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Sanieren - So klappt die energetische und nachhaltige Eigenheimsanierung

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Leiste mit einer Sanierung jetzt deinen Beitrag zur Energiewende

Um katastrophale Folgen des Klimawandels noch abzuwenden, müssen wir alle mehr tun als bisher. Die energetische und nachhaltige Sanierung von Gebäuden ist eine wesentliche Stellschraube der Energiewende – auch deiner ganz persönlichen.

In Deutschland benötigen die privaten Haushalte etwa zwei Drittel des Energieverbrauchs für die Raumwärme. Hier ist das Einsparpotenzial für Eigenheimbesitzer an Energie und Kohlendioxid-Emissionen (CO2) sehr groß, allerdings nur, wenn du energieeffiziente Technik einsetzt. Besser noch: Du steigst auf erneuerbare Energien um. Dann kannst du noch mehr CO2 vermeiden und nachhaltig heizen. Der Anteil der Wohngebäude in Deutschland, die zu den „schlechten“ Effizienzklassen G und H zählen, ist vor allem im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser sehr hoch.

Wie viel Energie du in deinen 4 Wänden tatsächlich einsparen kannst, ist individuell verschieden. Falls du bereits eine Erneuerung der Heizung planst, solltest du eine Energieberatung in Anspruch nehmen. Hier wird dann dein komplettes Eigenheim unter die Lupe genommen. Dies ist auch ratsam, weil nicht jede Technik und Bauleistung pauschal passen. Die Energieberatung hilft dir, bei der energetischen Sanierung deines Eigenheims bei optimaler Energieeffizienz unnötige Kosten zu vermeiden.

Zwischen 25 und 75 Prozent Energie kannst du durch eine energetische Sanierung einsparen. Typische Sanierungsarbeiten sind

  • die Dämmung der Gebäudehülle,
  • der Einsatz effizienter Heiztechnik,
  • der Einbau wärmedämmender Fenster und Türen sowie
  • Maßnahmen zur Senkung des Stromverbrauchs.

Lässt du dein Haus energetisch sanieren, bist du an die Richtlinien des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) gebunden, das unter anderem die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) beinhaltet. Doch der Staat fordert nicht nur, er fördert auch die energetische und nachhaltige Sanierung mit hohen finanziellen Zuschüssen und günstigen Krediten.

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Status quo: Wo steht die Gebäudesanierung aktuell?

24 Millionen Wohneinheiten sind aktuell energetisch sanierungsbedürftig. In Bezug auf die Vollsanierungsäquivalente verharrt die Sanierungsrate seit Jahren relativ konstant bei etwa 1 Prozent. Viel zu lange ignorierte die Politik das Potenzial des Wärmesektors zur Erreichung der Klimaziele weitestgehend. Doch mit dem Klimaschutzgesetz 2030 hat sich das in die richtige Richtung geändert. Angesichts der Tatsache, dass der Klimawandel schneller voranschreitet als angenommen, muss die neue Bundesregierung hier allerdings noch einmal ordentlich Arbeit investieren und auch die Klimaziele nachbessern.

 

Wissenswertes

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gibt seit November 2020 die Werte für die Energieeffizienzklassen vor. Die Effizienzklasse G betrifft Altbauten, die den Vorgaben der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 entsprechen und in die lediglich eine neue Heizungsanlage installiert wurde. H ist die gegenwärtig schlechteste Klasse und betrifft vor allem unsanierte Altbauten.

Umsetzung

Das Klimagesetz schreibt vor, dass im Jahr 2030 im Gebäudebereich der Ausstoß an CO2 maximal 70 Millionen Tonnen betragen darf, was gegenüber 1990 eine Reduktion um 67 Prozent entspricht. Um dies zu erreichen, soll ein Mix aus mehr Förderung, Information und Beratung, CO2-Bepreisung und Ordnungsrecht helfen:

  • steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung
  • Austauschprämie für Ölheizungen
  • höhere Fördersätze für energetische Sanierungen
  • neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
  • Förderung der seriellen Sanierung
  • Aufstockung des Förderprogramms Energetische Stadtsanierung
  • Weiterentwicklung der Konzepte für Energieberatung und Öffentlichkeitsarbeit
  • Vorreiterrolle des Bundes bei Energieeffizienz, Klimaschutz und nachhaltigem Bauen bei seinen Gebäuden
  • Weiterentwicklung der geltenden energetischen Standards und der Städtebauförderung (StBauF)
  • Fortentwicklung der Forschungsinitiative Zukunft Bau zum Innovationsprogramm

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die Förderprogramme zur energetischen Gebäudesanierung hat die Bundesregierung Anfang 2021 in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zusammengefasst. Mit der Umsetzung der BEG Einzelmaßnahmen begann das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) am 1. Januar 2021. Die Teilprogramme der BEG zur systemischen Sanierung, für Neubauvorhaben und Kredite für Einzelmaßnahmen startete die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) am 1. Juli 2021.

Im ersten Halbjahr 2021 hat das BAFA über 2,7 Milliarden Euro für die energetische Gebäudesanierung bewilligt. Davon wurden bereits rund 610 Millionen Euro ausgezahlt – das sind mehr ausgezahlte Fördermittel als im kompletten Jahr 2020. Mehr als 150.000 Anträge für die Bundesförderung für effiziente Gebäude gingen im ersten Halbjahr 2021 ein. Der Wille, das Eigenheim zu sanieren, ist mit Blick auf diese Zahlen also durchaus vorhanden, aber wurde bislang offensichtlich aufgrund der hohen Kosten nicht umgesetzt. Neben der finanziellen Förderung durch den Bund bieten 15 Bundesländer zusätzlich Programme für die Gebäudesanierung an.

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Gründe für die Sanierung

Eine Umfrage im Auftrag der European Climate Foundation zum Thema „Beweggründe und Hindernisse für energetische Sanierung“ aus dem Jahr 2019 zeigt, dass sich Eigenheimbesitzer hauptsächlich aufgrund der Kosteneinsparungen zum Sanieren motivieren lassen. Daher hat Energieeffizienz bei ihnen auch ein positives Image. Dennoch warten viele aufgrund der erforderlichen Investitionen mit der Umsetzung, obwohl eine Sanierung zu langfristigen Kosteneinsparungen führt. Aber natürlich ist das nicht der einzige Grund, warum deutsche Eigenheimbesitzer über eine Gebäudesanierung nachdenken:

  • mehr Geldersparnis durch geringeren Energieverbrauch: 71 Prozent
  • erhöhter Wärmekomfort: 65 Prozent
  • Leben in einer gesunden Umgebung: 64 Prozent
  • Wertsteigerung der Immobilie und dadurch finanzielle Sicherheit: 59 Prozent
  • Erhalt der Umwelt aus Sorge vor den Folgen des Klimawandels: 54 Prozent
  • aus persönlicher Verantwortung für den Erhalt der Umwelt: 50 Prozent

Hinsichtlich der ökologischen Beweggründe zeigt sich, dass Frauen sich öfter über die Folgen des Klimawandels sorgen und sich verantwortlicher dafür fühlen, die Umwelt zu schützen. Sie sind daher auch häufiger motiviert, eine Sanierung in Betracht zu ziehen, wenn es darum geht, ihre Lebens- und Raumluftqualität sowie den Wärmekomfort zu verbessern und für eine gesunde Umwelt zu sorgen.

Erstaunlicherweise werden Frauen dennoch öfter davon abgehalten, Sanierungen durchzuführen. Hier ist das Geld ein größeres Hemmnis als bei Männern. Allerdings ist das auf den damit verbundenen Aufwand und laut Umfrage auch auf fehlendes Wissen zurückzuführen. Haushalte mit Kindern sind meist motivierter als Haushalte ohne. Hauseigentümer mit einem durchschnittlichen und höheren Einkommen zeigen eine höhere Sanierungsbereitschaft als Haushalte mit geringerem Einkommen.

Kosteneinsparung

Gerade eine Vollsanierung ist mit hohen Kosten verbunden. Aus diesem Grund schrecken viele Eigentümer vor dieser Maßnahme zurück. Aber wenn du deine Energiekosten ohne drastische Senkung der Raumtemperatur reduzieren möchtest, ist die energetische Sanierung deines Eigenheims die einzige Lösung.

Nur eine gut gedämmte Gebäudehülle hält die Wärme im Haus und schafft die Voraussetzungen, dass du so wenig Energie wie möglich verbrauchst. Wenn du dazu noch von den fossilen Brennstoffen Öl und Gas auf erneuerbare Energien umsteigst oder zumindest durch diese ergänzt, bekommst du kostenlose Energie frei Haus. Abhängig vom Umfang der Sanierungsmaßnahmen amortisieren sich die Kosten bereits innerhalb einiger Jahre.

Erhöhter Wohnkomfort

Egal, ob du ein altes Einfamilienhaus geerbt oder gekauft hast: Unsanierte Immobilien sind nicht nur wahre Energiefresser, sondern verursachen allzu oft auch ein ungemütliches Wohnklima. Undichte Fenster, Zugluft und schlecht gedämmte Wände sorgen dafür, dass du schnell frierst und die Heizung entsprechend hochdrehen musst. Weil alte Fenster nicht schallgedämmt sind, musst du je nach Lage deines Hauses zudem mit reichlich Straßenlärm leben. Auch Feuchtigkeit ist oft ein Problem in die Jahre gekommener Immobilien.

Dreifachverglaste Schallschutzfenster, gedämmte Fassaden, Decken und Wände sowie Dächer schaffen ein behagliches Wohnklima und fahren die Energiekosten deutlich herunter. Eine integrierte Wohnungslüftung kümmert sich darum, dass dein Eigenheim selbst bei geschlossenen Fenstern stets mit frischer und gefilterter Luft versorgt wird.

Schutz von Klima und Umwelt

Eine Studie des ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg von 2021 zeigt, dass das energetisch schlechteste Drittel der Wohngebäude (die Energieklassen G und H) für die Hälfte der Treibhausgasemissionen im Sektor Wohngebäude verantwortlich ist. Hier ist eine Sanierung besonders wirtschaftlich und effektiv, weil du durch die Maßnahmen sehr viel Wärmeenergie und somit CO2 einsparen kannst.

Durch die Sanierung des energetisch schlechtesten Drittels auf ein klimagerechtes Niveau (KfW-Effizienzhaus-Stufe 55) lassen sich jährlich bis zu 64 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das entspricht etwa der Menge, die Finnland oder Ungarn verursacht. Mit der Energieoptimierung deines Eigenheims leistest du also auch einen maßgeblichen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz.

Wertsteigerung der Immobilie

Falls du im Alter in eine Eigentumswohnung umziehen möchtest, ist es wichtig, dass du möglichst viel für dein Haus bekommst. Der bauliche und energetische Zustand entscheidet dabei maßgeblich darüber, wie hoch du den Wert deines Eigenheims bei einem Verkauf ansetzen kannst. Niedrige Betriebskosten und die verlängerte Nutzungsdauer machen deine Immobilie für Käufer besonders interessant.

Gesetzliche Vorgaben

Eine allgemeine Pflicht zum Dämmen gibt es in Deutschland eigentlich nicht. Allerdings schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) diese in einigen Bereichen dennoch vor. Sobald du beispielsweise mehr als 10 Prozent der Fassade erneuerst, musst du diese auch dämmen. Wenn du ein altes Haus kaufst, hast du zumindest 2 Jahre Zeit, deine Dämmpflicht sowie weitere Vorschriften des GEG, wie beispielsweise den Austausch des alten Heizkessels, zu erfüllen.

Förderung

Langsam spricht sich herum, dass der Staat die Sanierung von Gebäuden mit beträchtlichen Zuschüssen fördert. Daher ist das inzwischen ein Grund, das Eigenheim zu sanieren. Neben dem Bund fördern auch Länder, Städte und Gemeinden die energetische Sanierung. Es lohnt sich, hier bei den entsprechenden Stellen nachzufragen, denn teilweise kannst du diese Förderprogramme mit denen des Staates kumulieren. Was möglich ist, weiß der Energieexperte.

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Dein Weg zur energetischen Sanierung und deiner persönlichen Energiewende

Die Gebäude Hafenmarkt 4 bis 10 in Esslingen am Neckar wurden zwischen 1328 und 1331 errichtet. Doch die jeweiligen Bewohner haben in den fast 700 Jahren immer wieder bauliche Details verändert. Letztlich sind nur noch die tragenden Strukturen und Grundelemente tatsächlich aus der Erbauungszeit. Soll die Bausubstanz moderner Häuser mehr als 1 oder 2 Generationen überstehen, ist das nur durch eine regelmäßige Instandsetzung, also durch Sanierungsmaßnahmen möglich.

Die Gebäudehülle ist ständig Witterungseinflüssen ausgesetzt. Regen und Wind, Hitze und Frost setzen dem Gebäude ordentlich zu. Fassade und Haustechnik kommen so irgendwann an ihre Grenzen. Spätestens wenn der Putz Risse zeigt und abbröckelt oder die Heizung den Dienst verweigert, fällt auch den Bewohnern auf, dass Handlungsbedarf besteht. Das Eigenheim verliert seine schützende Wirkung und die Heizkosten steigen. Hier können nur Sanierungsarbeiten Abhilfe schaffen. Wobei sich natürlich die Frage stellt, in welchen Zeiträumen du hier denken musst:

Lebensdauer der Bauteile der Gebäudehülle

  • Fassadenanstrich: In Abhängigkeit von Material und Qualität solltest du die Fassade alle 5 bis 10 Jahre neu streichen lassen.
  • Fassade: 40 Jahre sollte sie mindestens halten. Ist die Dämmung jedoch nicht ausreichend, solltest du sie früher austauschen lassen.
  • Fenster und Eingangstüren: Grundsätzlich lassen sich hier rund 25 bis 30 Jahre ansetzen. Ein früherer Austausch ist empfehlenswert, wenn sie für zu hohe Energieverluste verantwortlich sind.
  • Dach: Der tragende Teil leistet seinen Dienst 50 Jahre und länger. Ziegel- oder Kupferdächer haben in der Regel eine Lebenserwartung von gut 50 Jahren. Vom Sturm abgelöste Schindeln kannst du einzeln ersetzen lassen.

Lebensdauer der Haustechnik

Heizungen: Sie tun ihre Dienste 20 Jahre und weit darüber hinaus. Aber nach etwa 15 Jahren sind sie meist technisch veraltet und verbrauchen zu viel Energie.

Heizkörper und Rohrleitungen: 30 Jahre und länger kannst du hierfür ansetzen.

Lüftungsgeräte: Meist besteht hier nach 15 bis 20 Jahren Handlungsbedarf.

Elektroanlagen und -installation: Diese sollte ein Fachbetrieb generell im Zuge einer Sanierung überprüfen und auf den neuesten Stand bringen. Stromleitungen inklusive Steckdosen und Schalter solltest du nach rund 40 Jahren austauschen lassen. Der Starkstromanschluss für den Herd bedarf aus Gründen der Sicherheit bereits nach 20 Jahren zumindest einer Wartung.

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Altbau ist nicht gleich Altbau

Jeder von uns hat beim Begriff Altbau ein anderes Bild vor Augen: Jugendstilornamente, kleine Siedlungshäuser, einfach und puristisch gebaute Wohnhäuser oder Bungalows mit Flachdächern und großen Fensterfronten. Dass aber selbst Häuser aus den 1990er-Jahren bereits zu den Altbauten zählen, vermuten die wenigsten. So verschieden wie die Baustile sind auch die Anforderungen an die jeweiligen Sanierungsmaßnahmen. Häuser aus den 1920er-Jahren haben andere typische Mängel als solche aus den 1970er-Jahren.
Das Gute daran ist, dass du dich darauf bei der energetischen Sanierung einstellen kannst. Das Baujahr eines unsanierten Altbaus ist quasi eine Art Wegweiser und zeigt, welche Maßnahmen aller Voraussicht nach erforderlich sein werden. Das ist bei einer Vorauswahl sicher hilfreich. Dennoch sollte vor dem Kauf ein Experte prüfen, ob und welche Mängel tatsächlich bestehen. Nachfolgend eine Auflistung typischer Sanierungsmaßnahmen nach Baujahr.

Jahrhundertwende bis 1920

Die massive Steinbauweise ist hier vorherrschend. Wärmedämmung, Schallschutz, Schutz vor Feuchtigkeit im Keller und Haustechnik waren damals kein Thema und müssen wie auch die Heizung, Elektroinstallation und Wasserleitungen erneuert werden. Geheizt wurde damals mit Einzelöfen. Typisch sind zudem auf Putz verlegte Rohre und Kabel, nur ein Wasseranschluss meist in der Küche, rostgefährdete Stahlträger in den Kellerdecken und ungedämmte Dächer.

Soll die Fassade erhalten bleiben, ist eine Innendämmung nötig. Die Stuckfassaden dieser Häuser mit bis zu 6 Geschossen und die Stuckdecken sowie andere Details im Innenbereich brauchen eine aufwendige Restaurierung. Tragende Holzbalken in den Geschossdecken muss ein Fachbetrieb auf Schädlingsbefall überprüfen.

