elektrik-erneuern-kosten-sanieren-header-net4energy

Elektrik erneuern: Höhe der Kosten

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

29.04.2022

Letztes Update

29.04.2022

Kostenlose Immobilienbewertung Experten 300x600

 

Beim Neubau ist der Preis für moderne Elektroinstallationen eingeplant. Doch die Kosten, um im Altbau die Elektrik zu erneuern, werden oft unterschätzt.

Inhalt des Blogartikels

Es gibt gute Gründe, im Altbau die Elektrik zu erneuern

Ein Gebäude, das 25 Jahre alt ist, kann eine solide Grundinstallation aufweisen, die du nur an der einen oder anderen Stelle modernisieren lassen musst. Doch bei Gebäuden, die 30, 40 oder gar 60 Jahre alt sind, kannst du davon ausgehen, dass Kontakte von Steckdosen und Schaltern verschlissen sind, die Verkabelung unter Umständen einen zu geringen Querschnitt für moderne Anforderungen aufweist oder der Einbau zusätzlicher Schalter und Steckdosen an der mangelnden Absicherung der Leitung scheitert.

In diesem Fall ist der Aufwand, die Elektrik zu erneuern, mit ähnlichen Kosten verbunden wie bei der Erstinstallation in einem Neubau. Aufgrund der Anforderungen an modernes Wohnen ist es insbesondere im Hinblick auf die Einbindung von Smart-Home-Technik wichtig, bei einer Altbau-Sanierung auch zukunftssichere Elektroinstallationen zu planen. Fachleute gehen davon aus, dass eine Elektroinstallation nach 3 oder 4 Jahrzehnten nicht mehr die gültigen Sicherheitsvorschriften und Standards aufweist.

Wichtige Gründe für die Erneuerung der Elektrik:

  • Änderungen bei der Raumaufteilung
  • Änderungen beim Wohnkomfort (zum Beispiel Mehrbedarf für zusätzliche Steckdosen)
  • Bedarf für neue Leuchtenauslässe
  • Bedarf für einen Starkstromanschluss (zum Beispiel für den Betrieb einer Wallbox)

Elektrik erneuern verursacht oft geringere Kosten als eine Erweiterung

Viele Hausbesitzer versuchen, ihre vorhandenen Elektroinstallationen im Altbau durch Erweiterungen im Stromkreis zukunftssicher zu machen, um Kosten zu sparen. Doch wenn du in einem Raum mehr Steckdosen benötigst, ist es keine gute Idee, einfach weitere zu installieren oder gar Mehrfachsteckdosen anzuschließen. Zu viele Geräte an einer Leitung können diese überlasten und die Brandgefahr erhöhen.

Da elektrische Kontakte an Schaltern und Steckdosen auch einem gewissen Verschleiß unterliegen, ist der Kostenfaktor für eine Erneuerung der Elektrik letztlich oft niedriger als die endlose Erweiterung und stückweisen Upgrades von Altkomponenten.

Eine sehr häufig auftretende Herausforderung beim Erneuern der Elektrik im Altbau ist der fehlende FI-Schutzschalter. Obwohl dieser in Neubauten schon seit Jahrzehnten vorgeschrieben ist, fehlt er in vielen älteren Wohnungen. Ob er vorhanden ist, siehst du am Sicherungskasten. Hier findest du auch weitere Hinweise auf eventuellen Sanierungsbedarf. Hat eine Wohnung etwa noch alte Drehsicherungen, kannst du davon ausgehen, dass die Erneuerung der Elektrik insgesamt unumgänglich ist.

 

Was bedeutet die Erneuerung des Grundnetzes der Elektroinstallation?

Zum sogenannten Grundnetz gehören folgende Komponenten eines Gebäudes:

  • Hauptleitung, die vom Hauptanschluss bis zum Zählerschrank verläuft
  • Zählerschrank mit allen Wohnungszählern und dem Sicherungsverteiler
  • sämtliche Netzzuleitungen, die vom Zählerschrank abgehen und in die Wohnungskleinverteiler münden
  • Wohnungskleinverteiler (der klassische Sicherungskasten in der Wand)

Je nachdem, ob du für ein Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus planst, fallen natürlich unterschiedliche Kosten an, um die Elektrik zu erneuern.

Das Grundnetz eines Einfamilienhauses lässt sich mit Materialkosten von rund 3.000 Euro einplanen. Im Mehrfamilienhaus steigt dieser Preis. Allerdings fällt nicht für jede Wohneinheit der gleiche Aufwand wie für ein Einfamilienhaus an, da Dinge wie Hauptleitung und Zählerplatz-Verteiler nur einmal installiert werden.

Gehst du von einem Mehrfamilienhaus mit 6 Wohneinheiten aus, kommen etwa 8.000 Euro an Materialkosten zusammen. Diese Zahlen sind aber nur ungefähre Richtwerte, denn es gibt viele Faktoren, die die tatsächlichen Kosten für die Erneuerung der Anlage stark beeinflussen können.

Zu diesen Richtwerten kommt außerdem immer noch der Arbeitslohn hinzu. Eine Gesellenstunde für Elektriker ist aktuell mit circa 40 bis 50 Euro anzusetzen, der Meister kostet 50 bis 80 Euro. Allerdings können diese Werte regional auch stark schwanken.

Welche weiteren Kostenfaktoren sind zu berücksichtigen?

