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Förderung öffentlicher Ladestationen

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

02.06.2021

Letztes Update

23.05.2022

Förderung öffentlicher Ladestationen für Elektroautos

Die Zukunft fährt elektrisch. Ohne gute Ladeinfrastruktur geht es aber nicht. Daher gibt es eine Förderung für öffentliche Ladestationen, an denen Elektroautos laden können.

Inhalt des Blogartikels

Ohne Strom nichts los: Zu wenig Ladestationen für Elektrofahrzeuge

Politik und Umweltverbände sind sich einig, die Elektromobilität soll in naher Zukunft Standard sein und die Verbrenner auf die Schrottplätze verbannen. Da das aber nur mit einer gut ausgebauten Infrastruktur möglich ist, fördert der Staat private und öffentliche Ladesäulen in Deutschland.

Hierzulande gibt es etwa 32.000 öffentliche Ladepunkte für Elektroautos. Das klingt viel, reicht aber bei weitem noch nicht aus. Zumal die Ladezeiten wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als das Betanken eines Benziners.

Aktuell brauchst du deshalb noch eine gewisse Gelassenheit während du darauf wartest, dass das Elektrofahrzeug für die Weiterfahrt mit ausreichend elektrischer Energie versorgt ist. Das Vollladen eines durchschnittlichen Akkus kann an einer modernen Wallbox mit Schnellladung 30 bis 60 Minuten dauern. An einer herkömmlichen öffentlichen Ladesäule solltest du 2 bis 4 Stunden einplanen. Zudem ist nicht garantiert, dass du genau dann, wenn dein Elektroauto Strom benötigt, Ladepunkte findest und diese frei sind.

Um die Energiewende voranzutreiben und die öffentliche Ladeinfrastruktur zu verbessern, vergibt der Bund attraktive Zuschüsse.

 

Förderung für Ladestationen: Das Klimaschutzprogramm

Laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ist der Aufbau einer Ladeinfrastruktur ein wesentlicher Teil des Klimaschutzprogramms 2030.

Bis zum Jahr 2023 möchte die Bundesregierung mit dem „Masterplan Ladeinfrastruktur“ die Ladeinfrastruktur für CO2-freie Pkw und Lkw mit über 3 Milliarden Euro finanziell fördern. Die Fördergelder waren allerdings bereits zum Jahresende 2020 ausgeschöpft. Nun wird das Programm mit weiteren 300 Millionen Euro fortgeführt. Das Ziel des Masterplans Ladeinfrastruktur ist es, dass bis Ende 2021 zusätzlich 50.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung stehen.

Damit sich der Aufbau der Ladeinfrastruktur bedarfsgerecht entwickelt und um Fehlentwicklungen zu vermeiden, soll der Masterplan alle 3 Jahre bewertet und eventuell nachjustiert werden. Das ist erstmals 2021 der Fall.  

 

Wo finde ich die Förderrichtlinien?

Das BMVI hat am 30. März 2021 im Bundesanzeiger die Richtlinien über den Einsatz von Bundesmitteln im Rahmen des BMVI-Programms „Ladeinfrastruktur vor Ort“ vom 24. März 2021 bekannt gegeben.

Gefördert werden demnach beispielsweise nur Ladesäulen, die Strom aus erneuerbaren Energien nutzen. Schließlich ist Elektromobilität nur durch Ökostrom umweltfreundlich.

 

Wer kann die Förderung für öffentliche Elektroauto-Ladestationen erhalten?

Eine Förderung für öffentliche Ladestationen, an denen Elektroautos laden, können potenziell folgende Gruppen erhalten:

  • natürliche Personen (Privatpersonen)
  • Kleinunternehmen KMU
  • Gebietskörperschaften

Da die Verfügbarkeit vor allem im ländlichen Raum verbesserungswürdig ist, richtet sich die Förderung für Elektroauto-Ladestationen insbesondere an:

  • klein- und mittelständische Unternehmen (KMU)
  • kleine Stadtwerke
  • kommunale Gebietskörperschaften
  • Einzelhandel
  • Hotel- und Gastgewerbe

Gerade vor Kitas, Krankenhäusern, Stadtteilzentren oder Sportplätzen, aber auch an Tankstellen bietet es sich an, Ladesäulen aufzustellen.

Neben der allgemeinen Verbesserung der öffentlichen Ladeinfrastruktur an attraktiven Orten des Alltags wie Geschäften, Gaststätten und Freizeiteinrichtungen, hat das Förderprogramm speziell den Einzelhandel sowie das Hotel- und Gastgewerbe im Fokus. Die Einschränkungen infolge der Coronapandemie haben diese Unternehmen besonders hart getroffen. Dadurch ist die überwiegende Investitionsbereitschaft in Infrastrukturmaßnahmen ohne eine spürbare Förderung derzeit nicht gegeben.

Zudem besitzen genau diese Branchen – insbesondere im ländlichen Raum – hohen Publikumsverkehr und eine bedeutende Anzahl an Stellplätzen, auf denen öffentlich zugängliche Ladepunkte errichtet werden können.