1920 bis 1949

Erstmals kommen industriell hergestellte Baustoffe zum Einsatz, wie in etwa für die Gesundheit bedrohliche Bleirohre, durch die das Trinkwasser fließt. Aufgrund des Materialmangels in der Nachkriegszeit verbauten die Menschen das, was zur Verfügung stand. So wurden beispielsweise Wände aus Bruchsteinen hochgezogen.

Ein besonderes Augenmerk sollte hier auf der Statik liegen. Typische Sanierungsmaßnahmen sind zudem die Wärmedämmung der Wände, der Fassade und des Dachs, der Austausch der Fenster, der kompletten Heiztechnik, der Elektroinstallation und die Abdichtung der Kelleraußenwände gegen Feuchtigkeit. Bedingt durch die kleinräumige Bauweise sind bei Bedarf auch Innenausbauten notwendig, beispielsweise das Herausreißen von Wänden.

1950 bis 1960

Die Eigenheime wurden mit Minimalaufwand gebaut und mit Einzelöfen beheizt. Die Wände und Decken bestehen oft aus bunt zusammengestellten Materialien, beispielsweise Schutt und Ziegelsplitt. Grundsätzlich musst du alles sanieren lassen. An der Statik hingegen gibt es meist nichts zu bemängeln. Die Verwendung gesundheitsschädigender Stoffe, die Formaldehyd oder Asbest enthalten, waren üblich. Dadurch sind ein fachgerechter Ausbau und eine ordnungsgemäße Entsorgung erforderlich.

1960 bis 1979

In dieser Zeit wird Beton als Baustoff entdeckt. Dadurch kommt es zu Wärmebrücken in den Mauern, was oft zu großen Bauschäden führt. Teilweise gibt es bereits gedämmte Außenwände und Kellerdrainagen zum Schutz der Wände vor Feuchtigkeit. Auch der Einbau von Fenstern mit wärmeisolierender Thermopen-Verglasung hält Einzug. Häufig gibt es aufgrund der damals noch fehlenden Erfahrungen Konstruktionsfehler bei Bungalows und Fertighäusern.

In dieser Bauperiode kommen ebenfalls schadstoffbelastete oder kanzerogene (Krebs erzeugende) Materialien und Produkte wie Asbest, Mineralfaserdämmungen oder Polychlorierte Biphenyle (PCB) in Dichtmassen zum Einsatz. Eine entsprechende Überprüfung der Bausubstanz auf Giftstoffe, aber auch des Betons ist daher ratsam.

1980 bis 2000

Es werden erstmals ökologische Materialien und eine verbesserte Wärmedämmung eingesetzt. Die ersten Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser weisen allerdings inzwischen Mängel auf, beispielsweise Feuchtigkeitsschäden durch veraltete Lüftungstechnik.

Bei der energetischen Sanierung von Häusern aus dieser Zeit geht es vor allem um eine weitere Energieeffizienzsteigerung. Diese erreichst du durch eine verbesserte Außenwanddämmung, die Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Dachs und moderne Fenster.

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Renovierung, Modernisierung oder Sanierung: Was ist was?

Die energetische Sanierung eines Altbaus unterscheidet sich wesentlich von anderen Baumaßnahmen wie Reparaturen oder Modernisierungen. Auch die örtlichen Gegebenheiten und der Zustand der Bausubstanz stellen oftmals ganz besondere Herausforderungen dar. Wenn eine beauftragte Firma den Keller trockengelegt, die Bodenbeläge erneuert, die Fenster auswechselt, die Fassade dämmt oder die Heizung austauscht, tauchen oftmals die Begriffe Modernisierung und Renovierung auf und werden in einem Atemzug mit Sanierung genannt.

Wenngleich es beträchtliche Unterschiede hinsichtlich Kosten und Arbeitsaufwand gibt, kommt es in der Praxis zwangsläufig zu einer Vermischung der Begriffe und Maßnahmen. Lässt du beispielsweise den Bauschaden in Form eines undichten Dachs durch Beseitigung der Löcher sanieren, wird oft gleichzeitig dann auch das Dach gedämmt, was teilweise sogar durch das GEG verpflichtend vorgeschrieben ist. Hier vermischt sich somit die notwendige Sanierung mit freiwilligen oder vorgeschriebenen Modernisierungsmaßnahmen. Wenn du es aber genau nehmen möchtest, kannst du wie folgt unterscheiden.

Wissenswertes

Den Zugang zum Internet stellen die Geräte über WLAN oder Netzwerkanschluss her. Je nach Hersteller heißen die Geräte Controller, Zentrale oder Gateway.

Renovieren

Renovierungsarbeiten dienen vorwiegend der optischen Verschönerung. Solche Schönheitsreparaturen sind nicht unbedingt erforderlich und haben auch keine Bedeutung für den Erhalt der Bausubstanz. Vielmehr sollen alte Bauteile, an denen der Zahn der Zeit kräftig genagt hat, die aber oberflächlicher Art sind, durch die Renovierung wieder aufgemöbelt werden. Spezielle Fachkenntnisse oder Handwerker sind dazu in der Regel nicht erforderlich. Selbst optisch besteht kreative Freiheit. Das Renovieren umfasst folgende typische Arbeiten:

  • Streichen der Wände
  • Tapezieren der Wände
  • Verlegen von Bodenbelägen; zum Beispiel Teppichboden, Laminat, Fliesen
  • Streichen der Fensterrahmen: innen und/oder außen
  • Streichen der Fassade

Modernisieren

Mittels Modernisierung soll meist ein Schaden am oder im Haus behoben werden, um den ursprünglichen funktionsgerechten Zustand wiederherzustellen. Oder aber, um den Zustand von Gebäudeteilen zu verbessern, also ihren Wert durch den aktuellen Stand des Bauens oder der Technik zu erhöhen. Dies geschieht durch:

  • Installation moderner Heiztechnik
  • Einsetzen von Wärme- und Schallschutzfenstern
  • Wärmedämmung von Außenwänden und Dach
  • barrierefreier Umbau
  • Verbesserung des Brandschutzes

Sanieren

Willst du Schäden am Gebäude beheben lassen, spricht man von Sanierung. Sanieren bedeutet Instandsetzung beziehungsweise Reparatur, um die ursprüngliche Qualität des Hauses wiederherzustellen. Aber auch die Beseitigung von Asbest zählt dazu. Erreichen kannst du die Sanierung durch Maßnahmen wie:

  • Reparatur eines undichten Dachs
  • Schließen von Löchern in der Dachhaut
  • Erneuerung morscher Holzbalkendecken
  • Beseitigung von Rissen im Außenputz
  • Austausch undichter Fenster
  • Beseitigung von Schimmel
  • Erneuerung des Fußbodenaufbaus
  • Trockenlegung eines feuchten Kellers
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Energetisch sanieren: Was bedeutet das genau?

Im Sommer 2021 beherrschte unter anderem ein Thema die Nachrichten: die immens gestiegenen Preise für Öl und Gas. Wer in einem unsanierten oder schlecht sanierten Eigenheim wohnt, hat keine guten Karten. Schließlich sind es die älteren Gebäude, deren Energieeffizienz besonders schlecht ist. Das belastet aber nicht nur deine Haushaltskasse, sondern auch die Umwelt und das Klima.
Wenn du also den Energieverbrauch deines Eigenheims spürbar reduzieren möchtest, ist die energetische Sanierung die beste Lösung: Durch ganz gezielte Dämmmaßnahmen kannst du den Energieverbrauch für Heizung, Warmwasserbereitung und Belüftung und den CO2-Ausstoß senken. Außerdem lohnt es sich dann durch den gesunkenen Wärmebedarf gerade, erneuerbare Energien für Heizung und Warmwasser einzusetzen oder eine neue effiziente Heizung zu installieren.

Was sind die häufigsten Sanierungsarbeiten?

Je nach Alter und Zustand der Bausubstanz unterscheiden sich die Sanierungsvorhaben teilweise erheblich. Dennoch gibt es spezielle Bauteile und Bereiche, die nach Erreichen eines bestimmten Alters eine Erneuerung benötigen. Meist ist das dann auch mit einem mehr oder weniger großen Aufwand verbunden. Dies sind vor allem:

  • Wärmedämmung
  • Dach
  • Fassade
  • Fenster
  • Heizungsanlage
  • Elektroinstallation
  • Wasserleitungen
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Komplett sanieren oder schrittweise?

Angesichts des hohen finanziellen Aufwands lassen Eigenheimbesitzer ihr Haus oft nur teilweise sanieren und zu einem späteren Zeitpunkt folgen weitere Sanierungsarbeiten. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht vernünftig, ist aber meist aus wirtschaftlicher Sicht nicht unbedingt die beste Lösung.

Unabhängig davon, für welche Variante du dich entscheidest, solltest du während der Planungsphase das Gesamtsystem betrachten. Lege dabei fest, was du mit der energetischen Sanierung deines Eigenheims erreichen möchtest und welche Maßnahmen das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis haben. Idealerweise greifst du dabei auf das Fachwissen und die Erfahrung eines Energieberaters zurück.

Es wird sich zeigen, dass es oft sinnvoll ist, verschiedene Maßnahme miteinander zu kombinieren. So schaffst du beispielsweise durch die Wärmedämmung der Gebäudehülle einen reduzierten Wärmebedarf. Dies wiederum bedeutet, dass du ein Heizsystem mit niedrigerer Leistung oder sogar eine Wärmepumpe einbauen kannst. Grundsätzlich könntest du jede der Maßnahmen auch getrennt voneinander durchführen. Dann sollte aber die Wärmedämmung vor dem Heizungsaustausch kommen.

Falls du vorhast, die Fenster zu erneuern oder eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zu installieren, sollte die Dämmung der Außenwände nicht an erster Stelle stehen. Denn der zeitlich versetzte Fenstereinbau ist dann meist nur mit großem Mehraufwand möglich. Hat die Dämmschicht der Außenfassade eine Stärke von etwa 15 bis 20 Zentimeter, bietet es sich an, erst die Lüftungsleitungen vom Lüftungsgerät auf der Außenfassade in Polystyrolplatten mit entsprechenden Aussparungen zu verlegen und anschließend die Außendämmung aufzubringen.

Gleiches gilt für neue Elektroleitungen oder die Kabel einer Solaranlage. Das ist nicht nur weniger aufwendig als das Verlegen im Gebäudeinneren, sondern du vermeidest so auch bauliche Schäden durch Fräsen oder Stemmen der Wandschlitze, die du dann verputzen musst.

Wissenswertes

Tipp: Weitere Informationen zur energetischen Gebäudesanierung oder der CO2-Gebäudesanierung findest du in diesen Beiträgen.

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Ist die energetische Gebäudesanierung gesetzlich geregelt?

Das Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden (Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG) ist die wichtigste rechtliche Grundlage für das energetische Bauen. Es trat am 1. November 2020 in Kraft. Das GEG führt das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammen. Das GEG legt somit die energetischen Standards für alle neu zu errichtenden sowie zu sanierenden Gebäude fest. Zudem regelt es die Einsparung von Energie in Gebäuden. Es handelt sich hierbei um Bundesrecht, dessen Grundlagen auf Richtlinien der Europäischen Union, beispielsweise die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, basieren.

Darüber hinaus haben in Deutschland 8 Bundesländer ein eigenes Klimaschutzgesetz mit quantitativen Minderungszielen für Treibhausgasemissionen aufgelegt. Zudem gibt es 2 Sonderfälle: 1 Gesetz ohne quantitative Minderungsziele (Hamburger Klimaschutzgesetz) sowie 1 mit Zielen für erneuerbare Energien und die Sanierungsquote im Gebäudesektor (Hessisches Energiegesetz). Allerdings hat die Gesetzgebungskompetenz für den Klimaschutz des Bundes Vorrang. Das führt dazu, dass die Bundesländer nur in wenigen Bereichen (beispielsweise bei der Landesbauordnung) überhaupt über die Befugnis verfügen, ihre gesetzlichen Maßnahmen und Vorgaben zur Erreichung der Klimaziele selbstständig umzusetzen.

Wissenswertes

Bereits 1977 wurden durch Einführung der Wärmeschutzverordnung Mindeststandards für Bauteile festgelegt. 1984 und 1995 gab es jeweils eine Novellierung der Wärmeschutzverordnung. 2002 löste die Energieeinsparverordnung (EnEV) sie dann ab, die wiederum im November 2020 vom Gebäudeenergiegesetz (GEG) ersetzt wurde.

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Was kannst du alles im Wohngebäude sanieren?

Grundsätzlich alles. In diesem Fall spricht man von einer Kernsanierung. Wenn du beispielsweise ein unsaniertes Haus aus den 1950er-Jahren gekauft hast und dieses auf den heutigen Stand der Technik bringen möchtest, musst du Dacheindeckung, Dachstuhl, Mauern, Putz, Decken, elektrische Leitungen, Türen, Fenster, Heizungsanlage und sanitäre Einrichtungen sowie Zu- und Abwasserrohre in einen neuwertigen Zustand versetzen. Dies ist nicht nur sehr kosten- und zeitintensiv, sondern macht das zukünftige Eigenheim für die Dauer der Sanierung unbewohnbar.
Mit der Kernsanierung verwandelst du allerdings den Altbau auch fast in einen Neubau. Und zum Glück ist eine Kernsanierung nicht immer erforderlich. Im Falle einer Teilsanierung müssen sich die Bewohner meist nur mit Einschränkungen arrangieren und eventuell bestimmte Räume für den Zeitraum der Sanierungsarbeiten verlassen.

Warum lohnt sich die energetische Sanierung?

Trotz der teilweise hohen Kosten lohnt sich die energetische Sanierung, weil

  • du zum Werterhalt und zum Erhalt des Gebäudes sowieso alle 20 bis 30 Jahre in eine effizientere Heizung, neue Fenster, ein neues Dach oder einen Neuanstrich der Fassade investieren musst,
  • sie eine wirkungsvolle Maßnahme gegen steigende Öl- und Gaspreise ist,
  • du weniger Energie verbrauchst,
  • weniger große Mengen CO2 in die Umwelt entweichen,
  • sie das Klima schützt,
  • der Wohnkomfort steigt und
  • attraktive staatliche Förderungen bereitstehen.

Energieeinsparpotenzial eines Einfamilienhauses durch typische energetische Sanierungsmaßnahmen:

  • Dach inklusive Dämmung: 30 Prozent bei gängigen Kosten von 16.000 Euro
  • Fassade inklusive Dämmung: 24 Prozent bei gängigen Kosten von 18.000 Euro
  • Fenster: 5 bis 10 Prozent bei gängigen Kosten von 13.000 Euro
  • neuer Heizkessel: 20 bis 30 Prozent bei Kosten von 8.000 bis 9.000 Euro
  • Dämmung Kellerdecke: 6 Prozent bei gängigen Kosten von 2.500 Euro
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Wer hilft dir, dein Eigenheim energetisch zu sanieren?

Abhängig davon, wie umfangreich und komplex dein Sanierungsvorhaben ist, sind viele Fachleute aus verschiedenen Fachbereichen involviert. Die Energieberatung sollte aber immer dein erster Schritt sein. Sinnvolle Sanierungsmaßnahmen zum falschen Zeitpunkt oder in der falschen Reihenfolge führen oft zu beträchtlichen Mehrkosten. Der Gebäudeenergieberater beziehungsweise der Energieberater hilft dir, solche Fehler zu vermeiden. Im Rahmen einer Besichtigung nimmt er dein Eigenheim vom Keller bis unters Dach genau unter die Lupe und hält alle für die Sanierung wichtigen Daten in einem Bericht fest. Durch die Energieberatung bekommst du detailliert Auskunft darüber, in welchem energetischen Zustand sich dein Haus befindet und welche sinnvollen Möglichkeiten bestehen, die energetische Sanierung umzusetzen. Du erhältst ein Sanierungskonzept, das speziell auf deine individuellen Bedürfnisse und deine finanziellen Möglichkeiten ausgerichtet ist.

Das Sanierungskonzept bewertet die Maßnahmen stets mit Blick auf die Energieeffizienz und die Wirtschaftlichkeit. Ein Bericht fasst die Ergebnisse der Untersuchung anschaulich zusammen. Darin findest du beispielsweise auch Informationen zu den Anforderungen des GEG sowie einen Stufenplan mit konkreten Sanierungsmaßnahmen, den anfallenden Kosten und eine Berechnung der Wirtschaftlichkeit. Dann liegt es erst einmal an dir, zu entscheiden, welche Maßnahmen du umsetzen möchtest beziehungsweise du dir leisten kannst. Eine kompetente Energieberatung gibt dir einen Leitfaden an die Hand, wie du es erreichst, bei geringstmöglichen Ausgaben den bestmöglichen Effekt zu erzielen. Günstig ist die Sanierung trotzdem nicht.

Dein Sanierungsfahrplan

Welche Leistungen deine Energieberatung beinhalten soll, bestimmst du. Hierzu gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Am Ende der Beratung solltest du jedoch immer einen Sanierungsfahrplan in den Händen halten. Eine gute Energieberatung erkennst du daran, dass sich der Energieberater Zeit für dich und dein Eigenheim nimmt. Dazu gehören eine ausführliche Besichtigung und Beurteilung des Gebäude-Ist-Zustands.

Genauso wichtig ist es, dass du mitteilst, welche Schwachstellen du bereits selbst im und am Gebäude festgestellt hast und welche Sanierungsmaßnahmen du dir dazu vorstellen kannst.

