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Sind Erdgasautos sinnvoll?

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

30.03.2021

Letztes Update

25.05.2022

 

Ist der Umstieg auf ein Erdgasauto sinnvoll?

Das Erdgasauto stellt eine sinnvolle Alternative zu Diesel- und Benzinfahrzeugen dar. In manchen Fällen kann es auch die noch vorhandenen Nachteile eines Elektroautos kompensieren.

Inhalt des Blogartikels

Sind Erdgasautos eine sinnvolle Alternative?

Die generelle Frage, ob Erdgasautos sinnvoll sind oder nicht, ist relativ einfach zu beantworten: Aufgrund mangelnder Alternativen zu Benzin- oder Dieselfahrzeugen stellen mit Erdgas betriebene Autos aktuell eine durchaus sinnvolle Wahl im Zuge des Klimaschutzes dar.

Jedoch stellt sich anschließend auch die Frage, ob ein Erdgasantrieb in jedem Fall die bessere Alternative ist. Denn obwohl Erdgasautos weniger Schadstoffe ausstoßen als herkömmliche Verbrenner, lassen sich nicht alle von ihnen an den Vorzügen eines Elektroautos messen. Wann und wie sinnvoll ein Umstieg auf Erdgas ist, erklären wir dir in diesem Artikel.

 

Was zeichnet Erdgasfahrzeuge aus?

Der Kraftstoff Erdgas wird auch als CNG bezeichnet, was das Kürzel für Compressed Natural Gas ist. Somit handelt es sich hierbei um ein komprimiertes Gas, welches aus Methan besteht und einen zunehmend wachsenden Bio-Anteil aufweist. Folglich wird es nicht in Litern, sondern in Kilogramm gemessen.

Damit unterscheidet sich Erdgas vom Autogas, da jenes aus flüssigem Butan bzw. Propan besteht und dementsprechend als LPG (Liquid Petroleum Gas) bekannt ist. Ein Fahrzeug mit einem Erdgasantrieb kann daher weder mit Autogas betankt werden, noch kann ein Flüssiggasfahrzeug mit Erdgas im Tank fahren

Unter den beiden auf Gas basierenden Kraftstoffen erweist sich CNG als effizienter und zukunftsfähiger. Denn obwohl beide Varianten ähnlich viel an der Tankstelle kosten, besitzt das Erdgas einen höheren Energiegehalt als das Autogas, wodurch eine Tankladung länger reicht. Auch ist das Erdgas nachhaltiger, da es zu immer stärkeren Anteilen aus Bio-Gas gewonnen wird. Autogas ist hingegen ein Nebenprodukt der Erdölverarbeitung.

 

Erdgasautos im direkten Vergleich

Erdgasfahrzeuge fahren sauberer als Diesel oder Benziner. Dies ist ein wesentlicher Vorteil in der aktuellen Diskussion um Fahrverbote und Schadstoffausstöße. Vergleicht man ein Erdgas betriebenes Fahrzeug (unter Berücksichtigung der aktuellen Beimischung von 20 Prozent Biomethan) mit einem herkömmlichen Dieselfahrzeug oder Benziner, so stößt dieses bis zu 96 Prozent weniger Stickoxide, 50 Prozent weniger Feinstaub und 23 Prozent weniger CO2 aus. Zudem sind Erdgasfahrzeuge leiser im Betrieb. Wird 100 Prozent Biogas getankt, fahren die Fahrzeuge sogar nahezu klimaneutral. Dadurch leisten mit Erdgas betrieben PKW einen echten Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität.

Die EU-Klimaschutzziele schreiben für das Jahr 2021 einen CO2-Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer vor. Die Europäische Umweltagentur stellt jedoch fest, dass der CO2 Ausstoß der in der EU im Jahr 2017 neu zugelassenen PKW sogar im Durchschnitt um 0,4 Gramm auf 118,5 Gramm CO2/km (Kohlenstoffdioxid pro Kilometer) gestiegen ist. Deutschland liegt mit 127,1 g/km (Gramm pro Kilometer) auf dem schlechtesten Platz innerhalb von Europa. Daher ist das Erdgas allemal eine sinnvolle Option für den Umweltschutz.