Besonders interessant ist, dass sich die Förderung des BMVI-Programms auch an Privatpersonen richtet. Wenn du also auf deinem privaten Grundstück eine öffentliche Ladestation für Elektroautos einrichten möchtest, kannst du dafür eine finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten und zu einer grüneren Zukunft beitragen.

 

Was genau wird gefördert?

Unabhängig von der Personengruppe, in der du dich befindest, kannst du eine Förderung für normale Ladepunkte erhalten, an denen ein AC-Laden möglich ist und für Schnellladepunkte, die ein DC-Laden erlauben.

Dazu gehören Kosten für die erstmalige Beschaffung der Ladeinfrastruktur, die Montage und Ausgaben für Fundament und Tiefbau. Das Leasing und die Miete einer Ladestation sind von der Förderung ausgeschlossen.

Förderfähige Kostenpunkte in der Übersicht:

  • Ladeeinrichtung entsprechend der Ladesäulenverordnung (Ladesäule, Wallbox), inklusive der dazugehörigen Leistungselektronik
  • Fundament der Ladeeinrichtungen
  • Tiefbauarbeiten für Ladeeinrichtungen
  • Installation und Inbetriebnahme der Ladeeinrichtung
  • Anfahrschutz
  • Kennzeichnung des Stellplatzes durch Bodenmarkierung
  • Stellplatzkennzeichnung durch Beschilderung mit einem Elektroautosymbol
  • Wetterschutz/Überdachung der Ladeeinrichtung
  • Einrichtung von WLAN an der Ladeeinrichtung
  • Vorbereitung der Ladeinfrastruktur (Hardware/Software) für die spätere Unterstützung von ISO/IEC 15118
  • Vorbereitung der Ladeinfrastruktur für die Anbindung an ein Smart-Meter-Gateway (die zentrale Kommunikationseinheit eines Smart Meters)

Wie hoch ist die Förderung für öffentliche Ladestationen?

Die gute Nachricht vorab: Die Förderung wird als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt. Wichtig ist außerdem, dass maximal 80 Prozent deiner Gesamtausgaben förderfähig sind. Diese sind jedoch – abhängig von der Art der Ladeinfrastruktur – mit einem Maximalförderbetrag gedeckelt.

Die gewährten Beihilfen dürfen innerhalb von 3 Steuerjahren nicht mehr als 200.000 Euro betragen. Für Unternehmen des Straßengüterverkehrs dürfen es nicht mehr als 100.000 Euro sein. Die maximalen Fördersummen auf einen Blick:

  • pro Normal-Ladepunkt (AC & DC); (3,7 kW bis 22 kW): bis zu 4.000 Euro
  • pro Schnell-Ladepunkt (ausschließlich DC); (22 kW bis 50 kW): bis zu 16.000 Euro
  • pro Standort: Anschluss an das Niederspannungsnetz: bis zu 10.000 Euro
  • pro Standort: Anschluss an das Mittelspannungsnetz: bis zu 100.000 Euro

Weitere Verpflichtungen, die du beachten solltest

Während der sechsjährigen Mindestbetriebsdauer der Ladeeinrichtung bist du als Zuwendungsempfänger dazu verpflichtet, der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie GmbH (NOW GmbH) online Bericht zu erstatten.

Das bedeutet, dass du die Inbetriebnahme der geförderten Ladeeinrichtungen mitteilen sowie Halbjahresberichte einreichen musst. Damit deine öffentliche Ladestation für Elektrofahrzeuge förderungsfähig ist, musst du sie zudem bis zum 31. Dezember 2022 umsetzen.

Übrigens: Die Anträge werden im sogenannten „Windhundverfahren“ bewilligt, also nach der zeitlichen Reihenfolge der Bedarfsanmeldungen.

 

Alternative Förderprogramme von KfW und Co.

Du hast die Möglichkeit, von weiteren staatlichen Förderungen zu profitieren, wenn du dich für den Kauf einer Ladestation für Elektroautos entscheidest:

  • Du kannst eine Wallbox-Förderung für privates Laden zu Hause und beim Arbeitgeber durch das Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Ladestationen für Elektroautos – Wohngebäude 440 erhalten. Das Fördervolumen wurde erst vor Kurzem um 200 Millionen Euro auf 400 Millionen Euro aufgestockt. Die KfW gibt dir einen Zuschuss in Höhe von 900 Euro pro Ladepunkt, wenn du Strom aus erneuerbaren Energien nutzt.
  • Das 300-Millionen-Förderprogramm für gewerbliches Laden von Flottenfahrzeugen und für Beschäftigte ist für den Sommer 2021 geplant.
  • Ein 1.000-Standorte-Programm für ein flächendeckendes Schnellladenetz für ganz Deutschland ist ebenfalls geplant. Das entsprechende Schnellladegesetz wurde bereits im Kabinett beschlossen.

Außerdem haben viele Bundesländer und Großstädte eigene Förderprogramme für Wallboxen und Ladestationen aufgelegt. Nachfragen lohnt sich immer!

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