gasverbrauch-einfamilienhaus-header-net4energy

Der Gasverbrauch im Einfamilienhaus

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

19.11.2021

Letztes Update

20.04.2022

Den Gasverbrauch in deinem Einfamilienhaus effektiv senken

Im Einfamilienhaus stellt der Gasverbrauch eine spürbare Kostenstelle dar. Doch mit der richtigen Weise zu heizen kannst du deinen durchschnittlichen Verbrauch schnell senken.

Inhalt des Blogartikel

Wie hoch ist der Gasverbrauch in deinem Einfamilienhaus?

Sowohl für Hauseigentümer, die ein eigenes Einfamilienhaus bewohnen, als auch für Mieter von entsprechenden Objekten gelten die Heizkosten als größter Faktor bei den Nebenkosten. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, um den Gasverbrauch im Einfamilienhaus zu reduzieren. Doch wie kannst du den Energieverbrauch für Gas in deinem Haushalt genau bestimmen?

 

Berechnung von Gaskosten für ein Einfamilienhaus

Der Blick auf die Abrechnung zeigt, dass die Gaskosten nach dem Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) angegeben werden. Anders als beim Stromzähler zeigt dein Gaszähler im Keller aber nicht kWh an, sondern m³ (Kubikmeter). Wenn du bereits eine oder mehrere ältere Gasabrechnungen einsehen kannst, lässt sich der Gasverbrauch bezogen auf die Wohnfläche deines Einfamilienhauses relativ schnell ermitteln. 2 Varianten sind gängig:

  • Ermittlung des durchschnittlichen Verbrauchs pro Monat (Jahresverbrauch geteilt durch 12)
  • Ermittlung des durchschnittlichen Jahresverbrauchs pro Quadratmeter

Der Monatsverbrauch ist weniger aussagekräftig, weil die so ermittelten Werte natürlich nicht den erhöhten beziehungsweise verminderten Heizbedarf während oder außerhalb der Heizperiode abbilden. Im Juli wirst du in der Realität weniger Gas verbrauchen als im Dezember. Der durchschnittliche Gasverbrauch pro Jahr und Quadratmeter ist für den Vergleich mit anderen Einfamilienhäusern besser geeignet. Willst du eine neue Heizung anschaffen, dient diese Zahl ebenfalls zur Ermittlung des Einsparpotenzials verglichen mit deinem alten Heizsystem.

Umrechnung des Gasverbrauchs von Kubikmeter in Kilowattstunden

Gas ist nicht gleich Gas. Je nach Gasanbieter kann der Brennwert deutlich variieren. Dieser gibt an, wie viel gebundene Energie in einem Brennstoff durch die Verbrennungsprozesse in der Heizung freigesetzt werden. Bei Erdgas hängt der Brennwert von der Zusammensetzung ab (zum Beispiel Methananteil) – man könnte also auch von unterschiedlicher Gasqualität sprechen. In Deutschland unterscheiden die Gasanbieter zwischen L-Gas (low calorific gas) und H-Gas (high calorific gas). Rund drei Viertel der deutschen Haushalte verbrennen H-Gas. Bis zum Jahr 2030 soll nur noch das energetisch wertvollere H-Gas in Deutschland verkauft werden. 

Tipp: Wenn du eine neue Gasheizung anschaffst, informiere dich, welche Gasart bei dir angeboten wird. Die zukünftige Umstellung von L- auf H-Gas erfordert eine Anpassung von Brenner und Heizsystem. Es hat also Sinn, eine Heizung zu kaufen, bei der die Umstellung ohne großen Aufwand möglich ist.

Neben dem Brennwert sollte außerdem die Zustandszahl bekannt sein, um den Gasverbrauch umrechnen zu können. Diese Kennziffer gibt den Betriebszustand sowie etwaige Abweichungen des Normzustandes der Gaslieferung wieder. Der Betriebszustand bezieht sich auf das Volumen des Erdgases an deiner Entnahmestelle im Haus. Sie variiert manchmal stark, weil sie von Temperatur und Luftdruck beziehungsweise Höhenlage der Verbrauchsstelle abhängig ist. Den Brennwert und die Zustandszahl erfährst du normalerweise beim Gasanbieter oder auf bereits vorhandenen Gasabrechnungen.

Berechnungsformel zur Umrechnung von m³ in kWh

Mit dieser Formel ermittelst du die Energiemenge in Kilowattstunden:

Brennwert (kWh/m³) x Zustandszahl x Volumen (m³) = Energiemenge in kWh

Sind die Werte alle bekannt, kannst du damit deinen tatsächlichen Gasverbrauch im Einfamilienhaus ziemlich exakt berechnen. Mit dem Ergebnis ist ein aussagekräftiger Vergleich der Gastarife möglich. Falls du weder Brennwert noch Zustandszahl kennst, kannst du dich an diesen Schätzwerten orientieren:

Jährlicher Gasverbrauch (Heizung) nach Wohnfläche (Schätzwerte):

  • Einfamilienhaus (150 m² Wohnfläche): circa 20.000 kWh/Jahr
  • Einfamilienhaus (200 m² Wohnfläche): circa 30.000 kWh/Jahr
  • Wohnung (50 m² Wohnfläche): circa 7.000 kWh/Jahr

Welche Faktoren beeinflussen den Gasverbrauch im Einfamilienhaus?

