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KfW-Förderungen für den Hauskauf

Über diesen Artikel

Lesezeit

6 Minuten

Veröffentlichung

07.06.2021

Letztes Update

05.05.2022

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Diese KfW-Förderungen kannst du für deinen Hauskauf beanspruchen

Jetzt ist der ideale Zeitpunkt für die Finanzierung einer Immobilie. Gelder vom Staat, wie von der KfW, erleichtern die Entscheidung. Es lohnt sich, die Förderung zu beantragen.

Inhalt des Blogartikels

Darlehen und Zuschüsse von der KfW für dein neues Haus

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat in den vergangen Jahren zahlreiche Programme aufgelegt, um Bürgerinnen und Bürger durch ein günstiges Darlehen, teilweise mit Tilgungszuschuss (hier musst du dann nicht den ganzen Kreditbetrag zurückzahlen), und einem finanziellen Zuschuss bei der Umsetzung der verschiedensten Vorhaben zu unterstützen. Auch für den Kauf einer Immobilie und – soweit erforderlich – die anschließende Sanierung oder den Umbau kannst du eine Förderung erhalten.

KfW-Förderung für den Hauskauf ist Teil der BEG

Um die Energieeinsparpotenziale des Gebäudebestands stärker in die Klimaschutzziele der Bundesregierung einzubinden, wurde die Förderung komplett überarbeitet. Zudem wurden verbesserte finanzielle Anreize durch höhere Fördersätze auf den Weg gebracht.

Seit Januar 2021 gibt es die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), welche die bisherigen Förderungen der KfW und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zusammenfasst und wesentlich vereinfacht.

Die neue BEG besteht aus 3 Förderprogrammen. Dies sind die BEG EM für Einzelmaßnahmen ausschließlich im Bestand – Wohngebäude (WG) und Nichtwohngebäude (NWG) –, die BEG WG für Maßnahmen im Bereich Neubau, Hauskauf und komplette Sanierung von Wohngebäuden und die BEG NWG für energetische Umsetzungen in Nichtwohngebäuden (Neubau und komplette Sanierung). Alle kannst du wahlweise als Zuschuss oder Kredit beantragen.

Die Zuschussförderung für Einzelmaßnahmen im Förderprogramm BEG EM durch das BAFA kannst du seit dem 01. Januar 2021 in Anspruch nehmen. Gelder gibt es jedoch ausschließlich für Einzelmaßnahmen im Gebäudebestand. Seit dem 01. Juli 2021 gilt die komplette Umsetzung der neuen Bundesförderung. Das heißt, es stehen bei der KfW auch die BEG WG und BEG NWG (jeweils als Variante Zuschuss und Kredit) sowie die Variante Kredit der BEG EM zur Verfügung.

Hinweis: Am 07. Juni 2021 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) weitaus früher als geplant Neufassungen der 3 Richtlinien Einzelmaßnahmen (BEG EM), Wohngebäude (BEG WG) und Nichtwohngebäude (BEG NWG) bekannt gemacht. Die aktualisierte BEG EM trat am 08. Juni 2021 in Kraft, die BEG WG und BEG NWG wie bisher geplant am 01. Juli 2021.

Diese Förderprogramme der KfW gibt es seit dem 01. Juli 2021 nicht mehr:

  • Energieeffizient Bauen (153)
  • Energieeffizient Sanieren – Kredit (151, 152)
  • Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss (430) – für Sanierungen zum KfW-Effizienzhaus
  • Energieeffizient Sanieren – Zuschuss Baubegleitung (431)
  • Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit (167)

Das Angebot an KfW-Förderungen für den Hauskauf ist groß. Es lohnt sich daher, sich genauer zu informieren. Schließlich kannst du so reichlich Geld sparen, das du sicher anderswo im neuen Haus gut gebrauchen kannst. Förderung gibt es jedoch grundsätzlich nur für selbst genutztes Wohneigentum.

 

KfW-Förderung für den Hauskauf im Überblick

Ob Kauf eines Effizienzhauses, altersgerechte Umbaumaßnahmen nach einem Hauskauf oder Baukindergeld – die KfW bietet eine große Bandbreite an verschiedenen Förderungen für den Neubau als auch für bestehende Immobilien an. Im Folgenden stellen wir dir die wichtigsten Programme vor. Die Details kannst du der jeweiligen Programmseite auf der KfW-Website entnehmen.

Förderprogramm Wohngebäude – Kredit (261, 262)

Förderung in Form eines Darlehens mit Tilgungszuschuss bekommst du für den Kauf eines neuen Effizienzhauses oder den Kauf einer gerade zum Effizienzhaus sanierten Immobilie.

Die Höhe der maximal förderfähigen Kosten für dein Effizienzhaus wird von der Energieeffizienz des Hauses bestimmt. Für die Effizienzhaus-Stufen 40 oder 55 betragen diese bis zu 120.000 Euro je Wohneinheit. Dieser steigt auf 150.000 Euro je Wohneinheit, wenn deine Immobilie zusätzlich die Kriterien für eine Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeitsklasse erfüllt oder die Effizienzhaus-Stufe 40 Plus erreicht. Der maximale Tilgungszuschuss beträgt 37.500 Euro je Wohneinheit. Je besser die Effizienzhaus-Stufe deines neuen Hauses, umso höher der Tilgungszuschuss.

