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THG-Quote für Elektroautos verkaufen & versteuern

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

02.02.2022

Letztes Update

03.06.2022

Die THG-Quote: Geldprämie für dein Elektroauto

Du besitzt ein Elektroauto? Oder du planst, eines zu kaufen? Dann kannst du von der neuen THG-Quote für dein Elektroauto profitieren. Hier erfährst du alles Wissenswerte.

Inhalt des Blogartikels

Was ist die THG-Quote?

Das Kürzel steht für Treibhausgasminderungsquote. Dabei handelt es sich um ein Bündel von Maßnahmen, um schrittweise die CO₂-Emission im Verkehrssektor zu senken. Alle Unternehmen, die fossile Kraftstoffe vertreiben, werden durch die THG-Quote in steigendem Maß gezwungen, klimaneutrale Kraftstoffe beizumischen.

Damit können sie die Quote allerdings nicht vollständig erfüllen und müssen daher Strafen zahlen. Diese höheren Kosten schlagen sie auf die Kraftstoffpreise auf. Für die Besitzer von Fahrzeugen mit klassischen Verbrennungsmotoren steigen daher die Kraftstoffkosten. Damit werden sie indirekt animiert, auf andere Lösungen im Verkehrssektor umzusteigen. Dadurch sinkt der Gesamtverbrauch an fossilen Kraftstoffen und somit das durch den Verkehrssektor verursachte Treibhausgas.

Die Anbieter fossiler Kraftstoffe können aber ihre Quote auch erfüllen, indem sie THG-Quotenmengen von Dritten zukaufen, die diese nicht benötigen. Das können Hersteller emissionsarmer Kraftstoffe, Fahrzeugflottenbetreiber mit überwiegend E-Fahrzeugen oder auch private Elektroauto-Besitzer sein.

 

So registrierst du dein Elektroauto für die THG-Quote

Wenn auch du deine THG-Quote verkaufen möchtest, sind folgende Informationen für dich interessant.

Wer kann sein Elektroauto für die THG-Quote registrieren?

Die Barprämie im Rahmen des THG-Quotenhandels für Elektromobilität wird ab 2022 gezahlt. Berechtigt sind private Besitzer von Elektroautos sowie Flottenbetreiber bzw. gewerbliche Fahrzeugbesitzer. Dabei muss es sich um reine Batteriefahrzeuge handeln. Hybridfahrzeuge jeglicher Art sind nicht zugelassen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bereits jetzt existiert eine Reihe von Dienstleistern, über die du die Zertifizierung und Verkauf deiner CO₂-Einsparungen organisieren kannst. Als ersten Schritt lädst du online eine Kopie deines Fahrzeugscheins (Zulassung Teil 1) bei deinem Dienstleister hoch. Es reicht ein Foto mit deinem Smartphone. Damit weist du nach, dass du der Besitzer des Fahrzeugs bist. Das gilt gleichermaßen für private wie gewerbliche Fahrzeughalter.

Dein Dienstleister überprüft und sammelt die hochgeladenen Zulassungen. Im Anschluss leitet er die Unterlagen an das Umweltbundesamt weiter. Dort wird deine Treibhausgas-Einsparung zertifiziert und ein Nachweis erstellt.

Diese Zertifikate verkauft dein Dienstleister an Unternehmen in Deutschland, die der gesetzlichen Treibhausgasminderungsquote unterliegen.

Du erhältst aus den Verkaufserlösen deine jährliche Auszahlung pro Elektroauto, das du angemeldet hast. Die Auszahlungshöhe kann von Dienstleister zu Dienstleister differieren. Auch die Fahrzeugklasse, zu der dein Elektroauto zählt, hat Einfluss.

Diese Dokumente beziehungsweise Nachweise benötigst du

Du benötigst tatsächlich nur den Fahrzeugschein (Zulassung Teil 1), den du als Kopie über die Internetseite deines Dienstleisters hochlädst. Dabei ist es unerheblich, ob das Fahrzeug gewerblich oder privat genutzt wird. Es spielt auch keine Rolle, ob das Elektroauto gekauft, geleast oder finanziert ist. Es zählt einzig und allein, wer als Fahrzeughalter im Fahrzeugschein eingetragen ist. Mit der Kopie des Fahrzeugscheins erbringst du darüber hinaus den Nachweis, dass es sich um ein reines Batteriefahrzeug handelt. Hybridfahrzeuge sind nicht zugelassen.

