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Unser Niedrigenergiehaus-Guide: Nachhaltige Technik f√ľr mehr Umweltschutz im Eigenheim

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Hier rechnet sich Passivit√§t f√ľr Bauherren und Umwelt

Den Treibhauseffekt haben wir noch lange nicht im Griff. Die Umweltsch√§den durch Starkregen und Hitzewellen werden immer gr√∂√üer. Die √Ėkosysteme sind teilweise in einem desolaten Zustand. Der vermehrte Einsatz erneuerbarer Energien in den Bereichen Strom- und W√§rmeversorgung ist zwar ein bedeutender und unverzichtbarer Schritt, dem entgegenzutreten, doch das allein reicht noch nicht. Wer neu baut oder ein Geb√§ude renoviert, hat es in der Hand, das Haus so zu planen, dass es durch m√∂glichst geringen Verbrauch Klima und Umwelt sch√ľtzt. Dabei kommen √∂kologischen Hauskonstruktionen und nachhaltigem Bauen wachsende Bedeutung zu. Und hier sind Bauherren sowie die Baubranche in der Pflicht. Gute W√§rmed√§mmung, der Einsatz nachhaltiger Baumaterialien sowie die Nutzung passiver W√§rmeertr√§ge durch Sonneneinstrahlung, aber auch durch die K√∂rperw√§rme der Bewohner sowie die Abw√§rme elektrischer Ger√§te wie beispielsweise Herd, K√ľhlschrank oder Fernseher, haben positiven Einfluss auf einen niedrigen W√§rmebedarf.

All diese Kriterien erf√ľllt ein Passivhaus. Es spart gegen√ľber einemnach dem aktuellem Geb√§udeenergiegesetz (GEG) gebauten Neubau etwa 75 Prozent Heizenergie ein. Im Vergleich zu einem Niedrigenergiehaus sind es immer noch 45 bis 50 Prozent. Im Jahr 2019 machten die privaten Haushalte gut ein Viertel (26,5 Prozent) des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland aus. Allein f√ľr W√§rme verwendeten sie davon 90 Prozent. Laut BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. gab es in Deutschland Ende 2020 rund 42,6 Millionen Wohnungen. Von diesen werden immer noch 74,5 Prozent mit √Ėl (25 Prozent) oder Gas (49,5 Prozent) beheizt. Fernw√§rme hat einen Anteil von 14,1 Prozent. Der Anteil von Elektro-W√§rmepumpen stieg auf 2,6 Prozent. Wenn du dich also f√ľr den Bau eines Passivhauses entscheidest, leistest du einen sehr gro√üen Beitrag zur nachhaltigen und umweltschonenden Energieversorgung.

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Seit 30 Jahren hoch gelobt und trotzdem geringe Verbreitung

Aktuell gibt es rund 15,9 Millionen Einfamilienh√§user in Deutschland. Der Anteil von Passivh√§usern ist mit rund 10.000 Geb√§uden - weltweit etwa 50.000 - noch sehr gering und eher unbedeutend. Und das, obwohl das erste Passivhaus bereits 1991 in Darmstadt-Kranichstein bezogen wurde. Laut Statista wurden im Jahr 2019 (Stand Juli 2020) in Deutschland lediglich 94 neue Wohngeb√§ude im Passivhausstandard ohne Heizung fertiggestellt. In den Jahren von 2001 bis 2019 entstanden insgesamt 2.467 Passivh√§user. Eine Hochphase gab es in den Jahren 2010 bis 2013, als j√§hrlich bis zu 408 Passivh√§user gebaut wurden. Doch seitdem ist die Tendenz stark fallend. Das erstaunt insofern, da der Expertenbefragung Zukunft Bauen 2017 zufolge immerhin 47,9 Prozent der befragten Fachleute davon ausgehen, dass das Passivhaus den Markt der Geb√§udekonzepte dominieren wird; 2011 waren es allerdings noch 76,9 Prozent der Experten, die diesem Geb√§udestandard gute Marktaussichten ausstellten.

Um festzustellen, warum die energetische Sanierung von Geb√§uden eher schleppend vorangeht, f√ľhrte die Ipsos SA , ein international t√§tiges Marktforschungsunternehmen, im Auftrag der European Climate Foundation 2018 in 5 europ√§ischen L√§ndern eine Umfrage durch. Ziel der Umfrage war es, die Sorgen um Gesundheit und soziale Gerechtigkeit der europ√§ischen B√ľrgerinnen und B√ľrger in Bezug auf Sanierung zu verstehen, um daf√ľr politische Unterst√ľtzung zu schaffen und Forderungen nach Passivh√§usern zu etablieren. Es stellte sich dabei heraus, dass deutsche B√ľrger vor allem durch Kosteneinsparungen motiviert werden, jedoch aufgrund der erforderlichen Investitionen z√∂gern, eine energetische Ma√ünahme durchzuf√ľhren. Hauptbeweggr√ľnde, die f√ľr eine Sanierung sprechen, sind f√ľr sie das Sparen von Geld (71 Prozent), der erh√∂hte W√§rmekomfort (65 Prozent) und eine gesunde Umwelt sowie die Angst vor dem Klimawandel (54 Prozent). Als wesentliche Hindernisse nannten die deutschen Befragten, dass sie keinen Kredit f√ľr die energetische Sanierung aufnehmen m√∂chten (52 Prozent), sie sich die Investition nicht leisten k√∂nnen (41 Prozent), ihnen die finanzielle Unterst√ľtzung durch den Staat fehlt (35 Prozent), die Sanierung zu zeit- und kostenaufwendig ist (34 Prozent) oder sie keinen √úberblick √ľber m√∂gliche staatliche F√∂rderm√∂glichkeiten haben (32 Prozent).

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Niedrigenergiehaus, Passivhaus, was ist der Unterschied?

Grunds√§tzlich ist jedes Wohngeb√§ude, dessen Energieeffizienz besser ist als die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Werte, f√ľr Neu- und Bestandsbauten ein Niedrigenergiehaus bzw. ein Effizienzhaus, wie die Kreditanstalt f√ľr Wiederaufbau (KfW) solche Geb√§ude bezeichnet. Wann die Kriterien eines Niedrigenergiehauses erf√ľllt sind, istim Geb√§udeenergiegesetz (GEG) festgelegt. Allerdings wurden in der Vergangenheit diese Referenzwerte immer wieder √ľberarbeitet und versch√§rft. Ein gem√§√ü EnEV 2007 gebautes Niedrigenergiehaus ist daher heute ein gutes St√ľck von den aktuellen Anforderungen im GEG entfernt. Die prim√§renergetischen Anforderungen bei Neubauten und Bestandsgeb√§uden erfuhren durch die abgel√∂ste EnEV 2016 eine Versch√§rfung gegen√ľber der EnEV 2007 um durchschnittlich 30 Prozent.

Eindeutig festgelegte Standards gibt es also eigentlich nicht. Niedrigenergieh√§user zeichnen sich jedoch dadurch aus, dass sie √ľber optimal w√§rmeged√§mmte D√§cher, Au√üenw√§nde und gut isolierte Fenster und T√ľren verf√ľgen. So k√∂nnen sie einen gr√∂√ütm√∂glichen Teil der eingesetzten Heizenergie im Haus halten und den W√§rmebedarf minimieren. Lange Zeit nannte man gem√§√ü EnEV errichtete H√§user Niedrigenergieh√§user. Heute hingegen sollte ein Niedrigenergiehaus etwa 25 Prozent unter dem GEG-Standard (KfW-Effizienzhaus 100) liegen.