Der Sanierungsfahrplan sollte ebenso alles beinhalten, was zur Wärmegewinnung und zu Wärmeverlusten beiträgt. Der Energiebedarf deines Eigenheims wird dann von „sehr gut“ bis „schwach“ eingestuft. Eventuell erstellt der Energieberater auch eine Prognose zur zukünftigen Entwicklung der Heizkosten, um aufzuzeigen, welche Kosten ohne energetische Sanierungen auf dich zukommen können. Wie die extremen Energiepreissteigerungen im Jahr 2021 und die Einführung der CO2-Steuer zeigen, ist diese Prognose jedoch nicht in Stein gemeißelt.

Damit eine EDV-gestützte Berechnung durchgeführt werden kann, sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Planungsunterlagen des Hauses
  • Energieverbrauchszahlen der vergangenen Jahre
  • Messprotokoll des Schornsteinfegers (geht aber auch ohne)

Hat der Energieberater alle Gebäudedaten aufgenommen und die Berechnung durchgeführt, vergleicht er verschiedene Sanierungsmaßnahmen und Kombinationen hinsichtlich ihrer Energieeffizienz miteinander, hält sie in einem Bericht fest und unterfüttert sie mit Grafiken und Tabellen. Gemeinsam mit dir geht der Gebäudeenergieberater dann den ausgedruckten Bericht durch und beantwortet eventuell noch offene Fragen. Anschließend erhältst du einen favorisierten Vorschlag für deinen Sanierungsfahrplan. Handelt es sich um einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), der Voraussetzung ist, damit du deine Fördersumme um 5 Prozent erhöhen kannst? Dann bietet sich dir der Vorteil, dass du bis zu 15 Jahre Zeit hast, die darin aufgeführten Einzelmaßnahmen umzusetzen.

Stehen Planung und Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen an, benötigst du verschiedene Fachkräfte für die Umsetzung. Welche und wie viele, hängt vom Umfang deiner Sanierungsmaßnahmen ab. Diese Experten helfen dir bei der Sanierung deines Eigenheims:

  • Architekten: Planung und Koordination
  • Fachingenieure: Technische Planung
  • Handwerker: Umsetzung der Maßnahmen
  • Schornsteinfeger: Überprüfung der Heizungsanlage

Architekt

Der Architekt plant die komplette Umsetzung der Sanierung deines Eigenheims. Solltest du Planungsunterlagen für die Antragstellung bei der Baubehörde benötigen, erstellt er diese für dich. Wichtig ist auch, dass er die tatsächlichen Kosten ermittelt und diese während der laufenden Bauarbeiten überprüft. Die Kostenaufstellung benötigst du zudem, falls du eine Förderung oder einen Kredit beantragen möchtest.

Der Architekt ist es, der alle am Sanierungsprojekt beteiligten Firmen beauftragt, für diese Ausführungspläne entwickelt und exakte Beschreibungen der erforderlichen Leistungen vorgibt. Natürlich fällt auch die gestalterische Umsetzung der Sanierung in das Aufgabengebiet des Architekten. Er ist quasi der Kreative im Sanierungsteam. Mit ihm klärst du Fragen wie:

  • Erlaubt die vorhandene Bausubstanz die Umsetzung aller Sanierungsmaßnahmen?
  • Welche neuen Nutzungen, zum Beispiel Keller- oder Dachausbau, sind erlaubt?
  • Gibt es Auflagen durch den Denkmalschutz?
  • Ergeben sich aus dem Bebauungsplan Einschränkungen?
  • Welche finanziellen Mittel können eingesetzt werden?

Einem Architekten solltest du vor allem dann dein Sanierungsprojekt anvertrauen, wenn

  • du keine oder nur geringe Erfahrungen mit den Abläufen auf einer Baustelle hast,
  • eine große Anzahl an Fachkräften und Gewerken beteiligt ist,
  • ein hoher gestalterischer Anspruch gegeben ist und
  • das Haus unter Denkmalschutz steht.

Fachingenieure

Sie sind für die Prüfung der Baukonstruktion und die Gebäudetechnik verantwortlich. Wenn du im Rahmen der Sanierung Eingriffe an tragenden Bauteilen oder der tragenden Struktur des Gebäudes vornehmen möchtest, beispielsweise einen Wanddurchbruch oder den Einbau größerer Fenster, dann ist ein Tragwerksplaner erforderlich. Gleiches gilt, wenn Mauern Risse haben, Decken durchhängen oder du einen Balkon oder eine Dachterrasse haben möchtest.

Handwerker

Das sind die Fachleute, welche die Sanierungsmaßnahmen umsetzen. Abhängig vom Umfang der Sanierungsmaßnahme sind verschiedene Gewerke erforderlich, zum einen Handwerker aus dem Bereich Roh- und Ausbau sowie Fachkräfte, die für Heizung, Klima, Sanitär und Elektro zuständig sind.

Sind Tätigkeiten erforderlich, die außerhalb der Sachkenntnisse regulärer Handwerksbetriebe liegen, solltest du entsprechende Fachleute mit an Bord nehmen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Dachstuhl erneuert werden muss oder alte Stuckdecken wiederhergestellt werden sollen.

Schornsteinfeger

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass der Bezirksschornsteinfeger deine Feuerungsanlage bei Neuinstallation überprüft. Du musst ihn sogar bereits während der Planungsphase kontaktieren. Der Schornsteinfeger prüft die Abgasanlage, um für Brandsicherheit und die einwandfreie Funktion der Feuerstätten zu sorgen. Er kümmert sich also darum, dass eine effiziente Verbrennung stattfindet, nicht zu viel Schadstoffe in die Umwelt gelangen und die Grenzwerte der Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) eingehalten werden.

Seit 2013 dürfen Hausbesitzer den Schornsteinfeger frei wählen. Mit Einführung des Gebäudeenergiegesetzes ist es Schornsteinfegern zudem erlaubt, auch die Energieberatung zu übernehmen – entsprechende Eignung vorausgesetzt. Mit der Überarbeitung des Schornsteinfeger-Handelsgesetzes im Jahr 2017 ist es Schornsteinfegern außerdem gestattet, zusätzlich als Installateure zu arbeiten und Abgasanlagen sowie Kaminöfen einzubauen. Diese Anlagen dürfen sie allerdings dann nicht selbst prüfen und abnehmen. Der Schornsteinfeger prüft, ob

  • die Feuerstätte ausreichend Verbrennungsluft erhält,
  • Verbrennungsgase ohne Probleme abziehen können,
  • der Schornstein dicht, betriebs- und brandsicher ist und
  • dass es keine Durchfeuchtung und Versottung an der Abgasanlage geben kann.

Die im Feuerstättenbescheid aufgeführten Arbeiten musst du durchführen lassen. Bei Verweigerung kann ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro fällig werden. Nur wenn du eine elektrische Wärmepumpe zur Wärmebereitung installierst, brauchst du keinen Schornsteinfeger. Schließlich kommt in diesem Fall die Wärmeerzeugung ganz ohne Verbrennung beziehungsweise Flamme aus.

Mit dem richtigen Team – bestehend aus einem Energieexperten, Architekten, Fachingenieur und Fachhandwerkern – bist du bestens aufgestellt, um dein Sanierungsprojekt erfolgreich, nachhaltig und zu fairen Konditionen zu realisieren.

Wissenswertes

Im Zusammenhang mit der Gebäudesanierung könnte auch unser Artikel zu Energieeffizienzdienstleistungen für dich interessant sein.

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Tipps zur Vorbereitung deiner energetischen Sanierung

Mit diesen Tipps bist du optimal vorbereitet:

  • Arbeite von Anfang an mit einem Energieexperten zusammen. Die Investition lohnt sich, auch wenn du keine Förderung beantragen willst. Er hilft dir, das Optimum bei minimalen Kosten zu erreichen. Qualifizierte Personen in deiner Nähe findest du unter www.energie-effizienz-experten.de.

  • Der Begriff Energieberater ist nicht geschützt. Arbeite daher nur mit solchen zusammen, die eine entsprechende Qualifikation vorweisen können.

  • Hole bei umfassenden Sanierungsmaßnahmen unbedingt einen Architekten oder Planer mit ins Boot. Oft sind Architekten auch als Energieberater geschult. Kontaktdaten findest du auf den Websites der Architektenkammern.

  • Planst du nur einzelne Sanierungsmaßnahmen wie die Dämmung der Fassade oder den Austausch der Fenster, kannst du dich meist direkt an die zuständigen Handwerksbetriebe wenden.

  • Beschäftige ausschließlich Fachhandwerksbetriebe, die Erfahrung mit der energetischen Sanierung haben und dies über Referenzprojekte nachweisen können.

  • Entsprechende Handwerksbetriebe findest du über die örtlichen Handwerkskammern oder auf der Website www.co2online.de.

  • Wenn du Freunde oder Nachbarn hast, die ihr Haus bereits saniert haben, frage sie nach ihren Erfahrungen mit den beteiligten Gewerken und lass dir eventuell die Anschriften geben.

  • Handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude, musst du die Denkmalschutzbehörde kontaktieren und in die Planungsphase einbeziehen.

  • Falls du Geld sparen möchtest, kannst du einige Sanierungsarbeiten selbst ausführen. Erkundige dich aber zuvor, was erlaubt ist und was nicht.

  • Beauftrage die Handwerksbetriebe frühzeitig. Lange Lieferzeiten, ein starker Preisanstieg beim Material und Materialmangel bei Dämmstoffen, Stahl, Holz und Kunststoffrohren können zu Verzögerungen und Problemen am Bau führen.

  • Hole dir (soweit möglich) für alle Sanierungsarbeiten mehrere Angebote ein.

Schritt für Schritt durch die energetische Sanierung

Bei einer umfangreichen Sanierung hast du idealerweise einen Architekten oder Bauleiter einbezogen, der einen exakten Zeit- und Ablaufplan erstellt und das Zusammenspiel aller Gewerke sowie die Reihenfolge der durchzuführenden Sanierungsmaßnahmen koordiniert.

Wichtig ist, dass die Sanierungsarbeiten aufeinander aufbauen. Aus diesem Grund beginnst du in der Regel mit den Außenarbeiten (Dacheindeckung, Fassadendämmung und Fensteraustausch). Wenn all diese Arbeiten erledigt sind, steht der Innenausbau an. Erst danach kommen die Fachbetriebe für Elektroinstallation, Heizung und Sanitär an die Reihe, um ihre Arbeiten auszuführen.

Wissenswertes

Hinweis: Solltest du die energetische Sanierung ohne einen Architekten oder Bauleiter vornehmen, bist du nicht nur alleiniger Ansprechpartner für alle Handwerker, sondern auch für den reibungslosen Ablauf der Sanierungsarbeiten verantwortlich. Plane daher entsprechend viel Zeit, Geduld und Ausdauer ein. Eine bestimmte Sachkenntnis wäre auch von Vorteil.

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Dach sanieren

Wenngleich das Dach bei Altbauten generell einen Sanierungsschwerpunkt darstellt, hängen die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen vom jeweiligen Einzelfall ab. Welche tatsächlich notwendig sind, können Energieberater, Architekten und Planer am besten beurteilen. Aber auch ausführende Fachbetriebe sind hier kompetente Ansprechpartner. Wichtig ist, dass du abklärst, welche Sanierungsmaßnahmen sofort oder zumindest relativ zeitnah notwendig sind. Allerdings ist es (wie bereits kurz angerissen) meist kostengünstiger, alles in einem Zug sanieren zu lassen.

  • Diese Maßnahmen fallen unter den Begriff der Dachsanierung:
  • Erneuerung des Dachstuhls
  • Wärmedämmung des Dachboden
  • Verlegen neuer Dachziegel
  • Wärmedämmung der obersten Geschossdecke
  • Erneuerung der Dachfenster
  • neue Regenrinnen
  • Erneuerung des Schornstein
  • Dachbodenausbau als Wohnraum

Woran erkennst du ein marodes Dach?

Abgefallene, zerbrochene und verrutschte Dachziegel oder das Fehlen einer ganzen Reihe von Dachziegeln lassen nichts Gutes ahnen. Senkt sich das Dach an einigen Stellen oder hängt in der Mitte durch, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass eine Dachsanierung erforderlich ist.

Doch nicht nur von außen lässt sich feststellen, ob Sanierungsbedarf besteht. Auch am Zustand von Balken, Sparren und Dachhaut kannst du erkennen, wie es um das Dach bestellt ist. Risse in den tragenden Balken sowie morsche Sparren sind klare Anzeichen. Ist am Boden Sägemehl zu sehen, kannst du davon ausgehen, dass sich Holzwürmer eingenistet haben und du die komplette Dachkonstruktion ersetzen lassen musst. Wasserflecken im Dachbodenraum und Schimmelbefall sind ebenfalls eindeutige Zeichen für eine dringend erforderliche Dachsanierung.

Wissenswertes

Was sind die Vorteile eines neuen Dachs?

Zum einen vermeidest du, dass durch ein eingestürztes Dach schwere Schäden am Gebäude und den Räumen darunter entstehen. Ein neuer Dachstuhl wendet die Gefahr ab, dass die gesamte Statik des Hauses in Mitleidenschaft gezogen wird. Durch ein neu eingedecktes Dach beseitigst du Undichtigkeiten und verhinderst damit auch die Bildung von Schimmel, der sich sonst vom Dach weiter im ganzen Haus ausbreiten und die Gesundheit der Bewohner gefährden könnte.

Andererseits hilft dir die energetische Sanierung des Dachs, teure Energie einzusparen und dadurch sowohl deinen Geldbeutel als auch die Umwelt und das Klima zu schützen. Die Dämmung hält nicht nur die Wärme im Haus, sondern bietet dir zudem einen verbesserten Wärmeschutz im Sommer. Gefahren durch abrutschende Schneebretter oder große Eiszapfen werden verhindert. Kann das Dach nach der Sanierung wieder schwere Lasten tragen, steht dir der Weg offen, durch die Installation einer Solaranlage aus deinem energetischen Sanierungsprojekt auch ein nachhaltiges zu machen.

Ist der Dachstuhl noch tragfähig?

Dein erster Schritt sollte die Prüfung des Dachstuhls durch einen Fachbetrieb sein. Stellt dieser Schäden wie Feuchtigkeit oder Schädlingsbefall fest, kann es sein, dass er ganze Dachsparren austauschen muss.

Die Tragfähigkeit des alten Dachstuhls ist ebenfalls wichtig, denn eine schwere Dacheindeckung, beispielsweise aus Betondachstein, kann eine Dachkonstruktion überfordern. Spielst du mit dem Gedanken, eine Solaranlage aufs Dach zu setzen, kommt noch einmal ordentlich Gewicht dazu.

Der Austausch eines Dachstuhls ist aufwendig und daher mit hohen Kosten verbunden. Leider lässt sich die Erneuerung des Dachstuhls nicht immer vermeiden. Dies ist vor allem bei sehr alten Häusern der Fall, wenn die Dachbalken bereits morsch sind. Häufig kommt es zu Beschädigungen des Dachstuhls, wenn das Dach schon lange undicht ist und Feuchtigkeit eindringen und sich Schimmel bilden konnte. Das schränkt die Tragfähigkeit des Holzes stark ein.

Mitunter genügt aber bereits eine Teilsanierung des Dachstuhls durch Austausch einzelner Dachbalken, deren Holz bereits stark angegriffen, morsch oder instabil ist. Ob eine Teilsanierung ausreicht, sollte ein erfahrener Gutachter feststellen, indem er den Zustand der tragenden Elemente sowie die Statik genauesten überprüft. Er kann dann für dich den Kostenunterschied zu einer Kompletterneuerung inklusive einer Kosten-Nutzen-Analyse berechnen. So kannst du vermeiden, dass du einige Jahre nach der Teilsanierung erneut ans Dach musst, weil weitere Schäden am Gebälk auftreten und im schlimmsten Fall der Dachstuhl doch einer kompletten Sanierung bedarf. Erst wenn die Sache mit dem Dachstuhl geklärt und erfolgreich ausgeführt wurde, geht es ans Eindecken.

Welche Dachbeläge gibt es?

Bei einer Dachsanierung kannst du die Dacheindeckung leider nicht immer nur hinsichtlich Ästhetik und Preis auswählen. Oft schreiben Städte und Gemeinden in ihrer Bauordnung vor, welche Dachziegel mit welcher Farbe du verwenden darfst. So wollen sie erreichen, dass die Dacheindeckung dem regionalen und traditionellen Erscheinungsbild entspricht. Ein Blick auf die Nachbarhäuser verrät dir, was voraussichtlich gewünscht ist. Damit du dein Dach nicht wieder abdecken musst, ist es ratsam, sich vorab beim zuständigen Bauamt zu erkundigen, was erlaubt ist und was nicht.

Achte auch darauf, dass deine Wahl auf robuste und langlebige Produkte fällt. Schließlich soll das neue Dach über viele Jahre Hitze, Kälte, Sturm, Regen und Schnee unbeschadet überstehen. Abhängig von Baustil, Dachform, Dachneigung und Region werden verschiedene Materialien verwendet. Nachfolgend stellen wir dir die üblichen Dacheindeckungen vor.

