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KfW-Förderung für dein Dach

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

10.05.2021

Letztes Update

05.05.2022

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Alles Wissenswerte zur KfW-Förderung für das Dach

Das Dachgeschoss als Wohnraum nutzen, ein altes Dach sanieren oder Energie sparen? Mit der KfW-Förderung für Dachsanierung und Dachdämmung gibt es oftmals finanzielle Hilfe.

Inhalt des Blogartikels

Welche KfW-Förderung gibt es 2021 für die Sanierung und Dämmung des Dachs?

Zum 01. Januar 2021 wurde die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) eingeführt. Die bisherigen Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurden neu strukturiert und die Zuständigkeiten neu zugeordnet.

Einfachere Antragsverfahren und neue Konditionen sollen dazu führen, dass sich immer mehr Hauseigentümer und Sanierer für klimafreundliche Lösungen und erneuerbare Energien entscheiden. Die energetische Sanierung ist daher ein wichtiger Bestandteil des neuen Förderprogramms. Dazu zählt auch die Förderung von Einzelmaßnahmen rund um das Dach.

Die neue BEG löst mehrere Förderprogramme ab:

  • CO2-Gebäudesanierungsprogramm (Energieeffizient Bauen und Sanieren – EBS) der KfW
  • Heizen mit erneuerbaren Energien – Marktanreizprogramm (MAP) des BAFA
  • Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)
  • Heizungsoptimierungsprogramm (HZO)

Diese 3 Programme sind Bestandteile der neuen Bundesförderung:

  • BEG EM: Einzelmaßnahmen ausschließlich im Bestand – Wohngebäude (WG) und Nichtwohngebäude (NWG)
  • BEG WG: Maßnahmen im Bereich Neubau und Komplettsanierung
  • BEG NWG: Maßnahmen im Bereich Neubau und Komplettsanierung

Künftig kannst du bei allen Maßnahmen zwischen einem Zuschuss oder einem Kredit wählen, wobei der BAFA-Zuschuss und der Tilgungszuschuss beim KfW-Kredit von der Summe her identisch sind. Es soll ein zentrales BEG-Antragsformular für alle Förderprogramme bei der KfW und dem BAFA geben, um finanzielle Unterstützung zu erhalten. Das gilt selbst bei der Beantragung verschiedener Maßnahmen für ein Sanierungsprojekt.

Ebenfalls werden bei der Variante Zuschuss sowie Kredit alle Maßnahmen gefördert, die erforderlich sind, damit du die Sanierung oder Modernisierung durchführen lassen kannst. Dazu zählen neben der grundsätzlichen Förderung von Dachsanierung, Dämmung und Dachausbau unter anderem auch

  • die Beratung,
  • die Planung,
  • die Gerüstkosten,
  • die Abbrucharbeiten und
  • Entsorgung der Baumaterialien (auch Schadstoffe und Sonderabfälle),
  • der Ersatz,
  • die Erneuerung und die Erweiterung des Dachstuhls oder
  • die Erneuerung der Dachrinnen, Fallrohre und Einlaufbleche.

Für beide Fördervarianten – BAFA und KfW – ist die Zusammenarbeit mit einem zugelassenen Energieberater Pflicht. Welche Sachverständigen in deiner Nähe tätig und in der Expertenliste für Förderprogramme des Bundes gelistet sind, kannst du ganz einfach online über eine Suchfunktion ermitteln. Eine Förderung für diese Baubegleitung kannst du zusammen mit deinem Kredit oder Zuschuss beantragen.

 

Warum du über eine KfW-Förderung für die Dachsanierung nachdenken solltest

Wenn vom Dach nicht gerade die Ziegel herunterfallen, beschäftigen sich viele Hausbesitzer nur selten mit einer Dachsanierung. Erst wenn es um konkrete Pläne für Umbauten (zum Beispiel für eine Dachgeschosswohnung) geht oder Reparaturen anstehen, werfen viele einen Blick auf die KfW-Förderung für das Dach und andere Sanierungsmaßnahmen. Schließlich sind Dacharbeiten besonders teuer. Die Investition kann sich allerdings lohnen, da sich abhängig von Bauweise, Alter und Zustand eines Gebäudes bis zu 30 Prozent Energie einsparen lassen.

Gerade ältere Häuser, die noch vor 1978 entstanden sind, profitieren überproportional von einer KfW-Förderung zur Dachsanierung, denn über Dachkonstruktionen ohne Dämmung entweichen bis zu 20 Prozent der gesamten Heizenergie einfach in die Umwelt. Umgekehrt ist der Aufenthalt unter einem ungedämmten Dach bei starker Sonneneinstrahlung im Sommer auch nicht besonders angenehm. Selbst wenn du dein Dachgeschoss nicht als Wohnraum nutzt, gibt es fast immer Wärme- beziehungsweise Kältebrücken über die Anschlussdecken der oberen Geschosse. Das ist durch die Energieverluste nicht nur teuer beim Heizen und gegebenenfalls Kühlen, sondern auch aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes nicht mehr zeitgemäß.

Die KfW-Förderung für Dachsanierung und Wärmedämmung kann dir unter anderem dabei helfen,

  • das Raumklima deines Hauses sowohl im Sommer als auch im Winter entscheidend zu verbessern,
  • neuen Wohnraum mit einem geringeren finanziellen Aufwand zu erschließen und dein Haus sinnvoller zu nutzen und/oder
  • durch eine zeitgemäße Dachdämmung bis zu 30 Prozent Energie einzusparen.

