum Erreichen der Klimaschutzziele bei?

Neben der allgemeinen Klimapolitik und dem Kohleausstieg rückt der Bund die Mobilität etwas stärker in den Mittelpunkt, um die Klimaschutzziele schnellstmöglich zu erreichen. Hier stellen wir dir die wichtigsten Punkte vor, die der Bund für den Klimaschutz vorsieht:

  • Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs (insbesondere für Züge)
  • Senkung der Mehrwertsteuer für den Fernverkehr der Bahn
  • Erhöhung der Preise für Flugtickets
  • Umweltbonus für den Kauf von E-Autos bis 2025 (bis 6.000 Euro)
  • E-Autos sind von der Kfz-Steuer befreit
  • Erhöhung der Kfz-Steuer für Fahrzeuge mit höherem CO2-Ausstoß
  • differenzierte Lkw-Maut für Fahrzeuge mit alternativem Antrieb
  • flächendeckender Ausbau von Ladesäulen
  • Förderungen für energieeffiziente Gebäude
  • Förderung von erneuerbaren Energien
  • zunehmender Ausbau des Radnetzes

Welchen Beitrag kannst du zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten?

Grundsätzlich sollte die Bundesregierung immer mit einem gutem Beispiel voranschreiten, jedoch kommt es bei einer erfolgversprechenden Klimapolitik immer auf jeden einzelnen Bundesbürger an. Nachfolgend zeigen wir dir, was du zum Klimaschutz beitragen kannst.

1. Nutze die öffentlichen Verkehrsmittel, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Eine Alternative ist, Fahrgemeinschaften zu bilden, falls dein Ort nicht an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen ist. Das spart CO2 und schont den Geldbeutel.

2. Reise mit dem Bus oder der Bahn und gib dem Fahrrad öfter den Vorzug. Für Bahnfahrer, die lange Strecken zurücklegen, wurde die Mehrwertsteuer auf 7 Prozent gesenkt. Für Flugtickets gelten hingegen höhere Preise. Wer im eigenen Land bleibt oder verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel setzt, trägt maßgeblich zum Klimaschutz bei.

3. Kaufe regional, saisonal und biologisch ein: Das spart CO2-Emissionen und schont die Umwelt. Achte zudem verstärkt darauf, nur das zu kaufen, was du wirklich brauchst. So musst du keine Lebensmittel unnötig wegschmeißen.

4. Setze auf erneuerbare Energien und beziehe deinen Strom aus Solarenergie oder Windkraft. Als Hausbesitzer kannst du zum Beispiel auf Förderungen beim Umbau deiner Heizung oder den Einsatz von Solarenergie zurückgreifen.

5. Nachhaltigkeit für dein Eigenheim fängt schon beim Hausbau an. Energieeffiziente Gebäude werden vom Staat gefördert.

6. Klimaschutz betrifft auch deine Wohnungseinrichtung. Greife bevorzugt auf ökologische Materialien (beispielsweise mit dem Blauen Engel) zurück und gib recycelten Möbeln den Vorzug, anstatt alles neu zu kaufen. Auch sind LED-Lampen energiesparender als herkömmliche Lampen.

7. Iss weniger Fleisch. Kaum zu glauben: Wenn du Fleisch isst, verbrauchst du eine CO2-Äquivalente von 560 Kilogramm pro Jahr.

 

Fazit: Bundesregierung drängt auf Erreichen der Klimaschutzziele

Mit dem Klimaschutzprogramm 2030 hat Deutschland einige wichtige Klimaschutzziele auf den Weg gebracht, die durch den Klimaschutzplan 2050 noch einmal verstärkt werden. So soll der Kohleausstieg bis 2030 gelingen, daneben sollen die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 bis 2030 um 55 Prozent gesenkt werden. Verschiedene Maßnahmen und Anreize, wie zum Beispiel billigere Bahntickets, Prämien für erneuerbare Energien und energieeffiziente Gebäude, sollen die Umsetzung der Klimaschutzziele unterstützen. Dennoch gibt es für den Bund noch einiges zu tun, um den Klimawandel aktiv aufzuhalten.

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