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KfW-Effizienzhaus: Förderung Nichtwohngebäude

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

14.09.2021

Letztes Update

06.05.2022

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KfW-Effizienzhäuser: Welche Förderung gibt es für Nichtwohngebäude?

Die KfW fördert die energetische Sanierung von Nichtwohngebäuden zum Effizienzhaus. Warum das so ist und wie viel Förderung es gibt, kannst du hier nachlesen.

Inhalt des Blogartikels

Was genau ist ein Nichtwohngebäude?

Laut Gebäudeenergiegesetz handelt es sich um ein Nichtwohngebäude, wenn mehr als 50 Prozent der Gesamtnutzfläche nicht zum Wohnen dienen. Das sind zum Beispiel Büro- und Verwaltungsgebäude, gewerblich und landwirtschaftlich genutzte Betriebsgebäude, Krankenhäuser, Schulen, Universitäts- und Hochschulgebäude.

 

Was ist ein KfW-Effizienzhaus?

Bei einem KfW-Effizienzhaus handelt es sich um einen energetischen Standard für Wohngebäude und Nichtwohngebäude. Wichtig für die Einstufung sind die Höhe des Gesamtenergiebedarfs der Immobilie und die Qualität der Wärmedämmung der Gebäudehülle. Es gibt Effizienzhaus-Stufen von 40 bis 100. Dabei gilt: Je kleiner die Kennzahl der Effizienzhaus-Stufe, desto niedriger fällt der Gebäudeenergiebedarf aus.

Ein den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) entsprechendes Referenzgebäude dient dabei zum Vergleich. So braucht beispielsweise ein KfW-Effizienzhaus 55 im Vergleich zum GEG-Referenzgebäude nur 55 Prozent der Primärenergie. Der Transmissionswärmeverlust beträgt hier lediglich 70 Prozent von dem, den das GEG-Referenzgebäude benötigt. Daher ist der bauliche Wärmeschutz 30 Prozent besser.

 

Staatliche Förderung für KfW-Effizienzhäuser Nichtwohngebäude

Im Gebäudesektor verursachen die rund 3 Millionen Nichtwohngebäude immerhin über ein Drittel des Endenergieverbrauchs. Dementsprechend hoch sind hier auch die Einsparpotenziale beim Energiebedarf kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) sowie der Industrie.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Energieeffizienzmaßnahmen im Bereich der Nichtwohngebäude finanziell (Zuschüsse und Kredite). Grundsätzlich ist die KfW-Förderung für Nichtwohngebäude der Förderung von Wohngebäuden sehr ähnlich.

Die KfW übernimmt im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie die Finanzierung und Förderung des Neubaus und Ersterwerbs sowie der Sanierung von effizienten Nichtwohngebäuden. Dazu zählen auch die Umsetzung von Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie die energetische Fachplanung und Baubegleitung. Mit dem KfW-Förderprogramm „Nichtwohngebäude – Kredit (263)“ unterstützt die KfW durch zinsgünstige Kredite in Verbindung mit attraktiven Tilgungszuschüssen Maßnahmen zur Energieeinsparung und Reduzierung der CO2-Emissionen in Deutschland.

Alternativ kannst du auch einen reinen Investitionszuschuss in Anspruch nehmen. Für den Neubau und die Sanierung von Nichtwohngebäuden steht dazu das KfW-Förderprogramm „Nichtwohngebäude – Zuschuss (463)“ bereit. Für Einzelmaßnahmen kannst du beim BAFA Zuschüsse beantragen.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Nichtwohngebäude (BEG NWG) vom 20. Mai 2021 einschließlich der jeweils in der Anlage „Technische Mindestanforderungen“ zu diesen Richtlinien enthaltenen Vorgaben dienen als Grundlage für die Förderung.

 

Was fördert die KfW bei Nichtwohngebäuden im Detail?

Beim Neubau und Kauf von Effizienzgebäuden gibt es eine Förderung für alle Investitionskosten, die im Zusammenhang mit dem Gebäude stehen. Das umfasst quasi dessen Bau oder Kauf sowie die Kosten der förderfähigen Umfeldmaßnahmen. Nicht gefördert werden die durch den Kauf entstandenen Transaktionskosten und die Kosten für den Kauf des Grundstücks.