√Ąhnlich wie beim Begriff Niedrigenergiehaus gibt es auch beim Passivhaus eigentlich keine gesetzlichen Vorgaben. Daher ist die Bezeichnung Passivhaus auch gesetzlich nicht gesch√ľtzt. Weil aber das erste Passivhaus Deutschlands von 1991 ein Studienobjekt gewesen ist, das unter anderem vom Hessischen Umweltministerium begleitet wurde, hat sich Passivhaus f√ľr Wohngeb√§ude etabliert. Der Verbrauch von 1,5 Litern Heiz√∂l bzw. 1,5 Kubikmetern Erdgas pro Quadratmeter Wohnfl√§che im Jahr darf jedoch nicht √ľberschritten werden. Mit einem Heizw√§rmebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr weist das Passivhaus also nur etwa ein Viertel des Wertes eines typischen Niedrigenergiehauses auf. Um dies zu erreichen, bedarf es eines ausgezeichneten W√§rmeschutzes und einer L√ľftungsanlage mit W√§rmer√ľckgewinnung. Im Idealfall ben√∂tigen Passivh√§user keine klassische Heizung. Es ist beispielsweise ausreichend, wenn die √ľber eine L√ľftungsanlage zugef√ľhrte Frischluft von einem Erdw√§rmetauscher vorgew√§rmt wird.

Wenngleich es eigentlich keine gesetzlichen Vorgaben gibt, muss jedes Passivhaus, f√ľr das F√∂rdergelder beantragt werden, Anforderungen erf√ľllen, die im sogenannten Passivhausstandard geregelt sind, den die Passivhaus Institut GmbH in Darmstadt festgelegt hat und der weltweit angewendet wird. Je nach Gr√∂√üe und Bautyp betragen die Baukosten f√ľr ein Passivhaus um die 1.200 Euro bis 1.400 Euro pro Quadratmeter Wohnfl√§che. Sie liegen somit bis zu 15 Prozent √ľber den Kosten eines Neubaus, der gem√§√ü aktuellem GEG gebaut wurde. Die Mehrkosten ergeben sich gr√∂√ütenteils durch den Einsatz hochwertiger D√§mmstoffe und der speziellen Dreifach-W√§rmeschutzverglasung. Die meisten namhaften Anbieter von Fertigh√§usern haben inzwischen standardm√§√üig Energiespar- und Passivh√§user im Programm.

Wissenswertes

Die aktuellen energetischen Anforderungen sollen ab dem Jahr 2021 europaweit vom ‚ÄěNiedrigstenergiegeb√§ude-Standard‚Äú abgel√∂st werden. Diese m√ľssen dann eine sehr gute Gesamtenergieeffizienz haben, also sehr wenig Energie ben√∂tigen, die m√∂glichst mit erneuerbaren Energien erzeugt werden. Wenn du im Passivhausstandard baust, bist du auf der ganz sicheren Seite, denn dein Haus unterbietet diese Werte.

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Das Passivhaus

Wer ein Passivhaus baut, legt meist ganz besonderen Wert auf Energieeffizienz bei hohem Wohnkomfort. Oberste Maxime des Passivhauskonzepts ist die h√∂chstm√∂gliche Minimierung des Energieverbrauchs. Du sparst dadurch Heizkosten und leistet einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Nachhaltigkeit. Das Passivhauskonzept basiert auf 2 wesentlichen S√§ulen. Die eine ist die bestm√∂gliche W√§rmed√§mmung der thermischen Au√üenh√ľlle. Sie umschlie√üt alle R√§ume, die bei zu niedrigen Au√üentemperaturen beheizt werden m√ľssen: Schlaf- und Wohnzimmer, Kinder- und Arbeitszimmer sowie Bad. Gleicherma√üen gut w√§rmeged√§mmt werden m√ľssen Kellerw√§nde, Dachb√∂den und Fundamente.

Die zweite S√§ule ist quasi Namensgeber dieses Geb√§udekonzeptes, die passive W√§rmenutzung. Das Passivhaus wird so geplant und gebaut, dass es mittels gro√üer Fensterfl√§chen auf der nach S√ľden ausgerichteten Seite oder auch √ľber Glasd√§cher m√∂glichst viel Sonnenw√§rme aufnimmt. Die kontrollierte Wohnraumbel√ľftung mit W√§rmer√ľckgewinnung ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil eines Passivhauses sowie die internen W√§rmegewinne durch die Abw√§rme von Elektroger√§ten und Bewohnern. Ebenfalls von gro√üer Bedeutung ist, dass die Temperaturen im gesamten Geb√§ude konstant und gleichm√§√üig verteilt sind. Dadurch gibt es keine kalten Bauteile wie W√§nde oder Fu√üb√∂den, was wiederum die Behaglichkeit steigert.

Ein Passivhaus verdient dann seinen Namen, wenn es so gut w√§rmeged√§mmt ist, dass fast oder gar keine Heizung erforderlich ist. Um die ben√∂tigte Restw√§rme und Warmwasser bereitzustellen, gen√ľgt beispielsweise eine W√§rmepumpe oder eine kleine Gastherme; idealerweise im Zusammenspiel mit einer Solarthermieanlage. Meist wird vom Passivhaus im Zusammenhang von Neubauten gesprochen. Allerdings ist der Passivhausstandard auch bei der Renovierung im Geb√§udebestand m√∂glich, die Umbauten sind jedoch sehr aufwendig und entsprechend teuer. Die Mehrkosten betragen etwa 10 bis 18 Prozent.

Wissenswertes

Hinweis: Der U-Wert (W√§rmedurchgangskoeffizient) beschreibt die spezifische W√§rmeleitf√§higkeit eines Bauelements (z. B. Au√üenwand, Dach, Fenster). Je kleiner der U-Wert, desto weniger W√§rmeleistung pro Quadratmeter str√∂mt bei einem konstanten Temperaturunterschied zwischen Au√üen- und Innenfl√§che von einem Grad Celsius durch das Bauteil. Je besser die D√§mmung, desto kleiner der U-Wert.

3 vom Passivhaus-Institut vorgegebene Anforderungen an ein Passivhaus

1. Ohne separates Heizsystem sowie ohne Klimaanlage ist ein behagliches Innenklima realisierbar: Der Jahresheizwärmebedarf darf dazu nach PHPP (spezielle Planungssoftware des Passivhaus Instituts Darmstadt) max. 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr betragen.