Diese Richtwerte können je nach Wunschausstattung nahezu grenzenlos in die Höhe schießen. So macht es zum Beispiel einen großen Unterschied, welche Qualität die Lichtschalter und Steckdosen haben sollen. Neben dem optischen Design gibt es hier je nach Hersteller erhebliche Unterschiede bei der Lebensdauer. Im Baumarkt kannst du günstige Lichtschalter für wenige Euro bekommen, aber eben auch teure Designer-Modelle, die locker das Zehnfache kosten können.

Noch teurer wird es, wenn du bei der Sanierung des Altbaus auch gleich eine moderne Smart-Home-Technik installieren möchtest. Sowohl die Verlegung des sogenannten KNX-Bus-Systems (oder vergleichbarer Systeme) als auch die Ausstattung mit smarten Schaltern und Steckdosen sind natürlich kostenintensiver.

Auf der anderen Seite erhöht diese Ausstattung den Wohnkomfort erheblich (was sich zum Beispiel auf die Höhe der Miete auswirkt, die du für die Wohnung oder das Haus nehmen kannst).

Bei der Berechnung der Kosten, um die Elektrik zu erneuern, ist außerdem die Größe der Wohnung oder des Hauses, die Anzahl der Zimmer und Nebenräume sowie die Auswahl von Einbaugeräten zu berücksichtigen.

Was viele häufig vergessen: Auch die Art der Leitungsverlegung beeinflusst die Kosten. Verfügt das Haus über einen Kabelschacht mit Leerrohr, ist die Neuverlegung von Kabeln einfacher als beim notwendigen Aufstemmen von Mauerwerk, um die Leitungswege unter Putz verlegen zu können. Diese Arbeiten schlagen sich in höheren Lohnkosten nieder.

Tipp: Häufig kannst du bei einer Bodensanierung Kanäle für die Kabel samt Leerrohr in den Estrich integrieren und die Leitungen dort verlegen. Dies kann eine günstigere Alternative zum Fräsen von Mauernuten sein. Bei der Neuaufteilung von Räumen mit Trockenwänden können Leitungen außerdem einfacher in den Zwischenwänden verlegt werden.

 

Kannst du durch Selbermachen Kosten sparen, wenn du die Elektrik erneuern möchtest?

Bei der Elektrik sind der Eigenleistung klare Grenzen gesetzt, da es sich um sicherheitsrelevante Komponenten handelt. Als Laie darfst du streng genommen nicht einmal eine Lampe mit Schutzleiter selbst installieren oder einen Herd anschließen. Elektroinstallationen dürfen nur qualifizierte Fachleute ausführen.

Allerdings gibt es vorbereitende Arbeiten, die du (gegebenenfalls unter Anleitung und Überwachung des Fachhandwerkers) durchaus übernehmen kannst. Dazu zählen zum Beispiel die Arbeiten zum Fräsen von Mauernuten, das Vorbohren von Steckdosenlöchern, Durchbrüche in Wänden und Decken und die Verputzarbeiten nach erfolgter Elektroinstallation.

Sogar Leitungen kannst du dabei nach Absprache verlegen, sofern die Fachperson sämtliche Leitungswege optisch kontrollieren kann, bevor sie verputzt werden. Hier kannst du bis zu 15 Prozent der Kosten einsparen, die andernfalls an Lohnkosten entstehen würden.

Alle Anschlussarbeiten, die Inbetriebnahme und Prüfung sowie die elektrotechnische Abnahme müssen durch den Elektriker erfolgen. Dies hat auch Auswirkungen auf Haftungsfragen – du solltest hierbei also keine Kompromisse eingehen.

Elektrik erneuern: Kosten für Teil- und Vollsanierung eines Hauses

Im Folgenden ein paar Kostenbeispiele für die Erneuerung der Elektrik:

  • Kosten pro Raum (4 bis 6 Steckdosen, Setzen von Putz-Schlitzen etc.): 1.000 bis 1.500 Euro
  • Kosten pro Steckdose: zwischen 25 und 50 Euro (auch abhängig von Stückzahl und Qualität)
  • Lohnkosten: abhängig vom Aufwand, zwischen 40 und 100 Euro pro Stunde
  • Kosten für Abnahme: ab 200 Euro, abhängig vom Umfang der Sanierung

Im Altbau kannst du von folgenden Kosten für die Teil- oder Vollsanierung der Hauselektrik ausgehen:

  • Standardausstattung: 60 bis 85 Euro pro m²
  • gehobene Ausstattung: 85 bis 130 Euro pro m²
  • Aufrüstung mit Bus-System: 150 bis 300 Euro pro m²

Gibt es eine staatliche Förderung, um die Kosten für die Erneuerung der Elektrik zu reduzieren?

Direkte Fördermittel für eine elektrische Sanierung gibt es zwar nicht, allerdings gibt es Förderungen für Sanierungen, die die Energieeffizienz erhöhen, dem Einbruchschutz dienen oder die Barrierefreiheit verbessern. Dazu zählen unter Umständen Smart-Home-Funktionen oder die Installation eines Treppenlifts und damit verbundene Arbeiten an der Elektroinstallation.

Außerdem kannst du im Rahmen der Förderung der Elektromobilität Förderungen für eine Wallbox oder einen Starkstromanschluss beantragen.

elektrik-erneuern-kosten-sanieren-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über das Thema Sanieren erfahren? Lade dir jetzt unseren Essential Guide herunter!
Jetzt downloaden