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Autark wohnen: So geht’s!

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

02.11.2020

Letztes Update

09.03.2022

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Autark wohnen: So geht’s!

Wohnen wird immer mehr zum Luxus – und führt zu immer enger werdenden Abhängigkeiten. Ist autarkes Wohnen vielleicht eine Alternative?

In diesem Artikel erfährst du mehr rund um:

Völlig unabhängig leben: So geht autarkes Wohnen

Es könnte alles so einfach sein, wären da nicht die unzähligen Gesetze und Vorschriften. Autarkes Wohnen beziehungsweise Leben muss man sich leisten können. Ein Grundstück brauchst du auch. Ein Haus, das optisch nicht ins Gesamtbild passt, hat es schwer, überhaupt gebaut zu werden. Zumindest in Deutschland. Bei der autarken Energieversorgung sieht es schon anders aus. Diese ist teilweise sogar erwünscht, aber teuer. Darum unterstützt der Staat sie mit Geldern. Was aber ist mit all denen, die „autark“ wohnen wollen, wie es die Definition vorgibt: frei, unabhängig und selbstbestimmt?

 

5 hilfreiche Tipps zum autarken Wohnen

Das Zauberwort ist Kompromiss. Wenn du akzeptierst, dass komplett autarkes Wohnen in Deutschland nicht machbar ist, in Ansätzen aber schon, kommst du deinem Wunsch zumindest ein Stückchen näher. Wenn du unabhängig wohnen möchtest, benötigst du in der Regel Energie in Form von Strom und Heizung, Wasser sowie sanitäre Einrichtungen. Diese Möglichkeiten bieten sich dir:


    1. Stromerzeugung mit Photovoltaik
    2. Heizen mit Holz & Co.
    3. Trinkwasserversorgung über Brunnen
    4. Warmwasserbereitung mit Solarthermie
    5. Abwasserreinigung mit eigener Kläranlage 

Stromerzeugung mit Photovoltaik

Eine Photovoltaikanlage mit einem Batteriespeicher kann bis zu 80 Prozent deines Strombedarfs abdecken. Der Nachteil: Die Stromproduktion hängt vom Wetter und von der Tageszeit ab. Auch die auf dem Markt verfügbaren Speicher haben eine zu geringe Kapazität, um den Solarstrom über Monate zu speichern, damit die Stromversorgung immer sichergestellt ist.


Inzwischen gibt es jedoch „Solar-Clouds“, virtuelle Stromspeicher, in denen du den Überschuss an Energie vom Sommer speichern kannst, um ihn dann im Winter bei Bedarf wieder anzufordern. Leider ist die Nutzung einer Solar-Cloud oft an den Kauf eines Solarspeichers aus dem Programm des Anbieters gekoppelt und mit einer Monatsgebühr verbunden. Wodurch letztlich anstelle von mehr Autarkie weitere Abhängigkeiten entstehen.  

 

Heizen mit Holz & Co.

Wird Holz aus heimischer Produktion verwendet, ist es CO2-neutral, erneuerbar und kann dein Haus beispielsweise über wassergeführte Holzöfen das ganze Jahr und rund um die Uhr mit Wärme und Warmwasser versorgen. Somit ist ein hoher Autarkiegrad gegeben. Allerdings entstehen bei der Verbrennung von Holz Lachgas, Ruß, Feinstaub und Methan. Methangas ist 21-mal gefährlicher für unser Klima als die gleiche Menge CO2.


Mit einem Elektro-Heizstab im Pufferspeicher, der mit Überschussstrom von der Photovoltaikanlage betrieben wird, kann Energie zum Heizen erzeugt und auf diese Weise der Autarkiegrad erhöht werden. Je nach Dimensionierung kann so eine Solarthermieanlage überflüssig werden.


Eine durchaus wirtschaftliche Lösung ist das Heizen mit Strom von deiner Photovoltaikanlage und einer Elektro-Wärmepumpe. Die Photovoltaikanlage versorgt die Wärmepumpe mit 10 bis 15 Prozent des erforderliche Antriebsstroms. Wird diese Kombination durch einen Solarspeicher ergänzt, kannst du das Haus etwa zu 70 bis 80 Prozent unabhängig versorgen. Eine weitere Möglichkeit ist die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme mit einem kleinen Blockheizkraftwerk. Doch auch diese Variante allein genügt nicht. Es ist immer ein zweiter Wärmeversorger nötig.