2. In jedem Wohnraum m√ľssen zu jeder Jahreszeit die Kriterien der Behaglichkeit gegeben sein. Daraus resultieren folgende Bauteilqualit√§ten:

  • opake (undurchsichtige) Au√üenbauteile: U-Werte unter 0,15 W/(m¬≤K) (W√§rmedurchgangskoeffizient)
  • Fenster und andere transluzente (durchsichtige) Bauelemente: unter 0,8 W/(m¬≤K)
  • Transluzente Fl√§chen mit Neigungswinkeln unter 75 Grad sowie gegen die Horizontale und transluzente Fl√§chen, die nach Westen oder Osten ausgerichtet sind (¬Ī 50 Grad), d√ľrfen 15 Prozent der dahinterliegenden Nutzfl√§chen nicht √ľberschreiten. Andernfalls sind sie mit einem tempor√§ren Sonnenschutz mit einem Minderungsfaktor von mindestens 75 Prozent zu versehen. F√ľr Fenster mit S√ľdorientierung betr√§gt die Grenze nur 25 Prozent der dahinterliegenden Nutzfl√§chen.
  • Am Luftauslass im Raum d√ľrfen die Zulufttemperaturen nicht unter 17 Grad Celsius liegen. F√ľr alle R√§ume ist eine gleichm√§√üige Durchstr√∂mung (L√ľftungseffizienz) zu gew√§hrleisten. Die Lufthygiene hat bei der L√ľftung oberste Priorit√§t (DIN 1946). Es ist auf eine Schallbelastung durch die L√ľftungsanlage unter 25 dBa (Schalldruckpegel) zu achten.
  • In jedem Wohnraum m√ľssen die Passivh√§user mindestens eine Au√üenluft√∂ffnung besitzen, die ge√∂ffnet werden kann, um eine Durchstr√∂mung der Wohnung mit Au√üenluft zu erm√∂glichen (freie Sommerk√ľhlung).

3. F√ľr alle Haushaltsanwendungen (Heizung, Warmwasserbereitung und Haushaltsstrom) zusammengenommen, darf der erneuerbare Prim√§renergiebedarf den Wert von 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr nicht √ľberschreiten.

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Planung und Bau eines Passivhauses

Eins vorab, ein Geb√§ude gem√§√ü Passivhausstandard sollte immer ein Fachmann planen, der √ľber die entsprechende Erfahrung verf√ľgt. So vermeidest du Fehler, die sp√§ter nicht nur die Energieeffizienz deines Hauses beeintr√§chtigen, sondern auch dazu f√ľhren k√∂nnen, dass keine F√∂rderung gew√§hrt wird. Gr√ľnde daf√ľr sind beispielsweise Elemente und Materialien, die verbaut wurden, jedoch nicht gestattet sind. Aber auch bereits im Vorfeld sind zahlreiche Aspekte zu ber√ľcksichtigen. So ist leider nicht jedes Grundst√ľck f√ľr den Bau eines Passivhauses geeignet. So solltest du darauf achten, dass die Dachfl√§chen nicht durch gro√üe B√§ume oder hohe Geb√§ude verschattet werden. Hier empfiehlt es sich, vorausschauend zu handeln. Informiere dich soweit m√∂glich dar√ľber, ob beispielsweise in Zukunft gr√∂√üere Geb√§ude geplant sind, die dein Passivhauskonzept dann negativ beeinflussen k√∂nnten. Zudem solltest du bereits in der Planungsphase entscheiden, ob du dein Passivhaus in Massivbauweise (z. B. Ziegel) oder aus fertigen Holzelementen bauen m√∂chtest. Beide Bauweisen haben ihre Vor- und Nachteile, doch dazu sp√§ter mehr.

Passivh√§user werden in der Regel kompakt gebaut, um durch eine schn√∂rkellose Bauweise m√∂glichst geringe W√§rmeverluste durch Au√üenw√§nde, Dach und Keller zu erreichen und die L√ľftungsw√§rmeverluste zu reduzieren. So hat sich im Lauf der Jahre eine eigene, ansprechende √Ąsthetik entwickelt. Allerdings ist heute jede architektonische Umsetzung m√∂glich, also auch beispielsweise mit Erker oder Schr√§gdach. Der Ausrichtung der Fenster kommt in der Planung besondere Bedeutung zu. Auf der nach S√ľden ausgerichteten Seite des Hauses sollten gro√üe Fensterfl√§chen eingebaut werden, kleinere Fenster hingegen an der Ost-, West- und Nordseite. Daraus resultiert dann auch die Anordnung der einzelnen Zimmer: Wohn-, Kinder- und Schlafzimmer sollten s√ľdorientiert, K√ľche, Badezimmer und Abstellkammer sollten nordorientiert geplant werden, da letztere einen geringeren W√§rmebedarf haben.

Zum Konzept geh√∂rt auch, s√§mtliche Energieverbr√§uche ‚Äď Heizung, Warmwasser und Stromverbrauch aller elektrischen Ger√§te ‚Äď soweit m√∂glich zu senken. Die kontrollierte Wohnrauml√ľftung mit W√§rmer√ľckgewinnung ist ebenso fester Bestandteil der Konzeption eines Passivhauses. Inzwischen gibt es auf dem Markt vielf√§ltige Komponenten, die speziell f√ľr die Anforderungen des Passivhausstandards ausgelegt und zertifiziert sind: Fenster, T√ľren, Schiebet√ľren und Schiebefenster, Lichtkuppeln oder Balkonsysteme. Wenn du dir den Planungsaufwand ersparen m√∂chtest, kannst du auch auf ein gro√ües Angebot an Fertigh√§usern im Passivhausstandard zur√ľckgreifen. Doch dazu sp√§ter mehr.

Dämmung

Wichtigster Bestandteil eines Passivhauses ist die D√§mmung. Das Haus muss vom Keller bis zum Dach bestens verpackt sein. Das gilt auch f√ľr T√ľren, Fenster, Balkonanschl√ľsse, Kabelsch√§chte oder Durchbr√ľche f√ľr beispielsweise Wasserrohre oder die L√ľftung. Hier darf keine W√§rme nach au√üen verloren gehen. Weil keine konventionelle Heizung ben√∂tigt wird, werden Passivh√§user oft ohne Keller gebaut. Hier ist dann darauf zu achten, dass die Bodenplatte entsprechend gut ged√§mmt ist. Um das D√§mmmaterial unterbringen zu k√∂nnen, ist in der Regel ein zweischaliges Mauerwerk erforderlich. Dieses besteht z. B. aus Kalksandstein oder Porenbeton.

Grunds√§tzlich k√∂nnen alle auf dem Markt erh√§ltlichen D√§mmstoffe verwendet werden. Vorausgesetzt, sie verf√ľgen √ľber den erforderlichen D√§mmwert. Die Dicke des D√§mmmaterials h√§ngt von den Produkteigenschaften ab und variiert teilweise sehr: zwischen 25 und 40 Zentimetern. Doch Vorsicht! D√§mmstoff ist nicht gleich D√§mmstoff. Bevorzugt werden der Kunststoff Polystyrol (EPS-D√§mmplatten), Glas- oder Steinwolle verwendet. Wenn du Wert auf eine gute √Ėkobilanz legst, dann kommen f√ľr dich sicherlich Materialien auf Basis von √Ėl nicht infrage. Die √Ėkobillanz konventioneller D√§mmstoffe ist h√§ufig schlechter als die D√§mmung aus nachwachsenden Rohstoffen. Daf√ľr ist sie um einiges g√ľnstiger. Die Herstellung konventioneller D√§mmstoffe ist zudem energie- und rohstoffintensiv. Manche sind au√üerdem nicht recyclebar.

