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Energieverbrauch von Kühlschränken

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

05.01.2022

Letztes Update

24.04.2022

Energieverbrauch von Kühlschränken

Der Energieverbrauch deines Kühlschranks hängt unter anderem von der Art, Energieeffizienzklasse und deinem Nutzungsverhalten ab. Erfahre hier mehr.

Inhalt des Blogartikels

Kennst du den Energieverbrauch deines Kühlschranks?

Ein Kühlschrank hängt rund um die Uhr am Netz. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr kühlt er und benötigt dazu eine ganze Menge Strom. Wie viel das ist, hängt von einigen Faktoren ab. Aber welche Kühlschrankgröße ist die richtige? Welche Ausführung passt am besten zu dir? Falls bei dir gerade der Neukauf eines Geräts ansteht, solltest du auf einige Punkte achten, damit du dir keinen Stromfresser ins Haus holst.

 

Wovon hängt der Energieverbrauch eines Kühlschranks ab?

Laut Statista verfügten 2019 in Deutschland 48,26 Millionen Personen über eine Kühl-Gefrierkombination in ihrem Haushalt, 36,03 Millionen besaßen einen Kühlschrank und 29,18 Millionen einen Tiefkühlschrank beziehungsweise eine Tiefkühltruhe. Das bedeutet, dass im Jahr 2019 nahezu jeder Haushalt – 99,9 Prozent – in Deutschland mit einem Kühlschrank oder einer Kühl-Gefrierkombination ausgestattet war. Und sie alle verbrauchen Strom.

Die größten Stromverbraucher in einem Haushalt sind Kühl- und Gefrierschränke. Handelt es sich dabei um alte Kühlschränke, verbrauchen sie im Vergleich zu einem Gerät mit Effizienzklasse A+++ fast das Doppelte an Strom. Einer Information des BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. vom Februar 2020 zufolge machten Kühl- und Gefriergeräte und sonstige Prozesskälte 22 Prozent des Stromverbrauchs deutscher Haushalte aus.

 

Wie kühlt der Kühlschrank?

Der Prozess, mit dessen Hilfe dein Kühlschrank die darin befindlichen Lebensmittel kühl und frisch hält, basiert auf einem Kreislauf. Den Anfang stellt der Kompressor dar, der Kältemittel aus dem Verdampfer in den Kondensator pumpt. Dabei wird es komprimiert, sodass die mitgeführte Wärmeenergie zusammengedrückt und dadurch heißer wird. Diese zusätzliche Wärme entweicht daraufhin aus der Rückseite des Kühlschranks in die Umgebungsluft des Raums. Denselben Effekt erlebst du beispielsweise auch dann, wenn du deinen Fahrradreifen mit einer Pumpe aufpumpst. Die am Ventil entstehende Wärme ist nämlich nicht auf Reibung, sondern auf besagte Komprimierung zurückzuführen.

Von da aus erreicht das Kältemittel das Drossel- bzw. Expansionsventil, wo es sich wieder ausdehnt. Die verbleibende Wärmeenergie verteilt sich folglich auf ein größeres Volumen, wodurch es zu einer Abkühlung kommt. Auch dieser Effekt ist im Alltag zu beobachten - beispielsweise bei einem heißen Kaffee, der sich durch das Zuschütten von Milch abkühlt. Die Milch muss dabei nicht einmal besonders kalt sein. Das vergrößerte Volumen des Getränks reicht dafür bereits aus. Das kühle Kältemittel nimmt anschließend die Wärme aus dem Kühlschrank auf und wird durch den Kompressor wieder herausgepumpt, sodass der Kreislauf von Neuem beginnt.

Übrigens: Bei dem Kältemittel handelt es sich um keine Flüssigkeit, von der gleich mehrere Liter durch deinen Kühlschrank fließen. Stattdessen kommt ein Gas zum Einsatz, von dem gerade Mal 20 bis 65 Gramm pro Gerät gebraucht werden. Dasselbe gilt dementsprechend auch für Wärmepumpen.

