gasverbrauch-durchschnitt-energie-sparen-header-net4energy

Der durchschnittliche Gasverbrauch

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

13.12.2021

Letztes Update

31.08.2022

Die Bedeutung des durchschnittlichen Gasverbrauchs

Dein durchschnittlicher Gasverbrauch hängt von vielen Faktoren ab, an denen du leicht sparen kannst. Verbrauchst du weniger Kilowattstunden (kWh), sinken auch deine Kosten.

Inhalt des Blogartikels

Ein Umdenken im Gasverbrauch bahnt sich an

Bedingt durch die Corona-Pandemie und die Absenkung der Mehrwertsteuer im Juli 2020 waren die Gaspreise zunächst spürbar gesunken. Im August 2020 waren sie dann so niedrig wie zuletzt vor 10 Jahren. Eine Kilowattstunde (kWh) kostete durchschnittlich 5,88 Cent. Aber das änderte sich spätestens im Verlauf des anschließenden Jahres. Einen grundlegenden Wandel stellt das neue Brennstoffemissionshandelsgesetz dar, welches die CO₂-Steuer in die Preisgestaltung mit einfließen lässt. Der Ausstoß einer Tonne CO₂ kostet seither 25 Euro extra; 2025 werden es 55 Euro sein.

Hinzu kommt die global gestiegene Nachfrage nach Gas. Das führt dazu, dass die Gaspreise seit Ende des Jahres 2020 um durchschnittlich 18 Prozent gestiegen sind. Für das Jahr 2022 soll sich dieser Wert abermals auf durchschnittlich 20 Prozent erhöhen. Grund genug, sich den durchschnittlichen Gasverbrauch einmal genauer anzuschauen und nach Einsparmöglichkeiten zu suchen.

 

Was sagt der Gasverbrauch aus?

Wie hoch der Verbrauch deines Haushalts in kWh ist, kannst du deiner Gasrechnung entnehmen. Anhand der dort aufgelisteten Daten siehst du dann relativ genau, zu welchen Kosten und Konditionen du das Gas bezogen hast. Das kann für dich von Bedeutung sein, wenn du vorhast, den Gasanbieter zu wechseln oder du dich zum Energiesparen motivieren möchtest, weil du feststellst, dass dein Gasverbrauch zu hoch ist. Folgende Angaben zum Gasverbrauch findest du in deiner Abrechnung:

  • den Preis pro Kilowattstunde (kWh) oder Kubikmeter (m³)
  • den Abrechnungszeitraum
  • die geleistete Abschlagszahlungen
  • den Anfangs- und Endstand des Zählers
  • sowie Vertragsdaten, Laufzeit, Konditionen etc.

Welche Faktoren beeinflussen den Gasverbrauch?

Auch wenn du Erdgas zum Kochen verwendest (1 Prozent), verbrauchst du trotzdem den größten Teil der Energie für Heizung (85 Prozent) und Warmwasser (14 Prozent). Und genau hier hast du auch die besten Chancen, bestimmte Gegebenheiten zu ändern, die deinen Verbrauch beeinflussen. Zum einen ist dies das Verbrauchsverhalten des gesamten Haushalts, sprich der Bewohner. Wer gerne täglich lange und heiß duscht, stellt schon einmal einen Faktor dar. Wohnst du beispielsweise in einem alten, schlecht gedämmten Einfamilienhaus, hast du mit den hohen Wärmeverlusten, die dadurch entstehen, bereits einen weiteren Faktor entlarvt. Nennst du dann noch eine in die Jahre gekommene Heizung dein Eigen, bist du erneut fündig geworden.

 

So kannst du deinen Gasverbrauch reduzieren

Die einfachste Lösung ist das Ändern des Verbraucherverhaltens eines Haushalts. Neben kürzeren Duschzeiten ist das Absenken der Raumtemperatur ein probates Mittel. Den Unterschied zwischen einer Raumtemperatur von 21 Grad Celsius und 23 Grad Celsius spüren viele nicht einmal. Doch aus Kostensicht bringt das schon einiges. So bedeutet jedes Grad Celsius weniger bereits rund 6 Prozent weniger Gasverbrauch (in kWh).