Dreifach verglaste Fenster halten die Wärme im Haus

Gerade an Fenstern entstehen oft W√§rmebr√ľcken. Diese w√ľrden nat√ľrlich das Gesamtkonzept √ľber den Haufen werfen. Aus diesem Grund werden in Passivh√§usern dreifach verglaste Fenster eingesetzt. Diese sind mit einem speziellen Edelgas bef√ľllt. Au√üerdem ist der Rahmen ged√§mmt. Dadurch ist der W√§rmeverlust eher marginal.
Passivhausfenster wandeln die kurzwellige Sonnenstrahlung w√§hrend ihres Weges durch die Verglasung in langwellige Strahlung um. Weil langwellige Strahlung die Glasscheiben nicht durchdringen kann, verbleibt sie im Haus. Oberfl√§chen wie Fu√üboden oder M√∂bel im Zimmer absorbieren und reflektieren diese. Aber mehr noch, sie wandeln die langwellige Strahlung in W√§rme um. So wird der Raum indirekt aufgeheizt.

L√ľftungsanlage

Weil ein richtig ged√§mmtes Passivhaus luftdicht verpackt ist, kann das Sto√ül√ľften durch √Ėffnen der Fenster, um Frischluft einzulassen, hier nicht praktiziert werden. Denn die kalte Au√üenluft w√ľrde die warme Raumluft nach drau√üen dr√§ngen und so innen zu hohen W√§rmeverlusten f√ľhren. Um aber f√ľr die Bewohner stets ausreichend frische und saubere Luft zu garantieren, ben√∂tigen Passivh√§user immer eine L√ľftungsanlage mit W√§rmer√ľckgewinnung. W√ľrde man darauf verzichten, gef√§hrdeten Schadstoffe, Kohlendioxid und Keime in der Raumluft die Gesundheit der Bewohner. L√ľftungsanlagen saugen Frischluft von drau√üen an und f√ľhren die verbrauchte Raumluft nach au√üen ab. √úber einen W√§rmetauscher wird die W√§rme der ausstr√∂menden Innenluft an die einstr√∂mende Frischluft √ľbertragen. Auf diese Weise sind die W√§rmeverluste relativ gering. Die L√ľftungsanlage im Passivhaus sollte zudem Ger√ľche und Feuchtigkeit abtransportieren sowie leise und ohne Zugluft zu verursachen arbeiten. Ob das Haus auch wirklich dicht ist, muss √ľber einen Blower-Door-Test √ľberpr√ľft werden. Dieser ist auch f√ľr alle Neubauten mit installierter L√ľftungsanlage Pflicht. Wenn du KfW-F√∂rdermittel in Anspruch nehmen m√∂chtest, ist der Blower-Door-Test ebenfalls zwingend vorgeschrieben.

Der Blower-Door-Test ist ein Differenzdruckverfahren zur zuverl√§ssigen Messung der Luftdichtheit eines Geb√§udes. Wenngleich nach Energie-Geb√§udeenergiegesetz (GEG) die Luftdichtheitsmessung erst nach Fertigstellung des Geb√§udes durchzuf√ľhren ist, ist eine erste Messung bereits vor Beginn der Innenausbauten sinnvoll. Denn dann ist die luftdichte H√ľlle noch gut zu sehen und Leckagen lassen sich mit geringem Aufwand und somit niedrigeren Kosten beseitigen. F√ľr den Test wird in eine √Ėffnung der Geb√§udeau√üenh√ľlle - Eingangst√ľr oder Fenster ‚Äď ein Ventilator eingesetzt. Mit diesem wird erst ein √úberdruck erzeugt. In einem zweiten Schritt wird ein Unterdruck aufgebaut. Aufgrund der Luftmenge, die dabei eingeblasen bzw. abgesaugt wird, kann die mittlere Luftwechselrate (n50-Wert, angegeben als h-1) berechnet werden. Ist diese zu hoch, gibt es im Haus Undichtigkeiten und Leckagen, die gefunden und beseitigt werden m√ľssen. Am anf√§lligsten f√ľr Leckagen oder Undichtigkeiten sind Fensterb√§nke, Anschl√ľsse zum Boden ‚Äď beispielsweise T√ľren und bodentiefe Fenster-, Steckdosen oder Rohr- und Leitungsdurchf√ľhrungen. Bei einem Passivhaus betr√§gt der maximal zul√§ssige n50-Wert 0,6 h-1.

Anhand der durch das Blower-Door-Testverfahren festgestellten Luftwechselrate kann festgestellt werden, wie oft innerhalb einer Stunde das Luftvolumen des Hauses ausgetauscht wird. Die festgelegten Grenzwerte betragen bei

  • H√§usern ohne L√ľftungsanlage 3,0 (= 3x pro Stunde),
  • H√§usern mit L√ľftungsanlage 1,5 und
  • Passivh√§usern 0,6.

F√ľr ein typisches Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfl√§che musst du f√ľr den Test zur Lokalisierung von Undichtigkeiten um die 300 Euro bezahlen. Ausf√ľhrlicher sind Messprotokolle von Energieberatern. Diese erstellen auch eine Fotodokumentation. Zudem erh√§ltst du ein Pr√ľf-Zertifikat. Das Ganze kostet dich dann bis zu 500 Euro. Wenn du dein Bauvorhaben vom Staat f√∂rdern l√§sst, kannst du √ľber das KfW-Programms 431 ‚Äď Baubegleitung durch einen Energieberater ‚Äď bis zu 50 Prozent der Kosten, maximal 4.000 Euro, als Zuschuss erhalten. Beachte hierbei, dass du einen Antrag daf√ľr noch bis zum 30. Juni 2021 stellen kannst. Ab dem 1. Juli 2021 greift dann bei der KfW die neue Bundesf√∂rderung f√ľr effiziente Geb√§ude (BEG).

Heizung und Warmwasser

Im Winter ist die W√§rmeversorgung ausschlie√ülich √ľber die L√ľftungsanlage mit W√§rmer√ľckgewinnung in der Regel nicht ausreichend. Die g√§ngigste L√∂sung dieses Problems ist eine Kombination aus L√ľftungsanlage und kleiner Luft-Luft-W√§rmepumpe. Weil in diesem Fall ausschlie√ülich Luft als W√§rmetr√§germedium eingesetzt wird, sind im Haus keine zus√§tzlichen Rohre notwendig. Solche W√§rmepumpen-Kompaktger√§te √ľbernehmen L√ľftung, Heizung und Warmwasserbereitung. Selbst das K√ľhlen der R√§ume im Sommer ist mit der W√§rmepumpe m√∂glich. Oft ist noch eine Elektrozusatzheizung integriert, um auch an den wenigen kalten Wintertagen im Jahr warme R√§ume zu gew√§hrleisten. Ist ein Gasanschluss vorhanden, kann auch ein kleine Gasbrennwerttherme eingebaut werden. F√ľr die Trinkwassererw√§rmung bietet sich unterst√ľtzend nat√ľrlich eine Solarthermieanlage an. Ein Pufferspeicher nimmt die W√§rme der verschiedenen W√§rmelieferanten auf. Bei Bedarf kann sie dann √ľber Heizkreise oder die L√ľftungsanlage an die R√§ume abgegeben werden.