Dachziegel

Der Dachziegel ist ein sehr robustes, langlebiges Naturprodukt und der Klassiker unter den Dacheindeckungen. Dachdecker bevorzugen Dachziegel, weil sie einfach zu verlegen sind. Es gibt sie in den verschiedensten Farben und Oberflächenstrukturen. Die ältesten Ziegelformen sind Biberschwanz, Mönch und Nonne. Heute werden bevorzugt gepresste Falzziegel und spezielle Formziegel verwendet.

Dachsteine

Obwohl sie aus Beton bestehen, sind Dachsteine Dachziegeln optisch sehr ähnlich. Sie sind extrem bruchfest, wiegen allerdings mehr als Dachziegel. Dafür halten sie starken Windböen besser Stand. Sie sind nicht nur preisgünstiger, sondern es gibt sie auch in einer größeren Farbauswahl, unter anderem in klassischem Rot, Dunkelrot, Dunkelblau, Hellgrau, Schwarz oder Kupfer.

Schiefer

Auch hier handelt es sich um ein langlebiges und robustes Naturprodukt. Weil die Schieferplatten auf einer Holzunterkonstruktion befestigt werden, können ihnen auch stürmische Winde nicht so viel anhaben. Traditionell findest du Schiefer vor allem auf Dächern, wo er vorkommt. Dies sind unter anderem Teile Nord- und Mittelhessens, Sachsen-Anhalts und Niedersachsens und natürlich das Rheinische Schiefergebirge, die Eifel und das Erzgebirge.

Faserzementplatten

Diese feste und formstabile Dacheindeckung setzt sich aus Beton und einem Fasergemisch zusammen. Wenn dein altes Dach damit eingedeckt ist, achte darauf, diese Platten sachgerecht zu entsorgen. Denn noch bis in die frühen 1990er-Jahre hinein bestanden die beigemischten Fasern aus krebserregendem Asbest. Faserzementplatten gibt es mit glatten und strukturierten Oberflächen. Sie sind eine günstige Alternative zu Schiefer und werden wie diese auf eine Holzunterkonstruktion genagelt.

Metallbedachungen

Mit Metallen wie Zink, Kupfer und Aluminium lässt sich jede beliebige Dachform eindecken. Bedachungen aus Metall sind sehr langlebig und so gut wie wartungsfrei. Inzwischen gibt es Metallplatten, die wie Dachpfannen aussehen, wodurch sie sich auch für Eigenheime optisch gut eignen. Mit den Jahren bedeckt eine grüne, schützende Patina das Metall.

Da die Metallplatten sehr leicht sind, eignen sie sich gut für die Sanierung alter Dächer. Vor allem dann, wenn der alte Dachstuhl eine Eindeckung mit Dachpfannen aus Ton oder Beton inklusive der Dachdämmung nicht mehr standhalten würde, sind sie eine Alternative. So lässt sich in vielen Fällen die komplette Erneuerung des Dachstuhls vermeiden. Die Verlegung kann recht schnell erfolgen, da es sich hier nicht um einzelne Dachpfannen handelt, sondern großflächige Metallplatten. Dacheindeckungen aus Metall sind sehr dicht, feuerfest und trotzen Sturm und Hagel.

Im Vergleich zu anderen Dacheindeckungen ist die Dämmeigenschaft schlechter, es besteht die Gefahr von Schimmelbildung und es kommt bei Temperaturschwankungen zu Verformungen. Zudem verträgt sich Metall nicht immer mit anderen Baustoffen. Vermeide daher den Kontakt von Zink und Aluminium mit Stahl oder Kupfer – zum Beispiel ist eine Kombination aus Zinkdach und Dachrinnen aus Kupfer nicht möglich. Es ist folglich eine sorgfältige Planung und Ausführung durch eine Firma nötig, die Erfahrung beim Umgang mit Metall hat.

Wissenswertes

Durch die Installation einer smarten Heizungssteuerung kannst du eine Energieeinsparung von bis zu 8 Prozent realisieren. Doch nicht jeder Haushalt wird diesen Wert erreichen. Hast du vorher schon die Heizungsthermostate und die zentrale Heizungssteuerung auf deine Bedürfnisse abgestimmt, fällt der Effekt entsprechend geringer aus.

Besonderheiten beim Flachdach

Flachdächer sind den Witterungseinflüssen stärker ausgesetzt als Steildächer. Ein unsanierter Bungalow aus den 1970er-Jahren hat also einiges mitgemacht und bedarf daher besonderer Prüfung durch den Fachmann. Über die Jahrzehnte wird die Abdeckung porös und rissig, was hauptsächlich auf die permanente Belastung durch Sonneneinstrahlung beziehungsweise Hitze, Kälte und Feuchtigkeit zurückzuführen ist.

Obwohl Flachdächer immer leicht geneigt sind (maximal 7 Grad), damit Wasser ablaufen kann, staut es sich oft dort, wo kleinere Verschmutzungen oder Laub das Abfließen verhindern. Im Winter gefriert es dann, wodurch an diesen Stellen Schäden entstehen. Zu weiteren Schäden kann es durch verstopfte Abläufe und Regenrinnen sowie beschädigte Dachränder kommen. Auch die Wärmedämmung des Dachbereichs war in den 1960er- bis 1980er-Jahren, der Blütezeit von Häusern mit einem Flachdach, meist kein Thema. Bei der Sanierung muss das Flachdach den energetischen Standards gemäß GEG angepasst werden. Dazu gehört auch die Wärmedämmung und eventuell die Erneuerung der Abfluss- und Entwässerungsrohre.

So sanierst du das Dach deines Eigenheims

Wenn ein Fachbetrieb den Dachstuhl teilsaniert, entfernt er aus der Dachkonstruktion nur die geschädigten, morschen und instabilen Holzbalken und erneuert diese. Bei einer Komplettsanierung des Dachstuhls hingegen wird der gesamte Dachstuhl abgerissen, ein neuer 1 zu 1 angefertigt und angebracht. Soweit es die Bauordnung zulässt, kannst du das Dach auch verändern, zum Beispiel den Winkel des Steildachs, um dieses für die Nutzung einer Solaranlage zu optimieren oder um den Dachboden zu Wohnzwecken umzubauen. Wichtig ist, dass dann die Statik neu berechnet werden muss.

Bei der Dacheindeckung kommt es zur Erneuerung der Dachaußenhaut. Folgende Arbeiten sind dazu in der Regel erforderlich:

  • Entfernung und Entsorgung der alten Dacheindeckung
  • Aufbau und Anbringung einer neuen Unterkonstruktion
  • Ersetzen oder Neuanbringen der Dämmung
  • Neueindeckung mit Ziegeln oder Platten
  • Erneuerung der Regenrinnen, Schneefänge, Einfassungen des Schornsteins und Dachgauben

Vergiss nicht, dass eine asbesthaltige Dacheindeckung nur eine Fachfirma mit entsprechender Qualifikation entfernen darf. Gleiches gilt für die Entsorgung. Achte bei der Dacherneuerung auch darauf, dass Materialien wie Dämmung, Kleber und Folie zusammenpassen und möglichst von einem Hersteller sind. Denn nicht immer harmonieren alle Inhaltsstoffe miteinander.

Für die Neueindeckung bringen die Handwerker in einem ersten Schritt neue Konterlatten an. Anschließend folgt die Traglattung. Wie groß der Abstand der einzelnen Latten zueinander sein muss, hängt davon ab, für welche Art der Eindeckung du dich entschieden hast. Denn die verschiedenen Dacheindeckungsmaterialien werden auch unterschiedlich montiert. Sind diese Arbeiten erledigt, folgt die Anbringung der Wärmedämmung. Erst jetzt kann das Dach neu gedeckt werden. Hier die Arbeitsschritte der Dachsanierung im Überblick:

  • Gerüstaufbau
  • Abriss und Entsorgung des Altmaterials
  • Anbringung der neuen Lattung
  • Anbringung der Wärmedämmung
  • neue Eindeckung
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Wärmedämmung sanieren

Ein schlecht gedämmter Altbau verbraucht viel zu viel der immer teurer werdenden Heizenergie. Ist dein Eigenheim gut gedämmt, sparst du nicht nur reichlich Kosten ein, sondern trägst auch zur Energiewende bei. Zwar ist die Dämmung deines Hauses meist eine sehr kostenintensive Angelegenheit. Zugleich ist sie aber auch eine sehr wirkungsvolle Maßnahme, wenn du auf lange Sicht gesehen Energie sparen und die Heizkosten senken möchtest.

Achte darauf, dass deine Dämmmaßnahmen in Verbindung mit dem gesamten energetischen Konzept stehen. Installierst du beispielsweise eine neue Heizung in einem ungedämmten Haus und dämmst die Fassade erst ein paar Jahre später, ist danach die Heizung nicht nur überdimensioniert – sie ist letztlich auch in den Anschaffungskosten zu teuer gewesen. Hier hättest du bereits Geld sparen können. Das Angebot an Dämmstoffen ist recht groß. Nachfolgend haben wir für dich die gebräuchlichsten aufgelistet:

  • Synthetische: Polyurethan (PUR), Polystyrol-Hartschaum (EPS), Extrudierter Polystyrol-Hartschaum (XPS), Vakuum
  • Mineralische: Calciumsilikat, Perlite, Glaswolle, Schaumglas, Steinwolle
  • Nachwachsende: Flachs, Hanf, Holzfaser, Jute, Kork, Zellulose
  • Schafwolle

Dämmstoffe gibt es für jeden Einsatzbereich und in passenden Materialformen. Für die Dachdämmung eignen sich flexible Dämmstoffmatten gut, weil sie sich als Zwischensparrendämmung zwischen die Dachbalken klemmen lassen. Willst du die oberste nicht begehbare Geschossdecke dämmen lassen, sind sie ebenfalls gut verwendbar.

Feste Dämmstoffplatten hingegen werden als Aufsparrendämmung im Dach, für die Fassadendämmung und die Dämmung der Kellerdecke genommen. Wenn du die Unebenheit von Böden ausgleichen möchtest, bist du mit Dämmstoffen als Schüttung gut beraten. Diese eignen sich genauso zum Verfüllen von Hohlräumen und Holzbalkendecken.

Dachdämmung

Grundsätzlich gibt es 3 Möglichkeiten, ein Steildach zu dämmen. Welche Variante in deinem individuellen Fall für dein Eigenheim die richtige ist, sollte der Fachmann entscheiden. Ein Dachstuhl wird aus Holzsparren gefertigt. Zwischensparrendämmung, Aufsparrendämmung oder Untersparrendämmung sind die Beschreibungen dafür, ob der Fachbetrieb den Dämmstoff zwischen, auf oder unter den Sparren anbringt.

Zwischensparrendämmung

Die wohl am meisten angewendete Art der Dachdämmung ist die Zwischensparrendämmung. Vor allem wenn du den Dachboden ausbauen lässt, wird auf diese problemlose Dämmweise zurückgegriffen. Das Dämmmaterial gibt es als Matten (Klemmfilze) und als Rollen, die auf Maß passend zugeschnitten werden können. Um Wärmebrücken zu vermeiden, achte darauf, dass sich die Dämmung ohne Lücken beziehungsweise Abstände den Dachsparren anpasst.

In manchen Fällen ist zusätzlich eine Untersparrendämmung erforderlich, beispielsweise dann, wenn die Sparren zu schmal sind und sich dadurch die erforderliche Dämmstärke nicht erreichen lässt.

Aufsparrendämmung

Hier ist es ganz besonders wichtig, dass du wirklich hochwertiges Dämmmaterial verwendest. Denn bei dieser Art der Wärmedämmung ist das eingesetzte Material extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Die Dämmung wird oberhalb der Dachsparren, also außen und nicht im Gebäude, angebracht. Das ist besonders dann von Vorteil, wenn der Dachboden zur Wohnung umgebaut werden soll, denn es geht durch die Dämmschicht kein Wohnraum verloren.

Es ist ratsam, eine Dampfsperre auf der Unterseite der Dachdämmung anzubringen. Diese dampfdichten Spezialfolien oder mit Alufolie kaschierten Gipskartonplatten sorgen dafür, dass die Dämmung von innen nicht feucht wird.

Die Aufsparrendämmung ist zwar sehr aufwendig und kostenintensiv, dafür aber auch die effizienteste Variante. Gerade wenn du im Zuge der Dachsanierung eine neue Eindeckung brauchst, empfiehlt sich diese Art der Dämmung, weil sich beide Maßnahmen optimal miteinander verbinden lassen. Konventionelle Dämmstoffe wie Hartschaumdämmstoffe sind ideal, denn sie halten den Witterungsverhältnissen besonders gut Stand. Ist die Dämmung angebracht, kann das Dach gedeckt werden.

Untersparrendämmung

Eine Untersparrendämmung allein reicht nicht aus, um die Vorgaben des GEG zu erreichen. Kombiniert mit der Zwischensparrendämmung ist sie allerdings eine gute Maßnahme, um beispielsweise mehr Energieeffizienz in bereits gedämmten Altbauten zu erzielen. Unter den Sparren bringt der Handwerker quer eine Traglattung an, um anschließend den Bereich zwischen der Lattung komplett mit Dämmstoff zu befüllen.

Es gibt auch Dämmplatten im Angebot, die sich ganz einfach an die Sparren schrauben lassen. Es ist ratsam, auch hier zwischen Lattung und Zwischensparrendämmung eine Dampfbremse anzubringen, damit das Dämmmaterial nicht feucht wird und kein Schimmel entsteht. Handelt es sich um einen Ausbau des Dachgeschosses zum Wohnen, kannst du die Lattung nutzen, um darauf Gipsfaserplatten zu montieren.

Flachdachdämmung

Die Dämmung bei der Dachsanierung eines Flachdachs hat einen ganz besonderen Stellenwert, denn hier trägt die oberste Geschossdecke das Dach. Passt die Dämmung nicht, haben die Bewohner mit starken Temperaturschwankungen zu kämpfen: heiße Räume im Sommer und kalte Zimmer im Winter. Es gibt mehrere Möglichkeiten der Flachdachdämmung.

Kaltdach

Beim zweischaligen, hinterlüfteten Kaltdach befindet sich zwischen Dämmstoff und Abdichtung ein Zwischenraum. Die dadurch entstehende Entlüftung führt im Sommer die Wärme ab. Der Abschluss zwischen Innenraum und Dachdämmung muss absolut luftdicht sein. Häufig verwendete Dämmstoffe sind Stein- und Glaswolle sowie Zellulose. Weil der Aufbau recht kompliziert ist, werden nur noch selten Flachdächer als Kaltdach ausgeführt.

Warmdach

Anstelle der Zwischenräume ist beim Warmdach auf der warmen Raumseite eine Dampfsperre aufgebracht. Sie soll dafür sorgen, dass keine Feuchtigkeit aus dem Gebäudeinneren in die Dämmschicht dringt. Die Dämmschicht wird luftdicht zwischen Raumdecke und Dachaußenseite aufgelegt. Die druckfesten Dämmplatten, beispielsweise aus Polyurethan-Hartschaum (PUR), Extrudiertem Polystyrol-Hartschaum (XPS), Mineralwolle oder Schaumglas, bringt der Fachbetrieb auf der Dampfsperrfolie auf. Anschließend verlegt er die Dachhaut direkt auf der Dämmschicht. Oberhalb der Dämmschicht liegt die witterungsbeständige Dachabdichtung. In der Regel handelt es dabei um miteinander verschweißte Bitumenbahnen, auf die gern noch Kies aufgeschüttet wird.

Hast du es beim Altbau mit einem Kaltdach zu tun, kannst du es im Rahmen der Flachdachsanierung neu aufbauen und daraus ein Warmdach machen. Flachdächer werden heute bevorzugt als einschaliges Warmdach konstruiert. Anders als das Kaltdach lässt sich ein Warmdach aufgrund seiner besseren Belastbarkeit so planen, dass du es als Dachterrasse oder begrünten Dachgarten nutzen kannst. Das macht die Dachdämmung gleich nachhaltiger, denn mit einer Dachbegrünung schaffst du auch neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Umkehrdach

Das Umkehrdach ist letztendlich auch ein Wärmedach. Hier ist jedoch die Reihenfolge des Dachaufbaus genau umgekehrt: Dampfsperre und Abdichtung liegen unter der Wärmedämmung. Ein Filtervlies und eine Auflast, zum Beispiel Kies, sollen Schäden am Dach abhalten. Weil die Abdichtung unter der Dämmung liegt, musst du diese beispielsweise durch eine Bitumenschicht vor Feuchtigkeit schützen. Oder aber die Dämmung ist hydrophob und kann das Wasser selbst ableiten.

Vorteil des Umkehrdachs ist, dass die Dämmschicht beliebig dick sein kann, weil sie auf der tragenden Schicht aufliegt. So lassen sich selbst die anspruchsvollsten Dämmanforderungen umsetzen.

Fassadendämmung

Die Fassade nimmt einen großen Teil der Gebäudehülle ein. Entsprechend hoch ist hier das Energieeinsparpotenzial. Wie beim Dach gibt es ebenso bei der Fassadendämmung mehrere Möglichkeiten. Wofür du dich letztendlich entscheidest, ist unter anderem auch eine Frage deiner finanziellen Möglichkeiten.