 

Verkauf deiner THG-Quote

Wie der Verkauf prinzipiell abläuft und welche Dokumente du benötigst, haben wir im vorhergehenden Abschnitt erläutert. Bleibt noch zu klären, wo du den Verkauf vornimmst.

Derzeit bringen sich etliche Unternehmen für die Vermarktung der THG-Quoten von E-Mobilisten in Stellung. Zum Teil sind das Stromversorger, zum Teil aber auch spezialisierte Unternehmen für den Quotenhandel. Die Stromversorger bieten die Dienstleistung oft nur ihren bestehenden Kunden an. In dem Fall musst du neben der Fahrzeugzulassung auch den Stromvertrag mit vorlegen.

Hier eine Auflistung von Dienstleistern für den THG-Quotenhandel in der Elektromobilität. Wir erheben allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • fairnergy
  • eQuota
  • Carbonify
  • Emobia
  • Emovy
  • enercity
  • Geld für E-Auto
  • M3E
  • Maingau Energie
  • smartificate
  • The Mobiliy House
  • Mark-E mit GreenTrax
  • net4energy

Welche Preise sind mit der THG-Quote für Elektroautos zu erzielen?

Wie viel Geld die Dienstleister mit dem Verkauf der Zertifikate erzielen, hängt vom momentanen Preis für eine (eingesparte) Tonne CO₂ an der Zertifikatbörse ab. Letztlich hat das aber kaum eine Bedeutung für dich als Fahrzeughalter. Die diversen Dienstleister bieten derzeit Prämien zwischen 250 und 360 Euro pro Jahr und Elektroauto. Einige Anbieter garantieren eine Festprämie, andere bieten Flex-Tarife, bei denen sich die Prämie jährlich ändert. Du solltest dich am besten von mehreren Anbietern in deiner Region beraten lassen, bevor du dich für einen bestimmten Dienstleister entscheidest.

In der aktuellen Gesetzgebung zur THG-Quote ist kein Zeitraum für die Dauer der Prämienzahlung festgelegt. Du kannst also davon ausgehen, dass du auch noch in den nächsten Jahren die Prämie bekommst, solange sich das Elektrofahrzeug in deinem Besitz befindet. Den Dienstleister kannst du jederzeit wechseln.

Interessant könnte noch die Frage sein, ob du die Prämienzahlung versteuern musst. Doch die THG-Quote unterliegt nicht der steuerbaren Leistung in der Einkommenssteuer. Für Privatpersonen ist die Prämie daher steuerfrei.

Die Dienstleister verteilen natürlich nicht ihre kompletten Einnahmen aus den Verkäufen der THG-Quoten an ihre Kunden. Es sind wirtschaftliche Unternehmen, die selbst auch Erlöse benötigen, um zum Beispiel ihre Mitarbeiter zu bezahlen. Das könnte dich auf die Idee bringen, dass du mehr Geld bekommen könntest, wenn du deine THG-Quote selbst vermarktest. Das ist jedoch in den Regelungen zur THG-Quote für Elektroautos nicht vorgesehen. Auch aus praktischer Sicht wäre es kaum zu realisieren. Die potenziellen Käufer sind nur an großen Quotenmengen interessiert und würden daher keine kleinen Mengen von einzelnen Elektroautobesitzern kaufen.

 

Kann ich auch selbst THG-Quoten kaufen, wenn ich kein Elektroauto habe?

Diese Frage können wir kurz und bündig beantworten. Diese Quoten können nur von Unternehmen gekauft werden, die selbst quotenpflichtig sind und den Zukauf benötigen, um ihre Pflichten zur Reduzierung von CO₂-Emission aus fossilen Brennstoffen zu erfüllen.

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