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Entsorgung & Recycling: So klappt es

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

14.02.2021

Letztes Update

15.03.2022

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Entsorgung und Recycling leicht gemacht

Das produziert jeder: Müll. Das kennt jeder: zugemüllte Sammelstellen. Das ärgert jeden: mit Kartons verstopfte Papiertonnen. Erfahre hier, wie du richtig entsorgst und recycelst.

Inhalt des Blogartikel

Müll oder Abfall?

Geht es um die Abfallentsorgung der Privathaushalte und des Gewerbes, werden Müll und Abfall umgangssprachlich synonym verwendet, was auch richtig ist. In der Fachsprache hingegen wird im Rahmen der Entsorgung nur von Abfall gesprochen. Auch im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) wird ausschließlich die Bezeichnung Abfall verwendet und eindeutig aufgelistet, was alles unter den Begriff fällt.

 

Abfallentsorgung: So schaut es aus

Wie das Statistische Bundesamt im Dezember 2020 meldete, wurden im Jahr 2019 insgesamt 38 Millionen Tonnen Abfälle bei den deutschen Privathaushalten eingesammelt. Das sind 457 Kilogramm pro Kopf. Insgesamt wurden 0,3 Millionen Tonnen (0,8 Prozent) mehr Müll produziert als 2018. Wobei die Zunahme der Entsorgungsmenge nahezu vollständig durch Bioabfälle verursacht wurde. Haushaltsabfälle sind:

  • Hausmüll (Restmüll)
  • Bioabfälle
  • Wertstoffe
  • Sperrmüll
  • sonstige Abfälle (beispielsweise Batterien und Farben)

Mit 12,1 Millionen Tonnen hat sich die von den Privathaushalten gesammelte Menge an Wertstoffen im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls kaum verändert. Das sind 146 Kilogramm pro Kopf. Zu den Wertstoffen, die von den Privathaushalten entsorgt werden, gehören:

  • Glas
  • Kunststoffe
  • Metall
  • Verbundstoffe

Offizielle Recyclingquote nicht ganz korrekt

Laut Plastikatlas, den die Heinrich-Böll-Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) 2019 herausgegeben haben, wurden die 5,2 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle aus Privathaushalten und Gewerbe zu 60 Prozent verbrannt. Gerade einmal knapp 17 Prozent dieses Plastikmülls wurden in Deutschland als Sekundärrohstoff für neue Produkte wiederverwendet. Der Rest wurde ins Ausland verschifft. Generell sind die offiziellen Zahlen etwas problematisch. Sie sind höher, als sie tatsächlich sind, weil die Quote direkt nach der Sortierung des Abfalls erhoben und nur der Input ins Recycling-System erfasst wird. Müllexporte nach dem Sortieren werden nicht herausgerechnet.

 

Warum ist Kreislaufwirtschaft so wichtig?

Die Weltbevölkerung, die Nachfrage nach nur begrenzt verfügbaren Ressourcen und das Konsumbedürfnis wachsen weltweit unaufhörlich und damit zwangsläufig auch die Müllberge. Über 2,5 Milliarden Tonnen Abfall pro Jahr produzieren allein die Länder der Europäischen Union. Davon wird ein Großteil verbrannt – darunter wiederverwertbare Wertstoffe. Es werden aber nicht nur wertvolle Materialien unwiederbringlich vernichtet, sondern unter anderem auch große Mengen des klimaschädlichen CO2 (Kohlenstoffdioxid) freigesetzt. 

