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Kinder-Elektrofahrrad: Worauf achten?

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

08.05.2021

Letztes Update

17.01.2022

Elektrofahrrad für Kinder: Worauf kommt es an?

Eltern und Großeltern sind oft mit dem E-Bike unterwegs. Klar, dass das Elektrofahrrad Kinder ebenso fasziniert. Aber ist so ein Rad überhaupt erlaubt und sinnvoll für dein Kind?

Inhalt des Blogartikels

 

Weißt du, welches Elektrofahrrad Kinder fahren dürfen?

Das dürfte die erste Frage sein, die du dir stellst, wenn du zum ersten Mal über ein Elektrofahrrad für Kinder nachdenkst. Hierbei kommt es aufgrund der verschiedenen Bezeichnungen oft zur Verwirrung, zumal die gängige Bezeichnung E-Bike zwar populär, aber hinsichtlich der rechtlichen Lage ungenau ist. Kurz zum besseren Verständnis eine kleine Übersicht, was die Unterschiede zwischen Pedelec, S-Pedelec und E-Bike sind:

Pedelec (Pedal Electric Cycle)

  • gesetzlich dem Fahrrad gleichgestellt
  • Elektromotor von maximal 250 Watt
  • maximal 25 km/h mit Motorunterstützung (alles darüber hinaus ist Muskelkraft)
  • keine Altersbeschränkung
  • keine Versicherungspflicht
  • keine Führerscheinpflicht
  • darf Radwege nutzen
  • zumeist gemeint, wenn von E-Bikes gesprochen wird

S-Pedelec (Speed-Pedelec)

  • Mindestalter 16 Jahre
  • Motorunterstützung bis 45 km/h erlaubt
  • gesetzlich kein Fahrrad, sondern Kleinkraftrad
  • Führerschein Klasse AM erforderlich
  • Kennzeichen-, Versicherungs- und Helmpflicht
  • darf Radwege nicht benutzen

E-Bike

  • maximal 500 Watt Motorleistung und 20 km/h
  • gilt als Leichtmofa
  • Mindestalter 15 Jahre
  • Mofa-Prüfbescheinigung und Versicherungskennzeichen erforderlich
  • keine Helmpflicht
  • Radwegnutzung innerorts nur mit Zusatzschild „E-Bike frei“

Hinweis: Da das Synonym E-Bike oder Elektrofahrrad gebräuchlich ist, nutzen die meisten Hersteller und Webseiten diesen Begriff auch für Pedelecs. Die Helmpflicht besteht derzeit nur für S-Pedelec-Modelle; empfehlenswert ist aber das Tragen eines geeigneten Kopfschutzes insbesondere für Kinder natürlich bei jedem Rad.

 

Warum gibt es überhaupt Elektrofahrräder für Kinder?

Zum Thema E-Bike gibt es bereits diverse Artikel in unserem Blog, die sich aber zumeist mit den Modellen für Erwachsene befassen. Tatsächlich gelten Pedelecs in der Vorstellung vieler Menschen noch immer vornehmlich als bequemes Fortbewegungsmittel für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Doch das hat sich mittlerweile geändert. So gut wie alle Fahrradhersteller bieten eine breite Palette an Elektrofahrrädern aller Klassen und Größen an – vom Tourenrad über das Mountainbike bis hin zum Rennrad. Auffällig ist jedoch, dass das Angebot an Bikes für Kinder oft recht begrenzt ist. Das liegt an verschiedenen Faktoren. Zum einen dürfen Kinder nur Pedelecs fahren (vgl. obige Übersicht). Zum anderen entwickelt sich die Frage nach dem Sinn, einem Kind ein Elektrofahrrad zu geben, mancherorts schnell zur Grundsatzdiskussion.

Diese macht sich in der Nachfrage derart bemerkbar, dass Hersteller der Kontroverse bis zu einem gewissen Grad aus dem Weg gehen möchten und gar keine Fahrräder für Kinder mit Elektro-Unterstützung anbieten. Die Kritiker sagen, dass Elektrofahrräder für Kinder den Bewegungsmangel noch weiter verstärken. Befürworter argumentieren dagegen, dass ein E-Bike auf jeden Fall besser ist als gar keine Bewegung.

