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Erdgasfahrzeuge: Modelle und Trends

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

27.08.2020

Letztes Update

30.05.2022

 

Inhalt des Blogartikel

Erdgasfahrzeuge: Wohin führt die Fahrt 2020?

Erdgasautos sind wesentlich sauberer und kostengünstiger als und genauso sicher oder unsicher wie Benzin- oder Dieselfahrzeuge. CNG-Fahrzeuge (Compressed Natural Gas) gibt es als Kleinwagen, Van, Limousine, Lkw oder Bus. Das volle Programm also. Dennoch fahren sie seit Jahrzehnten der Konkurrenz mit großem Abstand hinterher. Und jetzt bremsen Elektroautos die Erdgasfahrzeuge zusätzlich nochaus.

 

Wohin geht der Trend der Erdgasfahrzeuge?

Die Sichtverhältnisse haben sich deutlich verschlechtert. Spätestens seit Anfang März 2020, als bekannt wurde, dass der VW-Konzern sich vom Erdgasauto verabschiedet, dürfte die Luft endgültig raus sein. Immerhin ist Volkswagen mit einem Marktanteil von 95 Prozent der größte Hersteller dieser alternativen Antriebsenergie.

Die neuen Modelle der CNG-Versionen des ŠKODA Scala und Kamiq kommen aber noch 2020 auf den Markt. Gleiches gilt für den Golf 8 als TGI-Druckgasausführung und den VW-Caddy. Danach ist Schluss. Weiterentwicklungen wird es nicht mehr geben. Opel nahm bereits 2019 seine Erdgasfahrzeuge aus dem Programm und Mercedes hat schon vor Jahren das Feld geräumt.

So verbleiben letztlich nur noch 2 Autohersteller, die 2020 neue Erdgasautos auf den deutschen Markt gebracht haben: Fiat und VW sowie die den Wolfsburgern zugehörigen Marken Audi, SEAT und ŠKODA. Beide Hersteller bieten derzeit ihre CNG-Modelle ab Werk an. Diese kannst du als bivalente Fahrzeuge kaufen, die wahlweise mit Erdgas oder Benzin fahren können. In modernen Fahrzeugen passiert das vollautomatisch. Hinzu kommen auf Erdgas optimierte monovalente Fahrzeuge. Hier ist lediglich ein kleiner Benzintank als Sicherheitsreserve verbaut.

 

Das sind die Erdgas-Neuwagen-Modelle ab Werk 2020

Audi

A3 Sportback 30 g-tron (1.4 TFSI)

 

A4 Avant 40 g-tron (2.0 TFSI)

 

A5 Sportback 40 g-tron (2,0 TFSI)

Fiat

Fiorino Kombi 1.4 8V Natural Power

 

Fiorino Kastenwagen 1.4 8V Natural Power

 

Doblò Kastenwagen 1.4 T-Jet Natural Power

 

Ducato Maxi Kombi 35 140 Multijet Natural Power

 

Ducato Kastenwagen 35 140 Multijet Natural Power

SEAT

Ibiza 1.0 TGI

 

Leon 1.5 TGI

 

Leon ST 1.5 TG

 

Arona 1.0 TGI

ŠKODA

Octavia Combi 1.5 TSI G-TEC

 

Scala 1.0 TSI G-TEC

 

Karmiq TSI G-TEC

VW

eco up! 1.0

 

Polo 1.0 TGI

 

Golf 1.5 TGI

 

Golf Variant 1.5 TGI

 

Caddy Kastenwagen 1.4 TGI

 

Caddy Maxi Kastenwagen 1.4 TGI

 

Caddy Kombi 1.4 TGI

 

Caddy Maxi Kombi 1.4 TGI

 

Caddy 1.4 TGI

 

Caddy Maxi 1.4 TGI

 

Caddy Beach 1.4 TGI

 

Caddy Maxi Beach 1.4 TGI

 

Caddy Alltrack 1.4 TGI

 

Der Funke will nicht überspringen: Geringes Interesse an Erdgasfahrzeugen

Trotz jahrzehntelanger Förderung durch den Staat und Großkonzernen im Rücken, ist es Erdgas nicht gelungen, wesentliche Marktanteile zu generieren. Ende 2019 waren laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 47,7 Millionen Pkw in Deutschland zugelassen. Rund 98 Prozent davon fahren mit Benzin und Diesel. Aktuell sind 83.175 Elektroautos angemeldet. Der Anteil von CNG beträgt mit 82.245 Fahrzeugen 0,2 Prozent und bildet das Schlusslicht der alternativen Fahrzeugantriebe, wenn man die 507 Wasserstofffahrzeuge unberücksichtigt lässt. Der größte Konkurrent von Erdgas, nämlich Autogas (LPG/Flüssiggas), kommt immerhin mit einem Anteil von 371.472 Pkw auf 0,8 Prozent. Mit einem Gesamtanteil am Pkw-Bestand von knapp 2 Prozent sind die alternativen Antriebsenergien äußerst bescheiden vertreten.