Eine Warmwasser-W√§rmepumpe eignet sich ebenfalls sehr gut f√ľr den Einsatz im Passivhaus. Sie wurde speziell zum Erw√§rmen von Trinkwasser entwickelt. Die erforderliche Energie bezieht sie kostenlos aus der Raum- oder aus der Au√üenluft. Besonders effizient ist es, eine Warmwasser-W√§rmepumpe mit der Abluftanlage zu kombinieren. Die hohen Temperaturen sorgen f√ľr einen niedrigen Temperaturhub (Temperaturdifferenz zwischen W√§rmequelle und Vorlauftemperatur des Heizwassers) und somit f√ľr einem geringeren Strombedarf. In der Warmwasser-W√§rmepumpe ist ein Speicher integriert. Wobei das Trinkwasser nicht auf einmal erw√§rmt wird, sondern nach und nach. Die Ausf√ľhrungen f√ľr den Warmwasserbedarf eines 4-Personen-Haushalts in einem Einfamilienhaus sind mit einem integrierten Brauchwasserspeicher von 200 Litern bis 300 Litern ausgestattet. Um auch einen tempor√§r h√∂heren Warmwasserbedarf abdecken zu k√∂nnen, verf√ľgt das Ger√§t zum Aufheizen √ľber einen elektrischen Heizstab, der auch genutzt werden kann, um das Wasser einmal die Woche auf Temperaturen von 60 Grad Celsius zu bringen, um so vor Legionellenbildung zu sch√ľtzen.

Selbstverst√§ndlich kommt auch hier der D√§mmung eine bedeutende Rolle zu. So m√ľssen die W√§rmeverluste, die bei der Warmwasserbereitung, der Speicherung und Verteilung normalerweise entstehen, durch eine gute und vollst√§ndige W√§rmed√§mmung der Warmwasser- und Zirkulationsleitungen auf ein Minimum reduziert werden.

Heizungsalternativen

Wenn du in deinem Passivhaus kein Kompaktger√§t zur Deckung der Heizw√§rme einbauen m√∂chtest, kannst du selbstverst√§ndlich auch auf konventionelle Heizsysteme zur√ľckgreifen. Grunds√§tzlich sind alle W√§rmerzeuger dazu geeignet: Gas-Brennwertheizung, W√§rmepumpen mit den W√§rmequellen Erdreich, Grundwasser und Luft sowie Pelletheizungen. Bedingt durch die niedrige Heizlast in einem Passivhaus kann der zus√§tzliche W√§rmeerzeuger hinsichtlich der Heizleistung sehr klein ausfallen. Um sicherzustellen, dass die Heizung dann auch zum Passivhausstandard passt, ist eine detaillierte Heizlastberechnung Grundvoraussetzung. Weil das Passivhauskonzept entworfen wurde, um das komfortable Wohnen ohne Aussto√ü von CO2 und anderen klimasch√§dlichen Emissionen zu erm√∂glichen, stellt sich zumindest bei Gas die Frage, inwieweit der Einsatz hier sinnvoll ist. Biomasseheizungen wie Holzpellets heizen zwar CO2-neutral, allerdings wird zur Brennstofflagerung ein eigener Raum ben√∂tigt. So geht Platz verloren, der als Wohnraum genutzt werden k√∂nnte.

Alternativen zum Kompaktger√§t und zur Deckung des geringen und nur gelegentlich erforderlichen Heizw√§rmebedarfs w√§ren beispielsweise Pellet-Einzel√∂fen. Auch transportable mit Fl√ľssiggas aus Flaschen betriebene katalytische Gas√∂fen sind denkbar. Da diese mobilen Kompaktger√§te jedoch kein entsprechendes Abgassystem besitzen, ist darauf zu achten, dass der jeweilige Aufstellraum √ľber eine ausreichende Be- und Entl√ľftung verf√ľgt. Zudem solltest du bei Einsatz solcher Heizger√§te das √úberhitzen der R√§ume vermeiden.

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Welche Passivhaus-Varianten gibt es?

Passivh√§user gibt es in Massiv- und in Leichtbauweise. Selbstverst√§ndlich sind auch Mischbauweisen m√∂glich. Bei der Massivbauweise werden Materialien wie Beton oder Stein verbaut. F√ľr die Au√üenw√§nde werden meist Mauerziegel verwendet, weil diese sehr w√§rmed√§mmend und energieeffizient sind. Es werden auch Hochlochziegel angeboten, die im Gegensatz zu verf√ľllten Mauersteinen ohne zus√§tzliche D√§mmung oder F√ľllung auskommen und den Passivhausstandard gew√§hrleisten. Bei dieser Bauweise ist es relativ einfach, eine luftdichte Geb√§udeh√ľlle zu erreichen. Zudem sind Baumaterialien wie Ziegel, Kalksandstein oder Beton stabiler und belastbarer als Holz. Auch in puncto Schallschutz sind Massivh√§user besser. Hinsichtlich Baukosten, Arbeits- und Zeitaufwand sowie Nachhaltigkeit sind sie jedoch klar unterlegen.

F√ľr die Leichtbauweise wird √ľblicherweise Holz verwendet: Holzrahmen- oder Holztafelh√§user. Steht die tragende Holzkonstruktion, f√ľllt man die Zwischenr√§ume mit D√§mmstoffen. Die Verkleidung besteht aus Holzwerkstoffen oder Gipskarton.

Aufgrund seines geringeren Gewichtes belastet ein Holzhaus das Fundament wesentlich weniger als ein Massivhaus. Auch die Anforderungen an die Tragf√§higkeit des Bodens fallen g√ľnstiger aus. Mit Holz entscheidest du dich f√ľr einen nachwachsenden und nat√ľrlichen Baustoff. Au√üerdem wird w√§hrend des Baus wesentlich weniger Energie eingesetzt. Somit ist die √Ėkobilanz besser als bei der Massivhausbauweise. Ein weiterer Vorteil von Holz als Baumaterial ist, dass kaum W√§rmebr√ľcken entstehen. Die Energieeffizienz l√§sst sich durch zus√§tzliche D√§mmschichten an den Innen- und Au√üenw√§nden nochmals steigern. Durch diese Ma√ünahme l√§sst sich bei √§hnlicher Wanddicke im Vergleich zum Massivhaus der W√§rmebedarf st√§rker senken. Bekanntlich "arbeitet" Holz,das hei√üt, dass es gerade bei einem Temperaturwechsel dazu neigt, sich auszudehnen oder zusammenzuziehen. Dadurch kann es zu Luftundichtigkeiten in der Geb√§udeh√ľlle kommen. Weil der Schallschutz von Holz niedriger ist als bei Ziegeln oder anderen festen Baustoffen, ist au√üen eine zus√§tzliche D√§mmschicht erforderlich.

Au√üenw√§nde aus Holz, die dem Wetter ausgesetzt sind, m√ľssen in regelm√§√üigen Abst√§nden neu lasiert oder mit einem entsprechenden Witterungsschutz versehen werden. Ein gro√üer Vorteil der Holzbauweise ist die kurze Bauzeit, die aus dem Einsatz vorgefertigter Bauteile resultiert. Die f√ľr massive Neubauten √ľbliche Trockenphase entf√§llt.

Laut einer Studie, die das ILS NRW (Institut f√ľr Landes- und Stadtentwicklungsforschung) vor einigen Jahren ver√∂ffentlicht hat, kosten Passivh√§user aus Holz etwa 30 Euro pro Quadratmeter Wohnfl√§che mehr als Passivh√§user in Massivbauweise.

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Werde aktiv und baue dein eigenes Passivhaus

Ein Passivhaus kostet mehr als ein konventionell gebautes, das man vielleicht sogar gemeinsam mit Freunden und Verwandten selbst bauen kann. Die Mehrkosten entstehen, weil es ratsam ist, Planung und Ausf√ľhrung in die H√§nde eines Fachmanns zu geben und aufgrund der verwendeten Materialien und Systeme, denn diese m√ľssen hochwertig, m√∂glichst nachhaltig und langlebig sein. Daf√ľr sparst du dann bei den Betriebskosten, denn diese sind wesentlich geringer.

