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Hybrid-Auto: Ja oder nein?

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

24.12.2021

Letztes Update

04.10.2022

Hybrid-Auto, ja oder nein? Für wen lohnt sich der Umstieg?

Die Kombination von Elektromotor und Verbrenner soll zwei Welten miteinander verbinden. Doch auch ein Hybrid-Auto hat Vor- und Nachteile, die du vor dem Kauf berücksichtigen solltest.

Inhalt des Blogartikels

Kann das Hybrid-Auto Nachteile durch Vorteile ausgleichen?

Alternative Antriebe sind aus vielerlei Gründen derzeit populär. Die politische Entscheidung, den Verbrennungsmotor früher oder später auszurangieren, wird bereits heute von vielen Herstellern durch die klare Positionierung bei der Modellpalette vorweggenommen. Doch während der Verbrenner nach über 130 Jahren seine Alltagstauglichkeit unter Beweis gestellt hat, fehlt es beim Elektroauto noch immer an Reichweite und Ladeinfrastruktur. Da die Kaufentscheidung für ein Kraftfahrzeug in den meisten Haushalten nach dem Kauf einer Wohnung oder eines Hauses die größte Einzelausgabe ist, liegt es nahe, eine möglichst zukunftssichere Lösung zu finden.

Wenn du den Verbrauch von Diesel oder Benzin reduzieren möchtest, aber ein reines Elektroauto für dich nicht praktikabel ist, könnte ein Hybrid-Auto die Alternative sein. Die Idee dabei ist, mit dem Hybrid-Auto Nachteile des Verbrennungsmotors zu minimieren und die Vorteile des Elektromotors in Alltags-Fahrsituationen zu nutzen.

 

Immer mehr Autofahrer stellen sich die Frage: Hybrid-Auto, ja oder nein?

In den letzten Jahren sind die Zulassungszahlen bei Elektrofahrzeugen stark gestiegen. Obwohl sie immer noch hinter den ehrgeizigen Zielen der Politik zurückliegen, konnten die staatlichen Fördermaßnahmen und Bonusprogramme der Hersteller den Absatz von Elektroautos stark steigern. Auch das Plug-in-Fahrzeug profitiert von diesem Boom, wenngleich nicht alle Hybridfahrzeuge in den Genuss einer Förderung kommen und auch die Steuervorteile beim Hybrid nur indirekt vorhanden sind. Allerdings kommt es stark darauf an, welche Art von Antrieb genutzt wird. Staatlich gefördert werden beispielsweise die beliebten Plug-in-Hybridfahrzeuge, während du für einen Mildhybrid oder Vollhybrid keine direkte Förderung erhältst.

Ein Blick auf die Zahlen beweist jedoch, dass die Hybrid-Auto Nachteile in der Wahrnehmung der Käufer weniger schwer wiegen als früher. Wurden im Jahr 2010 gerade einmal 10.600 Hybrid-Autos in Deutschland zugelassen, sind es im Jahr 2021 (bis November) bereits über 685.000 Fahrzeuge gewesen. In den letzten 3 Jahren sind die Zahlen geradezu explodiert.

Da die Förderung bei vielen Hybrid-Autos nur eine untergeordnete Rolle spielt, liegen die Beweggründe für private Käufer meist in einem Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz begründet. Gerade in der Stadt können Hybridfahrzeuge Nachteile der Verbrenner und reinen Elektroautos ausgleichen. Je nach Auslegung kann ein Hybrid-Auto nur das Anfahren elektrisch unterstützen oder auch bis zu einer gewissen Geschwindigkeit vollelektrisch fahren. Das reduziert in jedem Fall den Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs und sorgt für eine bessere Beschleunigung. Außerdem ist der Verschleiß deutlich geringer, der sich bei Verbrennern auf Kurzstrecken und im Stadtverkehr negativ bemerkbar macht. Die genauen Unterschiede zwischen den verschiedenen Hybridarten haben wir dir mit den wichtigsten Fakten zusammengefasst:

  • Beim Mild-Hybrid kommt der Elektromotor nur unterstützend zum Einsatz, vorwiegend beim Anfahren und Beschleunigen. Der vollelektrische Betrieb ohne Verbrennungsmotor ist nicht vorgesehen. Die Batterien laden sich über die Rückgewinnung von Energie beim Bremsvorgang auf.
  • Der Vollhybrid unterstützt nicht nur den Verbrennungsmotor, sondern kann ihn auf kurzen Strecken zeitweise ersetzen. Im Stadtverkehr sowie im Stop & Go sparst du bei geringer Geschwindigkeit eine Menge Kraftstoff. Auch hier erfolgt die Aufladung ausschließlich über die Bremsen oder den laufenden Verbrennungsmotor.
  • Ein Plug-in-Hybrid ist eine Erweiterung des Vollhybrids mit größerer Batterie, die vollelektrische Fahrten von 50 Kilometern und mehr ermöglicht. Außerdem kann die Batterie des Plug-in-Hybrids auch an einer Steckdose aufgeladen werden.

