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Diese Energiesparhaus-Arten gibt es

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

11.12.2021

Letztes Update

07.09.2022

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Aus diesen Energiesparhaus-Arten kannst du wählen

Das Sparen von Energie hilft, die Klimaschutzziele zu erreichen. Das Energiesparhaus ist daher eine wichtige Bauweise. Welche verschiedenen Arten es gibt, schildern wir dir hier.

Inhalt des Blogartikels

Was ist ein Energiesparhaus?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass eigentlich jedes Haus, das Energie spart, ein Energiesparhaus ist. Das hängt damit zusammen, dass die Bezeichnung nur einen allgemeinen Standard beschreibt. Wie viel und auf welche Weise Energie eingespart wird, kannst du nicht sofort erkennen.

Der aktuelle Neubaustandard ist das Niedrigenergiehaus. Es hat einen Primärenergiebedarf von rund 40 bis 75 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr. Somit sind alle Gebäude, deren Energiebedarf spürbar unter diesen gesetzlich vorgeschriebenen Verbrauchswerten liegen, Energiesparhäuser. Das Niedrigstenergiehaus wird das Niedrigenergiehaus (KfW-Effizienzhaus 100) ablösen und dann zum vorgeschriebenen Standard.

Welche Energiesparhaus-Art du auch baust: Du reduzierst immer deinen Energieverbrauch und deine Energiekosten um ein Vielfaches. Zudem lebst du energieeffizienter, umweltbewusster und schonst Umwelt sowie Klima.

Die vorgegebenen Mindestwertwerte für den Energiestandard von Neubauten wurden erstmals 2002 in der Energieeinsparverordnung (EnEV) für Neubauten festgelegt und immer wieder angehoben. Seit November 2020 gibt das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) die energetischen Anforderungen für den Neubau und die Sanierung vor. Typisch für die Energiesparhaus-Arten ist, dass sie optimal gedämmt und die Wärmeverluste niedrig sind. Sie verfügen über hocheffiziente Heiz- und Lüftungstechnik und setzen erneuerbare Energien ein.

Grundsätzlich sind die Mindestwerte für den Energiestandard im GEG nahezu die gleichen wie die in der EnEV. Der Öl-Brennwertkessel jedoch wurde aus dem Referenzgebäude verbannt und durch einen Gas-Brennwertkessel ersetzt. Die Gebäudeautomation – Smart Home – ist jetzt auch als energiesparende Technik im Referenzgebäude anerkannt, ebenso erneuerbar erzeugter Strom.

 

Welche Energiesparhaus-Arten gibt es?

Wenngleich der Begriff „Energiesparhaus“ nicht geschützt ist, haben sich im allgemeinen Verständnis verschiedene Baukonzepte und Energiestandards durchgesetzt, die dieser Bauweise zugeschrieben werden. Wobei es unerheblich ist, ob du das Energiesparhaus als Massivhaus, Fertighaus oder Holzhaus baust.

  • KfW-Effizienzhaus
  • Niedrigstenergiehaus
  • Nullenergiehaus
  • Passivhaus
  • Plusenergiehaus
  • 3-Liter-Haus
  • Sonnenhaus

KfW-Effizienzhaus

Für die förderfähigen KfW-Effizienzhäuser sind genaue gesetzliche Energiestandards vorgegeben. Eine Kennzahl gibt hier die Effizienzhaus-Stufe an. Je kleiner der Zahlenwert, umso geringer ist der Energiebedarf. Baust du beispielsweise ein KfW-Effizienzhaus 40, muss der Energiebedarf des Gebäudes mindestens 60 Prozent unter dem des Effizienzhauses 100 (GEG-Mindestanforderungen) liegen: 100 - 40 = 60.

Niedrigstenergiehaus

Nach deutscher Interpretation handelt es sich bei dieser Energiesparhaus-Art um Gebäude, welche die Anforderungen des KfW-Effizienzhaus-55-Niveaus nach Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 beziehungsweise GEG erfüllen oder noch besser sind. Laut EU-Richtlinie 2010/31/EU weisen Niedrigstenergiegebäude eine sehr hohe Gesamtenergieeffizienz auf. Der nahe null liegende, sehr geringe Energiebedarf sollte zu einem wesentlichen Teil durch erneuerbare Energie gedeckt werden.

Nullenergiehaus

Das Nullenergiehaus ist quasi die nächste Stufe des Niedrigstenergiehauses. Kennzeichnend für ein Nullenergiehaus ist, dass sich in der Jahresbilanz der Energiebezug von außen durch die eigene Energieerzeugung – beispielsweise Photovoltaikanlage – ausgleicht. Strom und Wärme musst du also nicht zwingend komplett selbst produzieren. Selbst die Dämmwerte eines Passivhaus-Standards muss das Haus nicht erreichen. Eine gute Dämmung der Gebäudehülle muss bei dieser Art des Energiesparhauses natürlich dennoch gegeben sein.