Schritt f√ľr Schritt zum Passivhaus

  • Solltest du noch kein Grundst√ľck haben, achte beim Kauf darauf, dass es m√∂glichst viel Sonne abbekommt.
  • Pr√ľfe, ob aktuell oder in Zukunft hohe Geb√§ude oder B√§ume gro√üe Schatten auf dein Haus werfen.
  • Beziehe von Anfang an einen Energieberater in die Planung und Umsetzung ein.
  • Entscheide dich f√ľr den h√∂chstm√∂glichen Effizienzstandard.
  • Achte auf eine kompakte Geb√§udegestaltung: Erker, Dachgauben oder Wandvorspr√ľnge sollten tabu sein, den je kleiner die Au√üenfl√§che, desto geringer die Energieverluste.
  • Spare nicht bei der D√§mmung. Hier bringt mehr auch mehr. 25 bis 30 Zentimeter Dicke bei W√§nden und 45 Zentimeter beim Dach sind gute Richtwerte.
  • Dreifach-Verglasung bei den Fenstern ist ein Muss.
  • Nutze Solarenergie passiv. Plane daf√ľr gro√üfl√§chige S√ľdfenster f√ľr die passive Nutzung der Solarenergie ein.
  • Lass das Geb√§ude durch das Blower-Door-Messverfahren auf Luftdichtheit pr√ľfen. Wir empfehlen dies vor dem Innenausbau und nach Fertigstellung.
  • Eine L√ľftungsanlage mit W√§rmer√ľckgewinnung ist Pflicht. √úberlege, ob du nicht gleich ein W√§rmepumpen-Kompaktger√§t f√ľr L√ľftung, Heizung und Warmwasserbereitung einbauen l√§sst.
  • Verzichte auf eine Klimaanlage. Nutze stattdessen einen Sonnenschutz und plane daf√ľr einen passenden Dach√ľberstand und au√üenliegende Rolll√§den ein.
  • Nutze so viel erneuerbare Energien wie m√∂glich: Solarw√§rme- und Solarstromanlage, W√§rmepumpe.
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Was kostet ein Passivhaus?

Da jedes Haus individuell zu betrachten ist, f√§llt es schwer, ganz konkrete Zahlen zu nennen. Es gibt jedoch Richtwerte. Die meisten Sch√§tzungen gehen von bis zu 15 Prozent h√∂heren Kosten aus. Man findet jedoch auch Angaben, die von bis zu 25 Prozent ausgehen. Wenn beispielsweise ein nach aktuellem GEG gebautes Einfamilienhaus 200.000 Euro kostet, m√ľsstest du f√ľr das im Passivhausstandard errichtete Haus etwa 230.000 Euro bezahlen. Grunds√§tzlich ist bei den im Internet genannten Baukosten zu ber√ľcksichtigen, dass sie nicht immer aktuell sind und die Baupreise in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen sind. So sind die Baukosten f√ľr konventionelle Wohngeb√§ude allein in den vergangenen f√ľnf Jahren (Stand Juni 2020) um 18,9 Prozent gestiegen.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sind die Neubaupreise konventionell gefertigter Wohngeb√§ude im November 2020 um 0,1 Prozent gegen√ľber November 2019 gesunken. Das ist vor allem auf die f√ľr die Zeit vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung zur√ľckzuf√ľhren. Verglichen mit dem Monat August 2020 sind die Baupreise im November 2020 allerdings wieder um 0,4 Prozent gestiegen.

Soll ein Altbau im Rahmen einer Modernisierung in ein Passivhaus umgebaut werden, ist es noch schwieriger, Kostenangaben zu machen, da diese von den individuellen baulichen Gegebenheiten vor Ort und dem entsprechenden Aufwand abh√§ngen. Bei einem unged√§mmten Einfamilienhaus aus dem Jahr 1960 mit 175 Quadratmetern Wohnfl√§che beispielsweise k√∂nnen durchaus Kosten von rund 62.000 Euro entstehen. Dies w√§ren etwa 44 Prozent mehr, als eine Modernisierung nach GEG kosten w√ľrde.

Förderung von Passivhäusern

Oft lassen sich Bauherren oder Modernisierer von den Mehrkosten abschrecken. Doch das ist unn√∂tig. Bund und L√§nder f√∂rdern das energieeffiziente Bauen mit Zusch√ľssen und g√ľnstigen Krediten. Diese sind in der Regel ausreichend, um einen Teil der Mehrkosten aufzufangen.

KfW Programm 153 ‚Äď Energieeffizient Bauen

Wenn dein Haus den Standard eines KfW-Effizienzhauses oder eines vergleichbaren Passivhauses erreicht, kannst du dieses Kreditprogramm der Kreditanstalt f√ľr Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nehmen. Ein Passivhaus l√§sst sich in etwa dem KfW-40-Hausstandard zuordnen. Gef√∂rdert werden bei Neubauten die Bau- und Baunebenkosten (ohne die Kosten f√ľr das Grundst√ľck), die Kosten f√ľr Beratung, Planung und Baubegleitung. Den F√∂rderkredit gibt es ab 0,75 Prozent Sollzins pro Jahr. F√ľr das KfW-Effizienzhaus 40 betr√§gt der Tilgungszuschuss 20 Prozent von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag bzw. bis zu 24.000 Euro je Wohneinheit. Ab 1. Juli 2021 kannst du die neuen F√∂rderkredite und Zusch√ľsse der Bundesf√∂rderung f√ľr effiziente Geb√§ude (BEG) beantragen. Hinsichtlich der hier genannten Konditionen wird sich allerdings nichts √§ndern.

KfW Programm 151, 152 ‚Äď Energieeffizient Sanieren

Auch f√ľr die Sanierung von Bestandsgeb√§uden zum Passivhaus gibt es Geld von der KfW. Dazu kannst du das Programm ‚ÄěEnergieeffizient Sanieren" beanspruchen. Den F√∂rderkredit gibt es ebenfalls ab 0,75 Prozent. Es ist ein Tilgungszuschuss bis zu 48.000 Euro m√∂glich. Bis zu 120.000 Euro f√ľr die Sanierung (KfW-Effizienzhaus) oder 50.000 Euro f√ľr Einzelma√ünahmen werden angeboten.

Als Alternative bietet die KfW noch den Energieeffizient Sanieren ‚Äď Investitionszuschuss an. Hier gibt es f√ľr die Sanierung zum KfW-Effizienzhausbis zu 48.000 Euro. Wenn du ein saniertes Haus kaufst, kannst du diese F√∂rderung ebenfalls wahrnehmen. Auch hier ersetzt die neue Bundesf√∂rderung f√ľr effiziente Geb√§ude die bisherige F√∂rderung. Sie startet bei der KfW ebenfalls im Juli 2021. Beachte die ab dann g√ľltigen Konditionen und F√∂rderbedingungen.