 

Die üblichen Varianten eines Kühlschranks

Zu den genügsamen Geräten zählt der Kühlschrank ohne Gefrierfach. Die Kühltemperaturen bewegen sich hier zwischen 0 und 10 Grad Celsius. Diese Kühlschränke werden in den verschiedensten Größen angeboten. Da kein Gefrierfach vorhanden ist, verbrauchen sie auch am wenigsten Energie: etwa ein Drittel weniger als ein Kühlschrank mit Gefrierfach.

Entscheidest du dich für einen Kühlschrank mit Gefrierfach, ist die Sterne-Kennzeichnung auf dem Eisfach wichtig. 4 Sterne bedeuten, dass das Gefrierfach Lebensmittel für einen längeren Zeitraum auch einfrieren kann. Dazu wird eine Mindesttemperatur von -18 Grad Celsius benötigt. Gefrierfächer mit 1 bis 3 Sternen sind nur dazu geeignet, Tiefgefrorenes kurzzeitig bei etwa -12 Grad Celsius zwischenzulagern.

Wenn du deine Lebensmittel nicht nur kühlen, sondern auch einfrieren möchtest, kaufst du dir in der Regel eine Kühl- und Gefrierkombination. Der Kühl- und Gefrierbereich sind hier übereinander angeordnet. Dadurch ist der Platzbedarf für so ein Gerät relativ gering. Die Gefrierfächer befinden sich meist im unteren Bereich. Einfache Kühl-Gefrierkombinationen haben nur einen Kühlkreislauf. Geräte, die mit 2 Regelkreisen ausgestattet sind, bieten dir in etwa während deines Urlaubs die Möglichkeit, den Bereich mit den Gefrierfächern weiterlaufen zu lassen und den eigentlichen Kühlschrank auszuschalten. Verfügen die Geräte über eine No-Frost-Technik, ist das zwar sehr praktisch und angenehm, allerdings auch mit einem höheren Stromverbrauch verbunden.

Mehrzonen-Kühlschränke sind ideal, wenn du ständig viele frische Lebensmittel kühlen möchtest. Sie besitzen mehrere Fächer, für die du jeweils eine bestimmte Temperatur einstellen kannst. Aber auch diesen Service bezahlst du mit höheren Stromkosten.

 

Mit dem EU-Label den richtigen Kühlschrank finden

Das Energielabel befindet sich an jedem Kühlschrank. Wenn du dein Gerät im Internet kaufst, müssen die Daten des Energielabels angegeben werden. Die Energieeffizienzklassen neuer Kühl- und Gefriergeräte bewegen sich zwischen A+++ und A+. Ein Kühlschrank mit A+++ ist somit das effizienteste Gerät. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie betragen die jährlichen Stromkosten bei einer Kühl- und Gefrierkombination mit Effizienzklasse A+++ 40 Euro, bei Klasse A++ 60 Euro und bei einem Gerät der Klasse A+ 80 Euro.

 

Wann sollte der alte Kühlschrank raus?

Hat der alte Kühlschrank bereits 10 Jahre oder länger seine Dienste geleistet, kann sich eine Neuanschaffung lohnen. Bei Austausch eines 15 Jahre alten Gerätes durch ein neues Modell mit Energieeffizienzklasse A+++ sparst du im Jahr etwa 240 Kilowattstunden (kWh) Strom, also rund 70 Euro. Außerdem vermeidest du dadurch jährlich 140 Kilogramm Kohlendioxid (CO2). Ein A+++ Kühlschrank hat einen Verbrauch von zwischen 50 und 70 kWh Strom im Jahr, eine Kühl-Gefrierkombination circa 150 kWh. Für Technikfans sind diese Geräte auch in der Smart-Home-Variante verfügbar.

Nichtsdestotrotz solltest du dir vorher ausrechnen, wie sich deine Ersparnis über die Jahre auswirken würde. Mitunter könnte sich der verringerte Verbrauch nur gering auf deine zu zahlenden Strompreise auswirken und die Anschaffungskosten eines neuen Kühlschranks langfristig nicht decken. Weiterhin bedeutete der geringere Stromverbrauch ebensowenig eine zwangsläufige Entlastung für die Umwelt. Denn ein neuer Kühlschrank verbraucht genauso sehr Energie bei der Herstellung und dem Transport  

 

