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Lohnt sich ein eigener Stromtarif für die Wallbox?

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

05.07.2022

Letztes Update

05.07.2022

Mit einem Elektroauto können dir Preise für Benzin egal sein. Aber auch Strom aus der Steckdose ist selten gratis. Wie lässt sich der perfekte Stromtarif für die Wallbox finden?

Inhalt des Blogartikels

Brauchst du einen neuen Stromtarif bei Wallbox Nutzung?

Die eigene Wallbox in der Garage oder am Stellplatz vor dem Haus erleichtert die Nutzung eines Elektroautos erheblich. Wenn du nicht gerade direkt neben einer öffentlich zugänglichen Ladestation wohnst oder dein Auto günstig während der Arbeitszeit mit Strom versorgen kannst, ist die eigene Stromtankstelle in der Regel die bequemste Art, Elektromobilität zu nutzen.

Da das Aufladen an der herkömmlichen Haushaltssteckdose aufgrund der sehr geringen Ladeleistung normalerweise erheblich länger dauert, ist die Installation einer Wallbox zu Hause eine sinnvolle Überlegung. Gilt das aber auch für einen eigenen Stromtarif?

 

Was ist ein Autostromtarif?

Autostromtarife sind besonders günstige Stromtarife zum Laden von Elektroautos zu Hause. Solche speziellen Tarife für Autostrom gibt es noch nicht lange. Entsprechend überschaubar ist das Angebot bei den Stromanbietern. Allerdings lohnt sich ein Autostromtarif nicht in jedem Fall. Der zusätzliche Stromzähler sowie die Installation der Steuerelektronik verursachen Kosten, die sich auch mit geringeren Strompreisen erst nach einiger Zeit rechnen. Hinzu kommt, dass bei einer Komplettabrechnung über den Haushaltsstrom oft der Kilowattstundenpreis sinkt, je mehr verbraucht wird. Da die ab 2023 abgeschaffte EEG-Umlage bereits mit Wirkung zum 1. Juli 2022 für Stromkunden wegfällt, vergünstigt sich der Haushaltsstrom entsprechend.

Bedenke: Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Preissituation am Strommarkt kurzfristig ändert. Du solltest also die Strompreisentwicklung für Stromtarife mit Wallbox regelmäßig im Auge behalten.

Ab wann lohnt sich ein Autostromtarif?

Alltagsnutzer, die ihr Elektroauto privat nutzen und auf eine Laufleistung von weniger als 10.000 km jährlich kommen, fahren aufgrund der Zusatzkosten für Zweitzähler bzw. Smartmeter am günstigsten, wenn sie den Autostrom über den normalen Stromzähler im Rahmen des Haushaltsstromtarifs abrechnen. Viele Stromanbieter bieten mittlerweile Kombitarife an, die über Mengenrabatte die Elektroauto-Nutzung abbilden.

Fährst du mit deinem Elektroauto im Jahr mehr als 10.000 km, kann sich die Installation eines zusätzlichen Stromzählers und ein spezieller Autostromtarif für die Ladestation zu Hause lohnen. Die Kosten für die kWh sinken dann um etwa 20 bis 30 Prozent und die getrennte Abrechnung macht alles exakt nachvollziehbar. Letzteres ist auch dann wichtig, wenn du das
Elektroauto als Firmenwagen nutzt. Dem gegenüber stehen die höhere Grundgebühr von etwa 100 Euro im Jahr sowie zusätzliche Installationskosten.

Kostenbeispiel für ein Elektroauto mit einem Stromverbrauch von 3.000 kWh pro Jahr

Spezieller Autostromtarif für Wallbox mit separatem Zähler:

  • Kosten für Zähler pro Jahr: ca. 100 Euro
  • Strompreis: ca. 20 Cent/kWh (multipliziert mit 3.000 kWh = 600 Euro)
  • Stromkosten gesamt: ca. 700 Euro

Stromtarif für Wallbox mit gemeinsamem Haushaltsstromzähler:

  • Kosten für Zähler pro Jahr: bereits im Vertrag enthalten
  • Strompreis: ca. 30 Cent/kWh (multipliziert mit 3.000 kWh = 900 Euro)
  • Stromkosten gesamt: ca. 900 Euro

Die Zahlen sind als Richtwerte zu verstehen und zeigen, dass die Preisvorteile stark von der Laufleistung des Elektroautos abhängen. Ausgegangen wird von der Nutzung von Ökostrom. Nicht berücksichtigt sind eventuelle Förderungen für die Installation von Wallboxen durch die KfW oder Stromanbieter. Hier kann sich die Situation aufgrund leerer Fördertöpfe ständig ändern. Übrigens kannst du über den THG-Quotenhandel eventuelle Zusatzkosten zum Teil wieder hereinholen.

