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Umbau zum Elektroauto: Geht das?

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

27.11.2021

Letztes Update

24.05.2022

Elektroauto-Umbau von Oldtimern und modernen Verbrennern

Der klassische Verbrenner soll in den kommenden Jahrzehnten aus dem Straßenbild verschwinden. Mit einem Elektroauto-Umbau werden dann sogar Oldtimer zukunftsfähig.

Inhalt des Blogartikels

Mit welchen Autotypen funktioniert ein Elektroauto Umbau?

Die gute Nachricht vorweg: Fast alle Anbieter von Umbausätzen für Verbrenner zum Elektroauto sagen, dass sich so gut wie alle klassischen Autotypen mit einem Elektroantrieb ausstatten lassen. Die schlechte Nachricht: Nicht alles, was technisch möglich ist, ergibt wirtschaftlich gesehen einen Sinn. Der Umbau zum Elektroauto ist mit entsprechenden Kosten verbunden. Das alte Antriebssystem muss entfernt und durch die passenden Komponenten für Elektromobilität ersetzt werden.

Technisch gesehen ist die Variante Elektromotor für ein Auto schon seit über 100 Jahren keine große Herausforderung mehr. Tatsächlich waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr viele Elektroautos auf den Straßen unterwegs. Schon damals lag das Hauptproblem in der Reichweite und unzureichender Batterietechnologie. Diese hat sich in den letzten Jahrzehnten allerdings stark weiterentwickelt. Moderne Batterien bringen weniger Gewicht auf die Waage, speichern mehr Energie und lassen sich schneller aufladen. Elektroantriebe der neueren Generation überzeugen durch ihre Leistungsentfaltung, die schon so manchen Verbrenner-Fan überrascht hat.

 

Oldtimer oder modernes Fahrzeug: Wann ist der Elektroauto-Umbau sinnvoll?

Als Oldtimer werden in Deutschland Fahrzeuge bezeichnet, deren Erstzulassung mehr als 30 Jahre zurückliegt. Autos, die dieses Alter erreichen, können mit einem sogenannten „H“-Kennzeichen (für „historisch“) gefahren werden. Dies hat Vorteile bei der Besteuerung, die aufgrund der oft schlechten Abgaswerte ohne H-Kennzeichen sehr hoch ausfällt. Historische Oldtimer werden hingegen pauschal besteuert. Voraussetzung dafür ist allerdings neben der obligatorischen Verkehrssicherheit ein Gutachten, das den historischen Originalzustand bestätigt.

Zudem muss das Auto (oder auch Motorrad) der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts dienen, wie es der Gesetzgeber ausdrückt. Das bedeutet, dass nur Umbauten und Veränderungen vorgenommen werden dürfen, die zum Zeitpunkt der Erstzulassung möglich waren. Der Einbau eines Airbags in einen Oldtimer von 1950 würde beispielsweise nicht diese Kriterien erfüllen. Problematisch ist für Besitzer solcher Oldtimer, dass bei größeren Problemen wie einem Motor- oder Getriebeschaden nicht nur die Ersatzteilversorgung schwierig werden kann, sondern dass die Kosten nicht in einem angemessenen Verhältnis zur Instandsetzung stehen.

Eine mögliche Alternative wäre der Austausch des Antriebssystems gegen einen Elektromotor samt aller Komponenten. Zwar müsstest du dann auf das H-Kennzeichen verzichten, würdest aber dafür von den Vorteilen des E-Kennzeichens profitieren. Konkret bedeutet dies eine gewaltige Steuerersparnis und die Möglichkeit, ebenso wie mit H-Kennzeichen in Umweltzonen einfahren zu dürfen. Außerdem gibt es Klassiker, die noch weit vom H-Kennzeichen entfernt sind, aber vielleicht dennoch erhaltenswert sind.

 

Lassen sich auch neue Fahrzeuge mit Elektroantrieb ausrüsten?

Aus technischer Sicht kannst du auch bei deutlich jüngeren Fahrzeugen einen Elektroauto-Umbau vornehmen. Wirtschaftlich gesehen ist es für neuere Fahrzeuge aber oft nicht sonderlich günstig, da mehr Komponenten entfernt werden müssen, der Fahrzeugwert noch relativ hoch ist und sich noch die meisten Reparaturen lohnen würden.

Die Kosten übersteigen dann oft den Nutzen und es wäre sinnvoller, ein gebrauchtes Elektroauto zu kaufen. Außerdem bringen neue Fahrzeuge generell deutlich mehr Gewicht auf die Waage, was sich negativ auf die Reichweite auswirkt. Problematisch kann es werden, wenn die moderne Elektronik in Fahrzeugen nicht mit dem Elektroantrieb vereinbar ist. Ob das der Fall ist, können Experten sagen, die dir einen Elektroauto-Umbausatz verkaufen.

Wirklich sinnvoll ist der Umbau zum Elektrofahrzeug also vor allem für erhaltenswerte Oldtimer und Youngtimer, die ansonsten kaum noch zu vertretbaren Kosten auf die Straße zu bringen wären.

 

Kann ich einen Elektroauto-Umbausatz selbst einbauen?