Allerdings sollten gedrosselte Raumtemperaturen niemals auf Kosten der Behaglichkeit gehen. Eine Temperaturabsenkung in der Nacht trägt ebenfalls zu Energieeinsparung bei. Über einen Raumthermostaten ist das schnell eingestellt. Wann ein Zimmer die Wohlfühltemperatur erreicht, ist natürlich individuell verschieden. Dennoch gibt es Richtwerte, welche Raumtemperaturen empfehlenswert sind.

  • 20 Grad Celsius bis 23 Grad Celsius sind in Wohnräumen ideal.
  • Für das Badezimmer werden Temperaturen von durchschnittlich 23 Grad Celsius empfohlen.
  • In der Küche sind 18 Grad Celsius vollkommen ausreichend, schließlich entsteht beim Kochen und Backen reichlich Wärme.
  • Für einen gesunden Schlaf sind 15 Grad Celsius bis 18 Grad Celsius perfekt. Du siehst, zum Einsparen von Gas gibt es vielfältige Möglichkeiten.

Neue Wärmedämmung und Heizungstausch für einen niedrigeren Gasverbrauch

Etwas aufwändiger und mit hohen Kosten verbunden sind die Wärmedämmung und der Heizungsaustausch. Falls du die Gebäudehülle dämmen lässt und gleichzeitig eine neue Gas-Hybridheizung installierst, sind bis zu 70 Prozent Energieeinsparung drin. Bei einem Einfamilienhaus kommen da schnell 40.000 Euro zusammen, je nach Umfang der Sanierungsmaßnahmen. Ideal ist zwar die Kombination beider Maßnahmen, denn je besser das Haus gedämmt ist, umso weniger Heizleistung muss die neue Heizung mitbringen, was die Anschaffungskosten natürlich senkt. Weil das aber richtig ins Geld gehen kann, ist es oft sinnvoller, nicht alles auf einmal zu machen.

Wurde dein Einfamilienhaus vor 1984 gebaut, erfüllt es nicht die in der aktuellen Energie-Einsparverordnung (EnEV) geforderten Energieeffizienz-Mindeststandards. Die Installation einer neuen Heizung wäre zwar günstiger als eine Gebäudedämmung, aber nicht wirklich sinnvoll. Denn durch die schlechte Gebäudedämmung wären die Wärmeverluste nach wie vor viel zu hoch. Zudem wäre bei einer nachträglichen Dämmung in diesem Fall die Heizung überdimensioniert. Hier ist es ratsam, erst zu dämmen und später eine neue Heizung zu installieren.

Wohnst du in einem Haus, das nach 1984 fertiggestellt wurde, verhält es sich genau andersherum. Denn Gebäude dieser Altersklasse erfüllen bereits das Minimum der aktuell geforderten Wärmedämmung. Der Austausch der Heizung führt somit bereits zu einer relativ hohen Energieeinsparung. Kombinierst du den Heizungsaustausch mit der Installation einer Solarthermieanlage, sind Energiekosteneinsparungen von bis zu 40 Prozent realisierbar.

Übrigens: von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wird die Gebäudesanierung sowie der Heizungsaustausch durch günstige Kredite und Zuschüsse gefördert:

Das sind die Maßnahmen für mehr Energieeffizienz:

  • Dämmung der Fassade und Sonnenschutz
  • Dämmung des Daches
  • Erneuerung der Fenster und Sonnenschutz
  • Einbau einer Heizungsanlage
  • Einbau einer Photovoltaikanlage
  • Einbau einer Solarthermieanlage

So ermittelst du deinen durchschnittlichen Gasverbrauch

Grundsätzlich ist das gar nicht so schwer. Wenn du deinen durchschnittlichen Gasverbrauch berechnen möchtest, teilst du einfach den Jahresverbrauch (kWh/Jahr) durch 12. Den durchschnittlichen Tagesverbrauch dividierst du entsprechend durch 365.

