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Energetische Sanierung: Ein Überblick

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

29.11.2021

Letztes Update

17.03.2022

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Energetische Sanierung ist aktiver Klimaschutz

Die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre steigt weiter an. Mit der energetischen Sanierung deines Hauses leistest du einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und sparst Geld.

Inhalt des Blogartikels

Was bedeutet „energetische Sanierung“ eines Gebäudes?

Renovieren dient vor allem der optischen Verschönerung. Mit der Modernisierung möchtest du meist Schäden beseitigen oder den Zustand auf den aktuellen Stand des Bauens oder der Technik bringen. Im Gegensatz dazu nimmst du mit der energetischen Sanierung bauliche Änderungen an einem Bestandsgebäude vor, um den Energieverbrauch zu reduzieren.

 

Was bringt dir die energetische Sanierung?

Wenn du in einem schlecht sanierten Eigenheim wohnst, leidest du aufgrund der stark gestiegenen Preise für Öl und Gas besonders. Aber auch Umwelt und Klima leiden, denn es werden sehr viele Schadstoffe erzeugt. Wenn du hier effektiv entgegensteuern möchtest, ist die energetische Sanierung die beste Maßnahme. Durch eine Wärmedämmung senkst du den Energieverbrauch für die Heizung, Warmwasserbereitung und Lüftung und somit auch den CO2-Ausstoß sowie deine Energiekosten. Das behagliche Wohnen durch die verbesserte Wohnqualität kommt noch obendrauf.

Die energetische Gebäudesanierung ist auch ein wichtiges nationales Thema. Aus diesem Grund vergeben die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) für die energetische Sanierung großzügige Förderungen. Doch dazu später mehr.

 

Muss ich das komplette Haus energetisch sanieren?

Nein, meist ist das nicht unbedingt nötig. In welchem Umfang du energetisch sanieren lassen musst, hängt stark vom Alter des Gebäudes und dem baulichen Zustand ab. Zu den klassischen Maßnahmen zur Senkung des Energiebedarfs zählen beispielsweise die Wärmedämmung des Dachs, der Fassade, der Kellerdecke und der Heizungsrohre, der Austausch alter und undichter Fenster sowie der Eingangstür, die Installation einer effizienten Heizung und der Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.

Wärmedämmung ist die wichtigste energetische Sanierungsmaßnahme

Die meiste Wärmeenergie geht über ungedämmte Bauteile verloren. Um die 9 Monate im Jahr herrschen in Deutschland so niedrige Außentemperaturen, dass die Gebäude über ihre Außenbauteile rund um die Uhr auskühlen. Diesen Zeitraum darfst du nicht mit der Heizperiode verwechseln, die typischerweise vom 1. Oktober bis zum 30. April eines Jahres gilt. Selbst im Sommer gibt es Tage mit Temperaturen unter 20 Grad Celsius. Ist das Haus nicht ausreichend gedämmt, bleibt der Heizenergieverbrauch hoch – selbst dann, wenn du auf moderne Heiztechnik setzt.

Sanierung oft sowieso erforderlich

Spezielle Bauteile und Bereiche deines Hauses musst du, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, erneuern lassen. Das ist allein schon wichtig, um die Funktionalität und den Wert deines Hauses zu erhalten. Entsprechend groß sind dann der damit verbundene bauliche Aufwand und die Kosten, zum Beispiel, wenn in einem Altbau die komplette Elektroinstallation und die Rohrleitungen auszutauschen sind.

 

Komplett sanieren oder schrittweise?

Aus wirtschaftlicher Sicht ist eine rein schrittweise Sanierung nicht unbedingt die ideale Lösung. Oft ist es besser, verschiedene Maßnahme miteinander zu kombinieren.

Durch die Wärmedämmung der Gebäudehülle reduziert sich der Wärmebedarf des Hauses. Dadurch kannst du eine Heizung mit niedriger Leistung oder sogar eine Wärmepumpe einbauen. Willst du jedoch jede dieser Maßnahmen einzeln voneinander durchführen, solltest du in jedem Fall die Wärmedämmung an die erste Stelle stellen. Steht eine Erneuerung der Fenster an, sollte die Dämmung der Außenwände hingegen an zweiter Stelle stehen. Denn der spätere Fenstereinbau ist dann meist nur mit großem Mehraufwand möglich.

Energetische Sanierungsmaßnahmen, für deren Durchführung ein Baugerüst erforderlich ist, solltest du zusammenlegen, weil du dann die Gerüstkosten nur einmal aufbringen musst. Grundsätzlich solltest du bei der energetischen Gebäudesanierung das Fachwissen und die Erfahrung eines Energieberaters nutzen. Vom Heizungstausch abgesehen ist dies zudem eine Fördervoraussetzung, wenn du einen Zuschuss des BAFA oder ein Darlehen der KfW in Anspruch nehmen möchtest.

 

Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus

Die Energiestandards und die Bezeichnung KfW-Effizienzhaus sind durch die Zusammenarbeit der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), des ehemaligen Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) entstanden. KfW-Effizienzhäuser stehen für einen geringen CO2-Ausstoß sowie eine effiziente Gebäude- und Heizungstechnik.

Der Jahresprimärenergiebedarf eines neuen oder sanierten Hauses wird dabei mit dem eines Referenzgebäudes (100 Prozent) gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) verglichen. Für die Gebäudesanierung gibt es die Effizienzhaus-Stufen 40, 55, 70, 85 und 100. Die Zahlen beschreiben den Grad der Energieeffizienz und den jährlichen Primärenergiebedarf in Prozent. Je niedriger die Zahl, desto niedriger ist auch der Energiebedarf des Hauses. Ein KfW-Effizienzhaus 55 beispielsweise verbraucht 55 Prozent der Energie eines Standard-Neubaus nach GEG.

