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Wallbox installieren: So funktioniert es

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

17.02.2022

Letztes Update

24.02.2022

Möchtest du dein Elektroauto bequem von zu Hause aus aufladen, solltest du dir eine Wallbox installieren lassen. Dabei musst du aber einige Faktoren berücksichtigen.

Inhalt des Blogartikels

Die Ladestation für zu Hause: Eine zukunftsfähige Investition

Elektrofahrzeuge sind die Zukunft. Die deutsche Bundesregierung plant, dass die Anzahl der zugelassenen Elektroautos von rund 309.000 (Stand 01/2021) auf gut 7 bis 10 Millionen Exemplare bis zum Jahr 2030 anwachsen soll.

Damit wächst auch die Bedeutung von gut erreichbaren Ladestationen. Viele nutzen schon heute die Möglichkeit, den Ladevorgang bequem von zu Hause aus durchzuführen – mit der eigenen Wallbox. Aber wie funktioniert die Installation einer Ladestation?

 

Vor dem Kauf: Wallbox installieren leichter als gedacht?

Einfach die Wallbox an der Garagenwand installieren, Ladekabel rein und fertig? Ganz so einfach funktioniert es dann leider doch nicht. Schließlich ist diese spezielle Steckdose für das Laden von Elektrofahrzeugen ein Hochleistungsgerät, das Komfort und Sicherheit bietet.

Der besondere Ladepunkt ermöglicht es zum Beispiel, das Auto wesentlich schneller aufzuladen als mit einer normalen Haushaltssteckdose. Wenn du eine Ladestation mit einer starken Leistung von 11 oder 22 kW verwendest, verringert sich das Laden von insgesamt 17 Stunden auf nur 2 bis 3,5 Stunden.

Gleichzeitig verhindert die Ladesäule lebensgefährliche Situationen wie Stromschläge, Überhitzungen oder Kabelbrände. 

Hinweis: Als Laie solltest du niemals selbst die Installation der Wallbox durchführen, schon allein weil hier Starkstrom im Spiel ist. Ein Elektro-Fachmann ist in diesem Fall der richtige Ansprechpartner. Er haftet auch für den sachgemäßen Einbau und kümmert sich zudem um die Anmeldung beim Netzbetreiber.

Voraussetzungen für das Installieren der Wallbox: Mit der richtigen Planung

Möchtest du eine Wallbox installieren, dann solltest du einige wichtige Punkte berücksichtigen. Denn nicht jede Wallbox ist die richtige für dich und deine Bedürfnisse. Andernfalls besteht die Gefahr, dass du für dein Elektroauto die falsche Wallbox installieren lässt und Schwierigkeiten während des Ladevorgangs auftreten.

So haben Autos mit Elektroantrieb verschieden starke Batterien, wodurch sie unterschiedlich lang an einer Ladestation verbleiben müssen, um ihre maximale Kapazität zu erreichen. Zum Beispiel verfügt der Akku des Renault ZOE über 41 oder 52 kWh, während der des Tesla Model S auch mit satten 100 kWh verfügbar ist. Demnach kannst du individuell abwägen, über welche Leistungen dein Ladepunkt verfügen sollte, um dein Auto zeitnah mit Strom aufzuladen.

Ebenso wichtig ist es, dass du noch vor der Installation die Art des Ladesteckers deines Elektroautos überprüfst. In Europa haben sich grundsätzlich Stecker vom Typ-2 etabliert, während in Japan und den USA am ehesten Stecker vom Typ-1 zu finden sind. Daher sind auch einige ältere Elektrofahrzeuge hier in Deutschland mit einem solchen Anschluss ausgestattet. Zwischenzeitlich liefen sogar Autos mit einem Typ-3-Ladestecker vom Band. Allerdings haben sich diese langfristig nicht durchsetzen können.

Abschließend solltest du dir Gedanken darüber machen, ob deine Ladestation gewisse Extras bereithalten soll. So kannst du hochwertige Wallboxen beispielsweise vom Handy aus steuern und überwachen. Ein entsprechendes Modul für den WLAN-Empfang macht das möglich. Möchtest du deine Wallbox hingegen mit deinem Nachbarn teilen oder für ein Firmenfahrzeug installieren, dann empfiehlt sich ein Gerät mit integriertem Stromzähler oder einem Lesegerät für RFID-Ladekarten.

 

Beachte auch diese Punkte, bevor du deine Wallbox installieren lässt

Bei der Installation einer heimischen Ladestation ist die Anbringung eines Fehlerstromschutzschalters eine zwingend vorgeschriebene Voraussetzung. Er verhindert, dass der Gleichstrom aus der Wallbox zurück ins Wechselstromnetz fließt. Gute Ladegeräte bringen diese Schutzvorrichtung bereits mit.

Ebenso entscheidend ist der vorhandene Platz im Sicherungskasten. Denn je nach Wallbox-Typ müssen zusätzliche Sicherungen und ein weiterer FI-Schalter vom Typ A beziehungsweise Typ B eingebaut werden.