Falls du jedoch wissen möchtest, wie hoch der durchschnittliche Gasverbrauch pro Quadratmeter ist, teilst du den Jahresverbrauch durch Quadratmeterzahl der zu beheizenden Wohnfläche. Muss es einmal schnell gehen, kannst du den durchschnittlichen Verbrauch auch schätzen. Nachfolgend zeigen wir dir grobe Schätzwerte, die du dazu heranziehen kannst:

 

Haushaltsgröße durchschnittlicher Gasverbrauch (kWh/Jahr
Wohnung 30m2 4.000
Wohnung 50m2 7.000
Wohnung 100m2 14.000
Reihenhaus 20.000
Einfamilienhaus 30.000

 

Dank Smart Home den Gasverbrauch immer im Blick haben

Nun erreicht dich deine finale Gasabrechnung nur einmal im Jahr, weshalb du deinen tatsächlichen Verbrauch in der Regel erst dann rückverfolgen kannst. Das macht es schwer, deine aktuellen Heizgewohnheiten angemessen zu optimieren. Womöglich solltest du deine Temperatur doch noch ein wenig runterdrehen, um deine gewünschte Ersparnis zu erreichen - oder du liegst bereits längst im grünen Bereich und machst größere Abstriche als nötig. Wie also kannst du einen detaillierteren Einblick in deinen Gasverbrauch erlangen?

Eine Möglichkeit ist die Erweiterung deines Heizsystems um Elemente aus dem Smart Home. Dabei installierst du automatisiertes Haushaltsequipment in deinen vier Wänden, um regelmäßige Handgriffe zu optimieren oder gar vollkommen an die Technik abzugeben. Darunter fallen Optionen wie smarte Lichter, die du über die Sprachsteuerung in Helligkeit und Farbe verstellst, oder auch ein smartes Türschloss, das dich beim Reintragen der Einkäufe bereits über dein Smartphone erkennt und dir automatisch die Wohnungstür öffnet. Bezogen auf deinen Gasverbrauch sind am ehesten smarte Heizkörperthermostate interessant.

Im Gegensatz zu traditionellen Heizreglern kannst du die smarte Variante über die zugehörige App so programmieren, dass deine Heizung die Temperatur zu regelmäßigen Zeiten verringert bzw. erhöht. So senkst du in jedem Fall deinen Gasverbrauch, wenn du morgens das Haus bzw. die Wohnung verlässt und findest zugleich eine frisch aufgewärmte Wohnfläche wieder, wenn du zurückkommst. Bei einem Haushalt mit mehreren Personen ist das System weiterhin in der Lage zu erkennen, ob sich gegenwärtig jemand in einem Raum aufhält und gibt dementsprechend das Signal an das Heizkörperthermostat weiter. Zusammen mit diesen Funktionen kannst du dir dann auch nicht nur deinen durchschnittlichen, sondern deinen aktuellen Gasverbrauch in der App anzeigen lassen.

 

Am Ende zählt der Gasverbrauch in jedem Haushalt

Wenngleich Erdgas und Flüssiggas im Vergleich zu allen anderen fossilen Energieträgern  am wenigsten die Umwelt belasten, so schaden sie ihr doch. Es ist daher wichtig, zum Schutz von Klima und Umwelt, auch den Gasverbrauch schnellstmöglich auf null zu setzen. Sonnen- und Umweltwärme können Gas im Bereich Heizung und Warmwasser gut ersetzen.

Bis dahin kannst du deinen Verbrauch mit den richtigen Maßnahmen reduzieren und Kosten sparen. Diese Maßnahmen können ggf. zusätzliche Investitionen nach sich ziehen, doch gleichen sich diese mit der Zeit über die Ersparnis wieder aus. Zudem bringen Optionen wie das Smart Home auch einen gewissen Technikspaß mit sich. Somit hält die Verringerung deines durchschnittlichen Gasverbrauchs vielerlei Vorzüge bereit.

gasverbrauch-durchschnitt-energie-sparen-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über das Energie sparen erfahren? Kaufe jetzt unseren ultimativen Guide!
jetzt kaufen