Viel besser sieht es bei Lkw und Bussen leider auch nicht aus. Rund 5,9 Millionen Nutzfahrzeuge sind 2020 registriert:

  • 3.276.093 Lkw
  • 2.265.585 Zugmaschinen
  • 219.149 Sattelzugmaschinen
  • 81.364 Kraftomnibusse

Davon sind mit Erdgas 13.823 Lkw und 1.115 Busse unterwegs.

Betrachtet man das erste Halbjahr 2020, kommt bei den Zahlen für Erdgas keine sonderlich euphorische Stimmung auf. Zwischen Januar und Juni wurden insgesamt 1.753 Erdgasfahrzeuge neu zugelassen:

  • 1.415 Pkw
  • 1 Bus
  • 192 Lkw unter 12 Tonnen
  • 12 Lkw über 12 Tonnen
  • 119 Zugmaschinen
  • 13 Sonstige

Eigentlich spricht alles für Erdgas als Kraftstoff

Erdgas-Serienfahrzeuge punkten nicht nur mit dem sehr umweltschonenden Antrieb, sondern auch mit regelmäßigen technischen Weiterentwicklungen. In puncto Komfort, Leistung und Sicherheit stehen sie Benzin- und Dieselfahrzeugen in nichts nach. Was die Energiekosten betrifft, sind sie der Konkurrenz sogar überlegen.

Der ADAC hat nachgerechnet

So kostet 2020 ein monovalenter SEAT Arona mit Erdgasantrieb bei gleicher Ausstattung und nahezu gleicher Leistung nur 900 Euro mehr als der Benziner. Im Vergleich zur Ausführung mit dem Kraftstoff Diesel ist er sogar 2.100 Euro günstiger. Fährst du beispielsweise im Jahr 15.000 Kilometer mit CNG, dann kostet dich das rund 5.200 Euro. Der mit Benzin betankte Kollege verursacht bereits Kosten von jährlich 5.670 Euro. Weil die Anschaffungskosten höher sind, kostet die Fahrleistung mit Diesel stolze 6.150 Euro im Jahr.

 

Das Erdgas-Tankstellennetz schrumpft

Im Mai 2017 erklärte VW, man wolle in Deutschland die aktuelle Infrastruktur auf rund 2.000 CNG-Tankstellen ausbauen. Das Thema ist jetzt auch vom Tisch. Aktuell ist der Bestand sogar rückläufig. Mit 836 Erdgastankstellen lag die Zahl im Juli 2020 spürbar unter dem Vorjahreswert (950). Ein Abwärtstrend ist bereits seit 2016 zu beobachten. Nur zum Vergleich: Im Februar 2020 konnten Fahrer von Autogas ihren Kraftstoff an 6.321 öffentlichen Tankstellen nachfüllen. Aber ein Tankstellensterben ist generell zu beobachten: 1970 gab es in Deutschland mehr als 46.000 Tankstellen, 1980 waren es noch knapp 20.000, im Jahr 2020 sind es rund 14.400; und das, obwohl heute wesentlich mehr Fahrzeuge unterwegs sind als damals.

Erdgasfahrzeuge schonen nicht nur den Geldbeutel, sondern dank des geringeren Schadstoffausstoßes auch die Umwelt. Aber dennoch, gibt keiner im wahrsten Sinne des Wortes wirklich Gas. Die meisten vertrauen weiterhin auf Benzin und Diesel als Kraftstoff oder mit wachsenden Anteilen auf die Elektromobilität. Das Erdgasauto ist bei der breiten Masse nicht angekommen und weder Industrie noch Politik ist es trotz großer Aktivitäten gelungen, dies zu ändern. Zudem hat das Elektroauto alle Alternativen in der Gunst von Politik und Fahrern längst überholt. Was in Zukunft für den überzeugten CNG-Fahrer bleibt, ist der Gebrauchtwagenmarkt. Und hier wird das Angebot sicher groß sein.

CNG bleibt dennoch eine gute Alternative für die, die täglich eine große Reichweite zurücklegen, dabei Umwelt und Klima schonen möchten und lange Strecken zuverlässig fahren wollen. Und all das ohne Komfortverzicht und mit modernster Technik.

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