Wenn du dein Bestandsgebäude auf Effizienzhaus-Stufe sanierst oder ein auf Effizienzhaus-Stufe saniertes Nichtwohngebäude kaufst, erhältst du die Förderung für die Kosten der energetischen Sanierungsmaßnahmen und der förderfähigen Umfeldmaßnahmen. Zu den energetischen Sanierungsmaßnahmen zählen alle Ein-, Umbau- und Optimierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle oder der Anlagentechnik des Gebäudes, die an oder im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zu diesem durchgeführt werden, um den Primärenergiebedarf oder die Transmissionswärmeverluste zu reduzieren. Dies sind vor allem:

  • Wärmedämmung von Wänden, Geschossdecken und Dachflächen
  • Erneuerung, Ersatz oder erstmaliger Einbau von Fenstern und Außentüren
  • Erneuerung der Heizungsanlage im Gebäude
  • Einbau und Erneuerung einer Lüftungsanlage
  • Einbau und Installation von Geräten zur Mess-, Steuer- und Regelungstechnik
  • Errichtung eines Wärmespeichers im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang mit dem Gebäude

Nicht gefördert werden die Kosten für den Ein- und Umbau sowie die Optimierung von Wärmeerzeugern, die mit Heizöl betrieben werden. Das betrifft auch die dazugehörenden Umfeldmaßnahmen.

 

Welche Fördersätze gibt es?

Für die komplette Sanierung und den Bau eines Effizienzhauses bekommst du einen Sanierungszuschuss von bis zu 15 Millionen Euro oder einen Bauzuschuss von bis zu 6,75 Millionen Euro.

Den Förderkredit gibt es ab 0,58 Prozent effektiven Jahreszins für Sanierung und Neubau. Die Kredithöhe beträgt für Effizienzgebäude bis zu 30 Millionen Euro und bei Einzelmaßnahmen bis zu 15 Millionen Euro. Der Tilgungszuschuss bewegt sich zwischen 15 und 50 Prozent; diesen Teil des Kredits musst du nicht zurückzahlen.

Neubau oder Kauf eines Nichtwohngebäudes als KfW-Effizienzhaus

Für das Erreichen der jeweiligen Effizienzgebäude-Stufe wird der nachfolgend aufgeführte Prozentsatz auf die hierfür entstandenen förderfähigen Kosten als Zuschuss beziehungsweise auf den hierfür bewilligten Kreditbetrag als Tilgungszuschuss gewährt:

  • Effizienzgebäude 55: 15 Prozent
  • Effizienzgebäude 40: 20 Prozent

Sanierung Nichtwohngebäude zum KfW-Effizienzhaus

Erreichst du eine der nachfolgend aufgeführten Effizienzgebäude-Stufen, bekommst du den aufgeführten Prozentsatz auf die hierfür entstandenen förderfähigen Kosten als Zuschuss beziehungsweise bei einem Kredit als Tilgungszuschuss ausgezahlt:

  • Effizienzgebäude Denkmal: 25 Prozent
  • Effizienzgebäude 100: 27,5 Prozent
  • Effizienzgebäude 70: 35 Prozent
  • Effizienzgebäude 55: 40 Prozent
  • Effizienzgebäude 40: 45 Prozent

Bei allen Gebäuden wird der Einsatz von erneuerbaren Energien (EE-Klasse) sowie die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten (NH-Klasse) zusätzlich gefördert.

  • EE-Klasse: die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes stammt zu mindestens 55 Prozent aus regenerativen Energien
  • NH-Klasse: Neubauten mit einem Nachhaltigkeitszertifikat.

Bei Erreichen der EE- oder NH-Klasse steigt der Fördersatz um 5 Prozent bei einer Sanierung und um 2,5 Prozent beim Neubau. Allerdings kannst du die EE-Klasse und NH-Klasse nicht kombinieren. Es gibt einmalig entweder die 5 oder 2,5 Prozent.

Einzelmaßnahmen

Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, Anlagentechnik, der Einbindung von erneuerbaren Energien für Heizungen oder Maßnahmen zur Heizungsoptimierung – abhängig von der jeweiligen Maßnahme – gibt es zwischen 20 und 50 Prozent an Zuschüssen.

Bei Nichtwohngebäuden betragen die förderfähigen Kosten maximal 5 Euro pro Quadratmeter Nettogrundfläche. Allerdings gibt es pro Zuwendungsbescheid eine Maximalgrenze von insgesamt 20.000 Euro.

Wie erfolgt die Antragstellung?

Grundsätzlich musst du einen Energieeffizienz-Experten in die Planung einbeziehen. Deinen Kredit beantragst du bei deiner Bank, also nicht bei der KfW. Zuschüsse werden online beantragt. Dazu füllst du zusammen mit deinem Energieeffizienz-Experten die sogenannte „gewerbliche Bestätigung zum Antrag“ (gBzA) aus. Im gBzA-Center gibt es die entsprechende Produktnummer 463. Im Anschluss bekommst du die erforderliche ID, um im KfW-Zuschussportal deinen Antrag zu stellen.

Ausführliche Informationen findest du auf den Seiten der KfW.

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