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Feuchte Wände sanieren: Optionen

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

25.03.2022

Letztes Update

25.03.2022

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Sind Wände feucht, musst du schnell handeln. Folgeschäden können enorm sein – für deine Gesundheit und dein Haus. Wir erklären dir, wie du feuchte Wände sanieren lassen kannst.

Inhalt des Blogartikels

Feuchte Wände: Eine schnelle Sanierung muss her

Wasser ist ein wertvolles Gut. Doch an der Wand oder im Mauerwerk möchte es niemand haben. Aber was tun, wenn genau das der Fall ist? Am Anfang steht die Ursachenforschung. Dann folgt die Schadensbeseitigung oder Sanierung der feuchten Wände.

Feuchte Wände in den Wohnräumen oder im Keller können sowohl in Altbauten wie auch in neu gebauten Häusern auftreten. Damit kein gesundheitsgefährdender Schimmel entstehen kann oder es zu Schäden an der Bausubstanz kommt, solltest du aber immer schnell handeln und die feuchten Wände sanieren lassen, egal ob Altbau oder Neubau.

In der Regel sind es das falsche Verhalten der Bewohner und bauliche Mängel, die zu feuchten Wänden führen.

Woran erkenne ich feuchte Wände?

Dass die Fensterscheiben ab und zu beschlagen, weil du zum Beispiel beim Kochen die Küchentür offengelassen oder ausgiebig heiß geduscht hast, ist normal und durch Lüften schnell beseitigt.

Ob du aber echte Probleme mit Feuchtigkeit hast, erkennst du beispielsweise an nassen Stellen an der Wand, die langsam größer werden. Stockflecken (das sind muffig riechende Verfärbungen an der Wand oder auf der Tapete) sind Vorboten von Schimmel durch Feuchtigkeit. Lösen sich plötzlich Teile oder einzelne Bahnen der Tapete, sind das weitere untrügliche Anzeichen.

Platzt die Wandfarbe samt Putz von der Wand, dann ist das Mauerwerk schon stark und über längere Zeit durchfeuchtet. Im schlimmsten Fall führt dann die Feuchtigkeit zu Materialverlust, was die Stabilität der Wände gefährdet. Kommt Feuchtigkeit mit mineralischen Bauteilen in Berührung, bilden sich an der Maueroberfläche Salzausblühungen (kristalline Salzablagerungen).

Nachfolgend haben wir für dich die Ursachen aufgelistet, die am häufigsten für feuchte Wände und entsprechende Sanierungen verantwortlich sind:

Zu hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen

Der Mensch sondert pro Tag bis zu 3 Liter Wasser über den Urin, Atem und durch Schwitzen aus. Das macht bei einem Haushalt mit 4 Personen im Schnitt immerhin bis zu 12 Liter Wasser täglich.

Hinzu kommt noch die Feuchtigkeit durch Kochen, Geschirrspülen, Duschen, Baden und Wäschetrocknen im Raum. Das sind jedoch noch nicht alle Feuchtigkeitsquellen in Innenräumen.

Zimmerpflanzen beispielsweise geben den Großteil des Gießwassers durch Verdunstung an die Raumluft ab. Auch Luftbefeuchter oder Aquarien tragen zu erhöhter Luftfeuchte bei.

Trifft diese feuchte Luft auf kalte Oberflächen wie Wände oder Fensterscheiben, entsteht Kondenswasser, das sich dann dort absetzt.

Wärmebrücken

Eigentlich sollen Häuser so gebaut werden, dass keine Kälte- oder Wärmebrücken entstehen. Leider gelingt das nicht immer. An Stellen im Raum mit Wärmebrücken entweicht die Wärme schneller nach außen als dort, wo es keine gibt.

Durch dieses Missverhältnis bildet sich dann Feuchtigkeit an den Wänden. Besonders gefährdet sind Bereiche wie Heizkörpernischen, Fenster über den Heizkörpern sowie Rollladenkästen und Balkons.

Fehlende oder fehlerhafte Dämmung

Bei ungedämmten Außenwänden ist während der Heizperiode die Temperatur der inneren Wandoberfläche mehrere Grad Celsius niedriger als die Raumluft. Dadurch kühlt die warme Raumluft an der Wand so stark ab, dass sich Feuchtigkeit an der Wand niederschlägt.

Bei einer falsch oder fehlerhaft ausgeführten Dämmung kann sich ebenfalls Feuchtigkeit an kalten Stellen der Innenwand bilden. Es kann auch passieren, dass sich die Feuchtigkeit in der Dämmung selbst ansammelt und diese somit ihre Funktion verliert.

Undichtes Dach

Hier kann es sein, dass Regenwasser in die Wände rinnt, die dieses dann aufnehmen, wodurch in mehreren Räumen Feuchteschäden entstehen. Vor allem Flachdächer sind besonders gefährdet.

Schlagregen

Schlagregen entsteht, wenn starker Regen und kräftiger Wind gleichzeitig auftreten. Durch den Druck des Windes wird das Regenwasser in den Putz gepresst und sammelt sich darunter. Die Durchfeuchtung beschädigt dann unter Umständen das Mauerwerk und kann bis in die Konstruktion vordringen.

Kaputte Rohre

Sind Wasser- oder Abwasserleitungen undicht oder gebrochen, dringt das Wasser in die Wände und durchfeuchtet sie.

Defekte Regenrinnen

Bei verstopften oder kaputten Dach- oder Regenrinnen kann das Regenwasser nicht mehr ausreichend oder überhaupt nicht ablaufen. Es fließt dann die Hauswand entlang. Diese saugt sich nach und nach voll und die Feuchtigkeit gelangt irgendwann auch in die Wohnräume.

