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Alle Infos zur Erdgasauto-Förderung

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

04.01.2022

Letztes Update

25.05.2022

 

Auch für Erdgasautos gibt es eine Förderung

Bei der Erdgasauto-Förderung erhältst du zwar keine direkten Zuschüsse, jedoch kommt über indirekte Vergünstigungen und weitere Angebote eine spürbare Ersparnis für dich zusammen.

Inhalt des Blogartikels

Welche Möglichkeiten der Erdgasauto-Förderung gibt es?

Der Autoverkehr mit Benzin- und Dieselfahrzeugen wird aus Umweltschutzgründen immer kritischer gesehen. Als Alternative bieten sich Erdgasautos an. Erdgas ist zwar auch ein fossiler Kraftstoff, bei seiner Verbrennung wird aber wesentlich weniger CO2 freigesetzt als bei Benzin oder Diesel. Daher wird Erdgas, das im Zusammenhang mit Fahrzeugen auch CNG (Compressed Natural Gas) genannt wird, als Kraftstoff immer beliebter. Im Gegensatz zum Flüssiggas LPG (Liquified Petroleum Gas) wird CNG hauptsächlich aus Methan hergestellt. Da dieses auch aus biologischen Produkten gewonnen werden kann, kannst du ein entsprechendes Auto obendrein mit Biogas betanken. Doch wie lässt sich die Anschaffung eines Erdgasautos fördern?

Besteht ein Anspruch auf Förderung?

Es gibt bei dem Erdgasauto keine Förderung in Form einer Abwrackprämie oder ähnlichem, auf die du einen rechtlichen Anspruch hättest. Als Besitzer eines Erdgasautos hast du aber steuerliche Vorteile und kannst regionale und/oder privatwirtschaftliche Förderprogramme nutzen.

 

Die staatliche Erdgasauto-Förderung

Erdgasautofahrer profitieren neben einer deutlich umweltfreundlicheren Mobilität von wenig schwankenden Kraftstoffpreisen. Der Staat befürwortet die Anschaffung eines Erdgasautos ebenso, weshalb er dir beim Kauf steuerliche Vorteile gewährt.

Vor über 10 Jahren ist die emissionsbezogene Kfz-Steuer in Kraft getreten. Diese Steuer besteht aus 2 Teilen:

  • Aus dem Sockelbetrag, welcher abhängig von Kraftstoff (CNG, LPG, Strom etc.), Antriebsart und Hubraumgröße ist.
  • Aus einem Teil, der sich aus dem CO2-Ausstoß in Gramm/Kilometer berechnet.

Für den emissionsabhängigen Beitrag gibt es einen CO2-Freibetrag von 95 Gramm/Kilometer. Für jedes Gramm CO2-Ausstoß oberhalb dieses Freibetrags werden 2 Euro fällig. Für die Steuerberechnung ist der CO2-Ausstoß maßgebend, der in der Zulassungsbescheinigung eingetragen ist. Dies gilt sowohl für reine Erdgasautos als auch für bivalente Fahrzeuge. Dieser sich so ergebende, deutlich reduzierte Steuersatz ist bis zum 31.12.2026 festgeschrieben. So haben die Halter von Erdgasfahrzeugen eine gewisse Planungssicherheit in Bezug auf die Kfz-Steuer.

 

Die regionale Erdgasauto-Förderung

Neben den Ersparnissen durch die ermäßigte Kfz-Steuer oder den niedrigeren Ausgaben für den Kraftstoff fördern viele regionale Gasversorger die Kaufentscheidung für ein Erdgasfahrzeug mit einer Prämie. Je nach Wohnort werden unterschiedliche Beträge bezuschusst. Die Art der Förderung ist von Anbieter zu Anbieter verschieden. Häufig wird die Förderung von Erdgasautos in Form von Tankgutscheinen oder Zuschüssen bis zu 1.000 Euro gewährt. Meist musst du einen kleinen Werbeaufkleber für eine bestimmte Zeit auf dein Auto anbringen. Oft ist auch ein Wohnsitz bzw. Firmensitz im Einzugsgebiet des Energieversorgers Voraussetzung oder du bist an bestimmte Tankstellen gebunden. Manche Energieversorger fördern nur die Anschaffung von Neuwagen, andere auch den Kauf eines Gebrauchtwagens oder die Umrüstung eines Benziners auf Erdgas.

Beispiele für die regionale Förderung von Erdgasautos

Die BS Energy aus Braunschweig vergibt einen Tankgutschein bis zu einer Höhe von 450 Kilogramm Erdgas beim Kauf eines mit Erdgas betriebenen Neuwagens.

Die BEW aus Bocholt zahlt den Kunden beispielsweise auf 3 Jahre verteilt 240 Euro beim Kauf eines neuen Erdgasfahrzeugs.

Die Stadtwerke Bonn zahlen einen Werbekostenzuschuss von 500 Euro auf 2 Jahre verteilt für Neufahrzeuge. Dazu muss ein Werbeaufkleber auf dem Wagen angebracht werden. Der Fahrzeughalter muss außerdem alle von ihm genutzten Energiearten über die Stadtwerke Bonn beziehen.

Ebenfalls vergeben auch Städte – wenn auch wesentlich seltener – Förderungen für die Anschaffung eines Erdgasfahrzeugs. Ein Beispiel dafür ist die Stadt Heidelberg: Sie vergibt einen Zuschuss von 1.000 Euro für die Anschaffung eines Neuwagens mit Erdgasantrieb und 400 Euro für einen Gebrauchtwagen. Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug in der Stadt Heidelberg zugelassen ist und bisher keine Förderung erhalten hat.