Mit der Kreislaufwirtschaft sollen diese Probleme gelöst werden. Man orientiert sich dabei am Stoffkreislauf der Natur, in dem kein Abfall entsteht, sondern alle Stoffe wiederverwertet werden. 1972 wurde in Deutschland mit dem Abfallbeseitigungsgesetz (AbfG) die erste bundeseinheitliche Regelung des Abfallrechts geschaffen. Das aktuelle Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) ist seit dem 1. Juni 2012 in Kraft. Das KrWG gibt in § 6 eine fünfstufige Abfallhierarchie als Kernelement vor:

  • Vermeidung
  • Vorbereitung zur Wiederverwendung
  • Recycling
  • sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung
  • Beseitigung

Die Maßnahme zur Abfallbewirtschaftung ist diesem Grundsatz entsprechend bestmöglich zum Schutz von Mensch und Umwelt auszuwählen. Technische, wirtschaftliche und soziale Gesichtspunkte müssen dabei im Rahmen der Kreislaufwirtschaft berücksichtigt werden.

 

Bei der Entsorgung und dem Recycling zählt die richtige Reihenfolge

Die Vermeidung von Abfall sollte auch in deinem Haushalt stets oberste Priorität haben. Die Weiter- oder Wiederverwendung folgt in der Rangliste gleich danach. Das Recycling, also die Aufbereitung und anschließende Wiederverwendung der Rohstoffe, sollte noch vor der endgültigen Abfallbeseitigung stehen.

Weiter- und Wiederverwendung

Wahrscheinlich geht es dir auch so: Du kaufst ein neues Produkt, weil es gerade angesagt ist oder dir dein altes einfach nicht mehr gefällt, obwohl dieses noch voll gebrauchstüchtig beziehungsweise funktionsfähig ist. Schmeiß die alten Sachen nicht einfach weg, sondern überlege, ob du wirklich etwas Neues brauchst und du mit der Weiterverwendung eigentlich ganz gut klarkommst.

Falls nicht, ist noch immer nicht die Tonne angesagt, denn es gibt inzwischen einen großen Secondhand-Markt unter anderem für Bekleidung und technische Geräte. Da kannst du sogar noch etwas Geld verdienen und der Neukauf wird für dich günstiger. Das Verschenken und Spenden sind weitere Optionen, um die Entsorgung beziehungsweise den Abfall zu vermeiden und so die Umwelt zu schonen.

Recycling

Hierbei handelt es sich um die Wiederaufbereitung entsorgter Wertstoffe, um daraus neue Produkte herzustellen. In der Regel wird durch ein Schmelzverfahren das ursprüngliche Produkt zerstört. Der so gewonnene Sekundärrohstoff steht dann anschließend für die Herstellung neuer Produkte zur Verfügung.

Inwiefern ein Material für das Recycling geeignet ist, hängt davon ab, wie sortenrein es am Ende ist. Erst dann lässt sich feststellen, ob es zur erneuten Verwertung für Downcycling oder Upcycling taugt.

Downcycling

Das Wort „down“ suggeriert es ja bereits: Es geht nach unten. Gemeint ist, dass beim Recycling die ursprüngliche Eigenschaft eines Materials nicht mehr zu 100 Prozent gegeben ist. Was leider oft der Realität entspricht. Nur durch Zugabe von neuem Primärmaterial (beispielsweise Kunststoff oder Papier) kann aus dem Sekundärrohstoff wieder ein verwertbares Produkt hergestellt werden; allerdings mit gesunkener Materialqualität. Das trifft in der Regel auf Plastik und Papier zu. Recyclingpapier beispielsweise erkennst du an der leicht grauen Farbe und der etwas rauen Struktur.

Natürlich ist Downcycling nicht unendlich möglich. Nach jedem Bearbeitungsprozess verliert das Material weiter an Qualität und landet irgendwann dann doch in der Abfallverbrennungsanlage. Aber nicht nur die Qualität von Downcycling-Produkten besiegelt deren Schicksal. Sobald der Energieaufwand zu groß ist, um noch taugliches Material herzustellen, bedeutet dies ebenfalls die endgültige Entsorgung, sodass nur noch der Weg in die Müllverbrennung bleibt.

