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Elektroauto öffentlich laden | Tarife, Kosten & Bezahlung

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

28.03.2022

Letztes Update

26.09.2022

Selbst als Besitzer einer privaten Wallbox musst du hin und wieder dein Elektroauto öffentlich laden. Dabei wirst du auf die folgenden Umstände treffen.

Inhalt des Blogartikels

Elektroauto öffentlich laden: Aktueller Stand von Deutschlands Ladeinfrastruktur

Ein großes Manko der Elektroautos ist die Reichweite – allerdings auch nur, weil unser Land über ein dichtes Tankstellennetz verfügt, aber es gleichzeitig an der Ladeinfrastruktur mangelt. Mit einem Verbrenner kannst du für den Notfall auf längeren Fahrten einen vollen Treibstoffkanister mitnehmen. Bei einem Elektroauto funktioniert das jedoch leider nicht.

Deshalb ist der schnelle Ausbau der Ladeinfrastruktur hierzulande so wichtig. Dieser trägt auch dazu bei, dass mehr Elektrofahrzeuge gekauft und der Anteil der klimaschädlichen Verbrennerfahrzeuge am Straßenverkehr innerhalb weniger Jahre stark verringert werden.

Es geht zwar voran mit dem Ausbau. Aber dessen Tempo reicht noch nicht aus. Laut Angaben der Bundesnetzagentur ist die Zahl der Ladepunkte im öffentlichen Raum per Januar 2022 auf 52.200 angewachsen. Das klingt nach viel, ist es aber leider nicht. Die Bundesregierung rechnet bis zum Jahr 2030 mit 7 bis 10 Millionen E-Autos auf deutschen Straßen und möchte mit 1 Million öffentliche Ladepunkte deren Stromversorgung sicherstellen. Das würde bedeuten, dass ab sofort 2.000 neue Ladepunkte pro Woche in Betrieb gehen müssten.

Dabei liegt das besondere Augenmerk auf Schnellladestationen. Denn je länger der einzelne Ladevorgang dauert, desto mehr Ladepunkte müssten zur Verfügung stehen, um den Bedarf zu decken. Die Bundesregierung hat daher das Ziel, bis Ende 2026 drei Viertel der Tankstellen der Mineralölwirtschaft mit Schnellladestationen auszurüsten.

Unterschiede der Ladepunkte beim öffentlichen Laden des E-Autos

Der grundlegende Unterschied liegt darin, ob die Ladestation Wechselstrom (AC) oder Gleichstrom (DC) liefert. Die Autobatterien können nur mit Gleichstrom geladen werden. Beim Laden an einer AC-Ladestation muss das integrierte Lademanagement des E-Autos den Wechselstrom erst in Gleichstrom umwandeln und dann an die Batterie weiterleiten.

Die Leistungselektronik des Lademanagements kann allerdings nur eine bestimmte elektrische Leistung verarbeiten. Gängige AC-Ladestationen liefern deshalb nur maximal 22 Kilowatt (kW) Leistung. Das bedeutet, dass der Ladevorgang viel länger dauert als an DC-Säulen.

Beim Laden mit Gleichstrom wird der Flaschenhals des Lademanagements umgangen und die Elektroenergie nahezu direkt in die Batterie eingespeist. Deshalb lädst du mit sehr viel höherer Leistung und auch der Ladevorgang ist kürzer. Ebendiese Schnellladestationen laden mit Gleichstrom.

 

Das solltest du vor dem öffentlichen Laden deines Elektroautos wissen

Bevor du deine nächste Langstrecke mit deinem Elektroauto antrittst, solltest du dir über folgende Punkte Gedanken machen:

Steckertyp deines E-Autos

In Europa haben sich zwei Steckertypen als Standard etabliert. Das AC-Laden erfolgt mit dem Stecker Typ 2. Gleichstrom lädst du mit dem CCS-Stecker.

Ladekabel und Ladezeit

Der Ladeanschluss an deinem Elektroauto bestimmt, ob du AC oder DC laden kannst. Das Laden mit Gleichstrom (DC) geht erheblich schneller. In der Bedienungsanleitung deines Fahrzeugs findest du Angaben zu Ladeleistung und Dauer des Ladevorgangs. So weißt du, wie viel Zeit du einplanen musst.

Ladetyp

Wenn du dein E-Auto zu Hause oder bei deinem Arbeitgeber lädst, wirst du nur im Notfall auf die öffentliche Ladestruktur zurückgreifen. Fährst du jedoch auch immer mal längere Strecken, dann bleibt es nicht aus, dass du gelegentlich an eine öffentliche Ladestation fahren musst.

Als häufiger Langstreckenfahrer bist du geradezu auf das öffentliche Laden deines Elektroautos angewiesen. Von deinem Ladetyp hängt es ab, welcher Anbieter mit welchem Tarif für dich am günstigsten ist. Lass dich am besten dazu von einem Mobility-Experten beraten.

Anbieter, Lade-Apps und Ladekarten für das öffentliche Laden im Vergleich

Das Angebot an öffentlichen Lademöglichkeiten für dein Elektroauto ist recht unübersichtlich. Natürlich mischen hier die regionalen und überregionalen Stromversorger mit. Oft haben sie sich zu Kooperationen zusammengeschlossen.

Dadurch kannst du als Kunde deines regionalen Stromversorgers dein E-Fahrzeug auch an Ladestation von Anbietern in anderen Regionen aufladen. Aber auch Mineralölkonzerne, kleinere Tankstellenbetreiber, Automobilclubs und Fahrzeughersteller sind dabei.

Hinzu kommen noch die Roaming-Unternehmen, die das Laden an vielen Ladestationen unterschiedlichster Anbieter ermöglichen und sich auch um die Abrechnung des Ladevorgangs kümmern.