Passivhaus

Diese Energiesparhaus-Art benötigen im Winter kein extra Heizsystem, um für ausreichend Wärme zu sorgen. Es ist luftdicht gedämmt. Die noch erforderliche Wärmeenergie liefert eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Lediglich an sehr kalten Tagen ist eine einfache Zusatzheizung nötig. Dies kann beispielsweise eine kleine Wärmepumpe sein, die idealerweise in das Lüftungskonzept integriert wird.

Die passiven Wärmegewinne in einem Passivhaus erzielen große, nach Süden ausgerichtete, dreifach verglaste Fensterfronten, die Abwärme von Personen und technische Geräte. Eine Photovoltaikanlage sorgt beispielsweise für die Stromversorgung.

Plusenergiehaus

Das Plusenergiehaus produziert mehr Energie, als im Durchschnitt für Heizung und Strom verbraucht werden kann. Voraussetzung für diesen Energiestandard beziehungsweise diese positive Energiebilanz ist ein äußerst effizientes Gesamtkonzept aus Wärmedämmung, Anlagentechnik und erneuerbaren Energien. Den Strom erzeugt in der Regel eine Photovoltaikanlage. Überschussstrom kannst du bei dieser Energiesparhaus-Art in das öffentliche Stromnetz einspeisen.

3-Liter-Haus

Was ein 3-Liter-Haus genau ausmacht, ist nicht klar festgelegt. Ziehst du jedoch das KfW-Effizienzhaus als Vergleichswert heran, liegt es mit einem Energieverbrauch von circa 30 kWh (Energiegehalt von 3 Liter Heizöläquivalent) pro Jahr und Quadratmeter hinsichtlich Energiestandard zwischen dem KfW-Effizienzhaus 55 und 40. Auch das gut gedämmte 3-Liter-Haus überzeugt durch einen sehr geringen Heizwärmebedarf und Kosteneffizienz. Wie alle Energiesparhaus-Arten ist es äußerst emissionsarm und daher wichtig für den Klimaschutz.

Obwohl sich die Bezeichnung 3-Liter-Haus auf Heizöl bezieht, soll hier keineswegs eine Ölheizung installiert werden. Vielmehr solltest du mit einer Wärmepumpe oder in Kombination mit einer modernen Gas-Brennwertheizung Wärme erzeugen.

Sonnenhaus

Die Umsetzung dieser Energiehaus-Art ist nicht überall möglich, denn die aus Solarenergie gewonnene Wärme wird in sehr großen Wassertanks zwischengespeichert. Diese zylindrischen Schichtspeicher werden meist im Haus oder zumindest möglichst nah am Haus aufgestellt und ragen nicht selten vom Keller bis zum Dach. Ein unterirdischer Einbau ist aber auch möglich.

Sonnenhäuser beziehen das ganze Jahr über 50 bis 100 Prozent der für Heizung und Warmwasser benötigten Energie von der Sonne. Das gut gedämmte Sonnenhaus muss daher mit ausreichend Solarkollektoren auf dem Dach und/oder an der Fassade ausgestattet sein.

 

Energiesparhäuser: Viele Bezeichnungen, ein Ziel

Die verschiedenen Energiesparhaus-Arten stehen für energiesparendes, nachhaltiges und umweltschonendes Bauen; unabhängig davon, für welche Art du dich entscheidest. Kennzeichnend für ein Energiesparhaus sind die gute Dämmung, äußerst niedrige Energiekennwerte, eine effiziente Gebäudetechnik sowie der Einsatz erneuerbarer Energien.

Diese Eigenschaften sorgen allerdings auch dafür, dass Neubauten, die unter dem KfW-Effizienzhaus-Niveau 100 liegen, ein gutes Stück teurer sind. Doch mit Blick auf die immens steigenden Energiepreise und dem so wichtigen Schutz von Klima und Umwelt, sollte jeder, der es sich leisten kann, die Mehrkosten für ein Energiesparhaus nicht scheuen. Zur Motivation nachfolgend die Vor- und Nachteile von Energiesparhäusern:

Vorteile von Energiesparhäusern

  • sehr hohe Energiekostenersparnis
  • Unabhängigkeit von Energiepreiserhöhungen
  • sehr große CO2-Ersparnis
  • hoher Wohnkomfort
  • frische, gefilterte Raumluft
  • Brennstoffraum und Kamin werden überflüssig

Nachteile von Energiesparhäusern

  • hohe Investitionskosten
  • möglichst südorientierte Bauweise
  • aufwendige Planung
  • Lüftungsanlage zwingend erforderlich
  • ohne entsprechende Maßnahmen schnelles Aufheizen im Sommer
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