 

Elektrofahrrad für Kinder kaufen: Nur wenige Bikes für unter 14 Jahre verfügbar

Bevor du über den Kauf eines Elektrofahrrads nachdenkst, ist das Verhältnis von Kindesalter zu Körpergröße und Gewicht beziehungsweise Rahmengröße und Motor des E-Bikes natürlich zu berücksichtigen. Hier gilt generell, was immer beim Bewegen im Straßenverkehr gilt: Abgesehen von den rechtlichen Vorgaben (für Pedelecs gibt es wie geschildert keine Altersgrenze) sollte dein Kind körperlich und kognitiv in der Lage sein, ein Fahrrad mit oder ohne E-Motor sicher zu bewegen (zum Beispiel ist auch das Gewicht eines E-Bikes höher als das eines konventionellen Rads). Ein Mindestalter von 14 Jahren wird daher von den meisten Experten empfohlen.

Bei den Elektromotoren kommt jedoch hinzu, dass sie mitsamt des teuren Akkus einen ziemlichen Kostenfaktor darstellen. Bis zu 6-mal mehr kostet ein Elektrofahrrad für Kinder im Durchschnitt – und wer mehr als ein Kind hat, kommt da schnell ins Schwitzen. Da nun Kinder außerdem ständig wachsen, könnte das Elektrofahrrad schon bald zu klein sein. Die Hersteller kennen dieses Problem und bieten daher oft gar keine Modelle für kleinere Kinder an und starten erst bei Fahrrädern mit Radgrößen ab 24 Zoll.

Möchtest du vor dem Kauf ein Elektrofahrrad für Kinder beim Fahrradverleih testen, ist dies in der Regel aufgrund der AGB der Verleiher erst ab 14 Jahren möglich. Vorsicht auch im Urlaub, denn im Ausland (zum Beispiel in Österreich) gelten für Kinder auf Elektrofahrrädern eventuell andere Regeln als in Deutschland.

Tipp: Manche Hersteller begrenzen die Geschwindigkeit elektrischer Kinderfahrräder auf 20 km/h oder fügen zusätzliche Bedienschritte ein, um den Elektroantrieb bewusst nutzen zu können. Auch die Schiebehilfe, die zum Anfahren an steilen Rampen etc. gedacht ist, wird bei Kinderfahrrädern oftmals ab Werk abgeschaltet.

 

Die Motivationsfrage steht bei Elektrofahrrädern für Kinder oft im Vordergrund

Wie bereits erwähnt, gibt es über die Frage, ob E-Bikes für Kinder überhaupt eine gute Idee sind, unterschiedliche Ansichten. Speziell für kurze Touren eignen sich Elektro-Kinderfahrräder aufgrund der hohen Anschaffungskosten und des potenziellen Diebstahlrisikos ohnehin weniger für den Schulweg.

Anders sieht das bei längeren Familienausflügen aus, insbesondere in schwierigem Gelände mit vielen Steigungen. Hier verlieren Kinder schnell die Motivation, wenn sie aufgrund ihrer geringeren Ausdauer und Körperkraft einfach nicht mithalten können. Das demotiviert nicht nur die Kids, sondern letztlich die gesamte Familie, weil häufige Pausen notwendig werden oder auf die Kinder gewartet werden muss.

Nutzen die Erwachsenen selbst Elektrofahrräder, wäre es zudem kaum zu vermitteln, warum das Kind sich mit seinem Rad mühsam abstrampeln soll. Gerade weil das Biken mit Elektroantrieb so leicht ist, vergessen viele Erwachsene, dass ihr Nachwuchs diese Unterstützung nicht hat. Eine sinnvolle Investition ist ein Elektrofahrrad für Kinder also vor allem dann, wenn es ausgiebig auf Langstrecken genutzt wird und eher zur Bewegung animiert, als zur Trägheit verleitet. Denn letztlich ist jede körperliche Betätigung an der frischen Luft besser als das Sitzen auf der heimischen Couch.

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