Förderprogramm Wohngebäude – Zuschuss (461)

Den Zuschuss gibt es von der KfW für den Kauf eines neuen Effizienzhauses beziehungsweise für den Kauf einer Immobilie, die gerade erst zum Effizienzhaus saniert wurde. Den Zuschuss bekommst du für den Kaufpreis der Immobilie; ohne Grundstückskosten.

Wie hoch die förderfähigen Kosten für dein gekauftes Effizienzhaus sind, hängt von der Energieeffizienz des Hauses ab. Für die Effizienzhaus-Stufen 40 oder 55 sind dies bis zu 120.000 Euro je Wohneinheit. Erfüllt deine Immobilie zusätzlich die Kriterien für eine Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeitsklasse oder die Effizienzhaus-Stufe 40 Plus, dann steigen die förderfähigen Kosten auf 150.000 Euro je Wohneinheit. Der maximale Zuschussbetrag liegt bei 37.500 Euro je Wohneinheit.

Nachhaltigkeitszertifizierung/Baubegleitung

Die Nachhaltigkeitszertifizierung eines Neubaus wird von der KfW mit einem zusätzlichen Zuschuss gefördert, wenn die Immobilie, die du kaufst, ein Effizienzhaus ist, welches die Stufe 40 oder 55 mit Nachhaltigkeitsklasse erreicht. Dann gelten folgende Höchstbeträge:

  • Ein- und Zweifamilienhaus, Doppelhaushälfte, Reihenhaus: maximal förderfähige Kosten 10.000 Euro je Antrag und Kalenderjahr; Zuschuss 50 Prozent, bis zu 5.000 Euro
  • Eigentumswohnung: maximal förderfähige Kosten 4.000 Euro je Antrag und Kalenderjahr; Zuschuss 50 Prozent, bis zu 2.000 Euro
  • Mehrfamilienhaus mit 3 oder mehr Wohneinheiten: maximal förderfähige Kosten 4.000 Euro je Wohneinheit, bis zu 40.000 Euro je Antrag und Kalenderjahr; Zuschuss 50 Prozent, bis zu 20.000 Euro

Die Baubegleitung fördert die KfW ebenfalls. Es gelten die gleichen Konditionen wie oben für den Kauf aufgeführt.

KfW-Wohneigentumsprogramm – Kredit 124

Dieses Darlehen der KfW gibt es für den Kaufpreis, die für Instandsetzung, Umbau und Modernisierung entstandenen Kosten sowie für Nebenkosten wie Notar- und Maklergebühren und die Grunderwerbsteuer. Bis 100.000 Euro Kredit gewährt die KfW für den Kauf von selbst bewohntem Wohneigentum (Eigenheime und Eigentumswohnungen). Einen Tilgungszuschuss gibt es jedoch nicht.

KfW-Wohneigentumsprogramm – Genossenschaftsanteile – Kredit (134)

Das KfW-Darlehen steht dir zur Verfügung, wenn du Genossenschaftsanteile kaufst, um dann selbst in der Wohnung zu wohnen. Auch hier gibt es keinen Tilgungszuschuss. Die Kredithöhe beträgt bis zu 50.000 Euro pro Vorhaben. Die aktuellen Zinssätze findest du auf der Website der KfW.

Förderprogramm Baukindergeld – Zuschuss (424)

Die KfW hat das Baukindergeld bis 31. Dezember 2023 verlängert (letzter Tag der Antragstellung). Du kannst 12.000 Euro Zuschuss pro Kind auf 10 Jahre verteilt erhalten. Voraussetzung ist, dass bei 1 Kind dein jährliches Haushaltseinkommen 90.000 Euro nicht überschreitet, bei jedem weiteren Kind sind es plus 15.000 Euro. Das KfW-Förderprogramm richtet sich an Familien und Alleinerziehende mit Kindern.

Die aktuelle Förderung stellt als Bedingung, dass du im Zeitraum vom 01. Januar 2018 bis zum 31. März 2021 deinen Kaufvertrag unterschrieben oder die Baugenehmigung bekommen hast.

Förderprogramm Altersgerecht Umbauen – Kredit (159)

Diese altersunabhängige Finanzierung von Maßnahmen zum Einbruchschutz und zur Barrierereduzierung in bestehenden Wohngebäuden bietet die KfW mit bis 50.000 Euro je Wohneinheit als Kredit an. Damit kannst du neue Maßnahmen oder den Kauf bereits umgebauten Wohnraums finanzieren; beispielsweise Badumbau, Anpassung der Raumaufteilung und Schwellenabbau, Überwindung von Treppen und Stufen.

Förderprogramm Barrierereduzierung – Investitionszuschuss (455-B)

Für bauliche Maßnahmen zu mehr Barrierefreiheit kannst du bis 6.250 Euro Zuschuss beantragen.