Kerndämmung

Aufgrund des geringen baulichen Aufwands eignet sich diese Variante bestens für die nachträgliche Dämmung. Voraussetzung ist allerdings, dass dein zu dämmendes Eigenheim über ein zweischaliges Mauerwerk verfügt, denn die Kerndämmung wird nicht an der Außenwand befestigt, sondern innerhalb der zweischaligen Wand. Die Fassade besteht hier aus 2 Mauern, der tragenden Wand und einer Außenschale aus Steinen. Der Hohlraum zwischen den beiden beträgt etwa 15 Zentimeter

Eine Kerndämmung mit Matten lässt sich im Altbau nicht realisieren. Aus diesem Grund wird die Einblasdämmung eingesetzt. Um das lose Füllmaterial in den Hohlraum blasen zu können, werden Löcher in die Innen- oder Außenschale der Mauer gebohrt. Als Dämmmaterial kannst du grundsätzlich alle gängigen Dämmstoffe verwenden, nur nicht gepresst, sondern in loser Form. Die Einblasdämmung ist zwar nicht so effektiv wie das WDVS, dafür ist sie um einiges kostengünstiger.

Eine weitere Variante ist die Schüttdämmung. Hier besteht die Kerndämmung dann aus Schaumglasschotter oder Granulaten, wie beispielsweise Kork.

Kerndämmung

Aufgrund des geringen baulichen Aufwands eignet sich diese Variante bestens für die nachträgliche Dämmung. Voraussetzung ist allerdings, dass dein zu dämmendes Eigenheim über ein zweischaliges Mauerwerk verfügt, denn die Kerndämmung wird nicht an der Außenwand befestigt, sondern innerhalb der zweischaligen Wand. Die Fassade besteht hier aus 2 Mauern, der tragenden Wand und einer Außenschale aus Steinen. Der Hohlraum zwischen den beiden beträgt etwa 15 Zentimeter

Eine Kerndämmung mit Matten lässt sich im Altbau nicht realisieren. Aus diesem Grund wird die Einblasdämmung eingesetzt. Um das lose Füllmaterial in den Hohlraum blasen zu können, werden Löcher in die Innen- oder Außenschale der Mauer gebohrt. Als Dämmmaterial kannst du grundsätzlich alle gängigen Dämmstoffe verwenden, nur nicht gepresst, sondern in loser Form. Die Einblasdämmung ist zwar nicht so effektiv wie das WDVS, dafür ist sie um einiges kostengünstiger.

Eine weitere Variante ist die Schüttdämmung. Hier besteht die Kerndämmung dann aus Schaumglasschotter oder Granulaten, wie beispielsweise Kork.

 

Innendämmung

Ist eine Außendämmung aus bautechnischen oder gestalterischen Gründen nicht realisierbar, weil beispielsweise die Fassade mit Stuck verziert, mit erhaltenswerten Malereien versehen ist oder unter Denkmalschutz steht? Dann ist die Innendämmung eine gute Alternative, da die Außenfassade so unversehrt bleibt.

Durch die Außendämmung wird dein Haus etwas größer. Steht es direkt auf der Grundstücksgrenze und hast du grundsätzlich keine Erlaubnis, das Nachbargrundstück zu überbauen, ist die Innendämmung ebenfalls die einzige Option.

Wenngleich Innendämmungen das gleiche Ziel wie Wärmedämmungen von außen verfolgen, erreichen sie energetisch betrachtet nicht die qualitativen Werte einer Außendämmung. Das liegt daran, dass hier der Taupunkt innen liegt.

Der Aufbau einer Innendämmung ist dem einer Außenfassadendämmung nicht unähnlich. Sie besteht aus einer Tragekonstruktion, Dämmmaterial, einer Dampfsperre und einer Innenverkleidung. Du kannst aus Dämmstoff und Trockenbau-Deckplatten bestehende Verbundplatten, aber auch Dämmplatten verwenden, wie sie beim Dachausbau zum Einsatz kommen.

Eine Möglichkeit der Innendämmung ist der Bau eines Ständerwerks aus Aluprofilschienen oder Kanthölzern, das direkt auf den alten Innenputz montiert wird. In dessen Lattung kommt der Dämmstoff und über diese Konstruktion dann eine Dampfsperrfolie. Es ist sehr wichtig, die Dampfsperrbahn nicht zu beschädigen, ansonsten verliert sie ihre Funktion.

Achte darauf, die Anschlussstellen an die angrenzenden Wände, den Fußboden, die Decke sowie an Fenster und Türen sehr sorgfältig zu verschließen. Zum Schluss werden Holzfaserplatten oder Gipskartonplatten angebracht, die du dann verputzen oder tapezieren kannst. Du kannst das Dämmmaterial auf die Wand kleben und diese anschließend verputzen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Zellulosedämmung. Hier wird das Material im Aufspritzverfahren auf die Wand gebracht.

Deine Möglichkeiten der Innendämmung im Überblick:

  • Ständerwerk
  • Verbundplatten
  • Verputzdämmung
  • Aufspritzen

Durch die Innendämmung verkleinerst du zwangsläufig die Wohnfläche. Daher sollte die Dämmstärkenicht mehr als 8 Zentimeter betragen.

Steckdosen und Lichtschalter, aber auch Heizungs- und Elektroleitungen durchdringen die Dämmung. Dadurch kann die Luft- und Dampfdichtheit gefährdet sein. Um dies zu umgehen, kannst du die Leitungen entweder in einer Installationsebene der Innenverkleidung unterbringen oder Elektroleitungen in Fuß- oder Deckenleisten verlegen lassen.

Die Dämmstoffe, die du verwenden kannst, sind letztlich die gleichen wie bei der Außenwanddämmung.

Wissenswertes

Was sind die Vorteile einer guten Dämmung?

Die Dämmung der Außen- oder Innenwände steigert nicht nur die Behaglichkeit und die Lebensqualität, sondern reduziert Wärmeverluste und somit den Energieverbrauch spürbar. Zudem leistest du einen maßgeblichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Und du sorgst dafür, dass weniger Öl und Gas verbrennen. Auf diese Weise schützt du wertvolle Ressourcen.

Ein weiterer Vorteil einer korrekt ausgeführten Dämmung ist der langfristige und wirkungsvolle Schutz der Bausubstanz vor Witterungseinflüssen, eindringender Feuchtigkeit und somit vor Bauschäden. Auch die Wertsteigerung deines Hauses spricht für die Dämmung.

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Exkurs: Sonderfall Hausschwamm

Der Hausschwamm ernährt sich bevorzugt von Holz und Spanplatten, aber auch vor Mörtel und Putz macht er nicht Halt. Nicht selten vergehen Jahre, bis sich ein Befall mit Hausschwamm feststellen lässt. Für das Holz ist es dann meistens bereits zu spät. Es ist zerstört, sodass nur noch der Austausch hilft.

Ist ein Haus bewohnt, sind die Lebensbedingungen für den Hausschwamm in der Regel nicht optimal, denn dann ist der Feuchtegehalt des Holzes meist zu niedrig. Bestehen jedoch Baumängel wie Kältebrücken oder Kondenswasserbildung, ist ein Hausschwammbefall nicht auszuschließen.

Wenn Hausbewohner den Keller oder das Erdgeschoss nicht beheizen oder diese undicht sind und somit Feuchtigkeit eindringen lassen, ist er auch in diesen Räumen zu finden. Gerade Altbauten, die lange unbewohnt waren, sind für den Befall mit Hausschwamm besonders anfällig. Bereits ab einer Holzfeuchte von 25 Prozent kann es zur Hausschwammbildung kommen, ideale Verhältnisse sind jedoch 35 bis 60 Prozent. Er bevorzugt Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius. Bei Temperaturen über 26 Grad Celsius beginnt er zu vertrocknen.

Damit ist die Gefahr allerdings bei weitem nicht gebannt: Er kann in diesem Zustand locker 10 Jahre überstehen und sobald sich die Verhältnisse zu seinen Gunsten verändern, wieder wachsen. Das ist bei der Sanierung oftmals auch das Problem, denn der Hausschwamm zählt zu den holzzersetzenden Pilzen, die mit am schwierigsten zu bekämpfen sind. Entsprechend umfangreich und aufwendig ist deswegen auch die Sanierung. Es ist daher äußerst wichtig, den Altbau von einem Experten untersuchen zu lassen.

Ist der Pilzbefall bereits zu weit fortgeschritten, solltest du das Haus nicht kaufen, denn dann lohnt sich eine Sanierung nicht. Die Bauordnung stuft den Befall sogar als schweren Baumangel ein. Falls du einen Altbau gekauft hast, in dem sich der Hausschwamm bereits irreparabel verbreitet hat, kannst du vom Kaufvertrag zurücktreten.

Die DIN 68800-4 | 2020-12 „Holzschutz – Teil 4: Bekämpfungsmaßnahmen gegen Holz zerstörende Pilze und Insekten und Sanierungsmaßnahmen“ gibt vor, wie vorzugehen ist:

  • feststellen, woher die Feuchtigkeit kommt und die Ursache beseitigen
  • sichtbaren Befall mit einem Sicherheitsabstand von 1 Meter entfernen
  • losen Mörtel und Putz vom Mauerwerk abklopfen, Reste abflämmen
  • kleine Holzreste wie Dübel entfernen
  • vermutet der Experte einen Befall, verdeckte Konstruktionen und Balken freilegen
  • bei Befall Schüttungen einschließlich eines Sicherheitsabstands von 1,5 Meter beseitigen
  • fachgerechte Entsorgung des befallenen Materials
  • nach der Sanierung den Bereich komplett durchtrocknen lassen

Sanierungsmethoden

Üblicherweise setzt ein Fachbetrieb Biozide ein, die er beispielsweise über Bohrlöcher ins Mauerwerk einbringt. Die Mittel, die er verwendet, müssen über eine Zulassung vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) oder eine Biozidproduktzulassung verfügen. Großflächig sollten Biozide nicht verwendet werden. Wurde dein Eigenheim mit Bioziden behandelt, besteht Kennzeichnungspflicht. Diese Mittel sind zudem nur für Bereiche erlaubt, in denen du den Hausschwamm nicht anders entfernen kannst. Handelt es sich um tragende Bauteile, ist die chemische Behandlung vorgeschrieben.

Eine weitere Behandlungsmethode ist das Heißluftverfahren. Befallene Bereiche werden so dicht wie möglich mit Plastikfolie verpackt. Von außen bläst der Fachexperte dann Heißluft ein, bis mindestens 50 Grad Celsius erreicht sind. Das sorgt dafür, dass der Hausschwamm abstirbt. Falls es nicht möglich ist, alle befallenen Holzteile auszutauschen oder in Plastikfolie einzupacken, sind die entsprechenden Bereiche mit chemischen Holzschutzmitteln nachzubehandeln. Die Hausschwammbeseitigung ist mit circa 10.000 bis 40.000 Euro sehr teuer.

Wissenswertes

Was ist der Hausschwamm?

Beim Hausschwamm handelt es sich um einen Pilz, der sich auf zellulosehaltigen Materialien gut verbreitet. Pflanzen produzieren den natürlichen Stoff Zellulose. Baumwolle, Flachs, Hanf und Jute sowie einige Baustoffe bestehen zu großen Teilen oder sogar ausschließlich aus Zellulose. Der Hausschwamm bleibt deswegen oft unentdeckt, weil er meist unter Bodenbelägen oder hinter Wandverkleidungen zu finden ist. Aus diesem Grund erfahren viele Hausbesitzer von seiner Existenz erst oft, wenn Bauarbeiten am Haus anstehen.

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Fußböden sanieren

Grundlage für den Fußbodenaufbau ist die Geschossdecke. Die gängigsten Deckenkonstruktionen, mit denen du es bei der Fußbodensanierung zu tun hast, sind Massivdecken und Holzbalkendecken. Die energetische Sanierung von Fußböden hat nichts mit dem Verlegen neuen Laminats oder neuer Teppichböden gemein.

Meist ist hier ordentlich was zu tun. Ganz besonders, wenn über Jahrzehnte nichts am Boden gemacht wurde. Du musst das komplette alte Füll- und Dämmmaterial abtragen lassen. Nicht selten muss auch der gesamte Holzunterbau ersetzt werden. Bis in die 1960er-Jahre hinein war es Standard, die Deckenkonstruktion mit Holzbalken auszuführen. Das bedeutet, unebene Bodenflächen hier in Bezug auf den Schall, Trittschall- und Brandschutz normgerecht zu sanieren und zu dämmen. Der Bodenaufbau besteht grundsätzlich aus:

  • Bodenbelag
  • Estrich
  • Trennschicht mit Wärmedämmung und Schallschutz
  • Tragschicht beziehungsweise Rohdecke

Fußbodenkonstruktionen in Häusern, die ab Ende der 1950er- bis Anfang der 1980er-Jahre gebaut wurden, enthalten oft Schadstoffe wie Asbest, Teer, Formaldehyd und PCB. Während der Sanierungsarbeiten können sich diese freisetzen. Es ist daher sinnvoll, zur Untersuchung des Unterbaus einen Experten hinzuzuziehen. Die Entsorgung sollten nur entsprechend ausgewiesene Handwerksbetriebe ausführen.

Wissenswertes

Was sind die Vorteile sanierter Fußböden?

Lässt du auch den Unterbau sanieren, ist die Gefahr gebannt, dass sich Feuchtigkeit in den Holzbalken, Schädlingsbefall oder Schimmel auf die gesamte Bausubstanz ausdehnt. Die Statik der tragenden Bauteile ist wieder gewährleistet.

Des Weiteren ist die Wärmedämmung auf dem aktuellen Stand und der Schallschutz besser. Die Beseitigung von Unebenheiten erleichtert das Verlegen des neuen Bodenbelags und bietet die Möglichkeit, ökologische und nachhaltige Materialien zu verwenden.

Woran erkennst du sanierungsbedürftige Fußböden?

Durchgetretene Oberbeläge, verzogene, ausgetretene Holzdielen, staubende Steinholzfußböden und fehlende oder lockere Fliesenbeläge zeigen schnell, dass du handeln musst. Weitaus aufwendiger wird es, wenn eine Schieflage der gesamten Deckenkonstruktion zu erkennen ist. Denn dann ist es erforderlich, Zwischenschichten wie Holzunterkonstruktionen, Dämmschichten und Schüttungen einzubauen, damit der Oberbelag wieder eben wird.

Wie bei allen größeren Sanierungsmaßnahmen sollte sich beispielsweise ein Architekt vor Ort ein Bild vom Zustand der Bausubstanz machen.

Welche sind die nachhaltigsten Fußbodenbeläge?

Wenn du Wert auf eine gute Ökobilanz legst, um die Umwelt zu schonen, sind neben dem klassischen Holzboden Beläge aus Kork, Bambus oder Linoleum erwähnenswert. Natursteinböden, Fliesen und textile Bodenbeläge aus Kokos, Sisal oder Wolle zählen ebenfalls zu den ökologischen Materialien, die als Bodenbelag infrage kommen und ein gesundes Wohnklima garantieren.

Achte aber darauf, dass diese Materialien zertifiziert sind sowie aus Deutschland kommen, damit sie keine langen Transportwege zurücklegen mussten.

So sanierst du deine Fußböden

Ein Hinweis vorab: Beauftrage einen Fachbetrieb mit den Sanierungsarbeiten, falls dir das Know-how fehlen sollte. So vermeidest du eventuelle zusätzliche Folgeschäden und -kosten.

Sobald du den alten Bodenbelag entfernt hast, gelangst du in der Regel auf die Holzbalkendecke. Sie besteht aus einfachen Holz- beziehungsweise Bodenbrettern, die auf der Holzbalkenkonstruktion befestigt sind. Wenn die Bodenbretter entfernt sind, ist die Holzbalkenkonstruktion freigelegt. Nachdem du die alten Deckenbalken auf Nässe und Schädlingsbefall überprüft hast und diese in Ordnung sind, musst du das alte Dämmmaterial (beispielsweise Häcksel, Sand oder Stroh), das sich in den Zwischenräumen befindet, komplett herausnehmen und durch schalldämmende Materialien wie Kokosfaser, Mineralfaser oder Zellulose ersetzen.

Danach kannst du neue und noch intakte alte Dielenbretter auf der tragenden Holzbalkenkonstruktion verschrauben. Damit ist der Untergrund vorbereitet und der alte Dielenboden lässt sich wie eine Rohdecke behandeln. Wichtig ist, dass der neue Fußbodenaufbau nicht zu schwer und nicht zu hoch ist. Auf die Rohdecke kommt nun die Dampfbremse. Dabei handelt es sich meist um eine dickere Kunststofffolie, die nicht beschädigt werden darf, damit sie zu 100 Prozent dicht ist. Anschließend folgen die Ausgleichsschüttung, schwimmender Estrich und ganz zum Schluss der Bodenbelag. Um den Trittschall zu dämmen, wird der Boden entkoppelt. Dazu werden gern elastische Faserplatten auf dem bestehenden Untergrund verlegt, um als schallschluckender Hemmschuh zwischen Bodenbelag und Estrich zu dienen.