Übrigens: Häuser, die dem aktuellen Stand des GEG entsprechen, sind auch unter dem Namen Niedrigenergiehäuser bekannt. Wer neu baut, muss ausreichend dämmen und sein Haus mit effizienter Heiztechnik ausstatten, um die Anforderungen des GEG zu erfüllen. Der GEG-Neubaustandard entspricht dem Effizienzhaus-Niveau 100. Die Bezeichnung „Niedrigenergiehaus“ ist eigentlich nicht geschützt, hat sich aber als Oberbegriff für effiziente Bau- und Sanierungsstandards etabliert. Dazu zählen beispielsweise neben Häusern nach GEG auch KfW-Effizienzhäuser, Passivhäuser und Niedrigstenergiehäuser.

Das Passivhaus ist automatisch ein KfW-Effizienzhaus 55

Das hängt damit zusammen, weil ein Passivhaus aufgrund seiner Bauweise und technischen Ausrüstung die Anforderungen an ein Energiesparhaus nach Effizienzhaus-Niveau 55 mehr als erfüllt.

 

Wann solltest du über eine energetische Sanierung nachdenken?

Verbraucht dein Haus zu viel Energie, ist es höchste Zeit, zu handeln. Zudem sind die Zeiten günstiger Öl- und Gaspreise aller Wahrscheinlichkeit nach endgültig vorbei. Eine effiziente Heizung sowie die Wärmedämmung der Gebäudehülle sind hier die Lösungen. Weht dir abends beim Fernsehen oder Lesen ein kalter Hauch über die Schulter, ist Schluss mit Gemütlichkeit. Um Behaglichkeit und Wohnkomfort zu erreichen, hilft nur ein Austausch der Fenster, eventuell inklusive der Fassadendämmung und der Dämmung der obersten Geschossdecke zum Dach hin.

Aber auch die Lebensdauer einzelner Bauteile der Gebäudehülle ist ein Zeichen dafür, dass es Zeit ist, zu sanieren. So ist beispielsweise die Dämmung der Fassade nach etwa 40 Jahren nicht mehr ausreichend. Fenster und Eingangstüren solltest du nach etwa 25 bis 30 Jahren sanieren. Sind diese eindeutig für zu hohe Energieverluste verantwortlich, solltest du sie bereits früher austauschen.

Heizungen sind oft unverwüstlich und tun ihren Dienst 20 Jahre und länger. Allerdings verbrauchen sie mit zunehmendem Alter auch mehr Energie. Ungefähr nach 15 Jahren sind Heizungen meist technisch veraltet und arbeiten nicht mehr effizient.

Gibt es eine Pflicht zur energetischen Sanierung?

Die Dämmpflicht für oberste Geschossdecken und der Heizungstausch betreffen Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die diese seit Februar 2002 selbst bewohnen, nicht. Bist du hingegen durch Kauf, Erbe oder Schenkung neuer Eigentümer, musst du die geforderten Maßnahmen spätestens nach 2 Jahren umsetzen.

 

Was kostet die energetische Sanierung?

Kein Sanierungsprojekt gleicht dem anderen. Daher ist es so wichtig, bereits vor Beginn der Sanierungsarbeiten Energieexperten in die Planungsphase einzubinden. Sie ermitteln den Sanierungsbedarf deines Hauses und erstellen für dich ein ganz individuelles Sanierungskonzept. So kannst du sicher sein, für überflüssige Maßnahmen kein unnötiges Geld auszugeben sowie das bestmögliche und günstigste Effizienzergebnis zu erreichen. Grundsätzlich kannst du von folgenden durchschnittlichen Kosten ausgehen, wenn du dein Haus energetisch sanieren lässt:

  • neue Fenster: 500 bis 1.000 Euro pro Stück
  • neue Gas-Brennwertheizung: circa 6.000 bis 9.000 Euro
  • Solarthermieanlage zur Unterstützung der Warmwasserbereitung: circa 4.500 bis 8.000 Euro
  • Dämmung der Fassade: 6.000 bis 20.000 Euro
  • Dämmung des Dachs: 5.000 Euro bis 20.000 Euro

Wenn du alle Sanierungsmaßnahmen in einem Zug umsetzt, kommen schnell rund 60.000 Euro und mehr zusammen.

 

Förderung der energetischen Sanierung

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) bekommst du für einzelne Modernisierungsmaßnahmen einen Investitions- oder Tilgungszuschuss, der bis zu 25 Prozent (Gebäudehülle) und bis zu 55 Prozent (Heizung) der förderfähigen Kosten betragen kann. Für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus gibt es einen Tilgungszuschuss von bis zu 75.000 Euro. Die entsprechenden Programme der KfW sind:

  • Wohngebäude – Kredit (261, 262)
  • Wohngebäude – Zuschuss (461)
  • KfW-Wohneigentumsprogramm – Kredit (124)

Für Zuschüsse einzelner energetischer Maßnahmen und des Heizungsaustauschs ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zuständig.

Der Staat bietet dir eine gute und ansehnliche Förderung, wodurch es für dich einfacher wird, viel Geld zu investieren, um das Klima zu schützen. Zudem verbessert sich auch das Wohnklima in deinem Haus.

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