Genauere Informationen erhältst du auf Nachfrage hin bei deinem regionalen Energieversorger. Eine Übersicht über Energieversorger, die ein solches Förderprogramm anbieten, findest du hier.

 

Wie sieht die Erdgasauto-Förderung in anderen Ländern aus?

Auch in anderen Ländern gibt es unterschiedliche Fördermodelle. So hat beispielsweise Italien viel in die Förderung von Erdgasautos investiert. Eine niedrige Kraftstoffsteuer auf CNG wurde durch eine Kaufprämie ergänzt und reine Erdgastankstellen erhielten Subventionen. So gelang es, im Zeitraum von 2005 bis 2011 die Zahl der Erdgasfahrzeuge zu verdoppeln. Mittlerweile ist deren Anzahl auf über 1 Million gestiegen. Weitere Länder mit vergleichsweise hohen Zahlen an Erdgasfahrzeugen sind Argentinien, Brasilien und der Iran.

 

Lohnt sich die Anschaffung eines Erdgasautos?

Ebenen Fahrzeuges durch CNG treibt, wird belohnt. Der Markt bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Förderungen an, die den höheren Anschaffungspreis, den ein Erdgasauto mit sich bringt, wieder ausgleicht. Zudem werden die Rahmenbedingungen, wie das Versorgungsnetz und die Erweiterung von Erdgastankstellen, stetig ausgebaut und verbessert. Die Anschaffung eines Erdgasautos ist in mehreren Punkten sinnvoll. Mit einem Erdgasauto sparst du:

 

  • an Kosten für Kraftstoff
  • an Betriebskosten
  • an der Kfz-Steuer

Wenn du nur die Förderung durch die niedrige Kfz-Steuer berücksichtigst, amortisiert sich der höhere Preis eines Neufahrzeugs mit Erdgasantrieb nach ungefähr 6 Jahren. Regionale Förderungen durch Energieversorger oder Städte können diese Bilanz noch weiter verbessern.

 

Dank Erdgasmobilität günstig tanken und weit fahren

Erdgas bzw. CNG ist an der Tankstelle zudem billiger als Benzin. Die Anschaffung eines Erdgasfahrzeugs oder die Umrüstung eines Benziners auf Erdgas lohnt sich daher umso mehr, je mehr Kilometer du pro Jahr fährst. Aufgrund der hohen Reichweite kannst du das mit nur wenigen Zwischenstopps an Tankstelle tun. Je nach Modell, Fahrweise und Größe des Tanks kann eine einzige Füllung Gas für bis zu 800 Kilometer ausreichen.

Um eine bestmögliche Reichweite zu sichern, sind die meisten Erdgasfahrzeuge bivalent ausgelegt. Das bedeutet, sie können sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin fahren. Ist das CNG also einmal aufgebraucht, sind trotzdem noch problemlos 200 weitere Kilometer möglich. Worin liegt aber der Unterschied den Varianten und welche Vorteile bieten sie dir?

 

Monovalente Erdgasautos

Ist ein Fahrzeug primär auf CNG als Treibstoff ausgelegt, ist von monovalenten Erdgasautos die Rede. Nichtsdestotrotz verfügen aber auch diese Modelle über einen kleinen Benzintank, der im Notfall einspringen kann. Ohne diese Vorkehrung darf ein solches Auto nicht auf die Straße. Denn ist dein Benzintank einmal leer, dann kannst du ihn leicht mit flüssigem Kraftstoff selbst nachfüllen. Aufgrund des komprimierten Drucks ist das bei Gas nicht möglich. Dieser Umstand ändert nichts daran, dass sich monovalente Erdgasautos primär auf CNG als Treibstoff verlassen. Zudem fällt ihr dahingehender Verbrauch geringer aus, während ihre Motorleistung höher ist.

 

Bivalenten Erdgasfahrzeuge

Das Gegenstück bilden bivalente Erdgasfahrzeuge, die jeweils über einen umfangreichen Tank für Erdgas und Benzin verfügen. Dadurch stehen sich die beiden Treibstoffe gleichwertig gegenüber, sodass du dich im Fall der Fälle noch eine lange Zeit auf die benzinbetriebene Fahrt verlassen kannst, ohne auf das noch ausbaufähige Netz an Tankstellen angewiesen zu sein. Im Umkehrschluss ist der verbaute Antrieb aber nicht immer auf das CNG optimiert, sodass ein gewisser Leistungsverlust auftreten kann.

 

Mit der Erdgasauto-Förderung kommst du an dein Ziel

Obwohl die Erdgasmobilität keine direkte staatliche Förderung erhält, so wie es beispielsweise bei der Elektromobilität der Fall ist, steht dir doch eine ausgiebige Unterstützung in Aussicht. Zusammen mit der Steuererleichterung, den Zuschüssen der Stadtwerke und den Prämien der Energieversorger kommt ein facettenreiches Förderprogramm zustande.

Langfristig entlastest du aber nicht nur deinen Geldbeutel, wenn du dein Fahrzeug mit einem Werbeaufkleber ausstattest. Mithilfe von Erdgas senkst auch deinen CO2-Ausstoß. Noch grüner fährst du dann, wenn du Bioerdgas in Anspruch nimmst, da dieses aus keinen fossilen Brennstoffen gewonnen wird. Jedoch solltest du im Hinterkopf behalten, dass das Netz an Erdgastankstellen noch ausbaufähig ist. Daher ist anzunehmen, dass der Umstieg auf ein Erdgasauto in Zukunft noch lukrativer sein wird.

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