Oft sind in Altbauten die Räume recht niedrig. In solchen Fällen sollten die Fußbodenaufbauten möglichst flach ausfallen. Um eine Rohdecke herzustellen, die eben ist, kommt direkt auf die Dielen eine dünne Schicht Gussasphalt oder Ausgleichsspachtelung. Solltest du Fließestrich verwenden, ist es nicht nötig, dass der Untergrund vollkommen eben ist, weil dieser kleinere Unebenheiten ausgleicht. Damit eine Schalldämmung gegeben ist, ist der neue Bodenbelag anschließend schwimmend auf einer Dämmschicht zu verlegen. Nachteil von Estrich ist die lange Trocknungsdauer von mehreren Tagen bis Wochen. Sobald der Estrich trocken ist, kannst du ihn noch anschleifen, grundieren und spachteln, damit du im letzten Schritt der Sanierung den Fußbodenbelag verlegen kannst.

Bei der energetischen Sanierung einer Holzbalkendecke bietet es sich an, Trockenestrich zu verwenden. Das hat den Vorteil, dass die vorgefertigten Elemente relativ leicht und keine Trocknungszeiten erforderlich sind. Den Bodenbelag, beispielsweise Holzparkett oder Teppichboden, kannst du bereits am nächsten Tag verlegen. Die Schall- und Wärmeschutzeigenschaften sind ausreichend gut. Es gibt auch Trockenestrichplatten, die bereits eine Dämmschicht besitzen.

Hinweis: Besteht der Rohboden aus Beton, wird zunächst eine Dampfbremse aus Alu oder PVC verlegt. Trittschall- und Wärmedämmung kommen darüber.

Wissenswertes

Tipp: Soll neuer Estrich verlegt werden, ist das der ideale Zeitpunkt, um die Rohrschlangen einer Fußbodenheizung zu installieren.

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Fenster sanieren

Grundsätzlich solltest du die Sanierung der Fenster immer zusammen mit der Sanierung der Außenwände planen und durchführen lassen. Werden nur neue, dichte Fenster eingebaut, ohne die Außenwände zu dämmen, kann dies dazu führen, dass die feuchte Luft aus den Innenräumen an den kalten Wänden kondensiert, wodurch Schimmel entstehen kann. Besonders gefährdet sind dadurch Bäder, Küchen und Schlafzimmer. Außerdem sparst du Kosten für das Gerüst, weil dieses dann nur einmal aufgebaut werden muss.

Woran erkennst du veraltete Fenster?

Generell kann man sagen, dass Fenster, die älter als 20 Jahre sind, nicht mehr die heutigen energetischen Anforderungen beziehungsweise Standards erfüllen und daher sanierungsbedürftig sind. Das gilt selbst dann, wenn sie grundsätzlich unbeschädigt sowie voll funktionstüchtig sind und über eine Zweifachverglasung verfügen. In diesem Fall kannst du prüfen lassen, ob eventuell der Austausch der Verglasung günstiger ist als der komplette Austausch.

Handelt es sich um Fenster aus der Vor- und Nachkriegszeit, kannst du anhand von Rissen im Holzrahmen, beschädigten Dichtungen oder Problemen mit den Scharnieren und der Mechanik feststellen, wie es um den Zustand der Fenster bestellt ist. Aber die Verglasung musst du auch hier austauschen lassen.

Bewohnst du einen Altbau, sind beschlagene Fenster durch Kondenswasser, Eisblumen an den Scheiben im Winter, Zugluft und spürbar von außen eindringende Kälte untrügliche Zeichen dafür, dass Handlungsbedarf besteht.

Austausch der Fensterverglasung

Vor dem Komplettaustausch solltest du von einem Fachunternehmen prüfen lassen, ob im Zuge der Fenstersanierung vielleicht nur die Verglasung ausgetauscht werden muss. Damit sind dann aber nicht alle Mängel beseitigt, denn durch den alten, unsanierten Wandanschluss entweicht nach wie vor noch Wärme. Auch die Dämmung und Abdichtung der Fugen zwischen Rahmen und Wand sind nicht ausreichend. Das erfordert also nochmals zusätzliche Arbeiten.

Ist der Rahmen allerdings noch in einwandfreiem Zustand und schließt dicht, kann nur eine Erneuerung der Verglasung kostengünstiger sein. Zudem bleibt so das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes erhalten. Mit Blick auf eine möglichst umweltschonende Sanierung ist der Austausch der Verglasung eigentlich zu empfehlen, geht aber leider nicht immer. Durch die Weiterverwendung des vorhandenen Materials schonst du Ressourcen, denn vor allem die Herstellung von Aluminium für Fensterrahmen ist sehr energieintensiv.

Komplettaustausch der Fenster

Bei einer energetischen Sanierung steht das Einsparen von Energie im Vordergrund. An einem Haus treten über Dach und Fenster die meisten Wärmeverluste auf. Und mittels Sanierung lassen sich die Heiz- und Energiekosten deutlich reduzieren. Bis zu 28 Prozent Energie können über die Fenster entweichen. Im Vergleich zu einfachverglasten Fenstern ist der Wärmeverlust bei dreifachverglasten Fenstern etwa 85 Prozent niedriger. Durch den Komplettaustausch hast du die einmalige Gelegenheit, dir Gedanken darüber zu machen, welche Eigenschaften deine Fenster zusätzlich haben sollen:

  • Schallschutz
  • Hitzeschutz
  • Einbruchschutz
  • Smart-Home-Einbindung

Vor dem Einbau steht der Ausbau an und der ist immer mit Schmutz und Staub verbunden. Falls du den Raum nicht leer räumen kannst oder willst, achte unbedingt darauf, dass du alles (auch den Fußboden) mit Schutzmatten und fester Folie abdeckst. Weil der Fachbetrieb meist den alten Fensterrahmen zerschneidet und mit den Mauerankern entfernt, hält sich die Verschmutzung jedoch in Grenzen. Kompetente Fachbetriebe verlassen den Raum besenrein und bieten auch den Einsatz von Staubschutzwänden an.

Sind die neuen Fenster eingebaut, folgen eventuell noch Maurerarbeiten, meist jedoch nur Schönheitsreparaturen wie Streichen oder Tapezieren. Im Schnitt kannst du für den Einbau eines Standardfensters durch einen Fachbetrieb etwa 2 bis 4 Stunden einkalkulieren.

Welche Materialien für die Fenster sind am nachhaltigsten?

Wenn du beim Komplettaustausch deiner Fenster auf Nachhaltigkeit setzen möchtest, sollte das natürliche, heimische und nachwachsende Material Holz für die Fensterrahmen die erste Wahl sein. Kunststofffenster haben allerdings nicht nur preislich noch die Nase vorn, sondern sind genauso nachhaltig wie Holzfenster, was unter anderem mit der Wiederverwertbarkeit zusammenhängt.

Um für Einfamilienhäuser typische Kunststofffenster herzustellen, wird die Menge Erdöl benötigt, die du normalerweise während der Heizperiode innerhalb einer Woche verheizt. Die Produktion verwendet hochschlagzähen Kunststoff, der bis zu 7-mal wiederverwendet werden kann und je öfter das passiert, desto härter wird er. Mit der Schlagzähigkeit wird gemessen, wie viel Schlag- und Stoßenergie das Material absorbieren kann, ohne zu brechen.

Aluminium hingegen kommt nicht gut weg. Der Ausgangsstoff von Aluminium ist Bauxit. Die Gewinnung von Bauxit ist äußerst umweltbelastend und erfordert Unmengen des Rohstoffs. Zudem ist die Verarbeitung sehr energieintensiv.

90 Prozent der Bauxit-Vorkommen liegen im Tropengürtel um den Äquator. Hauptförderländer sind Australien, China und Brasilien. Für den Abbau von Bauxit kommt es zur großflächigen Abholung brasilianischer Regenwälder und sibirischer Urwälder. Außerdem fallen bei der Erzeugung von Aluminium hochgiftige Abfallprodukte an. Flüsse und Seen verschlammen durch das Auswaschen des Gesteins. Trinkwasservorräte gehen so verloren und Fischbestände sterben aus. Allerdings ist Aluminium sehr langlebig und lässt sich gut weiterverarbeiten.

Materialeigenschaften verschiedener Fensterrahmen im Überblick

Holz

Vorteile: gute Wärmedämmungen, je nach Pflege lange bis sehr lange Lebensdauer, Reparatur möglich, Flexibilität in der Gestaltung, ökologisch attraktiv mit FSC-Zertifikat

Nachteile: regelmäßige Pflege ratsam, meist teurer in der Anschaffung

Kunststoff

Vorteile: gute Wärmedämmungen, lange Lebensdauer, einfache Pflege, kostengünstig

Nachteile: energieintensive Produktion, Ausbleichen möglich, Neuanstrich nicht möglich, Reparatur schwierig

Aluminium

Vorteile: sehr lange Lebensdauer, formstabil, witterungsbeständig, Flexibilität in der Gestaltung

Nachteile: keine optimale Wärmedämmung, energieintensive Produktion, Reparatur kaum möglich

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Türen sanieren

Ähnlich wie bei den Fenstern solltest du bei den Türen in deinem Eigenheim genau abwägen, wie groß der Umfang der Sanierung sein muss und ob du diese Arbeiten im Zuge anderer Maßnahmen gleich miterledigst.

Innentüren

Auch hier besteht ab einem gewissen Alter Handlungsbedarf. Allerdings kannst du alte Türen aufarbeiten lassen, soweit keine mechanischen Schäden wie Löcher oder gar Brüche vorhanden sind. Bei einfachen Holztüren, die aus 2 Tischlerplatten mit einem Hohlraum bestehen, genügt es, die Oberfläche abzuschleifen und neu zu streichen. Erhaltenswerte Kassettentüren oder Türen mit Schnitzereien muss ein Fachmann restaurieren.

Ist Glas in der Holztür eingearbeitet, musst du die Scheiben eventuell fachgerecht austauschen lassen. Bei Metalltüren beschränken sich die Arbeiten auf das Abschleifen, Streichen und die Neuverkleidung. Beschädigte Kunststofftüren lassen sich nicht renovieren. Du kannst sie lediglich kürzen, um sie einem neu verlegten oder gedämmten Fußboden anzupassen.

Eingangstür

Vor allem alte Haustüren aus Holz erfüllen meist nicht alle Anforderungen gemäß Gebäudeenergiegesetz. Hier sollte die Fachfirma entscheiden, ob sich eine Aufarbeitung lohnt oder eine neue Eingangstür die bessere Investition ist.

Soll die Haustür aufgearbeitet und den neuen Anforderungen angepasst werden, ist das auf verschiedene Weisen möglich. Normalerweise baut der Fachexperte dazu die Eingangstür aus und eine Notschutztür ein. Ist der Wärmeschutz der alten Holztür noch gut, genügt die Reparatur kleiner Schäden und ein Neuanstrich. Soweit möglich werden neue Nuten eingefräst, um umlaufende Dichtungen einzufügen.

Eine Eingangstür kannst du auch durch die Aufdopplung mit einem Holz-Design oder pulverlackiertem Aluminium aufmöbeln. Außerdem kannst du zusätzliche Dämmschichten integrieren. Es ist ebenfalls möglich, Systeme zum Einbruchschutz in die Eingangstür und den Blendrahmen einzubauen. Knifflig wird es, wenn es sich um eine attraktive und sehr alte Haustür handelt, die es wert ist, dass sie ihren optisch ursprünglichen Zustand beibehält. Hier ist dann der Restaurator gefragt.

Wissenswertes

Woran erkennst du eine sanierungsbedürftige Eingangstür?

Sind keine äußerlichen Schäden zu erkennen, kann ein Laie nur schwer feststellen, ob eine Sanierung erforderlich ist. Auch das Alter ist nicht immer ausschlaggebend dafür, ob die Haustür ausreichend gedämmt ist oder nicht. Beauftrage daher einen Fachmann, der sich die Tür genau ansieht. Er kann dir auch sagen, ob sich Aufwand und Kosten einer Sanierung lohnen. Du musst bei deiner Entscheidung berücksichtigen, dass der Einbau einer neuen Tür mit Stemm- und Putzarbeiten einhergeht, was bei einer Sanierung nicht der Fall ist.

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Heizung sanieren

Alte Heizungen verbrauchen viel zu viel Heizenergie. Entsprechend hoch ist deine finanzielle Belastung, aber auch der Ausstoß an CO2. Steigst du beispielsweise von Heiz- auf Brennwerttechnik um, reduzieren sich deine Heizkosten um bis zu 30 Prozent. Das allein spricht schon für den Austausch der Heizung.

Allerdings schreibt auch das Gebäudeenergiegesetz den Austausch alter Heizkessel vor, die vor 30 Jahren installiert wurden. Lediglich Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern, die ihr Eigenheim schon vor dem 1. Februar 2002 bewohnen, sind von dieser Pflicht ausgenommen – Käufer und Erben jedoch nicht. Spätestens nach 2 Jahren muss dann der Austausch erledigt sein.

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, solltest du beim Einbau einer neuen Heizung in einem Altbau zunächst die Gebäudehülle dämmen lassen. Wurde dein Haus jedoch nach 1984 gebaut, ist das meist nicht erforderlich, weil Gebäudehülle, Fenster und Dach bereits einen energetischen Mindeststandard erreichen. In diesen Fällen ist der Heizungstausch die effektivste Maßnahme.

Was sind die Vorteile einer sanierten Heizung?

Wenn du deine Heizung sanierst, trägst du dazu bei, die Klimaschutzziele eventuell doch noch zu erreichen. Moderne Heiztechnik ist sehr effizient. Die Ressourcen fossiler Energieträger werden geschont und stehen anderen Verwendungszwecken zur Verfügung. Der Ausstoß klima- und umweltschädlicher Emissionen reduziert sich spürbar. Weitere Vorteile sind:

  • sinkende Heizkosten
  • technische Zuverlässigkeit
  • mehr Heizkomfort
  • mehr Wohnkomfort
  • Einsatz erneuerbarer Energien
  • Wertsteigerung des Hauses

Woran erkennst du ein sanierungsbedürftiges Heizsystem?

Oft siehst du der Heizung von außen nicht an, dass es höchst Zeit ist, sich von ihr zu trennen. Es gibt aber Hinweise, die für eine neue Heizung sprechen:

  • älter als 20 Jahre
  • hohe Reparaturanfälligkeit
  • Probleme bei der Ersatzteilebeschaffung
  • mehr als 20 Grad Celsius in einem unbeheizten Heizungsraum; Zeichen hoher Energieverluste
  • sehr schlechte Abgaswerte

Welche Heizung ist bei der Sanierung die richtige?

Wie bei allen energetischen Sanierungsmaßnahmen ist es auch im Falle der Heizungsmodernisierung ratsam, dies ausführlich zu planen und einen Energieexperten einzubeziehen.

Hinsichtlich der Anschaffungskosten ist für die Erneuerung einer Heizung eine Gas- oder Ölheizung mit Brennwerttechnik am kostengünstigsten. Ab 2026 dürfen jedoch keine Ölheizungen mehr verkauft werden. Bereits heute gibt es im Rahmen der Heizungssanierung für Ölheizungen keine Förderung mehr.

Wenngleich du einen Öltank in Überschwemmungsgebieten bis zum 5. Januar 2023 durch Verankern oder Abdichten hochwassersicher nachrüsten musst: Die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Juli 2021 führte dazu, dass durch die Sturzfluten Öltanks weggespült und Ölleitungen gebrochen sind. In Haushalten und Betrieben kam es zur Freisetzung von Millionen Liter Heizöl, Benzin und Diesel sowie anderen Betriebsstoffen, die so in die Umwelt gelangten. Öl ist deswegen in der heutigen Zeit eigentlich keine echte Alternative.

Gasheizungen hingegen in Kombination mit erneuerbaren Energien unterstützt der Staat weiterhin mit finanziellen Zuschüssen. Für das Heizen mit einer Wärmepumpe, Solarthermie, Biomasse oder einer Brennstoffzellenheizung erhältst du ebenfalls eine Förderung. Das sind zukunftssichere und vor allem nachhaltige Heizsysteme.

Was fällt bei der Heizungssanierung alles an?

In Altbauten sind betagte Heizungen keine Seltenheit. Oft muss daher nicht nur der Heizkessel dem aktuellen Stand der Technik und den geltenden Vorschriften entsprechen, sondern du musst auch brüchige Rohrleitungen und alte Heizkörper austauschen. Häufig genügt es, die alte Öl- oder Gasheizung durch effiziente Brennwerttechnik zu ersetzen. Infolge ist dann aber in der Regel auch die Sanierung des Schornsteins notwendig, denn die heißen Abgase werden in diesem Fall ebenfalls zum Heizen eingesetzt und nicht mehr auf direktem Weg durch den Schornstein abgeführt.

Wenn du zum Heizen und zur Warmwasserbereitung auf erneuerbare Energien umsteigen möchtest, ist es ebenfalls erforderlich, die Rohrleitungen und teilweise auch die Heizkörper zu erneuern. Gerade im Altbau ist es sinnvoll, die Modernisierung der Heizungsanlage durch Dämmmaßnahmen (unter anderem an der Gebäudehülle) zu ergänzen, ansonsten bringt die neue Heizung nicht viel.

Heizungsrohre dämmen

Hierbei handelt es sich um eine Maßnahme, die sich grundsätzlich lohnt – auch dann, wenn du die Heizung nicht austauschst. Auf ihrem Weg vom Heizkessel zu den Heizflächen geben ungedämmte Heizleitungen wertvolle Wärme auch an nicht beheizte Räume ab. Da können im Jahr unnötige Mehrkosten um die 200 Euro zusammenkommen.