Den Stromverbrauch berechnen

Auf dem Energielabel steht auch der jährliche Energieverbrauch. Diesen musst du nur mit dem aktuellen Strompreis multiplizieren. Ist dir der Jahresstromverbrauch nicht bekannt, kannst du ihn auch messen. Es gibt dazu spezielle Messgeräte, die du auch leihen kannst:

Stromverbrauch in kWh x Strompreis in Euro = Stromkosten

Beispiel:

  • jährlicher Stromverbrauch eines Kühlschranks: 60 kWh
  • Durchschnittspreis für Strom im Januar 2021: 31,89 Cent/kWh
  • Stromkosten pro Jahr: 90 kWh x 0,3189 Euro = 28,70 Euro

Tipps für einen sparsamen Energieverbrauch

Standort

Wähle für deinen Kühlschrank einen kühlen Standort. Steht er direkt in der Sonne, am Backofen oder nahe der Heizung, fällt verständlicherweise auch der Stromverbrauch höher aus. Ohnehin sollte deine Küche nicht zu warm sein.

Größe

Für einen Ein- oder Zweipersonenhaushalt sind 100 Liter bis 150 Liter Fassungsvermögen ausreichend; jede zusätzliche Person entspricht weiteren 50 Liter. Standgeräte verbrauchen dabei meist weniger Energie als Einbaugeräte.

Innenraumtemperatur

7 Grad Celsius genügen, um Lebensmittel frisch zu halten. Jedes Grad Celsius weniger erhöht den Stromverbrauch um 6 Prozent.

Tipp: Türdichtungen solltest du regelmäßig kontrollieren und gegebenenfalls austauschen, denn entweicht Kälte, muss der Kühlschrank entsprechend nachregeln.

Inhalt

Ein gering befüllter Kühlschrank verbraucht mehr Energie als ein voller. Tiefgefrorenes solltest du im Kühlschrank auftauen – das schont nicht nur das Lebensmittel, sondern es kühlt mit, wodurch der Verbrauch an Strom geringer ist. Und lass warme Speisen erst abkühlen, bevor sie in den Kühlschrank kommen.

Tipp: Es ist stromsparender, nach dem Einkauf den Kühlschrank bei geöffneter Tür komplett zu befüllen als ihn ständig zu öffnen und zu schließen.

Längere Abwesenheit

Wenn du beispielsweise in den Urlaub fährst, rechnet es sich, den Kühlschrank auszuräumen und auszuschalten. Einige Kühlschränke haben auch eine stromsparende Urlaubseinstellung.

Einfrieren und Abtauen

Nicht zu warme und zu viele Lebensmittel auf einmal einfrieren. Das verlängert den Gefrierprozess und erhöht den Stromverbrauch.

Tipp: Um nicht zu lange bei geöffnetem Gefrierfach suchen zu müssen, sind Gefrierschubladen besser als Gefrierfächer.

Denke zudem daran, deinen Kühlschrank regelmäßig abzutauen. Schon eine Eisschicht von 1 Zentimeter erhöht den Stromverbrauch bereits um bis zu 15 Prozent.

Übrigens: Nicht nur beim Kühlschrank solltest du den Energieverbrauch im Blick haben. Es lohnt sich ebenso bei der Waschmaschine, beim Trockner und Geschirrspüler.

 

Weniger Kilowattstunden im Jahr sind das Ziel

Dass dein Kühlschrank Strom verbraucht, ist unvermeidlich, da er rund um die Uhr laufen muss. Daher kannst du ihn nicht einfach ausschalten, um deinen Stromverbrauch zu verringern. Dafür lässt sich an anderer Stelle ordentlich Energie sparen - beispielsweise wenn du deinen Kühlschrank an einer verhältnismäßig kalten Stelle platzierst und die Temperatur nicht niedriger einstellst als es wirklich notwendig ist.

Planst du deshalb dein altes Modell gegen ein neues auszutauschen, solltest darüber hinaus darauf achten, dass du nicht mehr bestellst als du wirklich brauchst. Denn viele Liter Fassungsvermögen, ein zusätzlicher Gefrierschrank etc. lassen schnell die Kilowattstunden steigen. Möchtest du aber nicht nur deinem Geldbeutel, sondern auch der Umwelt etwas Gutes tun, nutzt du das Einsparpotential und wartest bestenfalls noch ein wenig, ehe du dir ein neues Gerät zulegst.

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