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Fußboden sanieren: So klappt es

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

01.07.2022

Letztes Update

01.07.2022

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Bodenbeläge haben keine unbegrenzte Lebensdauer. Ob aus optischen oder funktionalen Beweggründen: Wenn du heute einen Fußboden sanieren möchtest, solltest du auf einiges achten.

Inhalt des Blogartikels

Warum solltest du im Altbau den Fußboden sanieren?

Wenn du eine Bestandsimmobilie kaufst oder bereits längere Zeit in einem Altbau wohnst, stellt sich früher oder später die Frage nach dem Zustand des Bodenbelags. Je älter ein Gebäude ist, desto komplexer kann dieses Projekt ausfallen. Speziell in Sachen Dämmung trägt die Erneuerung des Fußbodens zur Energieeffizienz des Gebäudes bei.

Darüber hinaus gibt es selbstverständlich auch andere Gründe, um den Bodenbelag zu tauschen. So können Allergien dich dazu zwingen, bestimmte Materialien aus dem Haus zu verbannen. Häufig sind es jedoch einfach Abnutzungserscheinungen, Beschädigungen und eine nicht mehr zeitgemäße Optik, die Hausbesitzer zur Sanierung ihrer Fußböden bewegen.

Können Heimwerker im Altbau den Fußboden sanieren?

Selbermachen liegt voll im Trend und besonders beim Innenausbau können versierte Heimwerker viele Dinge selbst übernehmen. Willst du jedoch deinen Fußboden sanieren, kommt es sehr auf die Details an:

  • Welche Art Bodenbelag möchtest du verwenden?
  • Welcher Belag war bisher im Haus verbaut?
  • Willst du den Bodenbelag (zum Beispiel historische Dielen) wiederverwenden?
  • Wie sieht es mit der Unterkonstruktion des Bodens, der Dämmung und den begleitenden Arbeiten aus?

Manche Tätigkeiten solltest du einem Fachbetrieb überlassen, denn eine falsch ausgeführte Fußbodensanierung kann durch Feuchtigkeitsbildung, unzureichende Dämmung oder handwerkliche Mängel zum teuren Ärgernis werden. Andere Dinge, wie die Verlegung eines neuen Teppichs oder von Laminat, kannst du häufig selbst erledigen.

Gründliches Arbeiten ist besonders wichtig beim Sanieren des Fußbodens im Altbau

Vielleicht am wichtigsten ist folgender Rat, wenn du in deinem Altbau den Fußboden sanieren möchtest: Mach keine halben Sachen.

Bei Bodenbelägen, die schon mehrere Jahrzehnte alt sind, geht der Aufwand meist über eine normale Renovierung hinaus. Alte Dämmstoffe und Füllmaterialien, die Unebenheiten ausgleichen, müssen abgetragen und fachgerecht entsorgt werden. Ist der Unterbau des Bodens aus Holzbalken oder Brettern reparaturbedürftig, steht mitunter der komplette Austausch der Unterkonstruktion an.

Gerade in älteren Gebäuden ist es sinnvoll, den Unterbau der Böden von fachkundigen Menschen beurteilen zu lassen. Der Zustand von Holzbalken und anderen Konstruktionen wirkt sich direkt auf die Statik und Bauphysik aus. Schon deshalb solltest du nicht ohne Vorkenntnisse daran herumbasteln.

Tipp: In Altbauten sind Aufbau und Zustand der Unterkonstruktion oft nicht bekannt. Die Beschaffenheit der Bausubstanz ist jedoch nur ein Aspekt. Zu beachten sind außerdem Rohrleitungen, Elektrokabel oder Stützträger, die im Weg sein können. Da diese Komponenten ebenfalls sehr alt sind, solltest du auch sie gegebenenfalls direkt erneuern lassen, um späterem Ärger vorzubeugen.

 

Im Altbau den Fußboden sanieren: Schritt für Schritt vorgehen

Die folgenden Punkte solltest du beachten, wenn es um die Fußbodensanierung geht:

Der alte Fußboden muss raus

Hier kannst du selbst mithelfen. Das passende Werkzeug vorausgesetzt ist es auch für Heimwerker machbar, alte Bodenbeläge zu entfernen. Verklebte Teppichböden oder genagelte Bretter lassen sich natürlich schwieriger entfernen als ein schwimmend verlegtes Klicklaminat. Achte immer auf die fachgerechte Entsorgung.

Was steckt unter dem Fußboden?

Den Fußboden zu sanieren, heißt nicht nur, den eigentlichen Bodenbelag zu erneuern. Die Unterkonstruktion kann aus altem Zement, Estrich, Sand, Holzbalken, Stahlträgern und allem möglichen bestehen, was zum Zeitpunkt des Hausbaus Stand der Technik war.

Um Unebenheiten im Boden auszugleichen, werden Zwischenräume mit einer sogenannten Fehlbodenfüllung gedämmt – früher meist mit Heu, Stroh oder auch Sand. Dieses alte Dämmmaterial solltest du komplett entfernen und durch neue, schalldämmende Füllungen austauschen lassen.

Bist du nicht sicher, wie der Zustand der Unterkonstruktion zu beurteilen ist, lass lieber den Fachmann ran. Ganz wichtig ist neben der intakten Statik die Beseitigung von möglichen Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung. Hier gilt: Im Zweifel lieber austauschen.

