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Wallbox: Schnellladung möglich machen

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

16.03.2021

Letztes Update

10.06.2022

Geht das auch in schnell? Die Wallbox mit Schnellladung für Zuhause

Laut Statista existieren rund 22.000 Ladestationen in ganz Deutschland. Zwei Drittel an öffentlich zugänglichen Ladestationen ermöglichen beschleunigtes Laden der E-Fahrzeuge. Ist die Wallbox mit Schnellladung auch Zuhause realisierbar?

Inhalt de Blogartikels

Schnell oder normal? Die beiden Varianten des Ladens

Wer beim Autofahren mit einem Elektroauto auf Umweltschutz und die Technologie der Zukunft setzt, der weiß auch, dass er seinen „Fahrzeug-"Alltag nicht mehr weiterführen kann wie bisher: Einsteigen, losfahren und einmal pro Woche zur Tankstelle und in 10 Minuten volltanken.

Der Motor eines Elektrofahrzeugs erhält seinen Strom aus einer Batterie, die regelmäßig aufgeladen werden muss. Das ist manchmal gar nicht so einfach: E-Autos stehen bei Vorhandensein einer eigenen Wallbox oder an öffentlichen Normal-Ladesäulen beim Normalladen zwischen 4 und 8 Stunden, bis es weitergehen kann. Hierbei liegt eine Ladeleistung sowohl bei Wallbox als auch Elektrofahrzeug von 11 Kilowatt vor.

Schnelleres Aufladen bieten öffentliche DC-Ladesäulen an beispielsweise Autobahnraststätten oder Kundenparkplätzen, mit denen du dein Auto deutlich schneller zur Weiterfahrt bekommst. Die Ladesäulen verfügen über eine Ladeleistung von 100 Kilowatt. Nach 30 Minuten kannst du daher schon weiterfahren, während die „normalen“ Ladestationen mehrere Stunden brauchen, um dein Auto aufzuladen. Doch gerade in ländlichen Regionen ist eine öffentlich zugängliche Ladestation nicht immer in Reichweite. Inwiefern ermöglicht also die eigene Wallbox eine Schnellladung?

 

AC-Anschluss und DC-Anschluss: Was ist der Unterschied?

Normale Ladestationen und auch die meisten Wallboxen für die Garage haben einen Wechselstromanschluss, der auch AC-Anschluss (nach dem englischen Wort für Wechselstrom, „Alternating Current“) genannt wird.

Da dein Elektroauto aber mit Gleichstrom fährt, muss der Wechselstrom aus der Haushaltssteckdose erst umgewandelt werden – und das nimmt Zeit in Anspruch. Die Schnellladestationen mit dem DC-Anschluss (englisch für „Direct Current“) arbeiten unmittelbar mit Gleichstrom, so dass diese Umwandlungszeit wegfällt. Dein Auto ist schneller wieder startklar.

Besonders für Langstreckenfahrer ist das natürlich ein enormer Vorteil: Mit einem Elektroauto, das mit voller Batterie 200 bis 300 Kilometer schafft, machst du einfach alle zwei Stunden eine Pause, lässt dein Auto 30 Minuten lang aufladen, trinkst in der Zwischenzeit einen Kaffee und fährst dann entspannt weiter. Da auf langen Strecken empfohlen wird, alle zwei Stunden einmal anzuhalten und sich vom anstrengenden Fahren auszuruhen, kommt die Ladepause gelegen.

 

Welche Faktoren ermöglichen eine Schnellladung mit Wallbox?

Eine Wallbox-Schnellladung wäre auch für Zuhause ideal. Tatsächlich sind bereits DC-Ladestationen für Zuhause auf dem Markt. Allerdings solltest du aufpassen, da diese Schnelllade-Wallboxen nicht für jedes Auto geeignet sind.

Auf diese Faktoren solltest du achten:

  1. Welche Ladeleistung hat mein Auto?
  2. Welchen Steckertyp hat mein Auto?
  3. Habe ich genug Platz?
  4. Lohnt sich das finanziell?

Zur Ladeleistung des E-Autos

Nicht jedes E-Auto ist für eine Schnellladung ausgelegt. Hierbei liegen Hybridwagen ganz vorn. Wenn wir über die Ladekapazität der Batterie sprechen, geht es um die Höhe: Mindestens 22 bis 24 Kilowatt (kW) muss dein Elektroauto aufweisen, um an einer Schnellladestation auch wirklich in kurzer Zeit aufgetankt werden zu können. Darunter liegende Ladeleistungen gehören in den AC-Bereich der Wallboxen.

Um die Lebensdauer der Batterie nicht negativ zu beeinflussen, ist das Lademanagement der Batterie von großer Bedeutung. Hierbei sollte sich die Temperatur der Batterie beim Laden immer im Wohlfühlbereich bewegen. Daher empfehlen Hersteller eine Schnellladung für bis zu 80 Prozent.

Die Steckertypen beeinflussen schnelles Laden

Für die Gleichstromladung gibt es derzeit drei mögliche Steckerarten auf dem Markt: den sogenannten Typ-2-Stecker (AC), der 2013 in Europa als Standard-Stecker genormt wurde, und der japanische CHAdeMO-Stecker (DC) oder CSS-Combo-2-Stecker (DC).