Je nach Unternehmen identifizierst du dich an der Ladesäule mit dem RFID-Chip deiner Ladekarte oder auch mit einer Smartphone-App. Das Unternehmen zieht dann die Beträge am Monatsende ein oder bucht diese direkt nach dem Laden ab.

Wenn du keine passende Ladekarte oder -App hast, kannst du an der Ladesäule den Betreiber anrufen und dich freischalten lassen. Die Abbuchung des Betrages für das Laden erfolgt dann oft über Kreditkarte.

 

Elektroauto öffentlich laden: So geht´s!

Neben den verschiedenen Betreibern von Ladesäulen, gibt es auch viele unterschiedliche Tarife. Tarife für Vielfahrer enthalten oft eine (monatliche) Grundgebühr. Dafür sind dann die Kosten pro geladener Kilowattstunde (kWh) Strom geringer als ohne Grundgebühr.

Einige Anbieter verlangen eine Startgebühr pro Ladevorgang. Leider gibt es auch Unterschiede darin, was dann eigentlich abgerechnet wird. Real wäre die Abrechnung nach geladenen kWh. Denn das ist es, was du, wie bei dem Anbieter deines Haushaltsstroms auch, eigentlich beziehst. Es gibt allerdings immer noch Anbieter, die nach Ladedauer abrechnen.

Bei einem Fahrzeug mit einer geringen Ladeleistung hast du damit Nachteile. Denn bei dir dauert der Ladevorgang für die gleiche Strommenge zeitlich länger als bei einem Fahrzeug, das höhere Ladeleistungen verarbeiten kann.

Damit du genau die Lademenge bezahlst, die du tatsächlich geladen hast, müssen die Ladesäulen eichrechtskonform sein. Das heißt, die Ladesäulen müssen die abgenommene Lademenge exakt messen, berechnen und dem Kunden eindeutig zuordnen. Eigentlich sollte das schon seit dem 01.04.2019 der Fall sein. Aber die Hersteller von Ladesäulen arbeiten derzeit immer noch an den entsprechenden Systemen.

Selbst wenn die Betreiber der Ladesäulen nach kWh abrechnen, unterscheiden sich die Kosten von Anbieter zu Anbieter. Eine Studie des deutschen Markt- und Wirtschaftsunternehmens EuPD Research aus dem Jahr 2020 hatte zum Beispiel ergeben, dass die kWh-Kosten je nach Anbieter zwischen 0,35 Euro und extremen 1,25 Euro differieren.

Das Beispiel zeigt, dass es sich insbesondere für Vielfahrer lohnt, einen Anbieter und einen Tarif auszuwählen, der ihren Fahr- und Ladegewohnheiten entspricht.

 

Wie funktioniert die Zahlung an öffentlichen Ladestationen?

Bei der Nutzung deiner Ladekarte erstellt der Anbieter in der Regel eine Rechnung am Monatsende und bucht den Betrag über die vereinbarte Zahlungsmethode ab. Arbeitet das Unternehmen mit einer Smartphone-App, kann die Abrechnung auf die gleiche Weise oder auch über die Mobilfunkrechnung erfolgen.

An einigen Ladestationen kann mit Kredit- oder Giro-/Debitkarte bezahlt werden. Die Regel ist das allerdings noch nicht. Doch am 01.07.2023 tritt die überarbeitete Ladesäulenordnung in Kraft. Die ab diesem Zeitpunkt neu errichteten Ladestationen müssen dann die Möglichkeit einer Kartenzahlung bieten.

Noch ganz neu ist das Prinzip „Plug & Charge". Sobald das Ladekabel eingesteckt ist, kommuniziert das Fahrzeug mit der Ladesäule und der Ladevorgang startet. Die geladene Strommenge wird dabei von der Ladestation registriert. Der Fahrzeugbesitzer hat die Zahlungsdaten im Speicher des Elektroautos hinterlegt. Der Bezahlvorgang erfolgt auf dieser Grundlage automatisch. Ladekarten und -Apps werden überflüssig. Allerdings verfügen bisher erst wenige Ladestationen und E-Autos über diese Technik.

 

Darum lohnt sich ein Elektroauto auch für dich

Aus Sicht unserer Umwelt ist der größte Vorteil, dass Elektroautos völlig emissionsfrei fahren. Das gilt besonders dann, wenn der benötigte Strom für das Laden aus regenerativen Quellen stammt. Doch auch finanziell ergibt sich ein Nutzen.

Die bisherige Förderung beim Kauf eines Elektroautos wird auch 2022 fortgesetzt. Abhängig vom Neupreis ist ein Zuschuss von bis zu 9.000 Euro möglich, der zu einem Drittel vom Fahrzeughersteller und zu zwei Drittel vom Staat getragen wird.

Angesichts der in den letzten Wochen rasant gestiegenen Treibstoffpreise sind die Kosten pro gefahrene Kilometer beim E-Auto im Moment viel günstiger als bei Verbrennerfahrzeugen. Wie sich die Situation weiter entwickeln wird, ist allerdings offen.

Ein weiterer finanzieller Vorteil ergibt sich mit der THG-Prämie. Alle Unternehmen unterliegen den gesetzlichen Vorgaben zur Verringerung ihrer Treibhausgas-Emissionen. Wer diese Quoten nicht einhält, muss Zertifikate kaufen. Wer seine Quote jedoch unterbietet, kann Zertifikate ebenso verkaufen. Durch den THG-Quotenhandel verkaufst du als Besitzer eines emissionsfreien Elektroautos Zertifikate und streichst so bis zu 400 Euro pro Jahr ein.

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