Mit etwas handwerklichem Geschick benötigst du zur Dämmung der Heizungsrohre nicht einmal einen Fachmann. Auch die Materialkosten sind mit rund 10 Euro je Meter Rohr mehr als überschaubar und amortisieren sich meist bereits nach 2 bis 3 Jahren. Die erforderliche Dämmstärke hängt vom jeweiligen Material ab. Je besser die dämmende Wirkung, desto dünner kann die Dämmschicht sein.

Typische Dämmstoffe bestehen aus:

  • Mineral- oder Steinwolle
  • Kautschuk
  • Kunststoff/Polyethylen

Übrigens: Das GEG schreibt die Dämmung für Heizrohre lediglich für unbeheizte Räume vor, obwohl sich diese Maßnahme für alle Räume lohnt.

Heizkörper sanieren

Für ein effizientes Heizen solltest du darauf achten, dass sich auch die vorhandenen Heizkörper für die jeweilige Vorlauftemperatur eignen. Alte Heizkörper aus Gusseisen beispielsweise haben Probleme mit niedrigeren Heizwasser-Vorlauftemperaturen, wie sie für neue Brennwertkessel erforderlich sind. Aber auch Schäden durch verrostete oder undichte Heizflächen machen einen Austausch der Heizkörper notwendig. Falls du jedoch die Optik verzierter Gussheizkörper aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert in deinem Altbau beibehalten möchtest, kannst du inzwischen auf Repliken zurückgreifen.

Wenn sich durch Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle der Wärmebedarf verringert und somit auch die Heizflächen entsprechend kleiner ausfallen können, ist ein Austausch der Heizkörper denkbar. Selbst den Platz für die neuen Heizkörper kannst du im Zuge einer Fußbodensanierung deinen Bedürfnissen anpassen.

Wissenswertes

Faustregel: In unbeheizten Räumen sollte das Dämmmaterial etwa der Dicke des Rohrdurchmessers entsprechen. In beheizten Räumen genügt die Hälfte.

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Wasserrohre und -leitungen sanieren

Noch bis 1973 kamen neben Leitungen aus Kupfer oder verzinktem Stahl häufig Rohre aus Blei für die Trinkwasserinstallation zum Einsatz. Inzwischen ist jedoch bekannt, dass sich aus den alten Rohren giftiges Blei löst und so ins Trinkwasser gelangt. Das ist vor allem für Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder sehr gefährlich, weil es die Intelligenzentwicklung beeinträchtigt und das Nervensystem und die Blutbildung schädigt.

Die Gefahr besteht jedoch nicht überall in Deutschland in gleichem Maße. Bayern beispielsweise hat bereits 1878 den Einsatz von Bleirohren verboten. Im Norden hingegen war der Einsatz lange Zeit sehr beliebt. In den neuen Bundesländern wurden Bleirohre sogar noch bis ins Jahr 1989 verlegt.

Ob der Bleigehalt im Trinkwasser den zulässigen Höchstwert überschreitet, lässt sich mittels Wasseranalyse feststellen. Falls dem so ist, ist der Komplettaustausch der Bleirohre alternativlos. Weil die Lebensdauer der Wasserleitungen je nach Material zwischen 30 und 50 Jahren liegt, solltest du bei einem entsprechenden Altbau die Rohre von einem Fachbetrieb prüfen lassen.

Woran erkennst du veraltete Rohre?

Wenn du ein altes Haus kaufst, lass dir vom Verkäufer bescheinigen, dass eine bleifreie Trinkwasserinstallation verlegt ist. Weil die Leitungen im Keller und in der Nähe der Wasseruhr meist frei liegen, kannst du relativ einfach selbst feststellen, ob es sich um Bleirohre handelt:

  • wulstige Verbindungen mit anderen Rohren
  • keine geschraubten Verbindungen zwischen Bleirohren
  • unregelmäßiger Rohrdurchmesser
  • ungestrichen: gräuliche Farbe
  • nicht magnetisch
  • dumpfer Klang beim Abklopfen mit einem Gegenstand aus Metall

Austausch alter Rohre

Wasserrohre sind schwer zugänglich in der Wand verlegt. Steht eine Komplettsanierung oder eine Sanierung der Innenräume an, ist es kein Problem, die Wände aufzustemmen, um die alten Rohre freizulegen und durch neue auszutauschen. Ist das nicht möglich, ist es oft kostengünstiger und einfacher, die alten Wasserrohre abzuklemmen und neue zu installieren. Dazu werden diese auf Putz und hinter einer Vorwandkonstruktion verlegt. So bleiben sie auch weiterhin unsichtbar.

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Hauselektrik sanieren

Falls du ein Haus aus den 1960er-Jahren oder noch älter gekauft oder geerbt hast, ist es ganz wichtig, die Hauselektrik zu sanieren. Nicht nur die Komfortansprüche haben sich seitdem geändert, sondern vor allem die Sicherheitsstandards. Vor Jahrzehnten reichten 2 bis 3 Steckdosen pro Zimmer völlig aus. Das genügte im Wohnzimmer für das Radio, den Fernseher und eine Stehlampe. Zum Staubsaugen wurde einfach ein Stecker gezogen.

Heute nutzt du teilweise in mehreren Zimmern Fernseher, Hi-Fi-Anlage, Receiver und Ladegeräte. Router, Computer und Drucker kommen noch dazu. Selbst in der Küche kann es heute nicht genügend Steckdosen geben, schließlich benötigen beispielsweise Kühlschrank, Mikrowelle, Kaffeevollautomat, Toaster, Wasserkocher und Mixer Strom.

Woran erkennst du veraltete Elektrik?

Optisch gar nicht, denn in der Regel befinden sich die Leitungen unter dem Putz. Lediglich Steckdosen und Lichtschalter beweisen, dass Stromkabel im Haus verlegt sind. Springt allerdings häufig die Sicherung raus, ist das ein Indiz dafür, dass deine Hauselektrik überlastet ist.

Die Lebenserwartung der Elektrik liegt bei maximal 40 Jahren. Grundsätzlich funktioniert dann trotzdem alles, aber die Kontakte der Schalter sind durch das ständige Ein- und Ausschalten abgenutzt. Gleiches passiert bei den Steckdosen durch das permanente Ein- und Ausstecken. Das kann zum Schmoren der Kontakte führen und infolge zu Kabelbränden.

Auch der Einsatz von Steckdosenleisten ist keine Lösung, denn so hängen zu viele Elektrogeräte an einem Stromkreis, sodass sie diesen komplett überlasten. Schaltet dann der Leitungsschutzschalter nicht ab, kann das zum Brand der Mehrfachsteckdose oder sogar zum Kabelbrand führen.

Fehlt in deinem Sicherungskasten der FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter), ist es höchste Zeit, die Elektroinstallation zu erneuern. Er hilft, Stromunfälle im Haushalt zu verhindern. Wenngleich FI-Schutzschalter seit 1984 gesetzlich vorgeschrieben sind, bedeutet das noch lange nicht, dass du sie auch in allen Altbauten vorfindest. Der Fehlerstromschutzschalter muss mit der gesamten Hauselektrik verbunden werden. Befinden sich im Sicherungskasten noch alte Drehsicherungen, spricht das ebenfalls für eine Erneuerung.

Auch die Stromleitungen haben sich im Laufe der Jahrzehnte verändert. Aktuell haben Stromkabel einen Querschnitt von 1,5 Quadratmillimetern und sind mit Kunststoff ummantelt. Sind die Kabel in deinem Altbau dünner, überlasten sie schneller. Zudem kannst du davon ausgehen, dass die Gummiummantelung inzwischen spröde ist und brechen kann.

Sanierung veralteter Elektrokabel

Wenn die Kabel im Mauerwerk verlegt werden sollen und keine Kabelschächte vorhanden sind, muss das Fachunternehmen dafür das Mauerwerk aufstemmen. Sind die Kabel untergebracht, wird die Mauer wieder zugemacht, die Stelle neu verputzt und anschließend gestrichen oder tapeziert. Lässt du den Fußboden sanieren, kannst du Kabelschächte unter dem Fußboden, beispielsweise im Estrich, verlegen lassen. Kabelschächte passen auch gut in Fußbodenleisten.

Im Keller und auf dem unbewohnten Dachboden spielt es keine Rolle, ob die Stromleitungen sichtbar sind. Hier werden die Kabel oft an der Wand oder der Fußleiste verlegt und einfach mit Nagelschellen befestigt.

Mit Weitsicht die Sanierung der Elektrik planen

Das Verlegen der neuen Elektroinstallation ist aufwendig und teuer. Berücksichtige daher nicht nur den aktuellen Bedarf, sondern denke auch an die Zukunft:

  • Benötigst du mehr Steckdosen als aktuell?
  • Hast du an ein Netzwerkkabel für jedes Zimmer gedacht?
  • Lass die Kabel in Leerrohren verlegen, um bei Bedarf weitere Kabel durchzuziehen.
  • Denke an zusätzliche Starkstromanschlüsse, beispielsweise für eine Wallbox.
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Keller sanieren

Muffiger Geruch, verfärbte Wände, abgeplatzter Putz, Salzausblühungen und Schimmel sind Belege dafür, dass die Kellerräume zu feucht sind und du handeln musst. Die Kellersanierung beim Altbau ist meist alles andere als einfach und oft nur eingeschränkt realisierbar. Grundsätzlich geht es bei der Sanierung des Kellers darum, durch Abdichten die Feuchtigkeit weitestgehend aus den Kellerräumen zu entfernen, um Schimmelbildung und Feuchteschäden zu verhindern und das restliche Gebäude vor Feuchtigkeit zu schützen.

Aber auch die bereits behandelte Wärmedämmung ist ein wichtiges Thema. Lass daher unbedingt vor Beginn der Sanierung von einem Sachkundigen prüfen, woher die Feuchtigkeit kommt und welche Maßnahmen erforderlich sind. Diese Arbeiten sollten dann auch Fachkräfte übernehmen.

Kellersanierung von außen

Wenn du das Dach und die Fassade dämmst, ist es empfehlenswert, zumindest auch die Kellerdecke zu dämmen, um hier Wärmeverluste ebenfalls zu unterbinden. Besser ist es jedoch, die Außendämmung der Fassade mit der Außendämmung der Kellerwände zu verbinden.

Leider ist das aber nicht überall möglich, denn zur Außendämmung der Kellerwände musst du diese freilegen lassen. Dazu wird rund um das Haus aufgegraben, damit der Fachbetrieb es unter Bodenniveau gegen Feuchtigkeit isolieren kann. Das wiederum setzt voraus, dass dein Eigenheim komplett unterkellert ist. Um im Graben arbeiten zu können, muss dieser mindestens 80 Zentimeter breit sein.

Falls das aus Platzmangel nicht machbar ist, weil zum Beispiel das Haus zu nah an der Grundstückgrenze steht oder du einen Wintergarten als Anbau hast, bleibt nur noch die Sanierung von innen.

Arbeitsschritte der Kellersanierung von außen:

  • Graben ausheben
  • Außenwand reinigen
  • freigelegte Hohlkehle (Anschlussstelle zwischen Kellerwand und Bodenplatte) erneuern
  • freigelegte Wandfläche austrocknen lassen
  • Wand vorgrundieren
  • polymermodifizierte Bitumendickbeschichtung auftragen
  • Panzervlies zwischen den behandelten Schichten einlegen
  • Anbringen der Dämmplatten
  • Verklebung 3 bis 7 Tage austrocknen lassen
  • Verlegung von Noppenbahnen zum Schutz der Kellerwandabdichtung
  • Wiederbefüllung des Grabens

Kellersanierung von innen

Feuchte Wände im Keller kannst du auch sanieren, indem du sie von innen abdichtest. Das ist zwar nicht so effektiv wie die Abdichtung von außen, aber eine gute Alternative und zudem weniger aufwendig. Steht ein Heizungstausch oder der Ersatz alter Rohre an, sind sowieso Arbeiten im Keller erforderlich. Das ist dann ein guter Zeitpunkt, die energetische Sanierung des Kellers damit zu verbinden.

Arbeitsschritte der Kellersanierung von innen

  • Kellerraum und Wände mittels Heizlüfter trocknen
  • Putz entfernen
  • falls vorhanden, Kalkschichten abkratzen
  • Risse im Mauerwerk aufstemmen und mit Mörtel verschließen
  • Risse in Betonwänden mittels Injektionsharz verschließen
  • Hohlkehle anlegen
  • Wand grundieren
  • Dichtschlamm oder Sanierputz auftragen
  • Wärmedämmplatten aufkleben
  • Oberputz auftragen
  • Streichen
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Exkurs: Sanierung von Häusern mit Denkmalschutz

Wenn du ein denkmalgeschütztes Haus energetisch sanieren möchtest, musst du nicht nur die Vorgaben des GEG beachten, sondern zusätzlich die des jeweiligen Denkmalrechts, das für dein Bundesland Gültigkeit hat. Beziehe daher unbedingt von der Planung bis zur Umsetzung die Denkmalschutzbehörde ein.

Verstöße können sehr teuer werden. In Bayern beispielsweise musst du seit dem 1. Mai 2021 mit bis zu 5 Millionen Euro Geldbuße rechnen. In den meisten Bundesländern beträgt die Höchststrafe 500.000 Euro. In Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein droht dem Eigentümer, der ein unter Denkmalschutz stehendes Haus vollständig oder teilweise abreißt, sogar bis zu 2 Jahre Gefängnis. Selbst Enteignung ist als äußerstes Mittel möglich. Wenn du noch sanierst, ist die Behörde befugt, einen sofortigen Baustopp anzuordnen. Sind die Arbeiten bereits abgeschlossen, darf sie den Rückbau einfordern.

Jede bauliche Veränderung an solchen Häusern bedarf immer zumindest einer denkmalrechtlichen Erlaubnis. Hinsichtlich der bautechnischen GEG-Vorgaben sind jedoch Ausnahmen möglich:

  • unverhältnismäßig hoher Aufwand
  • Substanz des Gebäudes oder das Erscheinungsbild werden durch Umsetzung der Maßnahme beeinträchtigt

Fassaden- und Innendämmung

Bei denkmalgeschützten Gebäuden lautet meistens das Ziel, den ursprünglichen Zustand zu erhalten. Daher verbleibt die Innendämmung als einzige energetische Maßnahme. Es gibt dafür Systeme, die bauphysikalisch unbedenklich sind, beispielsweise Calciumsilikat- oder Perliteplatten. Diese bieten eine gute Feuchtigkeitsregulierung der Raumluft, wodurch es nach der Dämmung in der Regel keine Probleme mit Schimmel gibt.

Für Fachwerkhäuser gibt es einen Lehmkleber zum Anbringen der Dämmplatten. Dieses System verhindert recht zuverlässig eine Belastung des Fachwerks durch Feuchtigkeit. Wurde die Außenwand des Fachwerkhauses bereist verputzt oder anderweitig verkleidet und möchtest du sie nicht freilegen, steht einer Außendämmung nichts im Weg.

Befinden sich im Inneren des Hauses beispielsweise Wandvertäfelungen oder Türen, die unter Denkmalschutz stehen, müssen diese restauriert werden. Für die Dämmung der betroffenen Wände musst du dann andere Lösungen finden.

Fenster

Lassen sich die alten Fenster nicht restaurieren und durch eine energieeffiziente Dreifachverglasung (Außenscheibe aus historischem Glas, die beiden Innenscheiben aus modernem Funktionsglas) modernisieren, sind 1-zu-1-Nachbildungen der ursprünglichen Fenster notwendig. Aber das ist heutzutage kein Problem.

Dachdämmung

Da es sich um eine energetische Maßnahme außerhalb des sichtbaren Bereichs handelt, sind keine besonderen Auflagen seitens des Denkmalschutzamtes zu erwarten – es sei denn, du veränderst den Dachaufbau in Form oder Höhe. Hier greifen zudem dann Bestimmungen des Baurechts. Somit musst du generell einen Bauantrag stellen.

Für die Dacheindeckung sind Metalldachplatten eine gute Lösung, weil es diese in nahezu allen Formen und Farben gibt und sie optisch von Dachziegeln nicht zu unterscheiden sind. Sie sind sehr witterungsbeständig und außerdem sehr leicht.

Keller und Heizungsanlage

Bei der Dämmung der Kellerdecke und der Kelleraußen- und Innenwände sollte es eigentlich keine Probleme geben. Wenn du eine effiziente Haustechnik installieren möchtest wie einen Brennwertkessel, eine Pelletheizung oder Wärmepumpe, gibt es grundsätzlich keine Auflagen. Selbst eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist möglich.

Bei einer Solaranlage auf dem Dach ist es nicht so einfach. Möchtest du sie gut sichtbar anbringen, wird es schwierig, eine Genehmigung zu bekommen. Für die nicht sichtbare Hausseite hingegen ist es einfacher, eine Erlaubnis zu erhalten.

 

Typische genehmigungspflichtige Baumaßnahmen im Überblick

  • energetische Sanierung
  • Gebäudeabriss oder -teilabriss
  • Entkernung
  • Nutzungsänderung
  • Umgestaltung
  • Ausbau Dach- oder Kellergeschoss
  • Eingriffe in das äußere Erscheinungsbild
  • Eingriffe an tragenden Konstruktionen
  • Einbau von Schaufenstern

Tipps zur Durchführung deiner energetischen Sanierung

  • Setze dich mit dem Architekten oder Planer zusammen. Erstellt eine detaillierte Gesamtplanung. Nimm dir dazu genügend Zeit.

