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Gas, Elektro- oder Hybrid-Auto?

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

04.02.2021

Letztes Update

04.07.2022

Welcher alternative Antrieb hat die Nase vorn: Elektro-, Gas- oder Hybrid-Auto?

Noch sind alternative Antriebe in der Minderheit. Das soll sich ändern. Doch welches Auto hat die besten Zukunftschancen: Elektro-, Gas- oder Hybrid-Autos? Wir klären dich auf!

Inhalt des Blogartikels

Welcher Fahrzeugantrieb macht das Rennen?

Die Politik hat das Ende des Verbrennungsmotors eingeleitet: Die neue CO2-Steuer verteuert schrittweise die Benzin-, Diesel und Gaspreise, die Steuerermäßigung für gasbetriebene Fahrzeuge läuft langsam aus und Elektroautos werden mit hohen Summen gefördert. Der Wechsel hin zum sauberen und umweltschonenden Fahrzeugantrieb braucht jedoch seine Zeit. Ist Gas die bessere Brückentechnologie oder das Hybrid-Auto? Alle Elektro-, Gas- oder Hybrid-Autos haben ihre Vor- und Nachteile. Doch nachfolgend dazu mehr.

 

Gasbetriebene Autos

Hier bieten sich dir 2 Varianten: Die von der Politik favorisierten Erdgasmotoren (CNG) und die von den Fahrern bevorzugten Autogasmotoren (LPG/Flüssiggas). Trotz jahrzehntelanger Förderung konnte sich Erdgas nicht wirklich durchsetzen. In Deutschland gibt es rund 850 Erdgas-Tankstellen mit sinkender Tendenz. 96.531 CNG-Fahrzeuge waren 2019 zugelassen. Dem stehen bundesweit rund 7.100 Autogas-Tankstellen (europaweit sind es 40.000 Stationen) sowie etwa 371.500 Autogas-Fahrzeuge gegenüber. Insgesamt, also inklusive Benzin und Diesel, gibt es in Deutschland aktuell 14.449 Tankstellen.

Umweltvorteil von Gasmotoren

Gas-Motoren bieten dir alles, was Diesel und Benziner bieten. Autogas reduziert im Vergleich zum Benziner den CO2-Ausstoß um etwa 10 Prozent. Der CO2-Ausstoß ist aber im Vergleich zu Diesel um 2 Prozent und im Vergleich zu Erdgas um 12 Prozent höher.

Nur noch wenige Erdgasmodelle ab Werk

Opel und Mercedes stellen keine Erdgasautos mehr her. Auch der VW-Konzern wird ab 2021 keine neuen Modelle mehr entwickeln und sich aus dem Markt zurückziehen. Mit einem Marktanteil von 95 Prozent besiegelt der größte Hersteller quasi das Aus dieser alternativen Antriebsenergie. Verbleibt in absehbarer Zeit voraussichtlich lediglich Fiat. Das Angebot an Autogas-Modellen ab Werk ist ähnlich bescheiden. Hier teilen sich Fiat und Renault den Markt. Allerdings kommen die Franzosen mit einer Neuauflage und einer mit einem Autogas-Motor ausgestatteten Version ihres Kompakt-SUV-Klassikers nun auch bei uns auf den Markt. Wenn du mit Gas fahren möchtest, bist du in Zukunft hauptsächlich auf Umrüstbetriebe angewiesen. Und hier hat Autogas klare Vorteile, die Umrüstung kostet zwischen 1.800 und 3.500 Euro. Willst du auf Erdgas umrüsten, musst du zwischen 3.500 und 5.000 Euro ansetzen, allerdings ist eine Nachrüstung auf Erdgas nicht wirtschaftlich.

Verbrauchskosten

Erdgas wird an der Tankstelle nicht in Liter, sondern in Kilogramm berechnet. Allerdings ist der Energiegehalt von Erdgas größer als der anderer Kraftstoffe. So entspricht 1 Kilogramm Erdgas dem Energiegehalt von 1,5 Litern Superbenzin, 1,3 Litern Diesel oder 2 Litern Flüssiggas. Wenn also 1 Kilogramm Erdgas wie im Mai 2020 im Schnitt 1,10 Euro kostet, würde Autogas statt 0,58 Euro pro Liter 1,16 Euro und Diesel statt 1,08 Euro 1,40 Euro und Superbenzin statt 1,24 Euro 1,86 Euro kosten. Wichtig ist auch, dass der volumetrische Heizwert von Autogas ca. 25 Prozent niedriger ist als der von Benzin. Daher ist der Verbrauch von Autogas auch je nach Modell und verbauter Technik zwischen 10 bis 30 Prozent höher.

Tank und Reichweite

Bei gleichem Tankinhalt kommst du mit Autogas dreimal so weit wie mit einem Erdgasauto. Der Tank wird entweder in der Reserveradmulde untergebracht oder als zylindrischer Stahlbehälter im Kofferraum. Erdgas wird in Unterflur-Tanks gelagert. Laut ADAC ist ein Erdgasautos nicht zwingend günstiger als ein Auto, das konventionell mit Benzin oder Diesel gefahren wird. Dies hängt vor allem von der jährlichen Fahrleistung ab. Ab 15.000 Kilometern pro Jahr ist man etwas sparsamer unterwegs. Grundsätzlich rechnen sich Gasautos nur für Vielfahrer.