Die Hybrid-Auto Nachteile und Vorteile im Detail

Besonders in der Stadt kann ein reines Hybrid-Auto bzw. der Plug-in-Hybrid gegenüber dem Verbrennungsmotor stark punkten. Die Reduzierung des Schadstoffausstoßes sowie der geringere Verschleiß sind bei langsamer Fahrt, auf Kurzstrecken und bei einem hohen Anteil an Bremsmanövern von Vorteil. Auch auf der Landstraße kann ein Vollhybrid zu Einsparungen beim Verbrauch führen und die Umwelt entlasten, da hier ebenfalls viel gebremst wird. Auf der Autobahn hingegen, wo du eher gleichförmig und mit höheren Geschwindigkeiten fährst, machen sich beim Hybrid-Auto Nachteile wie das größere Gewicht sowie der hohe Anschaffungspreis eher negativ bemerkbar.

Tatsächlich schreckt der hohe Preis viele Käufer ab. Hauptgrund dafür ist die Kombination der Antriebsarten, weil mehr Komponenten verbaut sind, die obendrein zusätzlichen Platz beanspruchen. Das höhere Gewicht ist der elektrischen Antriebstechnik geschuldet. Im Umkehrschluss ist der Benzintank kleiner und die Reichweite im Vergleich zu klassischen Verbrennern auf der Langstrecke geringer. Ein großer Vorteil von Hybrid-Autos ist sicherlich die Tatsache, dass du nicht auf Ladestationen angewiesen bist.

Vorteile und Nachteile von Hybrid-Autos im Überblick

  • geringerer Verschleiß
  • Senkung des Kraftstoffverbrauchs im urbanen Umfeld
  • geringerer Schadstoffausstoß
  • bessere Beschleunigung
  • Unabhängigkeit von Ladeinfrastruktur
  • auf Langstrecken bei hohen Geschwindigkeiten Nachteile beim Verbrauch
  • hoher Anschaffungspreis
  • höheres Gesamtgewicht
  • Förderprogramme und Steuerersparnis nicht oder nur teilweise vorhanden
  • lohnt sich finanziell und ökologisch erst nach langer Nutzungszeit bei hohem Anteil an Kurzstrecken und Stadtverkehr

Hybrid-Auto, ja oder nein? Tipps zur Entscheidungsfindung

Gerade der Plug-in-Hybrid erfreut sich aufgrund der staatlichen Förderungen großer Beliebtheit, nicht zuletzt bei Unternehmen, die ihre Firmenwagen-Flotten ökologischer aussehen lassen möchten. Doch gerade bei Vertretern und anderen Nutzern, die hauptsächlich lange Strecken auf Autobahnen zurücklegen, geht die Rechnung für die Umwelt mit dem Plug-in-Auto eher nicht auf. Vielmehr sollte das Hybridfahrzeug – wie jedes andere Auto auch – zu deinen Anforderungen und deinem Nutzungsprofil passen.

Falls du viel in der Stadt unterwegs bist, aber nicht komplett auf Elektromobilität umsteigen willst oder kannst, ist ein Hybrid-Auto durchaus eine Überlegung wert. Und selbst wenn es keine direkte staatliche Förderung für Mild- bzw. Voll-Hybridfahrzeuge gibt, lässt sich über den niedrigeren CO₂-Ausstoß unter dem Strich doch einiges an Steuern sparen. Fortschritte bei der Batterietechnik könnten die Hybrid-Autos in Zukunft noch interessanter machen. Mehr Reichweite und geringeres Gewicht würden dieser Technologie zugutekommen. Zumindest bis zum flächendeckenden Ausbau einer funktionierenden Ladeinfrastruktur für Elektromobilität kommt dem Hybrid-Auto im städtischen Bereich die Funktion einer Brückentechnologie zu.

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