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Gibt es Hybrid-Autos auch mit Diesel?

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

12.10.2021

Letztes Update

04.07.2022

Kann ein Hybrid-Auto mit Diesel fahren?

Beim Thema Hybrid-Auto hört man immer nur von der Kombination E-Motor und Benziner. Hier erfährst du, ob auch die Verbindung mit einem Dieselantrieb möglich ist.

Inhalt des Blogartikels

Was macht ein Hybrid-Auto mit Dieselantrieb so besonders?

Um es salopp zu sagen, das Besondere ist der Dieselmotor selbst. Denn diese Kombination findet sich auf unseren Straßen selten. Ansonsten profitiert dieses Fahrzeugkonzept von der Drehmomentstärke und der Sparsamkeit, für die der Dieselantrieb bekannt ist. Im Konstruktionsprinzip gibt es keine Unterschiede zu einem Hybridfahrzeug mit Benzinmotor.

Laut Statista liegt der Bestand an Hybrid-Autos in Deutschland im laufenden Jahr 2021 bei knapp über 1 Million Einheiten. Leider konnten wir keine Statistik finden, die in Hybride mit Benziner und Diesel unterscheidet. Du kannst aber davon ausgehen, dass der Anteil der Diesel-Hybrid-Fahrzeuge sehr gering ist.

Das liegt zum einen daran, dass der Verkauf von Diesel-Neuwagen allgemein stark sinkt. Eine wichtige Ursache ist mit Sicherheit der Diesel-Skandal. Zum anderen gibt es im Moment kaum Hersteller, die Diesel-Hybride im Sortiment führen.

 

So funktionieren Diesel-Hybrid-Autos

Diesel-Hybrid-Autos funktionieren grundsätzlich auf die gleiche Art und Weise, wie Hybrid-Benziner. Du musst in beiden Fällen zwischen Mild-Hybrid und Plug-in-Hybrid unterscheiden.

Ein Mild-Hybrid besitzt nur eine kleine Batterie. Der Elektromotor unterstützt den Verbrennungsmotor beim Anfahren und bei Überholvorgängen. Die Aufladung der Batterie erfolgt durch die Vorgänge beim Betrieb des Fahrzeugs selbst. Zum Beispiel wird beim Bremsen die Batterie durch Rekuperation aufgeladen. Das rein elektrische Fahren ist mit einem Mild-Hybrid nicht möglich.

Ein Plug-in-Hybrid verfügt über eine wesentlich größere Batterie und somit auch eine bessere Reichweite. Diese kann auch während der Fahrt durch Rekuperation geladen werden. Aber das Laden erfolgt hauptsächlich per Ladekabel an Ladesäulen oder der Wallbox zu Hause. Die rein elektrische Reichweite liegt bei aktuellen Modellen zwischen 40 und über 60 Kilometern. Für urbane Pendler reicht das oft aus, um den Weg zur Arbeit und zurück mit dem Elektroantrieb und somit emissionsfrei zu bewältigen.

Auf längeren Strecken unterstützt der Elektroantrieb bei Überholvorgängen, die dadurch schneller abgeschlossen werden können. Bei gleichbleibender Geschwindigkeit ermöglicht er das Segeln, sodass der Verbrennungsmotor für diesen Zeitraum komplett abgeschaltet ist. Das spart Treibstoff und senkt den Schadstoffausstoß. Das Fahrzeugmanagement kann im Zusammenwirken mit dem Navigationsgerät aber auch dafür sorgen, dass in der Batterie genügend Energie verbleibt, um am Zielort elektrisch fahren zu können.

Allerdings ist ein Dieselmotor schwerer als ein vergleichbarer Benziner. Der Elektroantrieb samt Batterie erhöht das Fahrzeuggewicht weiter um mehrere 100 kg. Dieses zusätzliche Gewicht erhöht leider den Treibstoffverbrauch.

 

Was kostet der Diesel-Hybrid-Antrieb?

