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Energieverbrauch beim Gefrierschrank

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

06.08.2021

Letztes Update

24.04.2022

Energieverbrauch eines Gefrierschranks: Eine unterschätzte Größe?

Ein Gefriergerät ist praktisch. Es hilft, Lebensmittel lange zu bevorraten. Erfahre, wie hoch der Energieverbrauch des Gefrierschanks ist und mit welchen Tipps du sparen kannst.

Inhalt des Blogartikels

Millionen Gefriergeräte sind im Dauereinsatz

In Deutschland besaßen im Jahr 2020 rund 48 Prozent der Haushalte einen Gefrierschrank oder eine Gefriertruhe. Bei etwa 42 Millionen Haushalten sind dies schon fast 20 Millionen Geräte. Rund 49 Millionen Menschen haben zumindest eine Kühl-Gefrier-Kombination in ihrem Haushalt. Das Einfrieren von Lebensmitteln ist also ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens. Ohne Strom laufen diese Geräte aber nicht.

 

Stromkosten von Gefrierschränken

Da stellt sich die Frage, wie hoch der Energieverbrauch eines Gefrierschranks ist und wie du Energie sparen kannst. Denn Strom ist teuer und die Produktion belastet noch immer unsere Umwelt.

Gefriergeräte gehören zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt. Darum kannst du hier im Alltag viel Energie sparen. Die jährlichen Betriebskosten des Gefrierschranks, der Gefriertruhe oder Kühl-Gefrier-Kombination hängen von verschiedenen Faktoren ab, auf die wir später noch eingehen.

Ein kleiner Gefrierschrank (100 Liter) mit 120 Kilowattstunden (kWh) Stromverbrauch verursacht etwa 35 Euro Kosten im Jahr. Bei 250 kWh (200 Liter) sind es um die 75 Euro. Große Geräte (300 Liter) mit 350 kWh verursachen rund 105 Euro Stromkosten. Verglichen mit einem alten Gefrierschrank – 15 Jahre und älter – kannst du mit einem Neugerät bis zu 130 Euro pro Jahr sparen.

Den exakten Energieverbrauch deines Gefrierschranks ermittelst du mit einem Strommessgerät für die Steckdose. Diese Geräte gibt es inzwischen für unter 20 Euro. Du steckst das Messgerät einfach zwischen Elektrogerät und Steckdose. Je nach Ausstattung kannst du nicht nur den Stromverbrauch messen, sondern am Display auch die Stromkosten ablesen.

 

Energielabel als Richtwert

Wie die Waschmaschine, der Trockner und andere Haushaltsgeräte auch, müssen Gefriergeräte mit einem Energielabel versehen sein. Das EU-Energielabel zeigt dir unter anderem, in welche „Energieeffizienzklasse“ das Gefriergerät einzustufen ist. Die Klasse A+++ ist sehr gut und D sehr schlecht. Seit Juli 2012 dürfen keine Kühl- und Gefriergeräte mehr verkauft werden, die nicht mindestens der Energieeffizienzklasse A+ entsprechen.

Inzwischen haben diese Plus-Klassen zumindest bei Neugeräten ausgedient. Seit März 2021 gibt es neue Energieeffizienzlabels. Die Skala geht jetzt immer von A bis G. Sie ist aussagekräftiger, da neue Prüfmethoden zum Einsatz kommen, die besonders praxisnah sind.  

Es kann daher sein, dass das gleiche Modell mit dem alten Label einen niedrigeren Stromverbrauch anzeigt als das mit dem neuen Energielabel. In der Anfangsphase erreichen die wenigsten Gefriergeräte die Effizienzklasse A oder B. Das hat nichts mit ihrer Energieeffizienz zu tun, sondern damit, dass die Hersteller motiviert werden sollen mittels technischer Weiterentwicklungen die obersten Effizienzklassen zu erreichen.