Wissenswertes

Hinweis: Um Geld zu erhalten, muss bei den genannten F√∂rderprogrammen immer ein Energieexperte als Baubegleiter hinzugezogen werden. Dieser stellt sicher, dass durch die Bauausf√ľhrung auch die gesteckten Ziele erreicht werden. Die KfW √ľbernimmt 50 Prozent der Kosten (bis zu 4.000 Euro). Es d√ľrfen dann allerdings nur Experten beauftragt werden, die bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) als zugelassene Sachverst√§ndige f√ľr F√∂rderprogramme des Bundes gelistet sind. Den passenden Link mit Suchfunktion f√ľr Experten ganz in deiner N√§he findest du online in den jeweiligen F√∂rderprogrammen unter Konditionen.

Tipp: Auch einige Bundesl√§nder f√∂rdern, wenn nicht immer explizit das Passivhaus, so oftmals zumindest einzelne Sanierungsma√ünahmen wie D√§mmung oder Fensteraustausch. √úber den F√∂rdermittelCheck kannst du schnell die passenden F√∂rderprogramme der Kommune, des Landes und des Bundes finden. Ebenfalls sehr hilfreich ist der Sanierungsrechner. Mithilfe des Rechners kannst du grob absch√§tzen, von welchen Kosten du ausgehen musst.

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Das Passivhaus als Fertighaus: Lohnt sich das?

Ja! Moderne Fertigh√§user stehen hinsichtlich ihrer Qualit√§t gegen√ľber H√§usern in Massivbauweise in nichts nach. Das betrifft nat√ľrlich auch die W√§rme- und Feuchtigkeitsd√§mmung. Die Integration eines L√ľftungssystems wird ebenfalls sehr gut umgesetzt. Der Einsatz von Photovoltaik, Solarthermie und W√§rmepumpe ist heute Standard. Da die bereits im Werk vorgefertigten Bauteile erst auf der Baustelle zusammengesetzt werden, ist es sogar einfacher, die geforderte W√§rmed√§mmung und Luftdichtigkeit umzusetzen. Vorteil des Fertighauses ist, dass es bereits nach wenigen Tagen bezugsfertig ist.

Zudem ist das Passivhaus als Fertighaus ein gutes St√ľck g√ľnstiger als ein Massivhaus. Somit lassen sich die Mehrkosten, die der Bau eines Passivhauses zwangsl√§ufig mit sich bringt, etwas abmildern. Alle namhaften Fertighaushersteller haben ein vielf√§ltiges Sortiment an Passivh√§usern im Angebot oder bieten zus√§tzlich an, die Standardversion als solche umzusetzen. Neben den schl√ľsselfertigen Passivh√§usern gibt es meist auch jeweils eine Ausbauvariante. Hier kannst du dann durch Eigenleistung ordentlich Geld sparen. Genaue Kostenangaben sind wie immer schwierig. Aber es gibt bereits kleine energieeffiziente Fertigh√§user mit nur einem Geschoss und unter 100 Quadratmetern Wohnfl√§che ab rund 140.000 Euro. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Generell l√§sst sich sagen, dass die meisten Fertighausanbieter eigentlich alle KfW-Effizienzklassen anbieten. Es lohnt sich daher, im Internet auf den Seiten der Anbieter nachzuschauen, um dann ein unverbindliches Angebot einzuholen.

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Mehrfamilienhäuser im Passivhausstandard

Das gibt es nat√ľrlich auch. Allerdings wurden noch nicht allzu viele Projekte umgesetzt. Obwohl grunds√§tzlich nichts dagegen spricht, sind hier Erfahrung und Kreativit√§t von Architekten und Fachplanern ganz besonders gefordert. In Nordrhein-Westfalen wurde im Juni 2008 mit der Sanierung eines Mehrfamilienhauses mit 20 Wohnungen und einer Wohnfl√§che von 1.950 Quadratmetern begonnen, die im Juni 2009 abgeschlossen war. Es sollen so gut wie keine Kosten f√ľr Heizung und Warmwasser entstehen. Neben einer 30 Zentimeter dicken D√§mmung der Au√üenfassade und dem Einbau dreifach verglaster Fenster wurden unter anderem eine Solarthermieanlage mit 60 Quadratmetern Fl√§che kombiniert mit einer Sole-Wasser-W√§rmepumpe und Erdreichregeneration, eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 20 Kilowatt Peak sowie dezentrale L√ľftungsanlagen mit 90-prozentiger W√§rmer√ľckgewinnung verbaut. Die W√§rmepumpe dient zudem im Sommer zur K√ľhlung der R√§ume. Die Baukosten betrugen 1.417 Euro pro Quadratmeter, also rund 2,8 Millionen Euro.

Vorteile eines Passivhaus im √úberblick

  • nahezu keine Heizkosten
  • sehr niedrige Betriebskosten
  • 4.000 Kilogramm weniger CO2-Aussto√ü pro Jahr
  • sehr gro√üe Unabh√§ngigkeit von Energiepreiserh√∂hungen
  • l√§ngere Haltbarkeit der Bauteile durch Schutz vor Feuchtigkeit und Schimmel
  • gefilterte Frischluft; gut f√ľr Allergiker
  • verbesserter Schallschutz
  • wartungsarme und kaum st√∂rungsanf√§llige Technik
  • keine kalten W√§nde, keine Zugluft
  • helle R√§ume
  • ganzj√§hrig gleichbleibende Raumtemperaturen von etwa 20 bis 22 Grad Celsius in allen Wohnr√§umen

Nachteile eines Passivhaus im √úberblick

  • vergleichsweise h√∂here Investitionskosten
  • aufwendige Regulierung der Warmluftstr√∂me f√ľr einzelne R√§ume
  • im Winter niedrige relative Luftfeuchte
  • regelm√§√üige Wartung der L√ľftungsanlage und L√ľftungskan√§le zwingend erforderlich
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Energieeffizienz von Passivhäusern

Eine Studie des Passivhaus Instituts Darmstadt unter Mitwirkung des Instituts f√ľr Konstruktion und Materialwissenschaften der Universit√§t Innsbruck kam 2015 zu dem Schluss, dass Passivh√§user gegen√ľber Altbauten etwa 90 Prozent und im Vergleich zu gem√§√ü gesetzlicher Vorschriften gebauter Neubauten nachweis- und reproduzierbar im Schnitt 80 Prozent weniger Heizenergie ben√∂tigen. Dies belegten die Messergebnisse der √ľber 1.800 Wohnungen im Passivhaus-Neubau sowie der rund 170 Wohnungen in mit Passivhaus-Komponenten sanierten H√§usern.

Entsprechend hoch ist damit auch das Einsparungspotenzial an CO2 und anderen umwelt- und klimasch√§dlichen Emissionen. Ein Passivhaus produziert bis zu 4.000 Kilogramm CO2-Aussto√ü pro Jahr weniger als konventionelle H√§user. Aufgrund des niedrigen W√§rmebedarfs sinkt auch der Einsatz fossiler Brennstoffe um 90 bzw. 80 Prozent. Wenngleich Passivh√§user zweifelsfrei energieeffizient und auch aus wirtschaftlicher Sicht durchaus empfehlenswert sind, sollte beim Einsatz der gew√§hlten Baustoffe darauf geachtet werden, dass es sich dabei m√∂glichst um nachwachsende Rohstoffe handelt, die zudem schadstoffgepr√ľft und recyclebar sind. Eine emissionsarme Fertigung dieser Baustoffe w√§re ideal. Gerade bei den D√§mmstoffen wird gerne auf Materialien aus Kunststoff zur√ľckgegriffen, weil diese sehr g√ľnstig sind.