Tipp: Auch wenn dein Budget keine komplette Dachsanierung erlaubt, solltest du zumindest über eine Dämmung für die oberen Geschosse nachdenken. Schon damit lässt sich bereits die Energiebilanz deutlich verbessern.

 

Das neue KfW-Förderprogramm „Wohngebäude – Kredit“ (261, 262)

Wenn du ein Haus oder eine Wohnung energieeffizient bauen oder sanieren möchtest und dazu einen Kredit benötigst, kannst du nur noch dieses Förderprogramm der KfW ab dem 01. Juli 2021 in Anspruch nehmen. Die alte KfW-Förderung „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ (151, 152) gibt es dann nicht mehr.

Für einzelne energetische Maßnahmen kannst du eine maximale Kreditsumme von 60.000 Euro je Wohneinheit beantragen. Den Tilgungszuschuss, der deine Darlehenssumme um 20 Prozent reduziert und die Kreditlaufzeit verkürzt, musst du nicht zurückzahlen. Liegt ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vor, in dem deine Sanierungsmaßnahmen enthalten sind und den du innerhalb von 15 Jahren umsetzt, gibt es zu den 20 Prozent noch den iSFP-Bonus von 5 Prozent obendrauf.

Wenn du ein gerade erst umgebautes Haus oder eine Wohnung kaufen möchtest, kannst du ebenfalls die Förderung für energieeffiziente Sanierung beantragen. Das solltest du dann beachten:

  • Die Antragstellung auf Förderung sollte erfolgen, bevor der Kaufvertrag unterschrieben ist.
  • Die jeweiligen Umbaumaßnahmen und Kosten müssen im Kaufvertrag oder separat ausgewiesen sein.

Das neue KfW-Förderprogramm „Wohngebäude – Kredit“ (261, 262) bezieht sich natürlich nicht nur auf die Dachsanierung, sondern auf alle Einzelmaßnahmen zur energetischen Verbesserung, die in den Förderprogrammen detailliert benannt sind. Es lohnt sich also, nicht nur über eine Einzelmaßnahmen nachzudenken, sondern gleich mehrere umzusetzen. Wird beispielsweise ein Gerüst für die Dachsanierung aufgebaut, reduzierst du deine Kosten, wenn du auch gleich die Dämmung der Außenwände in deine Sanierungsmaßnahmen einbeziehst.

 

Welche Voraussetzungen musst du für eine KfW-Förderung für das Dach erfüllen?

Um KfW-Fördermittel zu erhalten, müssen bestimmte Standards und Anforderungen zwingend eingehalten werden. Irrtümlich denken viele Hausbesitzer, dass die alleinige Einhaltung der Angaben nach dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) bei der Dachdämmung ausreicht, um eine KfW-Förderung dafür zu erhalten oder die Kosten steuerlich geltend zu machen. Obwohl diese Vorgaben recht umfangreich sind, sind sie nicht mit denen für ein Effizienzhaus oder gar einen Passivhaus-Standard zu vergleichen.

Diese Mindestanforderungen müssen bei der Förderung der Dachdämmung beachtet werden:

  • U-Wert von 0,14 W/(m²K) statt 0,24 W/(m²K) (GEG); für Dachgauben gilt ein maximaler U-Wert von 0,20 W/(m²K).
  • Für denkmalgeschützte Gebäude wird eine höchstmögliche Dämmstoffdicke mit λ ≤ 0,040 W/(m K) gefordert.
  • Die Dachdämmung kann als Zwischen-, Auf- oder Untersparrendämmung oder in Kombination ausgeführt werden. Der Sparrenanteil der Dachkonstruktion ist bei der U-Wert-Berechnung zu berücksichtigen.
  • Die Erstellung und Dokumentation eines Luftdichtheitskonzepts sind notwendig.

Ohne Energie-Effizienz-Experten geht nichts

Ein anerkannter Energieberater des Bundes ist für die Antragstellung unbedingt erforderlich und auch sinnvoll. Er füllt Anträge aus und bescheinigt die Erfüllung weiterer Anforderungen. Er hilft dir dabei, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, deine Energiekosten dauerhaft zu senken und das Klima zu schützen.

Deine Maßnahmen werden nur gefördert, wenn zum Zeitpunkt des Antrags der Bauantrag oder die Bauanzeige für dein Wohngebäude mindestens 5 Jahre zurückliegt. Unverändert musst du auch ab 2021 darauf achten, dass du mit deinem Vorhaben erst nach Beantragung beginnen darfst.

Fachplanung und Baubegleitung werden mit einem zusätzlichen Kreditbetrag und einem Tilgungszuschuss gefördert. Du bekommst 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben, die bei Ein- und Zweifamilienhäusern auf 5.000 Euro gedeckelt sind. Bei Mehrfamilienhäusern mit 3 oder mehr Wohneinheiten beträgt die Deckelung 2.000 Euro pro Wohneinheit, insgesamt sind pro Zuwendungsbescheid maximal 20.000 Euro möglich. Den Antrag kannst du direkt mit dem Kredit stellen. Dein Kreditantrag erhöht sich dann um die Kosten der Baubegleitung. Allerdings bekommst du von diesen Kosten 50 Prozent als Zuschuss (Tilgungszuschuss) zurück.

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