Es gibt bivalente und monovalente Erdgasfahrzeuge

Ein bivalentes Gasauto kannst du wahlweise mit Erdgas oder Benzin fahren. Grundsätzlich fährst du mit Gas, ist jedoch der Tank leer, wird automatisch auf Benzin umgeschaltet. Das kannst du allerdings auch jederzeit selbst manuell einstellen.

Im monovalenten Fahrzeug ist der Motor ganz auf das jeweilige Gas optimiert, damit der Energiegehalt voll ausgenutzt wird. Allerdings gibt es zum Starten und als Notfallreserve auch einen kleinen Benzintank. Laut ADAC ist derzeit Autogas gegenüber Benzin und Diesel die günstigste Alternative.

 

Elektroautos

Hinsichtlich Stickstoffoxide, Feinstaub und CO2-Ausstoß vor Ort stehen Elektroautos gut da. Werden sie mit grünem Strom betrieben spielen sie ihren Umweltvorteil voll aus. Auch in den Betriebskosten sind sie wesentlich günstiger als Verbrenner. Zudem bist du als Besitzer eines Elektroautos für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Dies gilt ab der Erstzulassung zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2025.

Hybrid-Autos (Strom und Benzin) sind hingegen nicht steuerbefreit. Plug-in-Hybride (PHEV) erhalten jedoch eine Steuerermäßigung. Obwohl es aktuell bis zu 11.000 Euro Zuschuss – gemeinsam von Staat und Herstellern – gibt, sind Elektroautos noch relativ teuer. Hauptnachteil sind nach wie vor die hohen Akkukosten, die Reichweite und das ausbaufähige Netz an Ladestationen. Auch die Preisstruktur und verschiedenen Zahlungsweisen beim Laden sind noch verbesserungswürdig. Dennoch sind Elektroautos dabei, den alternativen Antrieben den Rang abzulaufen: Bis Jahresende 2020 dürfte es rund 340.000 Neuzulassungen – inklusive Plug-in-Hybride – gegeben haben. Wird dieses Zulassungstempo beibehalten, wird der Anteil an den Gesamtzulassungen in Kürze bei 20 Prozent und mehr liegen.

Modellangebot und Lademöglichkeiten

Da kannst du im Vergleich zu Erdgasautos aus dem Vollen schöpfen. In der aktuellen ADAC-Marktübersicht vom Dezember 2020 findest du 40 Modellreihen reiner Elektroautos mit ebenso vielen Versionen. Du kannst somit aus rund 80 Modellen wählen. Die Preise bewegen sich zwischen 18.460 und 151.990 Euro. Laut BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) sind in Deutschland rund 33.107 öffentliche und halböffentliche Ladepunkte erfasst. Betreiber sind Energieversorger, Parkhaus- und Parkplatzbetreiber sowie Supermärkte und Hotels.

 

Hybridautos und Plug-in-Hybride

In Vollhybriden ist der Elektromotor keine echte Alternative, sondern unterstützt lediglich den Verbrennungsmotor, beispielsweise beim Anfahren. Ab einer Geschwindigkeit um die 50 Stundenkilometer springt dann automatisch der Verbrennungsmotor an. Der Elektromotor muss auch nicht an einer Ladesäule geladen werden, sondern rekuperiert beim Bremsvorgang Bewegungsenergie und speichert sie in einer kleinen Elektro-Batterie. Beim Verbrauch sparen Hybrid-Autos gegenüber einem Benziner zwischen 15 und 25 Prozent ein. Entsprechend günstiger ist daher auch der Schadstoffausstoß. Vor allem im Stop-and-Go-Verkehr in der Stadt können sich wirtschaftliche Vorteile bieten.

Ein Plug-in-Hybrid hingegen fährt rein elektrisch etwa 50 Kilometer und vor Ort emissionsfrei. Er bietet aktuell – je nach Fahrverhalten – die beste Möglichkeit, den Benzinverbrauch um 30 bis 80 Prozent zu reduzieren. Es ist daher sinnvoll, den PHEV möglichst oft aufzuladen, damit der elektrische Fahranteil sehr hoch ist. Eine Aufladung von 10 Kilowattstunden (kWh) Strom senken auf 100 Kilometern den Verbrauch um 3,5 Liter Superbenzin. Bei 3 Euro Stromkosten ergibt sich dann eine Ersparnis von 4,50 Euro bis 5 Euro. Wenn du die Möglichkeit hast, wenigstens ein Drittel deiner Tagesstrecke ausschließlich elektrisch zu fahren und regelmäßig nachts an einer Steckdose aufladen kannst, ist ein Plug-in-Hybrid für dich durchaus eine Überlegung wert.

 

Die Wahl des alternativen Antriebs fällt auf…

Ohne Erdgastankstelle in der Nähe ist ein Erdgasauto für dich uninteressant. Autogas kannst du an jeder zweiten Tankstelle nachfüllen und kommst wesentlich weiter als mit Erdgas. Dafür sind aber die Abgaswerte etwas schlechter. Ein Elektroauto macht für dich keinen Sinn, wenn du hauptsächlich lange Strecken fährst. Da lohnt sich schon eher ein Plug-in-Hybrid trotz seiner vergleichsweise höheren Abgas-Emissionen. Für kurze bis mittlere Entfernungen ist wiederum das Elektroauto ideal. Allen gemein ist jedoch die positive Umweltbilanz. Für welchen alternativen Antrieb du dich letztendlich entscheidest, hängt daher neben den Kosten und dem Umweltvorteil auch von deinen ganz persönlichen Anforderungen ab.

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