Geringer Stromverbrauch ist ein Muss

Aber nicht nur der extrem niedrige Heizenergiebedarf ist von Bedeutung. Auch der Stromverbrauch der Elektroger√§te und Leuchtmittel, die im Passivhaus verwendet werden, m√ľssen bei der Energiebilanz Ber√ľcksichtigung finden. In Passivh√§usern sind daher energieeffiziente LED-Lampen eigentlich Pflicht sowie hocheffiziente Elektroger√§te. Ob Waschmaschine, W√§schetrockner, Geschirrsp√ľler, K√ľhl- und Gefrierschrank oder Fernseher: Sie sollten daher alle m√∂glichst √ľber eine gute Kennzeichnung entsprechend dem neuen EU-Energielabel vom M√§rz 2021 verf√ľgen. Energieeffiziente Kommunikationstechnik sollte auch selbstverst√§ndlich sein. Dadurch wird der Stromverbrauch niedrig gehalten und der f√ľr den Passivhaus-Standard erforderliche Prim√§renergiebedarf von unter 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr gew√§hrleistet. Nat√ľrlich kann man in der Regel nicht alle Ger√§te auf einmal austauschen. Steht aber ein Neukauf an, sollte die Energieeffizienz ein kaufentscheidendes Kriterium sein. Um den Stromverbrauch m√∂glichst niedrig zu halten, sollte ebenfalls nur sehr effiziente Geb√§udetechnik ‚Äď Ventilatoren, Pumpen, Steuerung ‚Äď verbaut werden.

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Wie steht es um die Lebensdauer eines Passivhauses?

Grunds√§tzlich gilt, dass H√§user, die mit hochwertigen Materialien und Komponenten gebaut wurden, deren Technik regelm√§√üig gewartet wurde und bei denen auch nicht mit der sachgem√§√üen Pflege der Au√üen- und Innenbauteile gespart wurde, eine relativ hohe Lebenserwartung haben. Je nachdem, wie sie gebaut wurden, liegt die Lebensdauer von Massivh√§usern zwischen 100 und 120 Jahren, die von Fertigh√§usern bei etwa 90 Jahren. Dies sind nat√ľrlich nur Richtwerte. Passivh√§user werden erst seit rund 30 Jahren gebaut. Es gibt somit auch keine Vergleichswerte. Aufgrund der technischen Ausstattung, insbesondere der L√ľftungsanlage, die die Schimmelbildung verhindert, sch√ľtzt sie die Bausubstanz. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Lebensdauer von Passivh√§usern gr√∂√üer ist als die von konventionell gebauten H√§usern, ist somit relativ hoch.

Wann muss renoviert werden?

Auch ein Passivhaus ist Wind und Wetter ausgesetzt und muss entsprechend wie jedes andere Haus in bestimmten zeitlichen Abständen an der einen oder anderen Stelle renoviert werden.

Fassade

Hier sollte etwa nach 20 Jahren etwas getan werden. Häuser aus Holz hingegen benötigen schon oft nach nur wenigen Jahren einen neuen Anstrich.

Fenster und T√ľren

Nach 40 Jahren d√ľrfte ein Austausch oder eine Renovierung anstehen.

Dach

Je nach Bauweise und Belastung sollte ein Dach sp√§testens nach 50 Jahren saniert werden. Es sollte jedoch einmal im Jahr auf Dichtheit gepr√ľft werden.

Wärmeverbundsysteme

Laut einer Langzeituntersuchung durch das Fraunhofer-Institut f√ľr Bauphysik (Fraunhofer IBP) h√§lt die Fassadend√§mmung 40 bis 60 Jahre.

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Gibt es gesetzliche Vorschriften zu beachten?

Eigentlich nicht, denn der Begriff Passivhaus ist nicht gesch√ľtzt. Allerdings wird weltweit nach den Vorgaben des Passivhaus Instituts (PHI) gebaut und diese sind √ľberall auch als Passivhausstandard akzeptiert. Relevant sind diese Standards sp√§testens dann f√ľr dich, wenn du eine F√∂rderung beantragst. Erf√ľllt sie dein Haus nicht, gibt es auch kein Geld. Eine pr√ľfende Instanz f√ľr die Einhaltung der Normen gibt es jedoch nicht. Trotzdem sind nat√ľrlich baurechtliche Vorschriften, Baurichtlinien und Baubestimmungen zu beachten. Bei der Konstruktion des neuen Hauses ist die jeweils g√ľltige Landesbauordnung zu ber√ľcksichtigen. In der Bauordnung des Bundeslandes, in dem du wohnst, steht beispielsweise, wie dein Haus korrekt auszuf√ľhren ist, damit m√∂gliche Gefahren oder Verunstaltungen des Stadtbildes vermieden werden. Unabh√§ngig davon, ob alle Vorgaben der baurechtlichen Vorschriften und Bestimmungen erf√ľllt werden, brauchst du in der Regel noch eine Baugenehmigung. Diese bekommst du von der zust√§ndigen Bauaufsichtsbeh√∂rde oder dem Bauamt. Ist die Baugenehmigung erteilt, steht dem Bau deines Passivhauses nichts mehr im Wege.

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Was bringt die Zukunft?

Eigentlich kann man von einem modernen und nachhaltigen Bau- und Wohnkonzept kaum mehr erwarten. Wenn du dich f√ľr den Passivhausstandard entscheidest, tust du sehr viel f√ľr den Klimaschutz. Schlie√ülich geht der Aussto√ü sch√§dlicher Emissionen gegen null. Au√üerdem sorgst du mit daf√ľr, dass Ressourcen wie √Ėl und Gas nicht unwiederbringlich verbrannt werden, sondern einer besseren Nutzung zur Verf√ľgung stehen; beispielsweise zur Produktion von Medikamenten. Ferner erlebst du eine neue Art des Wohnens und der Behaglichkeit. Das ist gut f√ľr dein inneres Klima und das deiner Familie. Aber mehr noch, auch unter bau√§sthetischen Aspekten setzt du ein Zeichen und kannst dich vom Einfamilienhauseinerlei absetzen. Denn entscheidest du dich beispielsweise f√ľr gro√üe Fensterfl√§chen, die bis zum Boden gehen, wird dein Haus zum echten Hingucker.

Eigentlich ist es erstaunlich, dass trotz der vielen Vorteile aktuell so wenige Passivh√§user errichtet werden. Ber√ľcksichtigt man, dass in Deutschland 2019 gerade einmal 94 Passivh√§user gebaut wurden, ist zu vermuten, dass der heutige Stand der Technik noch f√ľr l√§ngere Zeit Bestand haben wird. Allerdings kommen alle Verbesserungen in der Geb√§udetechnik ‚Äď Effizienz L√ľftungsanlagen, W√§rmepumpe, Photovoltaikanlagen etc. ‚Äď auch dem Passivhausstandard zugute. Gleiches gilt f√ľr Fenster und D√§mmmaterialien.

Sch√∂n, dass du diesen Guide gelesen hast. Wir hoffen, du hast viel Neues erfahren und wir konnten dir den Passivhausstandard n√§herbringen. Gerne kannst du dieses E-Book online mit Freunden und Bekannten teilen, die sich auch f√ľr intelligentes, zeitgem√§√ües Wohnen und Klimaschutz interessieren.

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