Wenn du dich für eine Schnellladestation für Zuhause entscheidest, solltest du unbedingt darauf achten, ob sie zu dem Ladekabel deines E-Autos passt. Manche Ladestationen sind auch für beide Arten ausgelegt, aber nicht alle.

Wallbox mit Schnellladung benötigt mehr Platz im Haus

Wallboxen gibt es in den unterschiedlichen Ausführungen: Von frei stehenden Standsäulen bis zu unauffälligen Ladestationen in Telefongröße umfasst das Angebot der unterschiedlichen Hersteller eine Menge Möglichkeiten in der Größe der Wallbox.

Bei einer Schnellladestation ist es für dich wichtig zu wissen, dass diese mehr Platz einnehmen als AC-Wallboxen. Das liegt daran, dass die benötigte Ladeelektronik im Ladegerät enthalten ist und die Wallbox dadurch größer ist. Zudem kann es sein, dass du einen Transformator und einen Gleichrichter brauchst, die den Wechselstrom des Stromnetzes zu Gleichstrom für dein Auto umwandeln.

Die Kosten der Wallbox mit möglicher Schnellladung

Dieser letzte Punkt betrifft besonders Privatpersonen, die über die Anschaffung einer DC-Schnellladewallbox nachdenken. Die schnellen Ladestationen für Zuhause kosten nämlich im günstigsten Fall knapp 13.000 Euro. Sie sind somit kostenintensiver als herkömmliche Wallboxen mit AC-Anschluss.

 

Ist die Wallbox für Schnellladung finanzierbar?

Die Anschaffung selbst ist also sehr teuer. Wenn dann zusätzlich größere Umbauarbeiten für die Installation des Starkstromanschlusses anfallen, können die Kosten weiter steigen.

Anders sieht es allerdings aus, wenn du entweder Gleichgesinnte in deiner Nachbarschaft findest, mit denen du dir die Schnellade-Wallbox gemeinsam anschaffen kannst, oder wenn du ein Unternehmen mit mehreren Fahrzeugen führst.

Zum Beispiel als Fahrschulinhaber sind die Vorteile einer eigenen Schnellladestation enorm, da dich die kurzen Ladezeiten nicht in deinem Betriebsalltag behindern. Für größere Unternehmen gibt es auch Schnellladestationen mit mehreren Anschlüssen, so dass zwei oder mehr Autos gleichzeitig ihre Batterie aufladen können.

Solche Modelle können auch für größere Mietshäuser eine gute Lösung sein. Das Teilen eines Ladepunkts beansprucht das Stromnetz nämlich weniger.

Es lohnt sich in jedem Fall, Fördermöglichkeiten und Finanzierungsoptionen im Blick zu haben.

 

Plan B: Kann man auch mit einer AC-Wallbox schnell laden?

Wenn du nun vielleicht durch den hohen Preis der DC-Wallbox ein wenig abgeschreckt bist, musst du aber dennoch nicht auf eine Schnellladung verzichten. Auch die Wallboxen, die mit Wechselstrom arbeiten, unterscheiden sich in ihrer Leistung, und das wirkt sich auf die Ladezeiten aus.

AC-Wallboxen mit einer mittleren bis hohen Ladeleistung zwischen 11 und 24 Kilowatt können dein E-Auto deutlich schneller wieder einsatzbereit machen als Wallboxen mit einer geringeren Leistung.

Auch in diesen Fällen solltest du überprüfen, ob dein Wagen mit der hohen Leistung der Ladestation mithält und ob du den passenden Stecker parat hast. Die kanadischen Typ-1-Stecker etwa sind auch für eine schnelle Ladung an einer normalen Wallbox nicht ausgelegt.

 

Zusammengefasst: Wann lohnt sich die Anschaffung einer Schnelllade-Wallbox?

Um dein Elektroauto auch in kürzester Zeit zu Hause aufladen zu können, sind drei Aspekte ausschlaggebend:

  • ein kompatibles Auto
  • Platz
  • Geld

Bei einer normalen Wallbox mit AC-Anschluss reicht es, wenn dein Auto mit einer Ladeleistung von mindestens 22 kW kompatibel ist. Diese Ladeleistung wird auch bei einer DC-Wallbox benötigt, sonst ist eine Schnellladung mit der Wallbox nicht möglich.

Dadurch, dass du nicht nur den Ladeanschluss, sondern auch einen Transformator benötigst, der den Wechselstrom aus der Haushaltssteckdose in Gleichstrom umwandelt, brauchst du zu Hause mehr Platz als für eine herkömmliche Wallbox, die du einfach nur an die Wand hängst.

Und zum dritten musst du mit hohen Anschaffungskosten ab 13.000 Euro rechnen, zu denen du die Genehmigung bei deinem Netzbetreiber und die Installationskosten dazu rechnen musst.

Nach dem aktuellen Stand sind Schnellladewallboxen besonders für größere Unternehmen mit mehreren Elektroautos von Vorteil. Die höheren Kosten der Anschaffung rentieren sich hier schneller durch den Zeitgewinn und der Unabhängigkeit von öffentlichen Ladepunkten, die bei der deutlich kürzeren Ladezeit entstehen.

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