 

E-Auto günstig laden

Inzwischen sind Strompreise von 30 Cent pro Kilowattstunde und mehr für Haushaltsstrom keine Seltenheit mehr – egal, wie sorgfältig du die Tarife der Stromanbieter vergleichst. Beim Laden eines Elektroautos macht sich das natürlich bemerkbar. Mit folgenden Tipps kannst du die Kosten senken.

Nachtstrom nutzen

Früher war bei der Nutzung von Nachtspeicheröfen der sogenannte Nachtstrom vor allem für die Heizung interessant. Da in den Nachtstunden die Nachfrage für Strom in der Regel deutlich absinkt, können die Stromanbieter für solche Kunden günstigere Nachttarife anbieten. Mittlerweile wird diese Option auch für Fahrer von Elektrofahrzeugen interessant, um die nächtliche Standzeit des Autos für das Laden zu nutzen.

Wenn du dich für Nachtstrom anmeldest, ist es sinnvoll, einen eigenen Nachtstromzähler zu installieren. Ansonsten kannst du auf eine zeitbasierte Abrechnung zurückgreifen, die aber ihre Tücken hat: Dann musst du nämlich darauf achten, dass dein Elektroauto nur dann an der Wallbox hängt, wenn der Stromtarif gerade günstig ist. Wenn die Nachtstromzeit beispielsweise erst um 22 Uhr beginnt und um 6 Uhr endet, ist das unter Umständen unbequem. Mit einem eigenen Nachtstromzähler musst du dich darum nicht mehr kümmern.

Intelligenten Stromzähler einsetzen

Werden die Stromkosten bei einem Autostromtarif nicht pauschal über den Haushaltsstromzähler abgerechnet, ist die Nutzung eines sogenannten intelligenten Stromzählers in Verbindung mit einer Wallbox Voraussetzung, die dem Stromversorger Eingriffe in die Ladeleistung und das Lademanagement erlauben. Für die Energieversorger haben diese Smartmeter den Vorteil, dass sie ihre Stromproduktion und Netzauslastung besser planen können.

Erlaubst du dem Stromanbieter, die Steuerung der Wallbox zu übernehmen, kann dieser abhängig von der angefragten Ladeleistung und momentanen Netzauslastung die Stromerzeugung optimieren. Für dich bedeutet dies im Idealfall niedrigere Stromkosten. Wenn dadurch das Auto erst nachts um drei mit voller Leistung geladen wird statt schon um 22 Uhr, ist das für die meisten Kunden nicht entscheidend. Willst du allerdings immer die volle Ladeleistung, damit die Batterie deines Elektroautos so schnell wie möglich wieder komplett geladen ist, solltest du einen weniger flexiblen Stromtarif wählen, der aber immer noch günstiger ist als der normale Haushaltsstrom.

Günstigster Stromtarif für Wallbox: Solarstrom

Wenn du eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hast, ist die Nutzung des Solarstroms für dein Elektroauto eine der sinnvollsten Lösungen, denn in dem Fall ist die Tankfüllung im Idealfall sogar kostenlos. Hierbei musst du natürlich auf deine bevorzugte Ladezeit achten. Liegt diese in den Nachtstunden, ist es mit der Sonne schwierig, weswegen die Integration eines Batteriespeichers in die Solaranlage dringend zu empfehlen ist. Übrigens kannst du mit einer passenden Wallbox unabhängig davon einige Elektroautos inzwischen auch als Stromspeicher für überschüssigen Solarstrom nutzen.

 

Fazit: Ein eigener Stromtarif mit Wallbox rechnet sich nicht für alle

Ob sich ein gesonderter Stromtarif für die Wallbox samt eigenem Stromzähler lohnt, hängt davon ab, wie intensiv du das Elektroauto nutzt. Für Alltagsfahrer lohnt sich die Abrechnung über den Haushaltsstrom derzeit eher als der Abschluss eines separaten Autostromtarifs mit aufwändiger Zählerinstallation.

Vielfahrer und Nutzer von Firmenfahrzeugen sollten hingegen einen gesonderten Stromtarif für Ihre Wallbox abschließen, da ein exakter Nachweis der genutzten Kilowattstunden zur Abrechnung aus steuerlichen Gründen erforderlich ist.

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