Was sagen diese Zahlen überhaupt aus? Gerade, wenn du von einer Wohnung in ein Einfamilienhaus umziehst, steigen die Gaskosten in der Regel an. Der Gasverbrauch hängt dabei nicht nur von der reinen Wohnfläche ab, sondern auch von der Anzahl der Bewohner in einem Haushalt beziehungsweise deren Verbrauchsgewohnheiten. So verbraucht eine Familie in einem Einfamilienhaus deutlich mehr Warmwasser als ein 2-Personen-Haushalt in einer Stadtwohnung. Auch die Räume werden durch die jeweiligen Bewohner oft sehr unterschiedlich beheizt.

Hinzu kommt der Zustand des Hauses. In einem schlecht gedämmten Altbau fällt der Gasverbrauch deutlich anders aus als in einem energetisch sanierten Einfamilienhaus oder gar einem Niedrigenergiehaus. Daher können deine individuellen Werte je nach Wohnsituation erheblich von den Durchschnittswerten beim Gasverbrauch für Einfamilienhäuser abweichen.

 

Wie lassen sich Kosten und Gasverbrauch reduzieren?

Du kennst nun deinen durchschnittlichen Gasverbrauch für dein Einfamilienhaus mehr oder weniger genau. Um deine Heizkosten zu senken, gibt es vor allem folgende Möglichkeiten:

  • Reduzierung des Gasverbrauchs
  • Kosten für den Gasbezug verringern
  • moderne Brennwerttechnik verbauen
  • Dämmzustand des Hauses optimieren
  • Heizung optimal einstellen

Die Kosten für Gas lassen sich vergleichsweise einfach optimieren: Suche dir anhand deines Durchschnittsverbrauchs einen günstigeren Gasanbieter. Besonders wenn du gerade in dein Einfamilienhaus eingezogen bist, hängst du vermutlich an der relativ teuren Grundversorgung. Ähnlich wie beim Stromanbieter ist der Wechsel des Gasanbieters über die einschlägigen Vergleichs- und Wechselportale recht einfach und unkompliziert möglich. Binde dich aber nicht zu langfristig an einen bestimmten Gasanbieter, damit du flexibel bleibst.

Tipp: Wusstest du, dass du auch als Mieter ein Recht darauf hast, dass der Vermieter einen günstigen Gasanbieter sucht? Da es sich um einen durchlaufenden Posten handelt, beschäftigen sich viele Vermieter nicht mit diesem Thema, doch durch einen Anbieterwechsel lassen sich die Kosten oft erheblich senken.

Etwas mehr Aufwand erfordert die Reduzierung deines Gasverbrauchs. Vor allem der Einbau moderner Brennwerttechnik im Rahmen einer Heizungsmodernisierung macht viel aus. Hinzu kommen intelligentes Heizverhalten, energetische Sanierung und andere sinnvolle Maßnahmen. Hier verraten wir dir wichtige Tipps zum Thema Gas sparen.

 

Mehr Transparenz und weniger Verbrauch dank Smart Home

Neben den üblichen Methoden greifen immer mehr Hausbesitzer und Mieter auf die Vorzüge eines Smart Homes zurück, um so unter anderem ihren durchschnittlichen Verbrauch an Gas, Warmwasser und Co. zu senken. Dabei halten automatisierte Haushaltsgeräte Einzug in dein Zuhause und unterstützen dich in jeglichen Situationen des Alltags. Im Bereich des Heizens betrifft das insbesondere smarte Thermostate, die an deiner Gasheizung befestigt werden. 

 

Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Reglern liegt darin, dass die smarten Modelle ihre Umwelt registrieren und den Heizbedarf so flexibel anpassen. Dank der zugehörigen App erkennt das System, wenn keine Bewohner mehr zuhause sind und fährt dementsprechend die Temperaturen herunter. Mit Hilfe von zusätzlichen Fenstersensoren erfährt das Thermostat zudem, wie lange du lüftest und richtet sich danach.

Die smarte Heizungssteuerung bietet darüber hinaus noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten. So erlaubt dir die App, von überall auf deine Thermostate zuzugreifen. Dadurch kannst du deine Räume schon einmal langsam vorheizen, sobald du auf dem Nachhauseweg bist. Direkt vor Ort ist ebenso sehr die Nutzung einer Sprachsteuerung möglich. Obendrein können Eigenheimbesitzer auch ihre Kesselsteuerung in das System mit einbinden und so die Laufzeiten von Brenner und Umwälzpumpe noch besser an den tatsächlichen Wärmebedarf anpassen.

 

Kenne deinen Gasverbrauch im Einfamilienhaus, um Kosten zu sparen

In Deutschland werden Einfamilienhäuser noch immer überwiegend mit Gas beheizt. Grund genug, den eigenen Gasverbrauch möglichst genau zu kennen. Denn nur dann kannst du einschätzen, ob dein Haus einen zu hohen Verbrauch hat. Daher bilden die korrekten Berechnungsformeln sowie die Beispiele bezüglich eines durchschnittlichen Gasverbrauchs in Kilowattstunden (kWh) die ideale Basis für deine persönliche Kostenreduktion.

Außerdem sparst du durch die Optimierung des Gasverbrauchs nicht nur Kosten, sondern entlastest auch die Umwelt. Neben der Modernisierung und Dämmung von Technik und Haus hilft gegebenenfalls auch der Wechsel des Gasanbieters, die Heizkostenrechnung weiter zu senken. Mit einer Prise Technikbegeisterung können zudem Elemente aus dem Smart-Home-System eine sinnvolle Option sein, um deinen Gasverbrauch zu automatisieren und demnach weiter zu verringern. Dabei liegt es bei dir, wie umfangreich die Komponenten ausfallen sollen.

gasverbrauch-einfamilienhaus-energie-sparen-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über das Energie sparen erfahren? Kaufe jetzt unseren ultimativen Guide!
jetzt kaufen