Neben den Kosten für die Teile fällt die Arbeitszeit beim Elektroauto-Umbau stark ins Gewicht. Wenn du handwerklich begabt bist und ohnehin Erfahrung beim Schrauben am Auto hast, möchtest du den Umbau vielleicht selbst vornehmen. Das ist prinzipiell möglich und wird von Firmen unterstützt, die entsprechende Umrüstpakete verkaufen. Die Anbieter haben teilweise auch Konzepte, bei denen du in deren Werkstatt aktiv mitarbeitest, um Kosten zu sparen oder bei der Umrüstung fachgerechte Anleitung erhalten kannst. Ob das sinnvoll ist, hängt von der Komplexität des Elektroauto-Umbaus und deinem technischen Geschick ab. Am einfachsten und sichersten ist es, das Auto vom Profi umrüsten zu lassen, auch wenn es ein paar Euro mehr kostet.

 

Warum wird der Umbau von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor gerade jetzt interessant?

Wie bereits erwähnt, stehen Besitzer älterer Fahrzeuge oft vor der schweren Entscheidung, ihr geliebtes Auto aufgrund eines teuren Motorschadens entsorgen zu müssen, was gerade auch vom Nachhaltigkeitsgedanken her eigentlich mehr als schade ist. Denn für den Bau jedes neuen Autos, egal ob Verbrenner oder Elektrofahrzeug, müssen Unmengen an Ressourcen und Energie aufgewendet werden. Da die Elektromobilität immer wichtiger wird, gewinnt das Thema an Aktualität.

 

Was ändert sich durch den Elektroauto-Umbau?

Durch den Umbau zum Elektrofahrzeug ändert sich natürlich einiges. Der Verbrennungsmotor wird ebenso wie das Getriebe in der Regel komplett entfernt, wobei es aber auch Anbieter gibt, die Getriebekomponenten weiterverwenden. Du benötigst keinen Auspuff mehr, da es keine Abgase gibt. Auch bei der Wartung wird vieles einfacher. Kein Ölwechsel mehr, keine aufwändigen Tauschaktionen für Filter, Zündkerzen, Kühlflüssigkeit, Zahnriemen, Steuerkette und so weiter. All diese Komponenten existieren nach einem Elektroauto-Umbau nicht mehr in deinem Fahrzeug.

Natürlich brauchst du auch kein Benzin mehr und sparst damit Treibstoffkosten. Das allein sollte aber nicht alleiniger Grund für den Umbau sein, da sich die Umrüstungskosten natürlich amortisieren müssen. Wie hoch die Kosten genau ausfallen, lässt sich pauschal nicht sagen, da dies sehr vom Fahrzeugtyp und dem damit verbundenen Aufwand zusammenhängt. Ein großer Kostenfaktor sind die Batterien, die außerdem im Fahrzeug untergebracht werden müssen. Die Betriebskosten sinken, wenn du Strom aus deiner eigenen Solaranlage zum Aufladen verwendest. Außerdem ist das ökologischer als Kohlestrom aus der Steckdose. Prinzipiell lassen sich Elektroautos sogar als Stromspeicher der Photovoltaikanlage nutzen.

 

Wie steht es um die Reichweite und Leistung nach einem Elektroauto-Umbau?

Die erste Frage gilt beim Elektroauto-Umbau den Kosten, die zweite in der Regel der Reichweite. Auch diese hängt sehr von Fahrzeugtyp, Leistung des Elektroantriebs, Art und Anzahl der Batterien sowie vom Gewicht ab. Pauschale Angaben sind also nicht möglich. Die meisten E-Autos schaffen nach einem Umbau allerdings weniger als 100 Kilometer am Stück. Für viele Oldtimerbesitzer, die ihr Fahrzeug ohnehin nur selten und für kurze Ausflüge bewegen, ist das jedoch oftmals ausreichend.

Gleiches gilt, wenn du viel in der Stadt unterwegs bist und Zugang zu Ladestationen hast. Laut Statistischem Bundesamt und KBA legen deutsche PKW im Tagesdurchschnitt weniger als 40 Kilometer zurück, oft aufgeteilt in mehreren kleinen Fahrten.

Bei der Frage nach der Leistung – du ahnst es schon – sind die spezifischen Eigenschaften von Elektromotor und Fahrzeugtyp ausschlaggebend. Klar ist jedoch, dass ein E-Motor generell über ein höheres Drehmoment verfügt als ein vergleichbarer Verbrenner. 30 Kilowatt (kW) Leistung beim Elektroantrieb entsprechen in etwa einem Auto mit Ottomotor, das mit 2 Litern Hubraum und 129 PS Leistung ausgestattet ist. Der Elektroantrieb sollte also auch passend zur Charakteristik des Fahrzeugs gewählt werden, zumal E-Motoren mit höheren Leistungen auch stärkere Batterien erfordern. Übrigens kostet auch die TÜV-Vorführung weniger, weil keine Abgasuntersuchung anfällt.

 

Elektroauto Umbau: Vorteile und Nachteile

Abschließend möchten wir dir noch einmal alle Vor- und Nachteile des Elektroauto-Umbaus zusammenfassen:

  • nachhaltig und umweltschonend bei erhaltungswürdigen älteren Fahrzeugen
  • fast kein Lärm, keine Abgase, weniger Wartung und Verschleiß
  • auch Oldtimer, die aufgrund teurer Motorschäden als irreparabel gelten, lassen sich umrüsten
  • Steuerbefreiung durch E-Kennzeichen
  • gegebenenfalls Verlust des H-Kennzeichens
  • Kosten für Umrüstung sind vergleichsweise hoch
  • Reichweite lässt oft zu wünschen übrig
  • Akkusysteme machen den Elektroauto Umbau teuer
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