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Eignen sich E-Bikes für Senioren?

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

15.05.2021

Letztes Update

17.01.2022

Senioren-E-Bike: Darauf kommt es beim Kauf und im Alltag an

Das Senioren-E-Bike wird immer beliebter, verspricht es doch Mobilität und Fitness ohne Überanstrengung. Aber was ist beim Kauf und Betrieb im Alltag wirklich wichtig?

Inhalt des Blogartikels

Was ist ein E-Bike für Senioren eigentlich genau?

Beim Thema Pedelec oder E-Bike denken viele Menschen vielleicht fast automatisch zunächst an die ältere Generation. Obwohl mittlerweile auch jüngere Verkehrsteilnehmer und sogar Kinder die Vorzüge der Pedelecs schätzen, ist das Senioren-E-Bike für viele Hersteller das wichtigste Absatzprodukt.

Das liegt zum Großteil daran, dass dieses Fahrrad nicht nur eine bequeme Art der Fortbewegung darstellt, sondern auch mobilitätseingeschränkten Bürgern ermöglicht, sich körperlich zu betätigen, ohne sich gleich zu verausgaben.

Beim Begriff Senioren-E-Bike scheiden sich allerdings bereits die Geister, denn streng genommen muss zwischen den verschiedenen Elektrofahrrad-Typen schon aus rechtlichen Gründen genau unterschieden werden.

E-Bike oder Pedelec für Senioren? Eine kurze Begriffserklärung

Die meisten Menschen reden umgangssprachlich vom E-Bike. Gemeint ist in der Regel allerdings das Pedelec, also das Pedal Electric Cycle. Diese elektrischen Fahrräder findest du am häufigsten im Straßenverkehr. Die Unterschiede zwischen Pedelec und E-Bike sind jedoch erheblich:

  • Das Pedelec verfügt über einen Elektromotor, der dich nur beim aktiven Treten der Pedale unterstützt und nicht von selbst antreibt. Pedelecs sind also eigentlich relativ gewöhnliche Fahrräder mit Unterstützungsmotor.
  • S-Pedelecs (S für Speed) sind hingegen bereits als Kleinkraftrad zu verstehen und verfügen über deutlich mehr Leistung. Sie erreichen mit Unterstützung durch den Motor Geschwindigkeiten von bis zu 45 km/h und benötigen sowohl ein Versicherungskennzeichen als auch eine Berechtigung zum Führen eines Mofas (was bei Menschen, die vor 1965 geboren wurden, übrigens automatisch der Fall ist). Während du beim Fahren eines Pedelecs keinen Helm tragen musst, ist er beim S-Pedelec gesetzlich vorgeschrieben, wenngleich eine adäquate Schutzausrüstung immer zu empfehlen ist.
  • Echte E-Bikes fahren auch ohne Pedaltreten mit Motorkraft und lassen sich meist per Drehgriff (wie bei einem Mofa oder Motorrad) beschleunigen.

Der Einfachheit halber gleichen wir uns der Umgangssprache in diesem Artikel an und verwenden den Begriff Senioren-E-Bike synonym für das eigentlich gemeinte Pedelec.

 

Welche Vorteile hat ein Senioren-E-Bike gegenüber dem normalen Fahrrad?

Für Senioren ist Mobilität besonders wichtig, um auch weiterhin aktiv am Leben teilnehmen zu können. Leider spielt die Gesundheit im höheren Alter mitunter nicht mehr so mit, wie es wünschenswert wäre. Probleme mit Knien, Hüfte, Rücken und Gelenken sind nur einige der Einschränkungen, die das normale Radfahren irgendwann unmöglich machen können. Gerade weitere Strecken und Touren mit dem Rad in schwierigem Gelände mit Steigungen sind für viele Senioren nicht ohne Weiteres zu bewältigen.

Um nun nicht völlig auf körperliche Betätigung zu verzichten und auf das Auto beziehungsweise andere Verkehrsmittel umsteigen zu müssen, kann das Senioren-E-Bike eine echte Alternative sein, um sowohl die individuelle Mobilität als auch die körperliche Fitness so lange wie möglich zu erhalten. Denn es gilt: Jedes Elektrofahrrad ist besser als gar keine sportliche Betätigung an der frischen Luft.

Gesundheitliche Vorteile von Senioren-E-Bikes

Tatsächlich ist das E-Bike für Senioren nicht nur ein „fauler Kompromiss“, wie manche vielleicht irrtümlich annehmen könnten. Vielmehr kann es sogar dazu beitragen, die körperliche Fitness besser zu trainieren als ein normales Fahrrad.

Denn aufgrund der technischen Möglichkeiten kannst du bei vielen E-Bikes einen optimalen Pulsbereich einstellen. Dann passt das Senioren-E-Bike die Motorunterstützung automatisch an, um den Fahrer innerhalb der gewünschten Herzfrequenz zu halten. Diese Sicherheit ist für viele Senioren wichtig, die sich längere Touren mit dem normalen Fahrrad aus Furcht vor Überanstrengung und langen Rückwegen nicht mehr zutrauen.

Zu den gesundheitlichen Vorteilen dieser Fahrräder kommt hinzu, dass Wege im Alltag (zum Beispiel zum Arzt oder zum Einkaufen) problemlos bewältigt werden können und sogar zusätzliches Gewicht (in Form von Einkäufen) transportiert werden kann. Der Komfort ist gegenüber normalen Fahrrädern zudem erheblich größer, sofern das Modell genau auf den Fahrer abgestimmt wird.

 

Nachteile: Was spricht gegen Senioren-E-Bikes?