Aktuell bietet nur Mercedes einige Hybrid-Modelle mit Dieselmotor an. Es handelt sich dabei ausschließlich um Plug-in-Hybride. Nachfolgend findest du die Modelle und in Klammern den jeweiligen Grundpreis:

  • Mercedes E 300 de T-Modell (48.342 Euro)
  • Mercedes E 300 de (46.206 Euro)
  • Mercedes GLE 300 de (62.500 Euro)
  • Mercedes GLC 300 de (44.845 Euro)

BMW hat den 320d Touring M Sport mit 48-Volt-Mild-Hybrid im Programm. Dieser Wagen hat einen Grundpreis von 52.000 Euro.

Für ein Hybrid-Auto mit Diesel gelten die gleichen Fördermöglichkeiten wie bei den Benzin-Hybrid-Autos. Es müssen aber auch die gleichen Voraussetzungen erfüllt werden. Hybridfahrzeuge werden nur dann gefördert, wenn sie höchstens 50 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstoßen und mindestens 40 km rein elektrisch fahren können. Ab 2022 gilt sogar eine Fahrstrecke von 60 km. Das bedeutet, Mild-Hybrid-Fahrzeuge fallen heraus. Sie können diese rein elektrische Fahrstrecke nicht gewährleisten.

Außerdem spielt der Netto-Listenpreis des Basismodells des jeweiligen Fahrzeugtyps eine Rolle. Bei einem Preis bis zu 40.000 Euro erhält ein Plug-in-Hybrid einen Zuschuss von 6.750 Euro. Liegt der Preis zwischen 40.000 und 65.000 Euro, beträgt der Zuschuss nur noch 5.625 Euro. Bei einem Netto-Listenpreis über 65.000 Euro entfällt die Förderung.

 

Welche Vor- und Nachteile haben Hybrid-Autos mit Dieselantrieb?

Dieselfahrzeuge haben gegenüber Benzinern den Vorteil, dass sie sparsamer im Verbrauch sind und der Treibstoff pro Liter auch noch weniger kostet. Dennoch rentiert sich ein Diesel nur bei einer relativ hohen Laufleistung pro Jahr. Das liegt an dem vergleichsweisen hohen Kaufpreis und der höheren Besteuerung der Fahrzeuge. Deshalb sind Dieselfahrzeuge vor allem bei Vielfahrern beliebt.

Ganz ähnlich sieht es bei den Hybridfahrzeugen mit Dieselmotor aus. Hier ist allerdings zusätzlich das Problem, dass das durch Elektromotor und Batterie stark erhöhte Fahrzeuggewicht den Treibstoffverbrauch erhöht. Und auf langen, schnellen Fahretappen kommt der Elektroantrieb nicht zum Einsatz. Dadurch kann er keinen Treibstoff und keine CO₂-Emission einsparen. Der Vorteil des Diesels verkehrt sich in der Kombination mit einem Elektroantrieb nahezu ins Gegenteil.

Vorteile sind jedoch die prinzipielle Förderfähigkeit des Diesel-Hybrids und dass auch hier bei privater Nutzung von Geschäftsfahrzeugen nur der halbe Netto-Neupreis als Grundlage für die 1-Prozent-Regelung herangezogen wird.

Ein weiterer Nachteil ist der vergleichsweise hohe Neupreis, der vor allem durch den teuren Dieselmotor mit seiner aufwendigen Abgasreinigung verursacht wird.

 

Lohnt sich Diesel-Hybrid-Auto?

Für Otto Normalverbraucher lohnt sich ein Hybrid-Auto mit Diesel eher nicht. Das liegt schon daran, dass mittlerweile nur noch ein Autohersteller überhaupt solche Fahrzeuge als Plug-in-Hybrid anbietet. Und das zu einem recht hohen Preis um die 50.000 Euro. Außerdem spielt ein klassischer Diesel seine Vorteile vor allem auf langen Strecken und einer insgesamt hohen Jahresfahrleistung aus. In dieser Konstellation wird aber der Elektroteil des Hybridantriebs kaum genutzt. Daher ist er nur in geringem Maß für die Senkung des Treibstoffverbrauchs und der Schadstoffemission wirksam.

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