Bodenfeuchtigkeit

Vor allem bei Altbauten haben erdberührte Bauteile keine Abdichtung gegen Feuchtigkeit aus dem Boden. Dadurch kann diese ungehindert in das Sockelmauerwerk sowie in die Kellersohle (Bodenplatte) und die äußeren Kellerwände eindringen und diese schädigen. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass die Feuchtigkeit in den Kapillaren der Mauern bis in die Obergeschosswände aufsteigt.

Du siehst: Beginnend vom Dach bis runter zum Keller bieten sich der Feuchtigkeit zahlreiche Möglichkeiten, ins Haus zu gelangen. Hauptverursacher für feuchte Wände sind jedoch die Bewohner.

Wenn du die feuchten Wände sanieren lassen willst, solltest du in der Regel eine Fachfirma beauftragen.

Feuchte Wände sanieren: Möglichkeiten & Kosten

Aufwendige Sanierungen musst du in der Regel nur ausführen, wenn die Feuchtigkeit vom Boden hoch ins Mauerwerk eindringt oder bei einem Rohrbruch. Feuchte Wände durch ein defektes Dach oder Wasserschäden durch ein Leck bei Geschirrspüler oder Waschmaschine bekommst du in den Griff, indem du den Schaden beseitigst, die Wand durch Zufuhr von Wärme und durch Lüften trocknest und anschließend renovierst.

Durch richtiges Heizen und Lüften kannst du auch dafür sorgen, dass Schäden durch zu hohe Luftfeuchtigkeit gar nicht erst auftreten. Öffne die Fenster mehrmals am Tag für 10 bis 15 Minuten vollständig. Stelle für diesen Zeitraum die Heizung ab. Lüfte und heize alle Räume regelmäßig und ausreichend.

Die Luftfeuchtigkeit sollte bei circa 20 Grad Celsius Raumtemperatur um die 50 Prozent betragen. Überprüfen kannst du das mithilfe eines Hygrometers oder einer Wetterstation für den Innenbereich. Beides ist schon für kleines Geld zu haben. Eine gute und professionell angebrachte Wärmedämmung hilft ebenfalls zu verhindern, dass sich an kalten Bauteilen Feuchtigkeit niederschlagen kann.

Reichen Heizen und Lüften nicht aus, müssen professionelle Bautrockner und Heizgebläse zum Einsatz kommen. Eine 20-tägige Trocknungszeit nach einem Rohrbruch kostet rund 800 Euro. Wobei die Stromkosten den Löwenanteil ausmachen.

Steckt die Feuchtigkeit in der Mauer, sind aufwendige Sanierungsmaßnahmen unvermeidbar. Wie teuer das Sanieren feuchter Wände für dich wird, hängt davon ab, wie groß der Schaden ist und mit welchen Maßnahmen dieser behoben werden soll.

Die teuerste, aber zuverlässigste Methode, einen Keller trockenzulegen, ist das vertikale Verfahren, die Abdichtung von außen. Dazu muss die Fachfirma jedoch entlang der Fundamentmauer einen 80 Zentimeter breiten Graben ausheben, was nicht immer möglich ist. Vor allem in Altbauten wird oft die Horizontalsperre, die aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden abhalten soll, nachträglich ergänzt.

Injektionsverfahren

Mit etwa 80 Euro pro Quadratmeter ist das Injektionsverfahren sehr günstig. Es ist aber nur bei einer Durchfeuchtung unter 50 Prozent sinnvoll. Dazu bohrt der Experte Löcher in die Wand. In diese spritzt er manuell eine Abdichtungsmasse, die sich in der Wand ausbreitet und so eindringende Feuchtigkeit blockiert.

Bei höherer Wanddurchfeuchtung kommt die teurere Druckinjektion zur Anwendung. Durch den Druck werden mehr Porenräume aufgefüllt. Zudem drängt er noch vorhandenes Wasser heraus.

Mauersägeverfahren

Hierbei sägt die Fachfirma die Wand horizontal auf. Eine Abdichtung bestehend aus einer Edelstahlplatte oder einer Polyethylenfolie kommt zwischen die Schnittfläche beziehungsweise Fuge und wird verpresst. Hier musst du mit Kosten von 100 bis 150 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Mauertauschverfahren

Nach und nach werden einzelne Mauerteile entfernt, mit einer Kunststofffolie oder einer Bitumenbahn als Horizontalsperre abgedichtet und wieder zugemauert. Die Kosten bewegen sich hier zwischen 200 bis 250 Euro pro Quadratmeter.

Dichtschlämme

Mit mineralischen Dichtschlämmen kannst du Keller, Wände und Böden durch eine atmungsaktive Wassersperrschicht vor eindringendem Wasser schützen. Dichtschlämme werden in mehreren Schichten aufgetragen, trocknen jedoch recht schnell aus. Das Auftragen kostet dich etwa 50 bis 60 Euro die Stunde.

Sanierputz

Sanierputz ist eine preiswerte Lösung, um sowohl Feuchtigkeit als auch Salzausblühungen zu verhindern. Sanierputz trägt der Profi nach der Trockenlegung meist in vier Schichten auf. Vor dem Auftragen sind sämtliche vorhandenen Putzschichten zu entfernen.

Sanierputz kannst du für Innen- und Außenwände einsetzen und Kosten von etwa 50 Euro pro Quadratmeter ansetzen. Allerdings ist dies keine Dauerlösung. Sanierputz musst du meist alle 3 bis 5 Jahre erneuern.

Für alle Maßnahmen gilt: Das Trockenlegen und Sanieren von feuchten Wänden sind unverzichtbar für den Erhalt deines Hauses und deiner Gesundheit.

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