 

Das Erdgasauto als sinnvolle Brückentechnologie

Zur Erreichung des Klimaschutzziels sieht die Bundesregierung die Lösung an erster Stelle in der Elektromobilität. So sollen bis 2030 rund zehn Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Anfang 2021 waren jedoch lediglich rund 309.000 Elektroautos in Deutschland angemeldet. An Hybridfahrzeugen sind derzeit gut 1 Millionen Fahrzeuge auf unseren Straßen unterwegs. Dies ist angesichts des Zieles ernüchternd. Daraus lässt sich schließen, dass die Akzeptanz für Elektrofahrzeuge bei der Bevölkerung für den breiten Massenmarkt noch sehr fraglich ist.

Eine bisher in der Fläche nicht erprobte Technik, teure Anschaffungskosten, geringe Reichweiten und nicht zuletzt lange Ladezeiten decken sich nicht mit der gewohnten Nutzung eines Benzin- oder Dieselmotors. Somit droht Deutschland die Verfehlung der Klimaschutzziele für 2030. Als möglicher Ausweg kann das Erdgas einen sinnvollen Beitrag leisten, indem der Kraftstoff den CO2-Ausstoß von Fahrzeugkonzernen reduziert und somit den Klimaschutz fördert.

 

Ist Erdgas auch eine Alternative zu Elektrofahrzeugen?

Gegenüber Elektrofahrzeugen stehen Erdgas-PKW als ausgereifte Serienmodelle zur Verfügung. Die Anschaffungskosten liegen auf Augenhöhe mit Autos, die mit Diesel oder Benzin betrieben werden und dies bei nahezu gleichem Fahrverhalten wie fossile Verbrenner. Derzeit stehen CNG-Fahrzeuge verschiedenster Automarken zur Verfügung.

Ein weiterer Vorteil des Erdgasantriebs ist, dass Benziner auch nachträglich mit diesem aufgerüstet werden können. Denn Erdgasfahrzeuge vom Band verfügen ebenso über einen Benzintank, da der Kraftstoff beim Start des Motors zum Einsatz kommt. Im Zuge des Umbaus wird ein Zusatztank eingesetzt, der entweder unter den hinteren Sitzen oder im Kofferraum Platz findet. Über ein zusätzlich eingesetztes Einspritzsystem gelangt das Erdgas letzten Endes zum Motor. Für Diesel gibt es diese Option allerdings nicht, da sie über keine Zündkerze verfügen.

Für die CNG-Fahrzeuge steht obendrein ein großflächiges Netz aus Tankstellen zur Verfügung. Allein in Deutschland gibt es derzeit ca. 850 Tankstellen, die diese Art des Kraftstoffes bereitstellen. Bei Reichweiten von bis zu 450 Kilometer ist daher immer eine CNG-Zapfsäule in Sichtweite. Sollte jedoch mal keine Tankstelle zur Verfügung stehen, greift das Fahrzeug auf den zusätzlichen Benzintank zurück.

 

Mit Erdgas betriebene Autos sind durchaus sinnvoll!

Von daher stellt sich nur die Frage: Was spricht noch gegen Erdgas als Antrieb? Eine aktuell klimaschonende und ausgereifte Technologie für alternative Kraftstoffe bzw. Antriebe ist bereits verfügbar. Somit präsentiert sich CNG als ein attraktiver Schritt in eine Zukunft, in der Benzin- und Dieselfahrzeuge keine Notwendigkeit mehr darstellen. Zudem lassen sich Benziner jederzeit aufrüsten und fortan mit Gas betanken.

Weiterhin stellt CNG eine entscheidende Brückentechnologie dar, welche die Einhaltung vorgegebener Klimaziele ermöglicht, solange die Elektromobilität noch weiter ausgebaut wird. Denn Fahrzeuge mit einem elektrischen Antrieb sind aufgrund ihrer kleineren Auswahl, höheren Anschaffungskosten und geringeren Reichweite noch nicht für jeden interessant. Infolgedessen spricht sehr viel dafür, einen auf Erdgas basierenden Antrieb künftig in Betracht zu ziehen.

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