Wichtiger Hinweis – Antragsstopp: Momentan sind die Fördermittel ausgeschöpft (Stand Juli 2021). Zuschüsse aus dem KfW-Programm 455-B gibt es vorerst nicht mehr. Sollten im Bundeshaushalt 2022 wieder Mittel vorgesehen werden, ist eine Zuschussförderung in 2022 eventuell wieder möglich. Die KfW-Förderung Altersgerecht Umbauen – Kredit 159 kannst du weiterhin in Anspruch nehmen.

Förderprogramm Einbruchschutz – Investitionszuschuss (455-E)

Mit diesem Programm gewährt dir die KfW für Maßnahmen zur Verbesserung des Einbruchschutzes einen Zuschuss bis 1.600 Euro.

Förderprogramm Erneuerbare Energien – Standard – Kredit (270)

Sollte das Haus, das du kaufst, noch keine Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme auf Basis erneuerbarer Energien sowie einen Speicher für Photovoltaik, Wasser, Wind, Biogas etc. haben, kannst du das mit dieser KfW-Förderung ändern.

Für die Errichtung und Erweiterung sowie den Erwerb von Anlagen ausschließlich zur Wärmeerzeugung gibt es Kredite bis zu 50 Millionen Euro pro Vorhaben. Du erhältst bis zu 100 Prozent deiner Investitionskosten und 100 Prozent Auszahlung. Zusätzlich kannst du die Einspeisevergütung gemäß EEG in Anspruch nehmen.

Förderprogramm Energieeffizient Bauen und Sanieren –Zuschuss Brennstoffzelle (433)

Falls du eine Brennstoffzellenheizung in ein neues oder bestehendes Gebäude (Wohn- und Nichtwohngebäude) einbauen möchtest, ist diese KfW-Förderung eine gute Lösung. Du kannst einen Zuschuss bis zu 34.300 Euro je Brennstoffzelle beantragen. Der Investitionszuschuss wird dir nach Abschluss des Vorhabens auf dein Konto überwiesen.

Es gibt eine Grundförderung von 6.800 Euro und einen leistungsabhängigen Betrag als Zusatzförderung in Höhe von 550 Euro je angefangene 0,1 kW. Maximal gibt es 40 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss.

Förderprogramm Ladestation für Elektroautos – Wohngebäude – Zuschuss (440)

Kaufst und installierst du eine Ladestation für dein Elektroauto an deinem Stellplatz oder in deiner Garage, kannst du dafür eine KfW-Förderung bekommen. Wichtig ist, dass der Stellplatz oder die Garage zum Wohngebäude gehört und ausschließlich privat zugänglich ist. Die Förderung gibt es für den Kaufpreis der Ladestation mit einer Ladeleistung von 11 kW sowie intelligenter Steuerung, die Installation und den Anschluss sowie aller damit verbundenen Arbeiten und das Energiemanagementsystem, um die Ladestation zu steuern.

Es gibt einen pauschalen Zuschuss von 900 Euro pro Ladepunkt. Allerdings müssen die Gesamtkosten mindestens 900 Euro betragen, um einen Zuschuss zu erhalten.

Wichtiger Hinweis – Antragsstopp: Durch den Erfolg dieser KfW-Förderung sind die Fördermittel hierfür gegenwärtig ausgeschöpft (Stand Juli 2021). Eine Bereitstellung weiterer Mittel wird seitens der Bundesregierung überprüft.

 

Beantragung der KfW-Fördermittel

Um eine KfW-Förderung zu erhalten, darfst du mit den Maßnahmen vor Antragstellung noch nicht begonnen haben. Für die Beantragung der Förderung und Begleitung eines Vorhabens musst du einen Energieeffizienz-Experten einbinden.

KfW-Förderungen durch Zuschüsse kannst du direkt bei der KfW auf dem Zuschussportal online beantragen. Bei KfW-Darlehen hingegen musst du einen Finanzpartner der KfW vor Ort beauftragen, beispielsweise deine Hausbank. Welche Banken an deinem Wohnort dazu ermächtigt sind, findest du über eine entsprechende Datenbank der KfW mit Suchfunktion schnell heraus. Einfach beim jeweiligen Förderprogramm den Button „So funktioniert`s“ anklicken. Dort findest du den Link „Finanzierungspartner finden und Kredit beantragen“.

 

Fördermittel von Bund und Ländern

Für die Immobilienfinanzierung haben neben der KfW auch viele Bundesländer, Kommunen und Gemeinden eigene Programme. Mitunter ist die Förderung an bestimmte Voraussetzungen gebunden, wie beispielsweise Höhe des Haushaltseinkommen oder nur für Familien. In der Regel sind diese Förderprogramme zeitlich begrenzt und werden, wenn sie vorzeitig ausgeschöpft sind, nicht wieder aufgelegt. Es lohnt sich dennoch, bei der jeweiligen Stelle nachzufragen, ob es aktuell Förderungen gibt.

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