 

Trinkwasserversorgung über Brunnen

Da Regenwasser in der EU nur zur Versorgung mit Brauchwasser erlaubt ist, nicht aber als Trinkwasser, bleibt nur die Versorgung mit Grundwasser aus der Brunnenförderung. Allerdings brauchst du dazu die Freigabe des Gesundheitsamtes. Außerdem wird das Brunnenwasser 1-mal im Jahr auf seine Qualität hin überprüft. Der Brunnen muss gebohrt werden. Für Förderung und Verteilung brauchst du natürlich eine elektrische Pumpe.

 

Warmwasserbereitung mit Solarthermie

Solarthermieanlagen können zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung eingesetzt werden. Da der Ertrag wetterabhängig ist, benötigst du immer einen zweiten Wärmeerzeuger, beispielsweise eine Wärmepumpe oder eine Holzpelletheizung, um die Wärmeversorgung ganzjährig zu gewährleisten. Mit Solarthermie kannst du über das Jahr gesehen 60 Prozent des Trinkwassers solar erwärmen. Bei gleichzeitiger Heizungsunterstützung sind es etwa 35 Prozent.

 

Abwasserreinigung mit eigener Kläranlage

Damit du diese betreiben darfst, benötigst du die Zustimmung der zuständige Unteren Wasserbehörde. Feststoffe sind in diesem Klärprozess jedoch nicht integriert. Daher muss der Klärschlamm regelmäßig entsorgt werden. Trotzdem kann es sein, dass die jeweilige Kommune auf die Anschlusspflicht an die Kanalisation besteht. In diesem Bereich ist Autarkie nicht umsetzbar. Der Anschluss an das öffentliche Wasser- und Kanalnetz ist quasi obligatorisch.

 

Autarke Wohnkonzepte: Vom Wohnwagon bis hin zu Tiny Houses

Du musst nicht gleich ein Haus bauen, um autark zu wohnen. Es gibt verschiedene Konzepte wie das Wohnen in einem Wohnwagon, einem umgerüsteten Bauwagen, einem Wohnmobil oder einem Gartenhäuschen. Selbst Hauszelte lassen sich winterfest umgestalten. Doch all diese Konzepte kannst du nur realisieren, wenn ein Grundstück vorhanden ist, das du entweder gekauft oder gepachtet hast. Das allein genügt aber nicht, denn diese Grundstücke müssen als Bauland ausgewiesen sein. Dann muss die Kommune das Baugelände noch erschließen.


Inzwischen wächst das Interesse an Tiny Houses. Diese Minihäuser sind auch oft mit Rädern ausgestattet. Ein Tiny House hat nicht mehr als 45 Quadratmeter Wohnfläche und bietet Raum für 1 bis 2 Personen. Selbst Tiny-House-Dörfer wurden bereits gegründet. 2017 entstand im oberfränkischen Fichtelgebirge das erste Tiny-House-Dorf in Deutschland. Aktuell stehen dort 21 Mini-Häuser, die von 30 Personen bewohnt werden. Eine Erweiterung um 15 Mini-Häuser ist geplant. Bis zu 60 Frauen und Männer sollen dann im Tiny-House-Dorf wohnen. Unterstützt wird das Projekt vom Gemeinderat Mehlmeisel. Ein weiteres Dorf gibt es seit 2019 in Karlsruhe-Ettlingen. Etwa 15 Tiny Houses on Wheels nutzen dort das Gelände eines Campingplatzes. Wer dauerhaft in einem Tiny-House wohnt, muss selbstverständlich dann auch dort seinen Erstwohnsitz anmelden. Solche Dörfer sind weltweit voll im Trend. 


Wenn du hingegen mit einem Wohnmobil ständig unterwegs bist, also nur für Wochen oder Monate an einem bestimmten Ort das Wohnmobil abstellst, hast du das Problem, dass du dich beim jeweiligen Meldeamt ständig an- und abmelden musst.

 

Autarkes Wohnen ist gut für das Klima

In einem autarken Haus wird die benötigte Energie meist aus erneuerbaren Quellen gedeckt. Die staatliche Unabhängigkeit und Selbstversorgung wirken sich natürlich positiv auf die Vermeidung von Schadstoffen aus. Wer unabhängig im hier beschriebenen Stil wohnt, trägt nachhaltig zum Umwelt- und Klimaschutz bei.

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