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Die verschiedenen Anforderungen der KfW

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

03.10.2020

Letztes Update

03.05.2022

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Anforderungen der KfW-Gebäudestandards

Wer sich für ein KfW-Effizienzhaus entscheidet, denkt und plant für die Zukunft. Denn eins ist sicher, die Energiepreise werden auch in Zukunft weiter steigen - zu knapp sind die Ressourcen fossiler Energieträger. Zudem setzen Niedrigenergiehäuser klare Zeichen hin zu nachhaltigem Heizen und dem vermehrten Einsatz von erneuerbaren Energien. Und das ist gut für Umwelt und Klima.

 

Was ist die KfW überhaupt?

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) wurde am 16. Dezember 1948 gegründet und ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Ihre Anfangsaufgabe war die Finanzierung des Wiederaufbaus der im Zweiten Weltkrieg zerstörten deutschen Wirtschaft. Mit einem Kapitalanteil von 80 Prozent ist die Bundesrepublik Deutschland Haupteigentümer, die Bundesländer halten einen Anteil von 20 Prozent. Heute unterstützt die KfW Bankengruppe unter anderem als Förderbank weltweit zukunftsweisende Ideen. Die KfW bietet Privatpersonen in Deutschland Förderungen in den Bereichen Bauen, Renovieren, Existenzgründung sowie Bildung und Studium. Im Bereich Bauen hat die KfW dazu Standards gesetzt. Sicherlich hast auch du schon von den KfW-Effizienzhäusern gehört. Aber worum handelt es sich da genau, was macht ein Haus zum KfW-Effizienzhaus und welche Varianten gibt es?

 

KfW-Effizienzhäuser

Hierbei handelt es sich um energiesparende Häuser, die es in verschiedenen Standards gibt: Je höher der Standard ist, umso weniger Energie verbraucht das Gebäude. Die KfW bietet Förderungen für diese Bauweise durch günstige Kredite mit Tilgungszuschuss sowie finanzielle Zuschüsse, weil Effizienzhäuser einen wichtigen Bestandteil der Energiewende darstellen. Die Höhe deiner Förderung hängt davon ab, für welchen KfW-Effizienzhaus-Standard du dich entscheidest. Um die Förderbedingungen für energieeffiziente Neubauten und die Sanierung von Altbauten übersichtlicher zu gestalten, haben das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, die Deutsche Energieagentur und die Kreditanstalt für Wiederaufbau das Konzept des Effizienzhauses entwickelt. Es ist gleichbedeutend für geringen CO2-Ausstoß und effiziente Beheizung.

 

Wie lässt sich der KfW-Effizienzhaus-Standard erklären?

Der KfW-Effizienzhaus-Standard legt fest, wie hoch der Gesamtenergiebedarf eines Gebäudes sein darf und wie gut die Gebäudehülle gedämmt sein muss. Für Neubauten gibt es die Standards 40, 40 plus und 55. Für den Gebäudebestand wurden die Standards 55, 70, 85, 100 und 115 eingeführt. Die Zahl beschreibt in Prozent den jeweiligen Primärenergiebedarf.

Neubau

Je niedriger der KfW-Effizienzhaus-Standardwert ist, umso niedriger ist der Energiebedarf deines Hauses. Als Referenzwert wird das KfW-Effizienzhaus 100 herangezogen, das den Qualitätsvorschriften der aktuellen Energie-Einsparverordnung (EnEV) entspricht. Wenn dein Haus etwa 25 Prozent unter dem in der EnEV geforderten Mindestbaustandard liegt, hast du ein Effizienzhaus 55. 

Beispiel: Das KfW-Effizienzhaus 55 kommt im Vergleich zum EnEV-Referenzgebäude mit 55 Prozent weniger Primärenergie aus. Der Transmissionswärmeverlust beträgt lediglich 70 Prozent. Dadurch ist der bauliche Wärmeschutz 30 Prozent besser.

Übrigens: Der hier gemeinte Primärenergiebedarf steht für den maximalen Energieverbrauch für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung inklusive der gesamten Vorkette (notwendige Energie bei Erzeugung und Lieferung). Anhand des Transmissionswärmeverlustes lässt sich erkennen, wie viel Wärme bei einem beheizten Haus über Wände, Fenster, Türen und Dach nach außen verloren geht.