Aufgrund des elektrischen Antriebs und des schweren Akkus ist das Gewicht eines Elektrofahrrads erheblich höher als bei einem traditionellen Rad. Für Senioren bedeutet dies, dass sie die notwendige Muskelkraft benötigen, um das E-Bike sicher halten zu können, und über einen stabilen Stand verfügen müssen. Schon jüngere Erwachsene haben oft ein Problem damit, ein bis zu 30 Kilogramm schweres Elektrofahrrad in den Fahrradkeller zu schleppen – oder wieder nach oben. Eine Lösung hierfür können ebenerdige Fahrradgaragen sein, in denen die teuren Pedelecs diebstahlsicher abgestellt werden können.

Die im Alter eingeschränkte Reaktionsfähigkeit kann in Verbindung mit den relativ hohen Geschwindigkeiten dieser Räder zudem problematisch sein. Die bisweilen komplizierte Bedienung ist ebenfalls oft eine Herausforderung. Abnehmbare Akkus können zwar bequem im Haus geladen werden, doch das ist oft umständlich und verlangt bei manchen Elektrofahrrädern etwas Arbeit. Auch hier kann die besagte Fahrradgarage helfen, sofern ein Stromanschluss für eine integrierte Ladestation vorhanden ist.

Senioren-E-Bikes sind nicht preiswert

Pedelecs sind allgemein teurer als vergleichbare normale Fahrräder. Besondere Kostentreiber sind der Akku und die Antriebsweise. Hinzu kommen laufende Stromkosten sowie gegebenenfalls Versicherungskosten.

Muss ein Akku getauscht werden, weil die übliche Reichweite mit dem Fahrrad nicht mehr erzielt wird, ist das in der Regel sehr kostspielig. Gleiches gilt für Reparaturen nach Unfällen. Grundsätzlich sollte ein Senioren E-Bike nur im Fachhandel nach einer individuellen Beratung erworben werden. Das gilt auch für den Kauf gebrauchter Elektrofahrräder, denn der Erwerb von Privatanbietern kann sich manchmal als problematisch erweisen.

 

Tipps für den Kauf von E-Bikes für Senioren

  • Die Rahmenform sollte zu den körperlichen Voraussetzungen passen: Tiefeinsteiger lassen sich oft einfacher nutzen als herkömmliche Rahmen mit Querstange.
  • Der Sattel sollte sorgfältig ausgewählt werden, um ein bequemes Sitzen zu ermöglichen.
  • Probefahrt mit dem Rad nicht vergessen: Passen das Gewicht, der Schwerpunkt und das Handling, fühlt sich der Lenker gut an?
  • Die Bedienung der technischen Komponenten sollte einfach sein (insbesondere Bordcomputer und Ladefunktionen).
  • Was ist der hauptsächliche Einsatzzweck des E-Bikes – der Einkauf, die Radtour oder sportliche Aktivitäten?
  • Übung macht den Meister: Das Handling von Senioren-E-Bikes will gelernt sein.
  • Immer an die Sicherheitsausrüstung denken, beispielsweise niemals ohne passenden Helm fahren.
  • Antrieb: Front-, Mittel- oder Heckantrieb entscheiden über die Effizienz und Kosten des E-Bikes.
  • Bremsen: Gute Bremsen (nach Möglichkeit hydraulisch betrieben) sind unverzichtbar. Auch die hohe Bremsleistung erfordert Übung.

Die Alternative: Elektro-Dreirad für Senioren

Nicht immer ist das klassische E Bike für Senioren die beste Wahl. Ist ein Fahrer unsicher oder durch körperliche Einschränkungen nicht mehr in der Lage, das Gleichgewicht sicher zu halten, kann das Senioren-Elektro-Dreirad eine schöne Alternative sein. Hier gibt es verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Auslegungen.

  • Sesseldreirad: Dieses Rad hat einen breiten und bequemen Sitz mit Rückenlehne sowie eine niedrige Sitzposition – gut für lange Touren.
  • Shoppingdreirad: Zwischen Sitz und Hinterrädern befindet sich ein Gepäckbereich oder eine Box – perfekt für den Wocheneinkauf und kürzere Radtouren.
  • Spezialdreirad: Hier gibt es verschiedene Konzepte für die Mitnahme eines Passagiers. Es ist auch in umgekehrter Auslegung (zwei Räder vorne, eines hinten) verfügbar, um das Handling zu erleichtern.

Das Senioren-Elektro-Dreirad ist besonders kippsicher und bietet durch die elektrische Unterstützung des Motors sehr viel Flexibilität und Mobilität im Alltag.

 

Mobilität und Fitness: Senioren-E-Bikes machen unabhängig

Die gesundheitlichen Vorteile und die Erhaltung individueller Mobilität sind wichtige Faktoren, die für Senioren-E-Bikes sprechen. Demgegenüber stehen die hohen Anschaffungskosten, ein relativ hohes Gewicht sowie die höheren Anforderungen an das Reaktionsvermögen und den Gleichgewichtssinn beim Fahren.

Ein Unfall mit dem E-Bike kann – nicht nur Senioren – ernsthaft verletzen, weshalb auf die Sicherheit beim Radfahren besonderer Wert gelegt werden sollte. Regelmäßiges Üben und der richtige Umgang mit dem leistungsfähigen Antrieb und den Bremsen sind ebenso wichtig wie die passende Schutzausrüstung. Eine gute Alternative für körperlich eingeschränkte Menschen kann das Senioren-Elektro-Dreirad sein, das zudem den Transport von Einkäufen erheblich erleichtert.

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