Zu bedenken ist auch der Platz, an dem du die Wallbox installieren lassen willst. Zwar verfügen moderne Ladestationen mindestens über eine Wetterschutzhhaube – sie sind also vor den meisten Schädigungen von außen geschützt. Der prallen Sonne oder starken Regengüssen wollen sie aber dennoch nicht ausgesetzt sein. Geeignet ist deshalb die Garage oder das Carport. Achte auch auf ausreichenden Platz für das Ladekabel und darauf, dass sich keine brennbaren oder leicht entflammbaren Gegenstände beziehungsweise Flüssigkeiten in der Nähe der Wallbox befinden.

Weiterhin unterstehen Wallboxen einer generellen Anmeldepflicht, wodurch jede in Betrieb genommene Ladestation beim zuständigen Netzbetreiber gemeldet werden muss. Diesen Vorgang übernimmt wie bereits erwähnt für gewöhnlich der Elektroinstallateur, der auch für die Installation deiner Ladestation zuständig ist.

Wallboxen, die eine Ladeleistung von 12 kW übersteigen, unterstehen einer zusätzlichen Genehmigungspflicht. Dabei prüft der Netzbetreiber, ob deine Hausnetzkapazität auch den erhöhten Anforderungen standhält. Sollte das nicht zutreffen, dann nennt er dir diejenigen Maßnahmen, die du eigenständig zu verbessern hast.

 

Wallbox installieren: Mit diesen Kosten und Förderungen kannst du rechnen

Die Kosten einer heimischen Ladestation hängen an erster Stelle von ihrer Ladeleistung und den enthaltenen Extras ab. So liegt der Anschaffungspreis einer Wallbox im Schnitt zwischen 500 und 2.000 Euro. Es sind aber auch höhere Preise möglich. Die zusätzlichen Kosten für Einbau und Anmeldung erhöhen den Gesamtpreis im Durchschnitt um weitere 1.000 bis 1.500 Euro.

Eben weil die Installation einer privaten Ladesäule so teuer ist, steht dir reichlich finanzielle Unterstützung bei der Umsetzung zu. So stellen Bund und Länder zahlreiche Fördermittel in Aussicht (zum Beispiel von der KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau), solltest du dein Elektrofahrzeug zukünftig bei dir zu Hause laden. Aber auch die Hersteller der Autos sowie die zuständigen Netzbetreiber greifen dir unterstützend unter die Arme.

Seit der Einführung des neuen Wohnungseigentumsgesetzes am 1. Dezember 2020 gilt der Anspruch auf eine Wallbox zudem nicht länger nur für private Hausbesitzer. Auch Mieter können sich eine Ladestation installieren lassen und mit den richtigen Argumenten die Kosten mit ihrem Vermieter teilen.

 

Elektroauto laden: Tipps für eine lange Lebensdauer

Die Lebensdauer des Akkus eines Elektroautos ist begrenzt. Mit ein paar Tricks lässt sie sich aber verlängern. Wenn du also dein Elektrofahrzeug lädst, dann beherzige folgende 3 Tipps:

  1. Der Akku sollte nicht völlig leer sein, aber auch nicht randvoll. Der ideale Ladezustand liegt zwischen 20 und 80 Prozent. Wenn der Ladevorgang abgeschlossen ist, dann fahr am besten gleich los. Das tut dem Akku gut.
  2. Langsam laden lässt länger leben. Darum freut sich der Akku zwischendurch über eine sogenannte „Schnarchladung“, weil dauernde Schnellladungen ihn sehr strapazieren können.
  3. Zu heiß ist nicht gut – und zu kalt ebenso wenig. Um den Akku zu schonen, will das Elektroauto im Sommer lieber im Schatten geparkt werden. Kälte vertrage die verbauten Lithium-Ionen-Akkus auch nicht gut. Wenn du dein Elektroauto lädst, dann bestenfalls immer unmittelbar nach einer Fahrt – solange es noch warm ist.

Mit den richtigen Kenntnissen ans Ziel: Die eigene Wallbox installieren

Die Wallbox ist der Haushaltssteckdose ganz klar überlegen. Doch dafür sind auch einige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Installation zu erfüllen. Folglich gilt, dass du nicht jedes Auto an jeder Ladestation laden kannst. In manchen Fällen ist es auch eine Überlegung wert, ob du von Beginn an auf einen Ladepunkt mit einer besonders hohen Ladeleistung zurückgreifst. Denn dann sind große Batterien ebenfalls schnell geladen.

Im Umkehrschluss musst du die Kosten berücksichtigen, die sich je nach Wallbox und den Bedingungen bei dir zu Hause deutlich voneinander unterscheiden können. Mit dem richtigen Engagement kannst du aber auch mit verschiedenen Fördermitteln rechnen. So wird dir die Installation deiner Wallbox sichtlich erleichtert.

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