Da jedes Haus anders ist, greifen nicht immer alle Maßnahmen gleich gut. Daher ist zur Erreichung des KfW-Effizienzhaus-Standards eine Kombination der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten gestattet, welche die Heizungs- und Lüftungstechnik und die Dämmmaßnahmen bieten. Wo die Wärmedämmung überall ansetzt, muss individuell entschieden werden. Bei der Heizungstechnik müssen erneuerbare Energien eingebunden werden, beispielsweise eine Wärmepumpe, eine Solarthermieanlage oder eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Es ist deswegen sinnvoll, Energieexperten und Planer zur Erarbeitung eines energetischen Gesamtkonzeptes einzubeziehen.

Maßnahmen KfW-Effizienzhaus 55

Um den Standard 55 zu erreichen, bieten sich laut KfW beispielsweise folgende Maßnahmen an, die aber nicht alle umgesetzt werden müssen:

  •  Dämmung der Außenwände: 18 cm
  •  Dämmung des Daches: 24 cm
  •  Dämmung des Kellers: 10 cm
  •  Einbau 3-fach verglaster Fenster
  •  Einbau einer Sole-Wasser-Wärmepumpe

Maßnahmen KfW-Effizienzhaus 40

Eine luftdichte Gebäudehülle, sehr gute Dämmung, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und der Einsatz erneuerbarer Energie, wie beispielsweise eine Solarthermieanlage oder Wärmepumpe, sind die Grundlagen des KfW Effizienzhauses 40.

Maßnahmen KfW-Effizienzhaus 40 plus

Grundsätzlich sind dieselben Maßnahmen durchzuführen wie beim Standard 40. Hinzu kommt allerdings eine Haustechnik „Plus-Paket“, die vor allem die eigene Stromerzeugung und den Eigenverbrauch dieses Stroms beinhaltet. In der Regel produziert eine Photovoltaikanlage den Strom. Darüber hinaus sind ein stationärer Batteriespeicher und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung vorgeschrieben.

KfW-Effizienzhaus-Standards Neubau

Standard

Primärenergiebedarf im Vergleich zum EnEV-Neubau

Transmissionswärmeverlust im Vergleich zum EnEV-Neubau

40 Plus

40 Prozent

55 Prozent

40

40 Prozent

55 Prozent

55

55 Prozent

70 Prozent

 

Gebäudebestand

Um ein älteres Haus in ein KfW-Effizienzhaus umzuwandeln, dürfen auch hier verschiedene bauliche und technische Maßnahmen miteinander kombiniert werden: Heizung, Lüftung, Dämmung. Welche Maßnahmen das sind, ist vom aktuellen energetischen Zustand des Hauses abhängig. Mitunter genügen daher einzelne Maßnahmen, um den angestrebten Standard zu erreichen. Dies können beispielsweise die Dämmung einzelner Bauteile sein, wie Außenwand, Dach oder Keller, und/oder der Einbau einer Lüftungsanlage mit 80 Prozent Wärmerückgewinnung oder eine Gas-Brennwertheizung mit Solarthermieanlage. Auch die Optimierung der bestehenden Heizungsanlage durch Austausch des alten Kessels ist eine Möglichkeit. Hier sind Energieexperten gefragt, die genau berechnen, welche Maßnahmen im Zusammenspiel zum Energieeffizienzhaus führen.

Laut KfW machen folgenden Sanierungsmaßnahmen deinen Altbau beispielsweise zum KfW-Effizienzhaus-Standard 85:

  •  Dämmung der Außenwand: 14 cm
  •  Dämmung des Daches: 20 cm
  •  Dämmung des Kellers: 8 cm
  •  Einbau doppelt-verglaster Fenster
  •  Einbau Gas-Brennwertheizung
  •  Installation Solaranlage zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung

Übrigens: Bei der Dämmung ist die Dämmdicke nicht das alleinige Kriterium. Auch das Dämmmaterial beeinflusst die dämmende Wirkung.

KfW-Effizienzhaus-Standards Altbau

Effizienzhaus-Standard

Primärenergiebedarf

Transmissionswärmeverlust

55

55 Prozent

70 Prozent

70

70 Prozent

85 Prozent

85

85 Prozent

100 Prozent

100

100 Prozent

115 Prozent

115

115 Prozent

130 Prozent

Mit einem KfW-Effizienzhaus kannst du verschiedene Förderungen, wie Kredite mit Tilgungszuschuss, nutzen, um Energie und Kosten zu sparen und das Wohnklima in deinem Haus zu verbessern. Gleichzeitig betreibst du aktiven Klima- und Umweltschutz.

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