Upcycling

Upcycling bedeutet die Aufwertung des Ausgangsmaterials. Sind alte Möbel noch gut in Schuss, kannst du sie aufarbeiten und mal vintage oder modern gestalten. Beim Upcycling kannst du Holzkisten oder auch Autoreifen mit etwas Kreativität sehr gut wiederverwerten oder umfunktionieren. Es entstehen praktische Unikate wie beispielsweise Hocker aus Autoreifen, Betten und Sofas aus Europaletten oder Weinregale aus Fallrohren. Das Upcycling alter Kleidung wird auch immer beliebter.

 

Damit das Recycling klappt: Wie entsorgst du deinen Müll richtig?

Wichtig ist, dass du bereits daheim ordentlich trennst, denn Sortieranlagen sind darin nicht so gut. Entsorge daher möglichst alle Stoffe klar getrennt. Denn je besser du trennst, umso einfacher ist es für die Anlagen, nach Kunststoffarten und Metallen zu sortieren. Es ist daher auch nicht hilfreich, wenn du beispielsweise Kunststoffe in eine leere Aluminiumdose stopfst, bevor du sie in den gelben Sack gibst. Joghurtbecher beispielsweise bestehen aus Kunststoff, die Deckel aber aus Aluminium. Werden beide nicht getrennt entsorgt, hat der Scanner einer Müllanlage Probleme, sie eindeutig zu identifizieren: Der Joghurtbecher wird dann aussortiert und steht nicht mehr zum Recycling zur Verfügung.

Das Trennen von Glas nach Weiß, Grün/Blau und Braun ist wichtig, weil nur Glas mit dem gleichen Farbton recycelbar ist. Befindet sich nur eine grüne Flasche im Container für Weißglas, führt das dazu, dass sich beim Einschmelzen das Glas verfärbt, folglich kein klares Weißglas mehr hergestellt werden kann und ein Recycling nicht möglich ist.

Allein aus Gründen der Fairness anderen gegenüber solltest du Kartons zerlegen, bevor du sie in den Altpapiercontainer gibst. Ganze Kartons nehmen sehr viel Platz weg. Auch das Abstellen von Sperrmüll neben den Containern ist nicht gerade sehr entgegenkommend. Volle Container werden per Kran auf den Lkw gehoben und durch einen leeren ersetzt. Der Fahrer hat gar keine Zeit, sich um die Entsorgung des bewusst falsch abgestellten Mülls zu kümmern.

Das gehört in den gelben Sack beziehungsweise in die gelbe Tonne

  • Kunststoff
  • Verbundmaterial wie Getränkekartons oder beschichtete Tiefkühlverpackungen
  • Alu
  • Weißblech

Das gehört nicht in den Glascontainer

  • Trinkgläser und Fensterglas
  • Blei- und Kristallglas
  • Spiegelglas
  • Porzellan und Keramik
  • Glühbirnen

Das gehört in den Glascontainer

  • Glasflaschen
  • Einweggläser, ohne Deckel

Das gehört nicht in den Papiercontainer

  • Backpapier
  • Thermopapier wie Kassenzettel oder Fahrkarten
  • Tetra Pak
  • Kombinationen von Papier und Plastik, jeweils getrennt entsorgen

Das gehört in den Papiercontainer

  • Papier
  • Pappe
  • Karton
  • Bücher, ohne Umschlag

Das gehört in die Biotonne

  • Essens- und Lebensmittelabfälle
  • Grünabfälle

Das gehört nicht in den Restmüll

  • Problemstoffe
  • Batterien
  • Elektrogeräte
  • Medikamente

Das gehört in den Restmüll

  • alle anderen Stoffe

Der Restmüll wird verbrannt. Die Wärme wird zur Energiegewinnung genutzt, beispielsweise als Fernwärme.

 

Richtige Entsorgung von Abfall und Recycling sind sinnvoll

Kreislaufwirtschaft ist eine gute und sinnvolle Maßnahme, das Müllproblem zu lösen, die Ressourcen zu schonen und den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu reduzieren. Es ist ein wichtiger Ansatz, den Klimawandel aufzuhalten.

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