 

Davon hängt der Energieverbrauch des Gefrierschranks ab

Auf der Suche nach einem sparsamen Gefrierschrank ist das Energielabel hilfreich. So kannst du den Stromverbrauch verschiedener Gefriergeräte miteinander vergleichen. Allerdings musst du auch berücksichtigen, dass die abgedruckten Verbrauchsdaten unter festgelegten Bedingungen im Labor ermittelt wurden. Wie viel Strom der Gefrierschrank oder die Gefriertruhe bei dir zuhause tatsächlich verbrauchen, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Energieeffizienzklasse
  • Standort
  • Fassungsvermögen
  • Gefriertemperatur
  • Befüllung
  • Zustand
  • Alter des Geräts
  • Stromtarif  

So wird der Gefrierschrank nicht zur Kostenfalle

Wenn du nachfolgende Tipps beachtest, kannst du davon ausgehen, dass dein Gefriergerät effizient arbeitet:

Standort

Neben dem Backofen, den Heizkörpern oder in der Nähe von Sonnenlicht durchfluteten Fenstern kommt dein Gefrierschrank ganz schön ins Schwitzen. Das treibt bei nicht nur bei Gefriertruhen, sondern auch bei Kühlschränken den Energieverbrauch in die Höhe.

Gefriergeräte mögen es kühl. Ideal sind niedrige Umgebungstemperaturen wie sie im Keller, einer Speise- und Abstellkammer oder auch in der Garage vorherrschen. Außerdem solltest du das Gerät immer mit etwas Abstand zur Wand aufstellen, um einen Wärmestau zu vermeiden.

Fassungsvermögen

Ein halb gefüllter Gefrierschrank arbeitet nicht effizient. Das Gerät sollte daher immer möglichst voll bestückt sein. Um das zu erreichen, solltest du den Gefrierschrank deinem Bedarf anpassen. Berücksichtige dabei, dass gefrorene Lebensmittel nicht unbegrenzt haltbar sind und sich die Haltbarkeitsdaten unterscheiden. Folgende Volumenangaben dienen dir als Richtwerte:

  • 1 Person 60 Liter
  • 2 Personen 140 Liter
  • 4 Personen 250 Liter

Wenn du oft große Mengen einfrierst – zum Beispiel viele Sonderangebote aus dem Supermarkt – könnte eine Gefriertruhe für dich interessant sein. Diese benötigt bei gleichem Rauminhalt etwa 20 Prozent weniger Energie. Zudem kannst du auch größere Lebensmittel unterbringen.

Gefriertemperatur

Optimal zum Einfrieren und Aufbewahren von Lebensmitteln ist eine Temperatur von minus 18 Grad Celsius. Darüber oder darunter sollte sie nicht liegen, sonst steigt der Stromverbrauch bzw. Energieverbrauch deines Gefrierschranks.

Befüllung

Je länger dein Gefrierschrank geöffnet ist, umso mehr Kälte entweicht. Dementsprechend muss das Gerät viel Energie aufwenden bis es wieder auf Temperatur ist. Halte daher Ordnung und beschrifte Behälter mit selbst Eingefrorenem. Hier kannst du zum Beispiel das Datum und einen Hinweis auf den Inhalt vermerken. Das erspart dir langes Suchen. Achte auch darauf, nur ausgekühlte Speisen einzufrieren.

Zustand

Wenn die Dichtungen porös, vereist oder verschmutzt sind, kann es passieren, dass die Tür nicht mehr richtig schließt. Dadurch geht Energie verloren und du verbrauchst unnötig viel Strom. Hier hilft es, die Dichtung ab und an zu überprüfen und zu reinigen. Eine defekte Türdichtung kannst du zwar austauschen, aber je nach Alter des Gefriergerätes ist der Kauf eines neuen, effizienten Modells eventuell die wirtschaftlichere Lösung. Wenn sich Eisschichten gebildet haben, solltest du das Gerät ausräumen und abtauen. Denn auch das führt zu einem unnötigen hohen Energieverbrauch deines Gefrierschrankes.

Alter

Grundsätzlich solltest du über die Anschaffung eines neuen Gefrierschrankes oder einer Gefriertruhe nachdenken, wenn das Modell etwa 10 Jahre alt ist. Denn hinsichtlich der Effizienz hat sich in dieser Zeit einiges getan.

Erfüllt der alte Gefrierschrank noch zuverlässig seine Aufgabe und hat einen akzeptablen Stromverbrauch, solltest du ihm mit Blick auf die Nachhaltigkeit weiter betreiben. Denn um ein Neugerät zu produzieren, werden wichtige Rohstoffe unter hohem Energieaufwand verarbeitet.

Stromtarif

Wenn du regelmäßig Stromanbieter vergleichst und bei günstigeren Angeboten wechselst, kannst du die Betriebskosten deines Gefrierschranks ebenfalls senken.

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