  • Informiere die Nachbarn rechtzeitig darüber, dass Sanierungsarbeiten an deinem Haus stattfinden werden.

  • Beauftrage eine qualifizierte Baubegleitung. Sie übernimmt ausschließlich die Überwachung der energetischen Maßnahmen und prüft kritische Ausführungsdetails. Die KfW bezuschusst die anfallenden Kosten.

  • Bereits in der Ausführungsplanung musst du entscheiden, was du in Eigenleistung erbringen kannst, ohne eventuell den Gesamtablauf auszubremsen.

  • Rechne genau durch, ob sich die Eigenleistung finanziell überhaupt lohnt.

  • Plane deine Eigenleistungen genau in den gesamten zeitlichen Ablauf ein.

  • Wenn du Freunde und Bekannte in die Arbeiten einbeziehst, kläre, was du ihnen zumuten kannst.

  • Für viele Maßnahmen wie die Dämmung der Gebäudehülle oder Installation einer neuen Heizung erhältst du nur eine Förderung, wenn Fachbetriebe diese ausführen.

  • Achte bei der Wahl des Baustoffs auf die Umweltverträglichkeit und Qualität. Hilfreich sind entsprechende Zertifikate und Gütesiegel.

  • In der Ausführungsplanung musst du bereits festlegen, ob und welche ökologisch hochwertigen Materialien du verwenden möchtest.

  • Es ist wichtig, Tätigkeiten wie Abdichtungsarbeiten, Dämmung oder Dampfsperre zu überprüfen, bevor sie unter dem Putz oder hinter einer Verkleidung verschwinden.

  • Für energetische Maßnahmen wie die Dämmung der Gebäudehülle oder den Heizungsaustausch benötigst du von den ausführenden Firmen eine unterschriebene Unternehmererklärung, dass die Anforderungen des GEG eingehalten wurden.

  • Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern müssen die Unternehmererklärung mindestens 5 Jahre aufbewahren und auf Verlangen der Unteren Baurechtsbehörde vorlegen.

  • Sind die Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen, muss dir ein Energieausweis auf der Grundlage des aktuellen Energiebedarfs ausgestellt werden.

  • Nutze umfassende Sanierungsmaßnahmen für einen altersgerechten Umbau.

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Die Kosten der energetischen Sanierung

Der Sanierungsbedarf unterscheidet sich von Haus zu Haus. So spielen Zustand und Alter eine maßgebliche Rolle bei der Kostenfindung. Umso wichtiger ist es daher auch, bereits vor Beginn der Sanierung Experten einzubinden, damit diese den Sanierungsbedarf ermitteln und dir ein Sanierungskonzept erarbeiten.

Kalkuliere für die Sanierungsarbeiten aber immer eine großzügige Sicherheitsreserve ein. Schließlich kann es passieren, dass eine „einfache“ Sanierung Folgekosten nach sich zieht. Ein Beispiel: Du willst den Boden sanieren lassen und es stellt sich dabei heraus, dass die tragenden Holzbalken ausgetauscht werden müssen.

Die nachfolgenden Beispiele sollen dir einen Eindruck vermitteln, welche Kosten auf dich zukommen können. Berücksichtige dabei, dass kein Sanierungsprojekt dem anderen gleicht. Zu individuell sind meist die Gebäudeschäden und somit auch die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen.

Beispiel Sanierungskosten Dämmung für ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmeter, durchschnittliche Kosten unabhängig vom Baualter:

  • Aufsparrendämmung: 15.000 Euro
  • Zwischensparrendämmung: 5.000 Euro
  • Dämmung Geschossdecke:400 bis 3.000 Euro
  • Fassadendämmung mit Einblastechnik: 2.000 bis 3.900 Euro
  • Dämmung der Fassade mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS): 12.000 bis 19.500 Euro
  • Dämmung der Fassade mit Isolierklinker: 22.000 Euro
  • Dämmung mit Vorhangfassade: 22.000 Euro
  • Dämmung Kellerdecke: 1.000 bis 1.500 Euro

Beispiel Sanierungskosten Einfamilienhaus von 1968 mit 140 Quadratmeter, 2 Etagen und Satteldach:

  • Heizung Luftwärmepumpe: 12.700 Euro
  • Dämmung (12 Zentimeter) Außenwand: 24.100 Euro
  • Dachdämmung (12 Zentimeter): 1.500 Euro
  • Dämmung (8 Zentimeter) Kellerdecke: 1.900 Euro
  • Fenster dreifachverglast: 14.000 Euro
  • Summe: 54.200 Euro

Beispiel Sanierungskosten Kernsanierung Einfamilienhaus von 1982 mit 140 Quadratmeter, 1,5 Etagen und Satteldach:

  • Aufsparrendämmung: 15.000 Euro
  • Dachdecken: 9.500 Euro
  • Fassadendämmung: 38.000 Euro
  • Innendämmung der Außenwände: 8.000 Euro
  • Außenanstrich: 4.500 Euro
  • Dämmung der Kellerdecke: 3.300 Euro
  • Heizungsanlage (neues Gas-Brennwertgerät): 10.500 Euro
  • 7 kostengünstige Flachheizkörper: 3.000 Euro
  • Elektroinstallation: 11.500 Euro
  • Fenster: 14.300 Euro
  • Summe: 117.600 Euro

Beachte nochmals: Bei den hier genannten Preisen handelt es sich um durchschnittliche Komplettpreise. Es sind daher sowohl nach unten als auch noch oben spürbare Abweichungen möglich. Die Beispiele sollen dir lediglich als Richtwerte dienen, denn die tatsächlichen Sanierungskosten fallen individuell sehr unterschiedlich aus. Auch die Handwerkerkosten sind regional sehr verschieden.

 

Tipps zu den Kosten deiner energetischen Sanierung

  • Rechne genau durch, welche Kosten nach Abzug der Förderung (mehr dazu im nächsten Kapitel) auf dich zukommen.

  • Stimme das Sanierungskonzept auf deine finanziellen Möglichkeiten ab.

  • Hole immer mehrere Angebote ein.

  • Um Kosten zu sparen, führe mehrere Sanierungsarbeiten gleichzeitig durch. Zum Beispiel benötigst du für die Dachsanierung und die Sanierung der Fassade ein Gerüst.

  • Kaufe keine Billigprodukte ohne Herkunftsnachweis.

  • Spare nicht an der falschen Stelle, setze auf Qualität.

  • Kontrolliere regelmäßig die bereits angefallenen Kosten.

  • Berücksichtige eventuell anfallende Gebühren bei den Behörden.

  • Plane einen finanziellen Puffer für unerwartete, aber erforderliche Sanierungsmaßnahmen ein.

  • Eigenleistungen kannst du nicht steuerlich absetzen. Auch Fördergelder bekommst du nicht dafür.

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Förderung der energetischen Sanierung

Wie das Kapitel zu den Kosten zeigt, ist die Altbausanierung alles andere als günstig. Da ist es gut, dass der Staat mit Zuschüssen und Krediten Sanierungsmaßnahmen unterstützt. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) erhalten Hauseigentümer für einzelne Modernisierungsmaßnahmen an ihrem Ein- oder Zweifamilienhaus einen Investitionszuschuss oder Kredit mit Tilgungszuschuss, der 20 Prozent (Gebäudehülle) und 35 Prozent (Heizung) der förderfähigen Kosten beträgt. Wird eine Ölheizung ausgetauscht, gibt es bei einigen Heizsystemen zusätzlich 10 Prozent. Erfolgt die Maßnahme im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), den du gemeinsam mit einem Energieeffizienz-Experten vor Ort erarbeitet hast, erhöht sich der Fördersatz um weitere 5 Prozent. So sind bei einer Biomasseheizung bis zu 55 Prozent Förderung möglich.

Zuständig für die Förderung sind das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Diese fördern auch erforderliche Maßnahmen, um das Sanierungsvorhaben vorzubereiten und umzusetzen oder die zur Inbetriebnahme dabei eingebauter Anlagen notwendig sind (Umfeldmaßnahmen). Beispiele dafür sind der Ausbau und die Entsorgung der alten Heizung, aber auch die Dachbegrünung. Die maximale Förderhöhe für die Einzelmaßnahmen beträgt 60.000 Euro pro Wohneinheit.

Für folgende Sanierungsmaßnahmen erhältst du im Rahmen der BEG EM eine Förderung:

  • Dämmung der Fassade und Sonnenschutz
  • Dämmung des Dachs
  • Dämmung der Kellerdecken
  • Erneuerung der Fenster und Sonnenschutz
  • Heizungsaustausch
  • Einbau und Erneuerung der Lüftungsanlage
  • Heizungsoptimierung
  • Installation einer Solarthermieanlage
  • Installation einer Photovoltaikanlage
  • digitale Systeme zur Verbrauchsoptimierung
  • Fachplanung und Baubegleitung

Statt der BEG-Förderung hast du auch die Möglichkeit, die energetischen Einzelmaßnahmen steuerlich geltend zu machen. In diesem Fall sind auf 3 Jahre verteilt 20 Prozent der Aufwendungen – maximal jedoch 40.000 Euro pro Wohneinheit – steuerlich abzugsfähig.

Wissenswertes

Was ist eine Wohneinheit?

Wenn du dich mit der Förderung aus dem Bereich Bauen und Sanieren auseinandersetzt, ist die WE (Wohneinheit) allgegenwärtig. Aber was bedeutet WE genau? Hierbei handelt es sich um eine Wohneinheit, die aus mehreren Räumen besteht und in der du einen eigenständigen Haushalt führen kannst. Dazu müssen Küche oder Kochecke sowie Bad und Toilette vorhanden sein. Zudem ist es erforderlich, dass diese Räume von den anderen Bereichen des Hauses baulich abgetrennt sind. Ein separater Eingang ist ebenfalls Voraussetzung.

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Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus

Wenn du besonders effizient sanieren möchtest, bietet dir das KfW-Förderprogramm „Wohngebäude – Zuschuss (461)“ finanzielle Unterstützung an. Gefördert werden alle energetischen Maßnahmen, durch die dein Bestandsbau eine der KfW-Effizienzhaus-Stufen erreicht. Baunebenkosten und Wiederherstellungskosten sind in der Förderung enthalten. Der maximal mögliche Zuschussbetrag beträgt 75.000 Euro je Wohneinheit.

Du kannst dein Sanierungsprojekt auch mit dem Programm „Wohngebäude – Kredit (261, 261)“ finanzieren. Die Höhe des Kredits hängt davon ab, wie energieeffizient das Haus nach der Sanierung ist und wie hoch die förderfähigen Kosten sind. Es ist ein Kreditbetrag von bis zu 120.000 Euro je Wohneinheit möglich. Erreichst du mit der Sanierung die Erneuerbare-Energien-Klasse, gibt es zusätzlich 30.000 Euro. Der Kredit ist mit einem Tilgungszuschuss von maximal 75.000 Euro je Wohneinheit verbunden, den du nicht zurückzahlen musst und der sowohl den Kreditbetrag als auch die Laufzeit reduziert.

Das solltest du bei der Antragstellung beachten

Förderfähig sind nur Maßnahmen, mit denen du zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen hast. Als Vorhabenbeginn gilt bereits der rechtsgültige Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrags. Planungsleistungen hingegen dürfen bereits vor Antragstellung erbracht werden.

Damit du überhaupt eine Förderung bekommst, musst du einen Energieeffizienz-Experten einbinden. Von diesem bekommst du auch die erforderlichen Bestätigungen. Wenn du eine Heizungsanlage erneuern oder optimieren möchtest, kann die benötigten Bestätigungen alternativ ein Fachunternehmen ausstellen.

Die BAFA- und die KfW-Förderung kannst du auf dem jeweiligen Zuschussportal direkt online beantragen. Möchtest du jedoch ein KfW-Darlehen beantragen, musst du einen Finanzpartner der KfW beauftragen, beispielsweise deine Hausbank.

Energieeffizienz-Experten musst du zwingend einbinden, wenn es um folgende Anträge geht:

  • Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle
  • Anlagentechnik (Heizung ausgenommen)
  • KfW-Effizienzhaus

Wissenswertes

Was ist ein KfW-Effizienzhaus?

Es gibt die KfW-Effizienzhaus-Stufen 40, 40 Plus, 55, 70, 85 und 100. Dieses technische Niveau wird jeweils aus dem Primärenergiebedarf und dem Transmissionswärmeverlust des Gebäudes ermittelt. Im Gebäudeenergiegesetz (GEG) sind für diese beiden Werte Maximalwerte vorgegeben, die das sanierte Gebäude nicht überschreiten darf. Eine KfW-Effizienzhaus-Stufe 85 beispielsweise braucht nur 85 Prozent des Primärenergiebedarfs eines GEG-Referenzgebäudes; ein KfW-Effizienzhaus 70 benötigt nur 70 Prozent. Die Zahl beschreibt also in Prozent den jeweiligen Primärenergiebedarf.

Tipps zur Förderung deiner energetischen Sanierung

  • Nutze die Chance, dass es für die energetische Sanierung so viele Zuschüsse vom Staat gibt wie nie zuvor.

  • Erkundige dich auch nach Förderungen der Landesregierung oder deiner Gemeinde.

  • Lass dich zur Förderung ausführlich von einem Energieberater informieren.

  • Fördermittel werden pro Wohneinheit vergeben. Sanierst du ein Haus mit Einliegerwohnung, bekommst du 2-mal Fördergelder.

  • Achte darauf, dass du sowohl die BAFA- als auch die KfW-Förderung beantragen musst, bevor du die Aufträge an die Handwerksbetriebe vergibst.

  • Nicht nur bei der Antragstellung ist ein Energieeffizienz-Experte erforderlich, sondern bereits in der Planungsphase.

  • Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) hast du bis zu 15 Jahre Zeit, Einzelmaßnahmen umzusetzen. Außerdem erhöht sich dein Zuschuss um 5 Prozent.

  • Für Einzelmaßnahmen kannst du verschiedene Förderungen in Anspruch nehmen, beispielsweise den Steuerbonus für neue Fenster oder BAFA-Zuschüsse für die neue Heizung und Dämmung.

  • Um die Steuererstattung in vollem Umfang ausschöpfen zu können, musst du auch entsprechend hohe Steuern bezahlen.

  • Die staatlichen Zuschüsse sind höher als die Steuererstattung.

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Die energetische Gebäudesanierung lohnt sich!

Um die Klimaziele zu erreichen, ist jeder Einzelne gefordert, sein Handeln und Leben mit Blick auf die Vermeidung von klimaschädlichen Emissionen, den sparsamen und sinnvollen Einsatz von Energie und den Schutz wertvoller Ressourcen auszurichten. Das ist mit Verzicht, Umdenken und finanziellen Einschnitten verbunden.

Gerade im Gebäudebereich kannst du viel für Klima und Umwelt tun und auf lange Sicht gesehen sogar Geld sparen. Und aktuell ist das Förderangebot besser denn je. Für die energetische Sanierung deines Eigenheims bietet dir der Staat mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) eine wirklich gute und solide Förderung. Selbst diejenigen von uns, die noch vor einigen Jahren dachten, sie könnten sich trotz der möglichen Energieeinsparung die energetische Sanierung finanziell einfach nicht leisten, haben jetzt die Chance dazu.

Um den Energieverbrauch deines Eigenheims spürbar zu reduzieren, bietet dir die energetische Sanierung die besten Möglichkeiten; unabhängig davon, ob du dich für eine Komplettsanierung oder einzelne Maßnahmen entscheidest. Allein durch gezielte Dämmmaßnahmen kannst du den Energieverbrauch für Heizung, Warmwasserbereitung und Belüftung sowie den CO2-Ausstoß spürbar senken. Zudem bereitest du dem Einsatz von erneuerbaren Energien so den passenden Raum.

Damit du auch das Optimum erreichst, solltest du von Anfang an die Hilfe von versierten Experten in Anspruch nehmen. Jeder von ihnen ist in seinem Kompetenzbereich am besten in der Lage, dein sanierungsbedürftiges Eigenheim genauestens zu inspizieren und dir aufzuzeigen, welche Sanierungsmaßnahmen in deinem ganz individuellen Fall die wirkungsvollsten sind. Sie können auch unvorhergesehene zusätzliche Baumängel in ihrer Schwere richtig einschätzen und entsprechende Handlungsschritte vorschlagen.

Damit deine energetische Sanierung wirklich nachhaltig ist, achte darauf, möglichst ökologische Produkte zu verwenden, egal ob Dämmmaterial, Dachziegel, Farben, Kleber oder Bodenbeläge. Gütesiegel helfen dir dabei, aber auch das ausführende Fachhandwerk.

Wir von net4energy hoffen, dass wir dir nicht nur die Notwendigkeit der energetischen Gebäudesanierung näherbringen, sondern auch verständlich die Techniken, Möglichkeiten und das große Förderangebot erläutern konnten. Es würde uns freuen, wenn du diesen Guide mit anderen im Netz teilst oder als Grundlage für Diskussionen nutzt. Auf unserer Website findest du zahlreiche interessante Blogbeiträge zum Thema, die dir die Entscheidung für die energetische Sanierung erleichtern.

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