Dämmung erneuern

Beim Thema „Fußboden sanieren“ ist die Dämmung aus drei Hauptgründen erforderlich:

  • optimale Wärmedämmung (Energieeffizienz)
  • Trittschallschutz (Wohnkomfort)
  • Feuchtigkeitsschutz (Erhalt der Gebäudesubstanz)

Wenn du eine Fußbodenheizung nutzen möchtest, kannst du eine neue einbauen oder eine vorhandene modernisieren lassen.

Auf jeden Fall solltest du eine zeitgemäße Dämmung einbauen. Hierfür gibt es verschiedene Optionen. Ohne Wärmedämmung wird Heizwärme teilweise nach unten abgegeben, was nicht zielführend ist. Außerdem schluckt die Dämmung den Schall und kann bei Einbettung der Fußbodenheizung in die Dämmung Lasten besser aufnehmen und verteilen.

Daher muss das Dämmmaterial stabil genug sein, dass es sich nicht verformt oder zusammendrücken lässt. Da nicht alle Dämmstoffe druckstabil sind, kommen häufig Kunststoffdämmplatten aus Hartschaum oder Polystyrol zum Einsatz. Kommt es auf geringe Aufbauhöhen an, können Vakuumdämmplatten eine Lösung sein, bei denen die Schichtdecke bei gleicher Dämmwirkung reduziert ist.

Ein Vorteil von Kunststoffplatten ist, dass sie sich mit Noppen und Aussparungen für die Aufnahme von Leitungen und Rohren (zum Beispiel auch für die Fußbodenheizung) versehen lassen.

Für eine ökologische Dämmung unter Fußbodenheizung und Bodenbelag gibt es mittlerweile noch weitere Alternativen, wie Zellulose, Kokosfaser, Holzfaserplatten oder andere natürliche Materialien.

Hinweis: Arbeiten an Bodenbelägen unterliegen diversen Vorschriften und Normen, die je nach Vorhaben (besonders bei einer energetischen Sanierung) einzuhalten sind.

Unebenheiten beseitigen: Das A und O beim Sanieren des Fußbodens

Möchtest du Estrich verwenden, sollte die Dämmung grundsätzlich unterhalb des Estrichs verbaut sein. Das gilt unabhängig davon, ob eine Fußbodenheizung vorhanden ist oder nicht, um die Wärmeverteilung zu optimieren.

Außerdem gleicht der Estrich Unebenheiten aus und stellt einen glatten, stabilen Untergrund für das Verlegen des Bodenbelags dar. Bei Holzbalkendecken ist vorab unbedingt die Tragfähigkeit zu beachten.

Materialien für die Sanierung des Fußbodens

Um den Fußboden im Altbau zu sanieren, stehen verschiedene Technologien zur Verfügung, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.

Fließestrich

Fließestrich eignet sich ideal für die Verlegung von Fußbodenheizungen, erfordert aber lange Trocknungszeiten und einen Feuchtigkeitsschutz für die Deckenkonstruktion. Außerdem sollte der Estrich nicht direkt an Wände anstoßen, um die Schallübertragung zu minimieren.

  • kann kleinere Unebenheiten ausgleichen
  • verteilt Lasten sehr gleichmäßig
  • ideal für den Einbau einer Fußbodenheizung
  • selbstnivellierend
  • gegebenenfalls hohes Eigengewicht
  • Feuchtigkeitsschutz für Unterkonstruktion erforderlich
  • lange Trocknungszeit

Trockenestrich

Trockenestrich gilt als ideale Alternative für Heimwerker. Es gibt keine Trocknungszeiten und die Verarbeitung ist auch bei alten Holzbalkendecken ohne Feuchtigkeitsschutz möglich. Unebenheiten müssen allerdings durch eine trockene Ausgleichsschüttung beseitigt werden. Ebenfalls positiv ist das geringe Eigengewicht von Trockenestrich.

  • gute Dämmeigenschaften und Trittschallschutz
  • kein separater Feuchtigkeitsschutz erforderlich
  • relativ leicht
  • keine Trocknungszeiten
  • eignet sich für fast alle Bodenbeläge
  • erfordert trockene Ausgleichsschüttung gegen Unebenheiten
  • nicht immer für Fußbodenheizung geeignet

Gussasphalt

Gussasphaltestrich ist ein Gemisch aus Bitumen, Sand, Kies und Split und muss heiß aufgetragen werden. Dafür erfordert er anschließend nur geringe Wartezeiten, bis der Fachbetrieb den Bodenbelag verlegen kann. Im privaten Bereich kommt er eher selten zum Einsatz.

  • sehr geringe Stärke
  • lässt sich schnell verarbeiten
  • neuer Bodenbelag kann nach 24 Stunden verlegt werden
  • nicht selbstnivellierend
  • nicht immer ideal für Fußbodenheizung

Fußboden sanieren: Materialien und Kosten

Die Kosten für einen neuen Boden sind nur schwer zu pauschalisieren. Daher sind die folgenden Angaben als grobe Annäherung zu verstehen (Materialkosten pro Quadratmeter, Abweichungen je nach Qualität möglich):

  • Fliesen: ab 25 Euro
  • Teppichboden: ab 10 bis 25 Euro
  • Parkett: ab 30 bis 150 Euro
  • Laminat: ab 10 bis 15 Euro
  • Linoleum: ab 20 bis 80 Euro
  • Vinyl oder PVC: ab 15 Euro
  • Kork: ab 25 bis 55 Euro

Hinzu kommen die Arbeits- und Materialkosten für Vorarbeiten, die Dämmung und Verlegung, die sich je nach Aufwand und Wohnort stark unterscheiden können.

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